Beiträge von Pälzer

    Hallo zusammen,


    normal sind von dem Franco von 12 Kr ganze 8 Kr in Baden geblieben und die übrigen 4 Kr = lediglich 1 Sgr als Weiterfranco nach den Niederlanden gegangen. Hier soll jetzt alles was verklebt wurde, d.h. 9x = 2 3/4 Sgr = 15 cts als Weiterfranco nach den Niederlanden verschoben worden sein. Damit wäre der Postverein aber 100% leer ausgegangen, die Niederlande mit einem mehr als fürstlichen Portozuschlag wegen der Unterfrankatur bedient worden. Verrechnungsmäßig einfach, aber irgendwie komme ich damit trotzdem nicht klar. Haben sich die Niederlande dann etwa 10 cts Porto = 2 Sgr = 6 Kr genehmigt und den Rest an den Postverein zurück vergütet ? Sehr merkwürdig.


    + Gruß


    vom Pälzer

    ...sehr interessantes Stück. Da in Bergzabern aufgegeben und nur ein paar km weiter nach Weissenburg adressiert, ist der Bahnpoststempel Cöln-Basel schon bemerkenswert. Denn wenn das ein linksrheinischer Kurs gewesen sein sollte, kann die Strecke nur K-KO-MZ-LU-NW-LD-Winden(dort Umspedierung von Bergzabern her)-Weissenburg gewesen sein.


    + Gruß


    vom Pälzer

    Hallo zusammen,


    zwischendrin ein bischen off topic, die schon etwas weiter zuvor angekündigte CH-Neuausgabe mit einem Motiv aus dem Luzerner Panoramabild ("Riesenrundbild") über die Internierung der Bourbaki-Armee in der Schweiz im Winter 1871.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Bourbaki-Panorama


    https://blog.nationalmuseum.ch/2019/09/die-bourbaki-armee/


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Schorsch,


    er schrieb: ...dass es mir nicht schlecht geht ist daraus zu ersehen, dass ich 8 Pfund zugenommen habe...was sich vermutlich recht schnell wieder ins Gegenteil gewandt haben dürfte, denn die nahezu prompt nach Kriegsausbruch eröffnete britische Seeblockade führte zu einer systematischen Unterversorgung der Zivilbevölkerung, letztendlich aber auch der im Feld stehenden Soldaten mit Lebens- und Nahrungsmitteln.


    LG


    Tim :thumbup:

    Lieber Ralph,


    da hast Du wirklich Recht. Trotz dem traurigen Anlass, alles so zusammen zu bekommen, und fast allem an der Karte auf den Grund zu kommen ist schon bemerkenswert. Und dann hat auch noch die Post in Halberstadt fast einen ganzen Tag lang falsch datiert gestempelt.


    LG:thumbup:


    Tim

    Guten Abend zusammen,


    dem Beleg anbei ist zunächst ein wenig Lokalkolorit vorausszuschicken: Aufgegeben wurde er am 16. September 1870 in Schlanstedt (Harz) ins ca. 18 km weiter südlich liegende Halberstadt (Harz), wo er ausweislich des vorne unten links angebrachten Ausgabeabschlags am 15. September 1870, sprich "einen Tag früher" angekommen ist. Fängt ja schon gut an... Dem Inhalt zu Folge ging es dann um einen Soldaten aus dem ca. 110 km nördlich vom Aufgabeort gelegenen Örtchen Diesdorf in der westlichen Altmark:


    Herrn Günter Vollnhagen / Halberstadt


    Schlanstedt, den 16/9.70


    Lieber Freund,


    meine Schwester schrieb mir gestern: "Heinrich Dreyer aus Diesdorf ist gefallen; der Oberst hat dies selbst seinem Vater geschrieben und dabei bemerkt, dass er (der Oberst) ihm viel Dank schulde; er habe ihm zweimal das Leben gerettet. Als er verwundet worden sei, habe Dreyer das Kommando übernommen und hierbei seinen Heldentod, Kugel durch die Brust, gefunden. Der Oberst bedauert wie auch jeder Diesdorfer den braven Soldaten, denn er hat einen ganz anderen Lebenswandel geführt wie früher". Mit dieser Nachricht glaubt zu dienen, Dein Freund - Unterzeichner -


    Jetzt findet man in der Verlustliste No. 76 in der Tat einen Heinrich Friedrich Wilhelm Dreyer aus Diesdorf, welcher als Unteroffizier der 11. Compagnie des Magdeburgischen Füsilier Regiments No. 36 am 18. August 1870 bei dem Gefecht in Chantraine westlich von Epinal / Vogesen durch einen Schuss in den Unterleib schwer verwundet worden, aber nicht gefallen ist. Die Angabe der Verlustliste, deckt sich auch nicht mit dem in der Karte angegebenen Heldentod in Folge einer durch die Brust gegagenen Kugel.


    1870/71: Verlustliste Nr. 76 - Onlineprojekt Gefallenendenkmäler


    So müsste der tapfere Unteroffizier Dreyer erst ca. 3 Wochen nach seiner Verwundung in einem Lazarett daran verstorben sein. Bei dem besagten Obersten handelt es sich lt. Offiziersrangliste um keinen geringeren als den Regimentskommandeur Oberst-Lieutenant Heinrich von Schramm. Auch er hat seine Tapferkeit offenbar mehrfach bewiesen, da er später am 4. Dezember 1870 in der Schlacht von Orleans trotz eines Schrammschusses am Knie bei seiner Truppe blieb.


    https://adelsquellen.de/adelsforschung1/ehren00.htm


    In Chantraine findet sich ein Denkmal seines Regiments.


    https://books.google.de/books?…ine%20%201870%20.&f=false


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Lieber Peter,


    ich kenne für mein Sammlegebiet kleinere Strecken, die hatten - weil es sich wegen geringem Postaufkommen nicht geloht hat - lange Zeit keine Bahnpostwagen, geschweige denn Bahnpostbeamte im Zug, nur die Kondukteure mit Annahmerecht für Bahnpost. Der Abschlag von Vohwinkel ist eindeutig ein Ortsstempel des dortigen Postamtes, bei dem die Kondukteursbahnpost wahrscheinlich aufzuliefern war. Der Sache wäre hier weiter auf den Grund zu gehen.


    Viele Grüße

    Tim

    Hallo Peno,


    vielen Dank, jetzt begreift man erst, um was für ein "Langenberg" es sich überhaupt handelt.


    Ich habe mit Langenberg bei Gütersloh prompt ins Leere gegoogelt. Hat natürlich dann alles überhaupt gar keinen Sinn gemacht. Jetzt sieht man auf der Rückseite Langenberg bei Elberfeld, was auch nicht gerade "treffend" ist, da es viel näher bei Velbert liegt, also Langenberg bei Velbert. Jetzt passt aber so auch der Weg über Vohwinkel nach Köln.


    Die Karte wurde - wie man jetzt auch erst sieht - am 25.07.1883 verfasst und am selben Tag in Vohwinkel der Wertstempel entwertet. Man kann jetzt auch mit Sicherheit sagen, dass da schon von Langenberg ab ein Transport mit der Bahnpost stattgefunden hat, denn die Bahnstrecke Vohwinkel-Neviges-Langenberg-Essen scheint ja sogar eine der ältesten dieser Nation überhaupt zu sein.


    Tja, was hatte der Einzeiler da für eine Funktion ? Geht man nach dem Ausschlussprinzip vor, dann hat er wohl keine Funktion als Entwerter gehabt. Was bleibt unter den vorgenannten Randbedingungen noch übrig als ein Strecken-Stationsstempel ? Von Vohwinkel, ein wie ich sehe regelrechter Bahndreiecks-Verkehrsknotenpunkt wird es mit Sicherheit auch mit der Bahn weiter nach Köln gegangen sein.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Peno,


    auch wenn es nicht immer ad hoc verständlich erscheint: Wenn etwas enorm schwer zu beurteilen daherkommt - und so sieht das hier in der Tat nun mal aus - sollte man zumindest alles davon zu sehen bekommen. Insofern bitte allen einmal die Rückseite zeigen, dann kann man vielleicht noch weiter sehen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Ungarn-1867,


    ich glaube nicht, dass es irgend etwas politisches war, um das es hier ging, sondern in Bezug auf den Adressaten ein nur wenig später trauriger Anlass: Ein Franz Heuser, seines Zeichens Kaufmann aus Gummersbach verstarb am 4. April 1870 in Rom.


    https://www.geni.com/people/Franz-Heuser/6000000024526066004


    Darauf lässt auch der Ziebrief und die adressierte Institution schließen. Wenn der Brief aus dem Jahre 1870 stammt, dann müsste es alles passen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Schorsch,


    war wohl auch von mir ein bischen unvollständig die Überschrift, da konnte das durchaus passieren.


    Zu dem Beleg ohne Ankunfsstempel. Mich wundert es generell, dass "gefühlt" 90% der von Zensur erfassten Sendungen keine Ankunftsstempel vorweisen. Zu meiner bisherigen Vermutung bzgl. der Ursachen hatte ich mir zunächst die Frage gestellt: Wozu braucht man überhaupt ein Ankunftsstempel?


    Der einzigste Sinn, der darin zu sehen ist, ist die Bestätigung der Ankunft zu einem bestimmten Zeitpunkt, an dem man unbestreitbar nachweisen kann, dass die Beförderung in einem für den Kunden zumutbaren Zeitraum erfolgt ist. In Zeiten der Zensur, wo die Bearbeitung durch die dafür zuständigen Stellen die Beförderungsdauer z.T. heftig verzögert haben, hat das wenig mehr Sinn gemacht.


    Natürlich hat man in Kriegszeiten auch wenig Personal gehabt und musste sich auf das Nötigste beschränken, das kann auch ein wesentlicher Grund sein. Aber so ganz sicher bin ich mir in dieser Frage immer noch nicht, denn es gibt ja auch Zensurbriefe mit Ankunfsstempel.


    Gibt es evtl. noch andere Gründe / Thesen ?


    LG


    Tim

    Hallo Schorsch,


    schön Dich hier wieder mal zu sehen, das ist natürlich wieder mal so ein Oberdoppelbrummer von Dir, von dem einem die Nase ohne Ende lang wird. Ich habe oben die Überschrift noch etwas weiter klarstellenderweise ergänzt, denn der müsste eigentlich unter die bayerischen Zensurbelege des 1. WK. Sowas werde ich da wohl nie einstellen, einfach nur vollkommen sagenhaft 8o


    + Gruß !

    Tim

    Hallo Remstal,


    nach dem Waffenstillstand vom 11.11.1918 verloren die in den ehem. Reichslanden Elsass-Lothringen gültigen deutschen Freimarken endgültig ihre Kursgültigkeit zum 15.12.1918 . Ab diesem Tag galt für Inlandspost nach Frankreich und Auslandspost der französische Tarif auf Basis der französischen Gebührensätze vom 01.05.1910.


    Jedoch galt vom 15.12.1918 bis zum 16.07.1919 für Sendungen innerhalb Elsass-Lothringens und für Post nach Deutschland noch der in Franken umgerechnete deutsche Tarif auf Basis der deutschen Gebührensätze vom 01.10.1918. Der Postverkehr nach Deutschland war jedoch stark begrenzt und unterlag strengster Zensur.


    Demnach kann man bei Deiner - sehr schönen - Auslandssendung vom 13.12.1918 in die CH davon ausgehen, dass so wie Du schon ausgerechnet hast (gerade noch) nach dem deutschen Tarif vom 01.10.1918 gerechnet und unter Germania-Aufbrauch + Verwendung bereits einer französischer Freimarke versendet wurde.


    Ich kann mir auch in keiner Weise vorstellen, dass das Letztere im wieder zurück gewonnenen Teil Frankreichs aus französischer Sicht unzulässig gewesen sein sollte. Ich glaube auch nicht an Mache, weil es an einen Konditor in die CH gegangen ist und geschäftliches von der - auch hier agierenden - Militärzensur weitestgehend wohlwollend behandelt wurde.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Lieber Jürgen,


    da muss ich jetzt nochmal vom Verständnis her nachfragen: Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde am 1. März 1919 in Italien der Inlandsbrief (je 15 g) von 20 auf 25 Cetmi erhöht. Wie hat dann bspw. mein Beleg von Smyrna nach Speyer als Auslandsbrief mit nur 25 Cetmi zu Buche schlagen können ? Und natürlich: Was war dann ab 1. März 1919 der Tarif für einen Auslands-Normalbrief ?


    Viele Grüße

    Tim