Einfache Belege

  • Eine Postkarte 2 Pfennig Gerrmania Reichspost ist eigentlich ein einfacher Beleg. Manchmal sollte man jedoch einmal genauer hinschauen, denn es gibt auch hierbei Belege, bei denen es sich mit fast absoluter Sicherheit um Unikate handelt!


    Das hier dürfte solch ein Beleg sein!


    Postkarte, aufgegeben am 06.01.1902 in Schleswig, zum Ortstarif von 2 Pfennig im Nachbarortsverkehr gelaufen von Schleswig nach Kahleby.


    Die St. Marien-Kirche in Kahleby liegt zwischen den Dörfern Füsing und Schaalby. Sie gehörte einmal zum Kloster Guldenholm am Langensee, später dann zum Schleswiger St. Johannis-Kloster. 1196 wurde sie als romanische Kirche erstmals erwähnt, schon im 13. Jahrhundert wurde sie erheblich vergrößert und 1855 umgebaut und um den Turm ergänzt. Ihr besonderer Schatz ist die Johann-Daniel-Busch-Orgel von 1784, seit ihrer Restaurierung 1989 eine der wichtigsten Barockorgeln Schleswig-Holsteins. Das schon im Mittelalter verschwundene Dorf Kahleby war mit seiner über 800-jährigen Geschichte einer der ältesten Siedlungspunkte in Angeln, entstanden vermutlich in unmittelbarer Nähe eines vorchristlichen Heiligtums. Auffällig ist daher heute die herrliche, aber einsame Lage der Kirche nahe der Füsinger Au. Im Jahre 1902 hütete Pastor Martensen seine dortige Gemeinde sowie die St. Marien-Kirche in Kahleby.


    Liebe Grüße
    Rüdiger

  • Rüdiger


    Leider muß ich etwas Wasser in den Wein giessen. Es handelt sich nicht um den Nachbarortsverkehr, denn dieser fand nur zwischen benachbarten Postorten statt. Das heißt, dass beide Orte eine Postanstalt besaßen. Dies ist in Kahleby nicht der Fall. Kahleby war im Landzustellbereich von Schleswig und deswegen handelt es sich um Ortsverkehr.


    Gruß


    wuerttemberger

    Gruß


    wuerttemberger

  • Hallo wuerttemberger,


    Danke für Deinen netten Hinweis, mit dem Du selbstverständlich absolut Recht hast!


    Einigen wir uns statt "Nachbarortsverkehr" also auf "erweiterten Ortsverkehr" und meinen damit, dass der Ortsverkehr von Schleswig zu dieser Zeit halt auch Kahleby im Schleswiger Landzustellbereich einschloß.


    Der relativen Seltenheit des gezeigten Beleges, gelaufen zum Ortstarif von Schleswig nach Kahleby, tut das sicherlich keinerlei Abbruch. Mal sehen, ob noch jemand einen solchen "einfachen Beleg" in seinem Bestand hat oder gar wie ich frisch aus einer Grabbelkiste ziehen kann.


    Liebe Grüße
    Rüdiger

  • Berlin – Luxemburg

    Bleichröder Berlin – nach Wiltz, Luxemburg, Stempel vom 22.1.15. Frankiert mit 10 pfg Portostufe für Drucksachen Briefe wie ich annehme. Zusätzlich wurden 2 Rote Kreuz Marken aufgeklebt. Interessant die Rückseite: Ankunftsstempel von Wiltz vom 25.1.15 und ein Stempel der Überwachungsstelle des Gardekorps Berlin und Einzeiler Überwachungsoffizier unterschrieben Krüger. Ich habe noch einen zweiten Brief fast identisch vom 20.1.15 mit 20 pfg Frankatur.



    Die Geschichte des Bankhauses geht auf das Jahr 1803 zurück als Samuel Bleichröder in Berlin-Mitte eine Wechselhandlung gründete. Aufgrund guter Geschäftsbeziehungen mit den Rotschilds aus Frankfurt entwickelten sich die Geschäfte prächtig. Bleichröder agierte ab 1828 als deren Korrespondent in Berlin. 1855 übernimmt der Sohn Gerson die Leitung der Bank. Seine Kontakte zu Preußens König und zu Bismarck sind sehr förderlich und so kommt es dass die Bank zu einem der wichtigsten Finanzinstitute Preußens wird. Aufgelöst wurde die Bank im März 1939.

    Phila-Gruß


    Lulu

    Einmal editiert, zuletzt von Zockerpeppi ()

  • Hallo Lulu,


    das 1. Stück sollte aber ausweislich der Siegelseite keine Drucksache sein, sondern ein Brief. Hatte Luxemburg keinen "Inlandsstatus" mehr?


    Der 2. Brief könnte in der 2. Gewichtsstufe gelegen haben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • wie wäre es mit Geschäftspapiere Portostufe 1806 ? allerdings wäre der zweite Umschlag dann prall gefühlt gewesen


    Das Briefporto war auch 10 fürs Inland und 20 für die höhere Gewichtsklasse. Der Fehler liegt einfach in meinem Text . Ich verbessere

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Diesen schlichten Brief hatte ich bei Delcampe entdeckt. Ab Merzig Stempel vom 25.11.01 nach Cassel an Major G. Stangenberg . Frankiert à 10 Pfg. Ankunft in Cassel am 26.11


    Normalerweise wäre dies ein Beleg dem ich keine Beachtung schenken würde! Wäre da nicht dieser Vermerk: Von Alexander Spangenberg Fabrik Direktor bei Villeroy und Boch. Für die Sophy Fans, der jetzige Stand meiner Recherchen:


    Die Tonwarenfabrik Fellenberg & Cie wurde im Jahre1856 in Merzig gegründet. Irgendwann 1865 über nahm Alexander Stangenberg (13.7.1843-20.6.1916) die Leitung des Unternehmens. Während dem Krieg 1870/1871 wurden die Fabrik teils als Lazarett genutzt. Unter seiner Leitung ging man zur Herstellung von Dachziegeln über (Biberschwänze und französische Formziegel). 1873 wurde die Fabrik durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut. Fellenberg war kein guter Geschäftsmann, er verkauft das Unternehmen an seinen Schwager Eugen Boch. Fellenberg war mit Eugens Schwester Virginie Rosalie verheiratet. Das Werk firmierte ab da unter dem Namen Tonwaaren-Fabrik von Villeroy & Boch auf Heilbron bei Merzig. Stangenberg behielt seinen Direktorposten weiter inne. Ab 1879 wurden nun auch salzglasierte Ton Rohre produziert. Die Fabrik zählte zu der Zeit +/- 30 Arbeiter und produzierte jährlich 280.000 Formziegel und 12500 Zentner Röhren welche zu 20-22 Silbergroschen verkauft wurden. Alexander Spangenberg hatte den Betrieb 50 Jahr lang geleitet. Nach seinem Tod am 20 Juni 1916 übernahm sein Sohn Dr. Albert Spangenberg (19.10.1881-16.6.1962) die Direktion


    Über den Empfänger hatte das Web weit weniger zu berichten. Ich fand in der Tat einen preußischen Major Namens Georg Karl Moritz Spangenberg, Infanterie Regiment 92 geboren in Kassel 16.1.1864. Wie nun genau die Familienverhältnisse waren konnte ich nicht heraus finden. Ein Vetter , ein Großneffe wie auch immer ???


    Immer wieder erstaunlich welche Geschichten solche unscheinbaren Belege mit etwas Recherche erzählen können



    Quellen : das Web + Villeroy & Boch, ein Vierteljahrtausend europäische Industriegeschichte 1748-1998

  • Liebe Lulu,


    es nötigt mir immer wieder Respekt ab, wie du zwischen den Zeilen, über Bleistift oder auf anderen Wegen an dein Ziel kommst. Wären nur alle Sammler so findig, wie du es bist.


    Jetzt kann ein Briefchen eine kleine Geschichte (dank dir) erzählen und das, obwohl der Inhalt nicht mehr vorhanden ist (hätte wohl auch eh nicht sehr zur Sophy von V. & B. gepasst).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Zur Abwechslung zeige ich meinen Bankbeleg mal hier da ich nicht weiss ob Magdeburger bei PS im Bankenthread mitliesst


    Magdeburg: Brückenbalken-Stempel (wie wir die nennen) vom 29.12.16 nach Luxemburg mit Zensurstempel der 'Überwachungsstelle des VIII Armeekorps Trier'.


    Absender die Mitteldeutsche Privat-Bank Magdeburg an die Luxemburger Union Bank. Frankiert Germania à 7,5, Portostufe vom 1.8.1916 Inlandverkehr auch gültig für Luxemburg.

  • Hallo Jørgen


    Es sieht doch aus dass die Karte zuerst nach Anholt in Deutschland abgeschickt war. :) Sieht man ja gern :)


    Viele Grüsse, Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Jørgen


    Ach, ich habe den Stempel als als Deutsch gehalten. F heisst also dann Formiddag?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,


    wenn man die Brille gut geputzt hat, dann kann man die dänische Anschrift lesen. [Blockierte Grafik: http://altpostgeschichte.com/wcf/images/smilies/wink.png]
    Der Zufall will es, daß ich einen Beleg des westmünsterländischen Anholt (Stadt Isselburg) habe, der nur 3 Tage vorher abgeschlagen wurde. Anbei ein Bild des Stempels.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Sylvain,


    not only this card is a very nice one from you. ;)


    It`s an excellent postage-due-piece, with all necessary postal treatment, the postage-due correctly rounded up from 7 1/2 Pf to 8 Pf.


    My congratulations to this very very fine one + Gruß !


    Tim 8o