Beiträge von Pälzer

    Hallo Sammlerfreunde,


    blaue Marke auf blauem Briefkuvert, da kann man nicht meckern und so was doch mal als Auftaktstück für diesen neuen und hoffentlich noch ergiebigen thread nehmen, oder ? Der 2 1/2 d-Wert wurde mit dem Überdruck 20 Para versehen, das war auch für die anderen Auslandspostämter in der Levante die Gebühr für den Auslands-Normalbrief. Bei dem Absender Barker Brothers handelte es sich um eine seit 1790 der british levant company angehörige Kaufmannschaft.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Ralph,


    einfach nur Klasse !


    Wenn ich mich nicht irre, dann ist das ja schon so die pure Ironie, die da den die Wirtschaft verunsichernden und bisweilen lähmenden Geschehnissen entgegen gebracht wurde. Das hört sich jedenfalls ziemlich genervt davon an. Jetzt muss man allerdings etwas aufpassen: Der offenkundig in die Kritik genommene Herr Prinzing war nicht wie man denken könnte ein Revolutionär und Freischärler, sondern offenkundig dem bayerischen Freikorps angehörig.


    Ein solches Freikorps wurde in einer Kopfstärke von rd. 400 Mann von dem damaligen Major der Bayerischen Armee, Freiherr von und zu der Tann-Ratsamhausen (1815-1888) befehligt.


    Der Konflikt um Schleswig-Holstein mit den Gebietsansprüchen Dänemarks löste in Deutschland eine Welle der Sympathie für die „Elbherzogtümer“ aus, die zur Bildung von Freiwilligenverbänden führte. Bei Hoptrup in Nordschleswig gelang dem späteren Generalstabschef der Bayerischen Armee am 7. Juni 1848 ein erfolgreiches Gefecht gegen die Dänen. So von der Zeitschiene Deines Belegs dürfte das hinkommen.


    LG

    Tim :thumbup:

    Lieber Bernd,


    ich weiss nicht, kann es aber erahnen wie das jetzt jemand sieht, der in einer Stadt wohnt, wo SARS-COVID2 heftige und nie wieder vergessliche Spuren hinterlassen hat. Aber an dem von Dir zu Recht erwähnten zeitgeschichtlichen Aspekt läßt sich etwas ableiten, das lange Zeit nicht selbstverständlich war. Gegen Ende des 1. Weltkrieges, als der Influenzavirus A/H1N1, die sogenannte "spanische Grippe" ausbrach, forderte diese (heute noch nur geschätzt) weltweit 25 Millionen Opfer und damit weit mehr als der 1. WK selbst mit rd. 17 Millionen. In dieser Zeit war man noch schneller/engagierter dabei Mittel zu erfinden, um sich gegenseitig, als ruhmreicher eine Pandemie zu bekriegen. Heute hat man immerhin schon mal das Gegenteil bewiesen.


    Viele Grüße

    Tim

    Lieber Dieter,


    für das was ich mit dem Thema letztendlich vorhabe, braucht`s noch weit mehr Geduld und Aufwand als ein paar Absätze zu den hier gezeigten Belegen. Aber das wird noch lange dauern. Einstweilen Dank und


    Viele Grüße

    Tim :thumbup:

    Lieber Ralph,


    ich finde das vor allem sehr aussagestark, wie der gute Fritz nebenbei davon berichtet, nach der Einquartierung seine Zivikleidung zur Post zu bringen. Von eben auf jetzt ein anderes Schicksal. Und nebenbei kam dann auch noch ein weiterer Komplettband einer Regimentsgeschichte ins Archiv. Diese Art Sammlung ist auch schon recht ordentlich gediehen. So kann das gerne weitergehen.


    LG

    Tim :):thumbup:

    Einen schönen Tag zusammen,


    sollte doch einmal die Idee reifen, eine Ausstellungssammlung zu machen, dann wäre der Beleg anbei im Moment glasklar das Auftaktstück. Aber nachdem was man so von Ausstellungen zu hören bekommt, wird das wohl eher nicht passieren und es bei hiesigen www-Präsentationen bleiben. Es ist mit Abstand das früheste was mir für`s eigene Sammelgebiet geläufig ist.


    Die in völliger Luxuserhaltung - ohne den obligatorischen "Beutelknick" - erhaltene Karte wurde am 22. Juli 1870 verfasst, d.h. gerade einmal 3 Tage nach der Kriegserklärung Frankreichs vom 19. Juli 1870. Aber was hat ein Soldatenbrief aus Giessen nach Friedberg mit der bayerischen Pfalz zu tun ? Dazu erst einmal der Inhalt:



    Soldatenbrief


    Frau Hauptmann Hoffmann

    Friedberg


    Gießen d. 22. Juli 1870


    Liebe Mutter, glücklich kamen wir hier an und bin auch gut einquartiert.

    Morgen kommen wir auf eine andere Ortschaft und werden wahrscheinlich Montag Marschbefehl in die Pfalz erhalten. Letzteres sagte mir Steinberger. Meine Civilkleider gebe ich heute zur Post. Meine Adresse ist: 2. Compagnie 2. Regiment großherzoglich hessisches 2. Infanterieregiment 2. Compagnie.

    Lebwohl dein treuer Sohn Fritz

    Grüße an Alle


    Der Verfasser war also Angehöriger des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm“ (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116 mit Stammgarnision in Gießen, welches seine Angehörigen am 17. Juli zu den Fahnen gerufen hatte. Schon nach kurzer Zeit war die Kopfstärke derart angewachsen, dass die Einquartierung außerhalb der Kasernen in der Stadt, die der Feldbataillone später sogar in den Vororten Heuchelheim, Krofdorf, Gleiberg (I. Bataillon), Kinzenbach, Aßbach, Münchholzhausen und Dutenhofen (II. Bataillon) erfolgen musste.


    Genau am Tag der Aufgabe, d.h. dem 22. Juli wurde an der vom preußischen Kriegsministerium aufgestellten Marschtafel bekannt, dass sich das der 25. Großherzoglich Hessischen Division im IX. Armeekorps (von Manstein) der II. Armee (von Steinmetz) zugeordnete Regiment zum 27. Juli in der bayerischen Pfalz im Raum Göllheim zu sammeln hatte. Nachdem die planmäßige Mobilmachung zum 24. abgeschlossen war, ging es am 25. zunächst mit der Eisenbahn über Oberlahnstein nach Biebrich bei Wiesbaden, wo man die Schiffsbrücke bei Castel überschritt, um dann in Klein-Wintersheim Quartier zu nehmen.


    Am 26. erfolgte der Weitermarsch in den Raum um Alzey, am 27. Richtung Worms und Monsheim, wo man bis zum 2. August in den Kantonierungen blieb und Felddienstübungen abhielt. Danach wurde der Abmarsch Richtung Westen in den Raum Winnweiler angeordnet, wo man am 4. August eintraf. Kein geringerer als der Oberbefehlshaber der II. Armee Prinz Friedrich Carl war es, der am 5. August auf dem Pferd sitzend dem gerade am Wegesrand rastenden Regiment die Botschaft über den Sieg bei Wissembourg überbrachte.


    Entsprechend hochmotiviert ging es trotz phasenweiser Starkregenfälle weiter über Otterberg, Rodenbach, Gries, Oberbexbach nach St. Johann bei Saarbrücken, das am 10. August erreicht war. Am 11. überschritt man die Saar und die französische Grenze und nahm zum ersten mal auf gegenerischen Boden Quartier in der Stadt Forbach. Das Regiment kam dann zum ersten am 16. August 1870 bei der Schlacht von Vionville-Mars la Tour (2. Schlacht von Metz) zum Einsatz.


    Viele Grüße

    vom Pälzer


    Hallo zusammen,


    und Dank für das feedback. Zu dem Postauftrag von Ingo - auch sehr schön - stellt sich mir allerdings noch die Frage nach dem Zweck der schön in wachsblau geschwungenen "2".


    Viele Grüße

    Tim

    Hallo Sammlerfreunde,


    was anbei recht unscheinbar daherkommt ist mit Sicherheit keine Massenware: Eine Doppelpoka mit Antwortteil im mit Ortstarif begünstigten Nachbarortsverkehr. Die gute Frau Dr. Derlon aus Ludwigshafen erkundigt sich bei dem Mannheimer Straßenbahnamt danach, ob eine ihr verloren gegangene "Darmstädter Künstlerbrosche" vorgefunden werden konnte. So sei selbige in dem am 2ten November 1903 um 11 Uhr von der Anilinfabrik (Ludwigshafen) abgefahrenen Zug des Schaffners No. 23 verloren gegangen.


    Das Straßenbahnamt in Mannheim musste dies in der Rückantwort verneinen, hat die Doppelkarte aber freundlicherweise zusammen gelassen und den Anfrageteil nicht einbehalten. Dass es die Karte offenbar wieder zurück über den Rhein fahren und in Ludwigshafen aufgeben gelassen hat, wäre allerdings nicht nötig gewesen. Die urspünglich als Pferdebahn 1877 eingerichtete Straßenbahn zwischen dem pfälzischen Ludwighshafen und dem badischen Mannheim wurde ab Mitte der 1880er Jahre z.T. auf Dampfbetrieb umgestellt, ab 1900 begann dann die Elektifizierung auf 600 Volt Gleichstrom.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Sammlerfreunde,


    kann jetzt nicht behaupten, dass gemachte Sachen ganz oben auf der Wunschliste stehen ...aber bei dem Beleg anbei darf man auch mal `ne Ausnahme machen, oder ? Portogerecht ist die Karte an bekannte Sammleradresse sogar auch; 5 Pf für die Poka und 20 Pf für den Reco-Zuschlag.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo mk,


    den in meinen Augen allerwichtigsten Teil der Transcription hast Du unkommentiert gelassen:


    Ich habe hier wieder ein recht nettes Quatir bekommen bei nichts weniger als feindlich gesinnten Leuten, die mir alles verschaffen was ihnen nur möglich, Eier, Wein, was bekanntlich hier im Baierland sehr billig und gut ist,


    Was für ein einfacher Satz, was für eine simple Feststellung, die doch nicht noch besser Widerspruch und Ironie des "Bruderkampfes" 1866 zum Ausdruck bringen kann. Was den Einigungsgedanke der Revolution 1848 zum Scheitern gebracht hat, Radikalisierung gegen Adel und Fürstentum, Ressentiments der Länder untereinander, Egoismus und Avantgardismus des Besitz- und Bildungsbürgertums, all das spielt 1866 keine Rolle mehr. Vielmehr zeugt der Konflikt auf allen Ebenen der Gesellschaft einen noch latenten, jetzt aber greifbaren Zusammengehörigkeitsgedanke: Die Kinderstube eines Nationalbewußtseins.


    LG

    Tim

    Hallo Sammlerfreunde,


    Italien ist bekanntlich erst am 23. Mai 1915 und dies entgegen dem mit Deutschland und Österreich-Ungarn gebildeten "Dreibund" in den 1. WK eingetreten. Der Wechsel auf die Seite der Entente lag darin begründet, dass man die Expansionspläne der k.u.k. Monarchie auf Kosten Serbiens zwar bereit war zu dulden. Als Gegenleistung erwartete Rom jedoch die Abtretung der italienischsprachigen Gebiete Südtirols (Trentino) und einiger Grenzbereiche in der Umgebung von Friaul (Gradisca). Das wurde von Kaiser Franz Joseph kategorisch abgelehnt: „Ich ziehe es vor, alles zu verlieren und in Ehren zugrunde zu gehen; lieber das, als daß ich mich auf diesen abscheulichen Räuberhandel einlassen soll!


    Trotz vehementen Drängens aus Berlin, der Forderung nachzugeben, um damit einen für beide Seiten hochriskanten Dreifrontenkrieg zu vermeiden, beharrte der alte Monarch in Wien auf seinem Standpunkt und brachte damit Italien letztendlich zum Kriegseintritt. Noch davor ging das Reco-Schreiben anbei von Mailand an die KSB (Pumpenhersteller) ins pfälzische Frankenthal und dabei durch die Militärzensur. Die Sendung wurde eröffnet, kontrolliert und nachdem für unbedenklich befunden mit den Zensurbanderolen des Kgl. Bayerischen II. Armeekorps in Ludwigshafen a.Rh. wieder verschlossen. Erfreulich die Perfin-Marke ("CI") zu 50 C, 25 C gingen davon für`s Einschreiben und 25 C für den Auslandsnormalbrief ab.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Bernd,


    eigentlich schreibt man das St im Sütterlin ja so wie anbei, aber ein Dr. Neierer hat für mich jetzt eher unwirklich geklungen und ein M für Meierer vermag ich nicht zu erkennen.


    LG

    Tim :thumbup:

    Bilder

    • St - Sütterlin.jpg

    Hallo Bernd,


    ich lese:


    Urkunde


    S(e)y(ne)r Wohlgeboren

    Herrn Dr. Steierer

    Rechtsanwalt in Deggendorf


    frei / Charge


    Schöner Beleg !


    Viele Grüße

    Tim

    Hallo Hesse / zusammen,


    also ich komme mit den Änderungsvorschlägen klar. Die Kriegsgefangengenpost ist kein spezielles Thema des Okkupationsgebiets Elsass-Lothringen, so dass man dafür unter dem Oberordner Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 einen generellen Ordner Kriegsgefangenenbriefe führen sollte. Auch ein genereller Ordner Elsass-Lothringen und sonstige besetzte Gebiete macht absolut Sinn. Der Ordner Februar 1871 Portobrief Paris > besetztes Gebiet könnte dann darin sinnvollerweise auch aufgehen.


    Man sollte sich ansonsten zwecks Verschlankung der Ordnerstrukutur auch überlegen, ob man überhaupt noch den Ordner Feldpostbriefe braucht, die grob gesagt seit 2016 eh nur noch im Ordner Krieg 1870/71 eingestellt werden. Genauso sollte man m.E. überprüfen, ob die Ordner Welcher preussische Krieg und Frage zur Besetzung von Mulhouse noch nötig sind und deren Inhalte nicht auch unter dem Ordner Krieg 1870/71 aufgehen.


    Ferner könnte der Ordner Par ballon monte von Genf nach Paris (letztes post im Jahre 2013) gekürzt werden auf Par ballon monte. Der darin bisher gezeigte Beleg ist sicherlich ein grandioses Kuriosum, bleibt wohl aber ein Unikat. Mit der Kürzung könnten weitere Ballonpostbriefe in dem Ordner aufgenommen / diskutiert werden. Das Thema ist ja schon ein sehr sehr eigenes. Ich würde da meine beiden Ballonpostbriefe post156-163 und post620-628 auch gerne hin umhängen lassen. Die Zinkkugelpost hat ja auch - berechtigterweise - ihren eigenen Ordner. Schließlich würde in einen Ordner Par ballon monte auch gut und gern der Ordner Liste der Ballon montes ab Paris reinpassen.


    Viele Grüße

    Tim