Beiträge von wuerttemberger

    Ich habe den Text von Erwin noch einmal verbessert. Toggenburg ist eine Region in der Schweiz und Lichtensteig liegt mittendrin.


    Übungen und Rechten geschehen kann, bis es so lange eine definitive Entscheidung der Antheilhaberrechten aller dabei Betheiligten Toggenburgischen Gemeinden stattgefunden haben, bis durch das Forstinspektorat(?) ausgemittelt sei, was Weidgang und was wirklich gesetzlich zu schützende Waldung sei.

    Ich empfehle ihren Herrn Landammann und Herren Regierungsräte dieses wohlbegründete Gesuch zur befördernlichen Würdigung und Entscheidung daß ich nun mehreren Seiten darum angegangen in nächster Zeit eine Konferenz von Deputierten aus allen Gemeinden des Toggenburgs veranstalten werde, um eine Ausscheidung der Alpen und Allmende Rechten zu bewerkstelligen. Zu diesem Ende wäre mir sehr erwünscht, hierauf bezügliche alte Dokumente aus dem Stiftsarchiv zur Einsicht zu erhalten.

    Ich bitte Sie daher, den Herrn Archivar zur beförderlichen Ausfindigmachung Mitteilung zu unseren Händen einladen zu wollen.

    Der Bezirksammann

    Hallo Leute !

    Jetzt lasst mal nicht den Kopf hängen, es wird sich doch in Süddeutschland auch eine andere Messehalle finden.
    So toll war der Veranstaltungsort jetzt auch wieder nicht, war alles schon etwas abgeranzt. :huh:

    Nur meine 2 Kreuzer;)

    Wer in Sindelfingen die Zeit hatte sich um das Ambiente zu kümmern hat das Wesentliche verpasst ...

    Ich leg noch 2 Kreuzer drauf ;)

    Liebe Sammlerfreunde,


    diesen Brief konnte ich nicht liegen lassen, weil er mir doch recht ungewöhnlich vorkommt. Er stammt von 1852 aus dem toskanischen Livorno und ist ins niederländische Arnheim gerichtet. Er lief allerdings über Bodenbach und Köln. Dieser Leitweg erscheint mir sehr ungewöhnlich. Kann mir jemand bei den Taxen helfen?



    Der folgende Brief vom 9. Sept. 1915 zeigt, dass die oben im letzten Absatz erwähnten nachweisbaren Sendungen schon doppelt gestempelt wurden. Da das ovale Dienstsiegel schon Ende August 1915 eingeführt wurde kann es auch wenige Wochen nur rückseitig vorkommen.



    Eingeschriebener Brief der Deutschen Bank München vom 9. Sept. 1915 nach Chiasso. Vorder- und rückseitig mit dem Dienstsiegel versehen und mit der Paraphe des Hauptmanns Salffner abgezeichnet.

    Im folgenden habe ich die Abschrift eines Vorgangs transkribiert, der das Erscheinungsbild der geprüften Belege maßgeblich beeinflusst hat. Die Prüfungsstelle in München bekam eine Beschwerde von einer ihrer Firmen, deren Brief wohl von Strassburg zurückgeschickt wurde.


    Abschrift Zu G. No 199


    I München 9. IX. 15


    K. Postamt Strassburg Elsass

    Es wird um Aufklärung gebeten, weshalb der anliegende Brief, der vorschriftsgemäß auf der Rückseite mit dem diesamtlichen Prüfungsstempel versehen ist, nach dem Aufgabeort zurückgeleitet wurde. Der Vermerk „zurück weil geschlossen“ ist nicht stichhaltig

    gez. v.Spies


    Die Überwachungsstelle in Strassburg antwortete prompt und gab gleich mal eine Empfehlung ab, wie so eine Misslichkeit in Zukunft verhindert werden könnte. Zugleich zeigt es aber auch das mangelnde Verständnis für die Verfahrensweisen der Prüfungsstellen für Geschäftsbriefe die das Siegel auf der Briefklappe anzubringen hatten.

    II

    Ueberwachungsstelle des XV. A.K. Strassburg (Els) 11. September 1915

    zurück

    an die Prüfungsstelle des Bayer. I Armeekorps in München.

    Der auf der Rückseite angebrachte Prüfungsstempel ist dem Soldatischen Prüfungspersonal bei dem elektrischen Lichte nicht aufgefallen und weil der Brief geschlossen war, hat seine Rücksendung erfolgen müssen. Es empfiehlt sich zur Vermeidung von Wiederholungen den Prüfungsstempel auf der Vorderseite abzudrucken, wie es sonst allgemein üblich ist.

    Gez. ……

    Hauptmann und Vorstand


    Die Antwort aus Strassburg wurde sogleich der Überwachungsstelle München zur Stellungnahme weitergeleitet


    III

    Stellv. Gen. Kdo. I. b. A.K.

    Empf. 13. IX. 15 NO 111972

    Mit 2 Beil. u. R.

    Zur militärischen Ueberwachungsstelle beim Bahnpostamt 1 München


    Zur Äußerung über das dort übliche Verfahren


    München 15.9.1915


    F. d. Stv. G. Kdo. I. A. K.

    Der Chef des Stabes

    gez. Kleemann


    Die Überwachungsstelle München meldete das übliche Verfahren dieser Stellen zurück: Es wird vorderseitig gestempelt, wenn nicht rückseitig geöffnet wurde.


    IV

    Militär. Ueberwachungsstelle

    Bahnpostamt I. München

    ….. 16.9.15 No 3748


    Dem st. General-Kommando I.A.K. mit der Meldung in Rückvorlage, dass bei der mil. Überw.-St. alle Briefe auf der Vorderseite gestempelt werden. Briefe, die rückwärts zu verschließen sind, werden auf beiden Seiten gestempelt.

    Gez. Schneider


    Das stellv. Generalkommando kam dann zu dem Schluß, dass die Stempelung auf Vorder- und Rückseite die best mögliche Kennzeichnung der geprüften Sendungen gewährleistet.


    V St. Generalkommando I.b.A.K.

    No 111972 Mit 2 Beilagen u. R.

    Zur militärischen Prüfungsstelle beim Postamt 2 München

    Die Briefe wollen künftig auf beiden Seiten mit dem Dienstsiegel versehen werden.

    München 18.9.1915

    F. d.Stv. G. Kdo. I. A. K.

    Der Chef des Stabes

    Gez. Roth Hptm.


    Die militärische Prüfungsstelle reagierte etwas verschnupft und versuchte sich noch mit Aufzählung der Anweisungen und Bestimmungen, die peinlichst eingehalten wurden, zu rechtfertigen. Letztendlich wurde das Verfahren eingeführt und ich kenne bis Ende 1917 keinen Beleg der nicht danach behandelt wurde.


    VI

    eingegangen am 20. IX. 1915 und dem K. stellv. Generalkommando I. A. K. Nach Kenntnisnahme und Anordnung des Vollzuges mit der Meldung in Rückvorlage, dass die Prüfungsstelle sich bisher an die Weisung der Oberpostdirektion München vom 2. VIII. 14 No 8022, dann an Bestimmung des Deckblattes No 1 zu den Ausführungsbestimmungen zur Anlage J des Mob-Pl. vom 20. VIII. 1914 gehalten hat, wonach zum Zeichen der Prüfung der Abdruck des Dienststempels auf der Rückseite ( u. zwar über den Verschlussklappen) anzubringen war. Diese Anordnung hatte im Laufe der Zeit verschiedene Beanstandungen zur Folge u. es wurde daher von der Prüf.Stelle seit längerer Zeit schon bei allen nachweisbaren Sendungen die Stempelung auch noch auf der Vorderseite angebracht.


    Gez. Klarmann

    Am 30. Juni 1915 wurde die folgende Liste der zugelassenen Firmen erstellt. Es sind nur 41 Firmen, die von unterschiedlichen Dienststellen zugelassen wurden, wobei neben Punkt c) handschriftlich vermerkt wurde: "Intendantur kann nicht zulassen".

    Mir kommt das etwas wenig vor für so eine große Stadt wie München zumal die Firmen, die nur in Deutsch korrespondiert haben offensichtlich nicht aufgeführt sind. Leider gibt es aus dem Jahr 1914 keine Vorgänge in der Akte, aber vielleicht werde ich noch fündig.


    Militärische Prüfungsstelle I. A.K.

    beim Postamt München 2


    Verzeichnis


    a.) der vom K. Staatsministerium des Äußeren für den internationalen Zahlungsverkehr zugelassenen Banken


    1. K. Filialbank in München (2. VIII. 14)

    2. Bayr. Hypotheken- u. Wechselbank in München (2. VIII. 14)

    3. Bayr. Vereinsbank in München (2. VIII. 14)

    4. Bayr. Handelsbank in München (2. VIII. 14)

    5. Bankhaus Merck, Fink u. Co in München (2. VIII. 14)

    6. Reichsbankhauptstelle in München (2. VIII. 14)

    7. Filiale der Deutschen Bank in München (2. VIII. 14)

    8. Filiale der Dresdner Bank in München (2. VIII. 14)

    9. bayr. Notenbank in München (2. VIII. 14)

    10. Filiale München der Bank für Handel und Industrie (.. VIII. 14)


    b.) der vom stellv. Generalkommando I. A. K. zugelassenen Banken:


    1. Süddeutschen Bodenkreditbank in München (24. VIII. 1914)


    c.) der von der stellv. Intendantur I. A. K. zugelassenen Firmen:


    1. Getreidegeschäft Stern und Sabat (4. VIII. 1914)


    d.) der Geschäftsfirmen, denen vom stellv. Generalkommando I. A. K. der Briefverkehr in fremder Sprache gestattet wurde:


    1. Barber u. Colman, G.m.b.H., Maschinenfabrik

    2. Brunnthaler, Großfrüchtehandlung

    3. Cohen, Heinrich, Furnituren

    4. Degginger u. Heß, Holzhandlung

    5. Ebert, Benno, Blumen- u. Federnfabrik

    6. Filiberti, Luigi, Großfrüchtehandlung

    7. Freundlich, Gebr., Holzhandlung

    8. Gautsch, Josef, Hofwachswarenhandlung

    9. Gäßler, A. u. Co, G.m.b.H, chemigrafische Kunstanstalt

    10. Geiger, Züblin u. Co, Export von Maschinen

    11. Gondrand, Gebr. Speditionsgeschäft

    12. Henning u. Co., Gespinnstfabrik

    13. Hönigsberger, J.L. u. Co.,Roßhaarspinnerei

    14. Jürgens, K.G., Kaufmann in Solln u. Kokand

    15. Lithografisch, artistische Anstalt München (vorm. Obpacher)

    16. Luppe und Heilbronner, Fabrik chemischer Gravüren

    17. Mayer`sche Hofkunstanstalt

    18. Münchner Leistenfabrik Pasing

    19. Neuburger, Martin M., Posamentenfabrik

    20. Parisi, Franzesko, Speditionsgeschäft

    21. Perutz, Otto, Trockenplattenfabrik

    22. Plaumann, Emil, Tiroler Obstexport (nur Telegramme)

    23. Rosenbaum, Heinrich, Rohprodukte

    24. Schenker u. Co., Speditionsgeschäft

    25. Strauß, Ernst, Getreide u. Futterartikel (nur Telegramme)

    26. Südd. Rückversicherungsaktiengesellschaft

    27. Vesuvio, A.G., Müllverbrennungsanlagen

    28. Zehntner, A. W., Litografiesteine

    29. Zettler, F.H., Glasmalerei (Hoflieferant)



    Erstellt: München, 30. Juni 1915

    Klarmann

    Der Stempel München 2 * p gibt es in zwei Varianten:



    Dieser Stempel wurde von der Prüfungsstelle für Geschäftsbriefe bis Februar 1916 zur Entwertung der Frankaturen und für Vorgänge in den Akten verwendet.

    Er unterscheidet sich in mehreren Details von dem Stempel, den johelbig in seinem Heft "Stempelfälschungen auf Bayerischen Briefmarken 1912-1920" als Titelbild zeigt.

    Das folgende Bild stammt aus der Stempeldatenbank von stampsx: https://www.stampsx.com/ratgeb…bank.php?stempel_id=10167



    Man kann deutlich sehen, dass der Buchstabe P unterschiedlich ausgeprägt ist und hinter der 2 ist kein Punkt. Außerdem unterscheidet sich das V aus der Uhrzeit deutlich.


    War es üblich, dass Stempel mit dem gleichen UB zeitgleich verwendet wurden?

    Typischer Brief aus den letzten Verwendungstagen des rechteckigen Stempels:




    Brief der Firma Geiger, Züblin & Co, München aus den letzten Augusttagen 1915 vermutlich zwischen 26. und 28. August (typische Laufzeit nach Schweden sind bis zu 3 Tage) nach Stockholm mit Ankunftsstempel vom 29. August 1915. Der Prüfungsstempel wurde rückseitig über die Verschlußklappe angebracht und der Vorstand der Prüfungsstelle hat mit einem Namenskürzel abgezeichnet.

    Die Firma Geiger, Züblin u. Co erscheint auf einer Liste von Firmen, denen vom stellvertretenden Generalkommando der Briefverkehr in fremder Sprache gestattet wurde.

    Hallo oisch,


    bis zum 31.12.1901 wurde wie folgt verfahren:

    Wollte der Absender die Gebühren tragen, so sandte er den frankierten Brief an dem Empfänger und erhielt im Zustellungsfalle die mit Zustellgebühr und Rückporto belastete Zustellurkunde zurück.

    Sollte der Empfänger die Gebühren tragen, so wurde der Brief unfrei, also mit Porto belastet, an den Empfänger geschickt. Dieser bezahlte das Porto, die Zustellgebühr und das Franko für die Rücksendung wurden mit Freimarken auf der Zustellurkunde verklebt.


    Ab 1.1.1902 wurden alle 3 Beträge auf dem Brief an den Empfänger frankiert. Konnte der Brief nicht zugestellt werden, so wurden die Zustellgebühr und die Gebühr für die Rücksendung dem Absender erstattet.


    Lieber wuerttemberger,


    was ich nicht verstehe, dass ich die Zustellung als Empfänger bestätigt bekomme auf einem Brief, der ja sowieso an mich adressiert ist.
    Wozu sollte das gut sein. Für mich ergibt das keinen Sinn. :/:/


    Das musst Du einen Juristen fragen. Ich meine das ergibt sich aus der Zivilprozessordnung, aber mit der Juristerei habe ich es nicht so ...

    Der eigentliche Sinn eines Briefes mit Zustellurkunde ist, dass der Absender eine gerichtsverwertbare Dokumentation der Zustellung ausgehändigt bekommt. Das ist die Zustellurkunde.

    Bei der vereinfachten Zustellung bekam nur der Absender diese Urkunde ausgehändigt und dem Empfänger wurde die Zustellung auf dem Brief bestätigt.

    Wurde der Brief mit Zustellungsurkunde nebst Abschrift verschickt, so wurde auch dem Empfänger des Briefes die Abschrift, der an den Absender zurückgeschickten Zustellungsurkunde, ausgehändigt.


    Kurz:

    Vereinfachte Zustellung: Eine Urkunde für Absender + Bestätigung auf Brief für Empfänger

    PZU nebst Abschrift: Eine Urkunde für Absender + Abschrift der Urkunde für Empfänger

    Das Porto setzt sich aus drei Teilen zusammen:

    1. 10 Pfennig Briefgebühr für die Hinsendung des Briefes

    2. 20 Pfennig Zustellgebühr

    3. 10 Pfennig für die Rücksendung der Zustellurkunde


    Bei der vereinfachten Zustellung wurde der Zustellvermerk für den Empfänger auf dem Brief niedergeschrieben.

    Bei der Zustellung nebst Abschrift bekam auch der Empfänger des Briefes eine vollständig ausgefüllte Zustellungsurkunde ausgehändigt.