Beiträge von Pälzer

    Guten Abend Sammlerfreunde,


    im Jahre 1896 in weniger als 10 Tagen über Atlantik und dann noch von Bayern nach Preussen umgleitet innerhalb von nur einem Tag...nicht schlecht. Die Adressatin, das Fräulein Luise Dauber war im Gasthaus "Deutsches Haus" in Sobernheim untergebracht. Das Gebäude steht heute immer noch erhalten im Stadtkern und ist denkmalgeschützt. Der Absender berichtet vom 28. Sängerfest des nordarmerikanischen Sängerbundes in Pittsburgh, von dem er der Adressatin auch Zeitungen zukommen ließ. Der nordamerikanische Sängerbund ging im Wesentlichen aus deutschen Auswanderern hervor, die sich nach der Revolution 1848 gezwungen/veranlasst sahen, ihr Heimatland zu verlassen. In fremden Landen boten die Männerchöre einen gemeinsamen Rückhalt und linderten das eine oder andere Heimweh.


    Viele Grüße

    vom Pälzer


    verwendete Quelle:

    https://books.google.de/books?…Pittsburgh%201896&f=false

    Hallo Stone,


    vielen Dank. Nebenbei gefragt, da Du die badischen Postanlagen kennst und ich mich wegen dem Beleg mit Osterburken beschäftigt hatte: Gab es zu dieser PE evtl. noch weitere außer jene von Rosenberg ?


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Sammlerfreunde,


    normalerweise würde man einen Bayernbrief wie den anbei eher als mittelmäßig einstufen, schlechter oMR-Abschlag, Marke an drei Seiten tangiert, nicht datierbar, kein Inhalt. Aber als IM-Beleg mit einer badischen Postablage als (alleinigem) Ankunftsabschlag kommt das dann doch schon etwas anders daher als gewohnt und gar häßlich ist die Sache jetzt auch wieder nicht. Insofern kommt der Beleg auf jeden Fall mal zur Sammlung, in der Hoffnung auf irgendwann einmal ein besseres Stück...was wahrscheinlich nicht so einfach zu realisieren sein wird....schaun wir mal.


    Vorliegend ist es der Abschlag Osterburken - Postablage Rosenberg, welche lt. Adressierung dem - etwas weiter südwestlich von Osterburken liegenden - Amt Adelsheim zugeordnet sein sollte. Das passt allerdings A) eindeutig nicht zu dem abgeschlagenen Postablagestempel mit der Postexpedition Osterburken als Taxe und B) waren nach den mir vorliegenden Informationen der Postexpedition Adelsheim zwei ganz andere Postablagen unterstellt, nämlich jene am Badischen Bahnhof Adelsheim (25.08.1866 - 31.12.1871) sowie in Sennfeld (01.05.1851 - 31.12.1871).


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo bk,

    Hallo Pälzer,


    mit Depeschen etc. hatte der Brief sicher nichts zu tun,


    ich habe auch nicht behauptet, dass der Brief irgend etwas mit Depeschen zu tun hatte. Ich habe lediglich einen Erklärungsversuch abgegeben, warum es im Gegensatz zu dem Aufgabepostgebiet beim Abgabepostgebiet im Aufgabejahr des BSP-Briefes noch keinen Expresspostdienst gegeben haben könnte, mehr nicht. Die o.g. Quelle nennt den Postexpressdienst als ab 1892 in Frankreich eingeführt, so das der aus dem Jahre 1866 stammende BSP-Brief nicht wunschgemäß per Express in Strasbourg hat zugestellt werden können, auch das ist mir vollkommen klar. Wenn Du hingegen andere Quellen hast, wo man erkennen kann, ab wann in Frankreich der Postexpressdienst eingeführt worden ist und evtl. sogar Belege dazu vorweisen kannst, nehmen wir das hier gerne entgegen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo zusammen,


    der Postexpressdienst in Frankreich scheint auch erst sehr spät eingeführt worden zu sein, d.h. im Jahre 1892


    http://jean-louis.bourgouin.pagesperso-orange.fr/Expres.htm


    Möglicherweise lag das daran, dass ein von der Post unabhängiger Depeschendienst in Frankreich schon 1851 eingeführt und damals schon dem Publikum mit vergleichsweise tragbaren Gebühren zugänglich war.


    http://jean-louis.bourgouin.pa…-orange.fr/Telegramme.htm


    Das war in Deutschland erst weit später der Fall.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Sylvain,


    nice one but it was not adressed to Italy. The adressing is:


    An den Königlich Bayerischen hohen Kriegs-Oeconomie-Rath in München.


    München was the location of the Königlich Bayerisches Oberkriegskommissariat, that is mentioned in the content of the postage-free militaria service-letter.


    Viele Grüße !


    Tim ;):thumbup:

    Hallo stone,


    sehr schön, Baden 1 Kr schwarz im 3er-Streifen ist immer ein Hingugger. Man sieht hier on top, dass seinerzeit noch nicht jeder mit der Bequemlichkeit der Markenperforation vertraut und noch nach "old school" die Schere zur Hand genommen hat.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Liebe Freunde,


    ich danke recht herzlich für die Ergänzungen, manchmal sitzt man da wie der Ochs vorm Berg. Aber bei einer Karte direkt nach einem so grossen Ereignis lohnt es sich wirklich jedem Baustein der Geschichte auf den Grund gegangen zu sein.


    Viele Grüße

    vom Pälzer :thumbup:

    Hallo Sammlerfreunde,


    hier einmal ein Beispiel, an dem deutlich wird, was zu Beginn des Krieges schon mal ausgelassen worden ist: Angabe von Aufgabeort, Name, Rang und Einheit sowie ein Aufgabeabschlag. Von einem Feldpostbrief - wie vorderseitig vermerkt - kann eigentlich auch eher weniger die Rede sein. Erst über den Inhalt läßt sich einigermaßen der Hergang der Dinge ermitteln:


    Feldpostbrief

    Fräulein Ida Neumann - per Adr(esse) Fräulein Hold

    Cassel

    Königstrasse 49


    d. 4/8 1870

    Liebe Ida !


    Soeben haben wir das erste aber sehr ? reiche Gefecht bestanden. Ich bin unversehrt trotzdem wir sehr starke Verluste hingegen aber auch sehr viel Gefangene gemacht haben. Theile es meinen Eltern, ? Frl. Hold etc mit. Grüße alle herzlichst, ebenso sei Du herzlich gegrüßt, geküst von Deinem

    F. (?) Heister


    Bei dem Gefecht vom 4.8. kann es sich im Prinzip nur um jenes an der Grenze bei Weissenburg gehandelt haben. Wenn der Verfasser selbst in Kassel stationiert gewesen sein sollte, dann käme für das Gefecht von Weissenburg bspw. das Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg in Betracht, das dort stationiert war. Es war bei Kriegsausbruch mit der Eisenbahn nach Landau in der Pfalz transportiert und der Kavallerie der 21. Division zugeteilt worden. Es erlitt einige Verluste, da es mitten im Gefecht unter starkem Beschuss feindliche Telegraphenleitungen zerstörte. 5 Tage Beförderungsdauer der offenbar unmittelbar nach dem Gefecht bereits auf französischem Boden bei der Feldpost abgegebenen Karte sind ebenfalls nachvollziehbar.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Lieber oisch,

    liebe Sammlerfreunde,


    wie bestellt kamen gerade einige NN in sehr unterschiedlichen Formaten herein. Es sind zwar nur solche aus dem Reichspostgebiet, aber ich poste das einfach mal hier, weil es gerade zur aktuellen Diskussion passt. Fangen wir zunächst an mit zwei Postkarten, die eine in Drucksachenversion mit 13 Pf freigemacht, die andere ausdrücklich als Postkarte bezeichnet mit 15 Pf, welche dennoch die Eigenschaften eines DS-Formulars erfüllt. Richtig schön kurios ist die obere DS mit dem Bedarfsmangel, dass die untere Marke z.T. umgeknickt und dann von den Stempelgeräten der Auf- und Abgabepostämter auf der Gummierungsseite getroffen worden ist. Wer auch zu dem anderen Beleg mit der oben rechts durchgerissen applizierten Marke die Meinung vertritt, das wäre so nicht mehr sammelwürdig...dem ist nicht zu helfen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Volker,


    besten Dank, das Pfarrdorf Heuchelheim gehörte dann zum Landbestellbezirk der PE Frankenthal, die eingedenk von Lambsheim schon recht ordentliche Ausmaße hatte. Interessant auch die Stellung der Signatur vom Altprüfer Hartmann ...elegant unter den HK Frankenthal positioniert.


    Viele Grüße !


    Tim

    Lieber oisch,


    genau der von Dir herausgearbeitete Umstand, dass sich der Tarif für die Drucksache bis 50 gr bis 1. 10.1918 durchweg auf 3 Pfennig beschränkte, erschwert das Verständnis der 5-Pfennig-Frankatur für das Nachnahme-Formular anbei. Wenn man es mit dem von Dir gezeigten Formular abgleicht, dann kann das handschriftliche Ausfüllen des NN-Betrags und des Adressaten nicht zum Ausschluss des begünstigten DS-Tarifs zu 3 Pfennig geführt haben. Im Prinzip ist dann aber auch nichts anderes, als eine Drucksache zu sehen, die Rückseite ist noch nicht einmal bedruckt. Da stellt sich einem aber wiederum die kuriose Frage, ob das Formular hinten auch bedruckt sein musste, um als Drucksache durchzugehen. Oder hat man hier einfach nur aus Unwissenheit neben der Vorzeigegebühr von 10 Pfennig mit 5 Pfennig für die Karten frankiert ?


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Klesammler,


    ja, für den Kunden macht das mit Sicherheit Sinn, denn der Absender wird ihm gegenüber die Portokosten wohl mit eingerechnet haben. Laut Posthandbuch waren auch Geschäftspapiere und Warenproben mit Nachnahme bewährbar, wobei man sich das für's zuletzt genannte kaum denken kann, aber wer weiß...wer weiß....


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Guten Morgen 1870/71,


    vielen Dank für den Hinweis auf den 68er - Vertrag, der lt. Zusatzartikel ja auch ausdrücklich für die Süddeutschen Staaten galt. Soweit ich weiß, waren es im Austausch mit Frankreich 30 Centimes. Möglicherweise stand der Absender des Briefes in Brüssel schon vor dem Krieg öfters in Kontakt mit dem Herrn Oberst Protche in Frankreich und meinte nun auch vorliegend 30 Centimes ins Ausland kleben zu müssen, was die Geschichte noch weiter ausbaut. Werde das dann mal so in die Beschreibung mit aufnehmen.


    Grüße

    Pälzer

    Hallo Plattenfehler,


    Glückwunsch zu dieser optischen Bereicherung, mit 2,50 Mark in der Gebührenperiode 01.10.1919 - 06.05.1920 auch absolut portogerechte PakeKa für Paket von 5 - 10 kg im Fernverkehr.


    Viele Grüße !

    vom Pälzer :thumbup:

    Verehrte Sammlerfreunde,


    eine Drucksachen-Nachnahme und dann noch so ansehlich wie anbei, ist mir noch nicht über den Weg gelaufen. Aber so macht es dann auch ganz besonders viel Freude, den Hergang der Dinge herauszuarbeiten.


    Der Postordnung des Königreichs Bayern aus dem Jahre 1913 zu Folge war zunächst die Drucksache über 100 - 250 Gramm mit 10 Pfennig zu frankieren, weitere 10 Pfennig waren für die Vorzeigegebühr mit Marken freizumachen (> vorliegend Verwendung von 2 x Mi-Nr. 96 I / Ludwig Friedensdruck).


    Die Postanweisungsgebühr für die Rückführung des Nachnahmebetrages belief sich bei einem Betrag von 5 - 100 Mark auf 20 Pfennig und wurde nach Zustellung von dem, vom Empfänger (hier in Körborn bei Kusel) eingeholten Nachnahmebetrag abgezogen.


    Die Anstalt für moderne Lichtbildkunst in Landau bekam somit für den von ihr zur Nachnahme beauftragten Betrag von 5,80 Mark per Postanweisung 5,60 Mark erstattet.


    Viele Grüße

    vom Pälzer