Beiträge von wuerttemberger

    Nicht unbedingt die allerbeste Erhaltung aber das auch Portraits Ansichtskarten ins Ausland der Zensur zum Opfer fielen war mir jetzt auch neu.

    Ach, da sind die beiden Herren geblieben und da sind sie auch richtig. Zuerst waren nur Ansichtskarten mit strategisch sensiblen Motiven verboten, denn sie hätten feindlichen Fliegern zur Orientierung dienen können. Ab 1917 war dann im Gespräch alle Ansichtskarten zu verbieten. Wann genau die Verfügung erlassen wurde weiß ich noch nicht. Als diese dann erfolgt war wurden sogar graphische Firmenlogos auf Briefumschlägen beanstandet. Der Stempel wurde in Emmerich von der Abteilung IV verwendet. Es gibt auch den gleichen Stempel der Abteilung III

    Ich finde das Blatt sehr unpassend. Die Marken und Stempel sind nicht aus der Zeit und der Dampfer im Bild auch nicht. Südamerika und Südeuropa auf gleicher Höhe finde ich auch nicht optimal. Das würde ich auf einer Ausstellung auf keinen Fall zeigen.

    Diesen Beleg gab es kürzlich bei ebay im Angebot:

    Brief der Firma Gustav Metzler vom 6. Februar 1919 aus Stettin nach Göteburg in Schweden. Der Brief wurde bei der Prüfungsstelle für Devisenkontrolle in Stettin vorgelegt und dort geprüft und verschlossen. Hier sieht man schön die Stempel aus der Kriegszeit, die von ihren militärischen Inschriften befreit wurden. Stettin ist nun eine weitere von bisher 7 Prüfungsstellen in der Zeit der Devisenkontrolle, die keine Überwachungsstelle hatte.

    Die Prüfungsstellen aus der Kriegszeit haben meistens nur wenige Monate weiter bestanden. Die Mehrzahl wird wohl Anfang 1919 aufgelöst worden sein.

    Die Prüfungsstelle Stettin ist eigentlich recht unspektakulär, denn die Belege sehen immer gleich aus:

    Brief der Norddeutschen Creditanstalt Stettin vom 4. September 1914 an die Handelsbank in Stockholm wo der Brief 4 Tage später eintraf. Auf der Briefvorderseite hat die Stettiner Prüfungsstelle nie irgendwelche Stempel oder Vermerke angebracht das passierte alles auf der Rückseite. Dort sieht man immer die gleiche Reihenfolge:

    1. Stempel "Inhalt unverdächtig" in rot

    2. Unterschriften von 2 Vertrauensmännern

    3. Stempel "Zugelassen durch die / milit. Prüfungstelle / in Stettin"

    4. Unterschrift des Prüfungsoffiziers

    5. Dienstsiegel "Prüfungstelle / des II. Armeekorps / Stettin"

    Belege dieser Prüfungsstelle sind in den einschlägigen Händlerkisten immer zu finden und deswegen blättert man oft darüber hinweg. Diesen Beleg hatte ich mir im Frühjahr '25 auf der Messe in München bei Peter Harlos gekauft, weil er ein frühes Datum zeigt und es stellte sich heraus, dass ich noch kein früheres Datum registriert hatte.

    Doch beim Einordnen hatte ich irgendwie Tomaten auf den Augen, denn das Dienstsiegel unterscheidet sich deutlich von der späteren Variante.

    Erstes Dienstsiegel von Stettin. Bisher nur ein Beleg registriert

    Zweites Dienstsiegel von Stettin, das im Riemer erst ab Januar 1915 bekannt ist. Ich habe noch 3 weitere Belege im November 1914 registriert.

    Man muß davon ausgehen, dass es von sehr vielen Prüfungsstellen provisorische Stempel aus den ersten Wochen des Weltkrieges gibt, die in der Regel im Riemer nicht aufgeführt sind. Wenn im Riemer die Verwendungsdaten erst im Jahr 1915 beginnen, so gehe ich inzwischen davon aus, dass es noch Stempel geben muß, die noch nicht entdeckt sind.

    Am schönsten sind Funde in der eigenen Sammlung ....

    Bei einer meiner Recherchen bin ich unlängst auf einen Stempel gestossen, von dem ich wußte dass es ihn gibt, aber ich hatte ihn bis dato noch nie in freier Wildbahn gesehen.

    Es handelt sich um den Einkreiser NUERNBERG 1(Z) vom 22. November 1916, der in der Deutschhauskasserne am Jakobsplatz in Nürnberg verwendet wurde. Im Lauf des ersten Weltkriegs wurde das Postaufkommen der Militärs wohl so groß, daß das Postamt 1 in Nürnberg eine Zweigpoststelle in der Kaserne eingerichtet hat. Roland Holzmayr listet ihn in den Ergänzungen des Handbuchs der bayerischen Ortsstempel mit dem Jahr 1917 auf. Im Quast steht als Verwendungszeitraum 1916 bis 1918. Nach dem Krieg wurde die Zweigpoststelle wieder aufgelöst.

    Lieber Ralph,

    einen richtig schönen Beleg zeigst du uns hier wieder - der mich allerdings etwas ratlos zurücklässt.

    Der Unterscheidungsbuchstabe b hat doch reichlich Schlagseite ...

    Das gehört so. Es handelt sich um einen sog. Innendienststempel, der normalerweise ohne Uhrzeit auf einem Einlieferungszettel abgeschlagen wurde. Mit Uhrzeit war es ein ganz normaler Aufgabestempel am Postschalter. Das ist unzweifelhaft ein Sammlerbrief und der Postbeamte hat einen besonders schönen Stempel genommen, um einen perfekten Abschlag zu produzieren.

    Chatgpt hat mir netterweise Chatgpt PLUS für einen Monat gratis angeboten und ich habe gleich mal einen Test gemacht: viel Luft nach oben.

    Den prompt von Clemens M Brandstetter habe ich probiert.

    Zitat

    „Extrahiere ausschließlich den historischen Poststempel. Erhalte Form, Größe, Farbe, Deckkraft und sämtliche Druckmerkmale unverändert. Keine Retusche, keine Rekonstruktion, keine künstliche Schärfung oder Glättung. Entferne lediglich den umgebenden Papierhintergrund. Richte den Stempel exakt horizontal aus und platziere ihn mittig auf einem rein weißen Hintergrund. Das Ergebnis muss einer wissenschaftlichen Dokumentation dienen und den Originalzustand des Stempelabdrucks vollständig wiedergeben.“

    Das Ergebnis war sehr ausbaufähig. Stempel zuerst immer noch schief, falscher Text, Hintergrund im Stempel nicht weiß, etc. Nach meinem letzten prompt hat sich die KI wohl an der Ehre gepackt gefühlt und noch mal ein wenig nachgelegt. Es reicht trotzdem nicht und für wissenschaftliche Zwecke absolut nicht brauchbar.

    Eventuell Fehler durch einen schlechten Abschlag!?

    Ich vermute, dass der Stempel im Riemer (der eindeutig von Hand gezeichnet wurde) einen Übertragungsfehler zeigt. Fast alle Stempel aus Freiburg zeigen "Freiburg i. B.". Nur dieser und ein weiterer zeigen "Freiburg, Bd.". Der Zeichner hat wohl im Eifer des Gefechts einen Phantasiestempel geschaffen.

    Bei der Überarbeitung der Postüberwachungsstelle Freiburg ist mir aufgefallen, dass ich die beiden im Riemer aufgeführten Stempel der sechseckigen Sonderform mit gebogener Randlinie noch gar nicht in meinem Archiv habe:

    Dafür habe ich den folgenden Stempel jetzt 45 mal belegt:

    Der Unterschied zwischen dem katalogisierten Stempel und meinem bisher festgestellten Typ ist in der dritten Zeile hinter Freiburg zu finden. Riemer zeigt ". Br." und ich habe nur ", Bd." belegt.

    Wer kann weitere Stempel dieses Typs von Freiburg zeigen?

    Dies ist jetzt der erste Beleg, der ins Elsass gerichtet ist. Zunächst könnte man vermuten, dass in der Anfangszeit als auch Sendungen nach Dessau, Erfurt, Markneukirchen, Garsebach, Konstanz und Hornberg (Baden) in Stuttgart bearbeitet wurden eben auch Sendungen ins Elsass zufällig in Stuttgart eingingen. Das war aber so gewollt. Von 22 Sendungen, die ich noch für 1914 als eingehende Post registriert habe sind allein 15 ins Elsass oder Lothringen gerichtet und 4 nach Luxemburg. Nach Württemberg sind es nur 3(!) Stück.

    Die Zuständigkeit der Überwachungsstelle Stuttgart für Luxemburg wurde spätestens am 29. Januar 1915 nach Trier verlegt. Davor durfte wohl Stuttgart auch die Luxemburger Post zensieren. Dafür kamen eigentlich nur Sendungen aus der Schweiz und Italien in Frage. Ich habe 4 Belege aus der Schweiz nach Luxemburg in meinem Archiv , die in Stuttgart von der Überwachungsstelle geprüft wurden. Vielleicht kann LarsBoettger noch welche zeigen.

    Belege nach Belgien oder Portugal aus der Zeit: Fehlanzeige