Beiträge von Pälzer

    Hallo Sammlerfreunde,


    anbei wieder einmal Postkarte, allerdings nur mit 5 Para freigemacht. Das könnte daran liegen, dass es darauf keinerlei Mitteilung gab und sie so begünstigt als Drucksache ins Ausland laufen konnte. Da gab es für die Zensurbehörden, die sich mit dem spektakulär großen und knallroten (bulgarischem) Dienststempel verewigt haben auch gar nicht viel zu tun. Sehr schön anszusehen auch der Tagesstempel vom Aufgabeort Skopie (Skopje).


    Zur Situation im Jahre 1916 während des 1.WK folgender Hintergrund: In den Balkankriegen 1912/13 wurde das damals noch dem Osmanischen Reich angehörige Skopie am 25. Oktober 1912 durch die serbische Streitkräfte erobert und geriet somit unter die Herrschaft Belgrads. Während des 1. WK wurde die Stadt am 10. Oktober 1915 von bulgarischen Truppen eingenommen, 1918 wieder zurückerobert.


    Adressat war der ab 1918 in der BASF Ludwigshafen als Forschungsleiter des Ammoniaklaboratoriums eingesetzte Chemiker Dr. Paul Alwin Mittasch (1869-1953), nach dem heute eine der Ludwigshafener Stadtklinik gegenüberliegende Parkanlage benannt ist.


    Alwin Mittasch – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Klaus,


    die Gebäude der KGE Neustadt a.d.Haardt dürften dort gestanden haben, wo heute der Parkplatz hinter der Hauptpost / westlich des Bahnhof-Hauptgebäudes angelegt worden ist. Anbei ein Bild der Situation von damals, gleich vorne links, wo die Güterwagen an der Verladerampe stehen.


    Wie die Bahn nach Neustadt kam - Geschichten aus der GEschichte
    Vor 175 Jahren wurden jeweils zwei Pfälzer Städte miteinander verbunden – über die Pfälzische Ludwigsbahn. An der Entscheidung über die ...
    www.rheinpfalz.de


    Schönen Gruß

    Tim

    Hallo Sammlerfreunde,


    sehr sehr erfreulicher Neuzugang anbei, auch wenn der ellipsenförmige Abschlag etwas schwächlich daherkommt, aber ist noch lesbar als GÜTEREXPEDITION NEUSTADT A.D.HAARDT. Adressiert war an den am Standort ansässigen Bezirksarzt Dr. Becker, der wohl medizinisches Material für seine Praxis abzuholen hatte.


    Viele Grüße

    Hallo zusammen,


    so mit "den richtig großen Pötten" haben wir es ja nun nicht in der Pfalz, die Rheinkähne könne da bei weitem nicht mithalten. Aber wenn einer mal auftaucht, dann ist`s umso mehr aufgenfällig. Hier dann der für den Import von engl. Kohle der Fa. Sander / Speyer. Die Karte war schon vor Versand von unten her mittig tief eingerissen, aber man hat es schlau mit Bogenrandstücken wieder stabilisiert bekommen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Ralph


    wie gesagt, nur zur Einstimmung. Konkret sagt das noch nicht viel aus, deutet aber darauf hin, dass es schon in dem einschlägigen PV Baden - Frankreich ein Gebührenregelement für fremdländischen Transit gegeben haben könnte. In jeden Fall hat es das schon mal im Anhang A und B des späteren Postvertrags des Deutschen Reichs mit Frankreich aus dem Jahre 1872 gegeben:


    Deutsches Reich: Postvertrag zwischen Deutschland und Frankreich (1872) - Bavarian State library


    Diese Anhänge sind durchaus interessant, denn sie zeigen was da im Hintergrund an Transitleistungen gelaufen ist, die man auf den Belegen nicht sieht. So wie es in dem w.o. verlinkten Zeitungsbeitrag von 1858 steht, "...das innere Geschäft der Postverwaltungen, ihre Abrechnungen und Geschäftsbehandlungen betreffend, die dem Publicum gleichgültig sind", ...natürlich aber nicht uns.


    Ferner ist in dem 1858er Zeitungsartikel aus München schon die Rede davon, dass Frankreich von Baden und insbesondere Württemberg gedrängt worden ist, seine 7,5 gr Progression auf 10 gr anzuheben. Es soll hier natürlich aber nicht off topic gehen, werde versuchen, den einschlägigen PV Baden - Frankreich aufzusuchen.


    Grüße

    Hallo zusammen,


    in meinen Altbeständen habe ich ein Album mit DR Marken gefunden, da waren sogar ein paar Belege mit dabei ...unter anderem auch der anbei.


    Portogerecht ist der mit 17 Pf natürlich nicht, 6 Pf war der Poka-Tarif damals. Es handelt sich aber um die amtliche Karte der Deutschen Freiballonmeisterschaft des Jahres 1935. Der Wettbewerb fand als Ausscheidungswettfahrt für die spätere Teilnahme am Gondon-Bennett-Cup in Warschau statt, an dem max. 3 Vertreter einer Nation teilnehmen konnten.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…Bennett-Cup_(Ballonfahren)


    Teilnahmeberechtigt waren Ballone von mindestens 16 cbm Inhalt. Zur Erlangung des Meistertitels muß der Sieger wenigstens eine Entfernung von 750 km zurückgelegt haben oder bei schwachem Wind wenigstens 20 Stunden in der Luft geblieben sein.


    Die ursprünglich für den 17. Februar vorgesehene Veranstaltung musste auf den 7. April verschoben werden, weil ein nächtlicher Sturm acht startbereite Ballons abgerissen hatte. Deswegen findet man wohl auch den vom Sonderstempel abweichenden Tagesstempel als Aufgabeabschlag vom 7.4. aber warum dann von FFM ?


    Viele Grüße

    vom Pälzer


    verwendete Quelle:


    Hallo Ralph,


    wie GB mit F verrechnete wissen wir, die Frage ist doch wie F mit dem DÖPV verrechnete. Mit Sicherheit nicht aber so, dass Letzterer prinzipiell noch krass drauflegen musste.


    Grüße

    Hallo Ralph,


    ich habe - mea culpa - wieder einmal ein grundlegendes Verständnisproblem mit Deiner Art der Darstellung. Niemand begreift hier noch, was ganz konkret mit dem vorliegenden Brief passiert ist. Was Baden und Frankreich bei 10, 20, 50 oder sonstviel Briefen aus Südamerika angeblich verdient oder draufgelegt haben sollen, ist doch - sorry - für den Bruno piepwurstegal. Bleib doch einfach bei dem konkreten Beleg. Bei Dir hört sich das immer "wie Postsackweise abgewogen" an, egal wieviele Briefe drin waren.


    Ich wage angesichts der vielen krummen Summen gerade eben Deiner zahlreichen Beleg-Beispiele aus Südamerika zu behaupten, dass das so gerade eben nicht richtig ist und die Briefe einzeln gewogen und einzeln transitiert worden sind. Die haben naturgemäß unterschiedliche Gewichte gehabt und in einem einfachen Dreisatz damit ergeben sich dann bei einer pauschalen Bewährung von 1 F 60 C je Unze (30 gr) eben unterschiedliche Porti auf einem konkreten Brief. Das kann man doch auch im Weiteren nicht gebündelt betrachten.


    Frankreich war nur Transitland, das hat im konkreten Fall mit 22 gr von GB 117 C = 39 Kr bekommen und davon vielleicht anteilig irgend eine Transitgebühr gehabt, aber hier doch nicht nochmal eine völlig neue, eigene Rechnung nach eigener Gewichtsprogression mit pro 7,5 gr jetzt plötzlich krassen 100 C = 30 Kr gegenüber Baden bzw. dem DÖPV aufmachen können ! Das widerspricht meinem grundlegenden Verständnis für Transitgebühren und ist auch nirgends an dem Brief und auch nirgends an Deinen Belegbeispielen in irgend einer Weise ablesbar, nicht auch nur im Ansatz.


    Dann hätte Frankreich GB die Transitbriefe nicht nur für 1 F 60 C die Unze "abkaufen" dürfen, sondern da schon sehr deutlich mehr fordern müssen. Hat es aber anscheinend nicht. Solche exorbitanten Gewinnspannen, wie Du sie dann im Weiteren zu Lasten von Baden bzw. des DÖPV und zu Gunsten von Frankreich in den Raum stellst, kann es nicht gegeben haben. Sonst hätte es auch keine relativ überschaubaren Portogebühren mit weniger als 1 Gulden gegeben, die am Schluss auch Deiner Briefe im DÖPV-Gebiet (im vorliegenden Fall Württemberg) bei den Adressaten erhoben wurden.


    Da kann auch nicht auf der Strecke irgend eine DÖPV-Grenzpostverwaltung wie Baden zugunsten des Adressaten derart brutal draufgelegt haben. Das macht überhaupt keinen Sinn. Ich glaube, hier müssen noch weitaus sorgfältiger die einschlägigen Postverträge drer Zeit studiert werden, Dein...

    Nachtrag: Sehe gerade, dass ab 1.10.1860 via Bordeaux und GB 33x möglich waren - für die franz. Taxe galten 7,5g, für die deutsche das Loth (VO-Blatt Baden 1860 S. 217).


    ...reicht zur Klarstellung der Dinge nicht aus und wenn Du schon solche Quellen als Stütze der eigenen Argumentation anführst, dann bitte wenigstens hier verlinken. Nur so kommt man wirklich weiter. Ich bin unterm Strich noch lange nicht so weit zu glauben, wie es in diesem thread nun schon mehrfach in den Raum gestellt wurde, dass die 33 Kr Porto des konkreten Belegs vollkommen falsch / irrtümlich austaxiert worden sind, denn nach Deiner Rechnung müsste das auch für all die von Dir gezeigten Beispiele der Fall sein.


    Klar ist nur eins: Einfach ist anders.


    Grüße

    ...na prima, bei der Masse krummer Summen Deiner Briefe, kann man dann ja nun alles andere als von einer "pauschalen Berechnung" in Gewichtsstufen ausgehen. Wenn 30 gr = 160 C = 48 Kr, dann komme ich bei 22 gr auf 117 C = 39 Kr.


    Kehl - Stuttgart sind nicht wie Du schreibst "bis unter 10 Meilen", sondern Luftlinie etwas über 100 km = deutlich über 10 Meilen = 6 Kr. Die im DÖPV wegen passiver Portofreiheit des Staatsministeriums in Stuttgart nicht zum Ansatz bringbar = 33 Kr.


    Grüße

    ...3 Kr Porto ? Was soll das im DÖPV sein ? Ein Portobetrag konnte sich doch da bis 10 Meilen Inland nur mit 6 Kr ergeben, oder waren da wie bei der PCM Porto und Franco gleich ? Und bei der Masse der von Dir gezeigten unterschiedlich austaxierten Belege scheinen diese GB 1 F 60 C vollkommen unabhängig vom Gewicht gestempelt worden zu sein, das ist auch schwer verständlich.


    Grüße

    Hallo zusammen,


    in post8 wird in den Raum gestellt, "Briefe von Konsulaten waren nie gebührenmoderiert" und dass man "diese Schiene also getrost vergessen könne". Ich gehe davon aus, dass damit der Ausschluss einer potenziellen Gebührenfreiheit gemeint ist. Ich tue mir da angesichts der Francise S(einer) M(ajestät) Dienst zwar reichtlich schwer mit, aber ok, so sei es denn. Wer aber im Sinne des Art. 28 DÖPV zumindest passive Portofreiheit für Correspondenzen bis 1 Pfund auf dem Gebiet des DÖPV genossen haben sollte, wird wohl das adressierte Königliche Ministerium für Äußere Angelegenheiten in Stuttgart gewesen sein. Wenn damit ein Vereinsporto evtl. wegefiele und sich eine (Transit-)Portoforderung nur anteilig auf das Ausland reduziert, wie sieht dann die Rechnung aus ?


    Grüße

    Hallo Ulrich,


    exakt genau so ist es auch mir aufgrund der mit der Zeit beobachteten Beleg-Eingänge in den Sinn gekommen = absolute Zustimmung.


    Grüße !

    Guten Morgen zusammen,


    aus dem "Lenggrieser Überraschungskörbchen" anbei einmal ein umgekehrt, d.h. aus dem seinerzeit nicht besetzten Teil Deutschlands, gelaufener Zensurbeleg (Einschreiben), welcher nach der Inhaltskontrolle mit Banderole wieder verschlossen worden ist. Schön, dass hier noch der aus der Mode gekommene Ankunftsstempel abgeschlagen worden ist. In Bezug auf Frankfurt am Main und Militärbesetzung nach dem 1. WK muss allerdings der Vollständigkeit halber noch eine Episode aus dem Frühjahr 1920 erwähnt werden:


    In Folge des rechtsgerichteten Kapp-Putsches in Berlin war es auch im Ruhrgebiet am 13. März 1920 zu ersten Demonstrationen revolutionärer Arbeiterräte und zur Bildung der "Roten Ruhrarmee" gekommen, die rd. 50.000 Mann umfasste und binnen kürzester Zeit die eingesetzten Ordnungskräfte besiegte. Zu der Niederschlagung des Ruhraufstandes rückten Einheiten der Reichswehr in das eigentlich entmilitarisierte Gebiet ein. Als Gegenmaßnahme kam es am 6. April 1920 zur Besetzung von Frankfurt am Main, Hanau, Offenbach am Main und Darmstadt durch französischen Truppen.


    In den ersten Besatzungstagen durfte die Bevölkerung wegen Erlass einer Ausgangssperre die Straßen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nicht betreten. Uniformierte deutsche Beamte hatten gegenüber der Fahne der Besatzer und deren Offiziere in Uniform Grußpflicht. Nur mit einem französischen Visum war eine Einreise in das besetzte Gebiet möglich. Nach Niederschlagung des Ruhraufstandes zogen sich die französisch-belgischen Truppen am 17. Mai 1920 aus den am 6. April okkupierten und in den Belagerungszustand versetzten Gebieten des Volksstaats Hessen wieder zurück.


    Viele Grüße

    vom Pälzer