Beiträge von Pälzer

    Hallo zusammen,


    anbei ein neues Formular in der Sammlung, in edlem goldgelb und mit Prägedruck der Schuhfabrik Jos. Berg / Ettelbruck. Aufgegeben wurde die Karte allerdings im ca. 45 km weiter nördlich nahe der belgischen Grenze gelegenene Ulflingen. Gefragt wird darin bis wann man im Besitz der bestellten Ware sei.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Ralph,


    man darf gar nicht daran denken, wieviele solche Stücke in den Mülleimer gewandert oder vernichtet worden sind, damit die Marken in die Lagerbücher der Sammler gewandert sind...


    Viele Grüße

    Tim

    Hallo Sammlerfreunde,


    hier wieder einmal etwas aus der "Kinderstube" der Postkarte. Der Göllheimer Postexpeditor hat zwar beim Abschlag der Vertreterkarte bzw. der darauf applizierten Mi-Nr. 22Ya wie wir "do in de Palz saache, hefdisch druffgewäsche", aber er hätte gut und gerne noch mehr Stempelfarbe im Kissen haben dürfen. Immerhin läßt sich die Karte des Mannheimer Kurzwarengeschäfts Glimpf noch auf das Jahr 1871 datieren, mit dem Ankunfsstmpel wäre es wiederum nicht möglich gewesen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Sammlerfreunde,


    lange hat sich hier nichts getan, dafür dann jetzt mal ein richtig "dicker Brummer", ein Einschreiben der Aktiebolaget Svenska Krutfaktorierna ~ Schwedische Schießpulver GmbH aus Landskrona zu bekannter Adresse in Speyer. Rückseitig mit einem sehr schön erhaltenen Wachssiegel, aber auch zusätzlicher Behandlung wegen des eingetretenen Kriegszustands. Einige Monate nach Kriegsausbruch war das Einschreiben an die Munitionsfabrik Speyer natürlich Gegenstand der Postüberwachung, hier der Überwachungsstelle Hamburg, welche den gesamten ein- und ausgehenden Auslandsporverkehr nach / von Skandinavien zu bearbeiten hatte. Vorliegend erfolgte eine Eröffnung der Sendung unter Kriegsrecht, der rückseitig entsprechend abgeschlagene Vierzeiler war der erste, der hierfür eingesetzt wurde, lt. Riemer folgten noch etliche nach. Trotz des über diese Überwachungsstelle regen Austauschs hatte man dort merkwürdigerweise keine speziellen Verschlusszettel und bediente sich der 5 x 5 cm großen postamtlichen Verschlusszettel des Postamts Hamburg 1. Die Gebührenaufteilung des Einschreibens: 20 Öre für den Auslandsnormalbrief und 15 Öre für das Einschreiben.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    ...würde mal ganz keck sagen: Ganz normaler mit 4 Kr frankierter Brief, kein tiefstes Bayern, weil nach Essingen (Württemberg) gelaufen, was bis 1806 Gutsbesitz der Freiherren von Woellwarth war, kein Express weil "pressanth" nur ein Wunsch, aber keine Franchise für die Zusatzleistung einer Eilbestellung war, und in Essingen gab es wohl auch ein Patrimonialamt:


    https://books.google.de/books?…%20patrimonialamt&f=false


    siehe ganz unten


    8o


    Grüße

    Hallo Ralph,


    zuerst kleine Korrektur; ich hatte versehentlich Uhrig geschrieben, es muss natürlich General Uhrich heißen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass in der Liste der Belagerungs-Festungsartillerie-Regimenter das aus Koblenz, nämlich das dort ansässige Rheinische Festungsartillerie Regiment No. 8 fehlt, obwohl von dort aus lt. Telegramm Artilleriematerial herangeschafft wurde. Das war dann vermutlich auch nur Material, aber anscheinend kein Personal.


    Viele Grüße!

    Tim

    Verehrte Freunde,


    bei der Transcription des Telegrammschreibens anbei kommt einem schon der Schrecken, denn u.a. damit wurde das Inferno der 45-tägigen Bombardierung der Stadt Strasbourg vorbereitet. Hier zunächst der Inhalt des an die an die Direktion der Pfälzischen Eisenbahnen gedrahteten Gesuchs der in Hannover ansässigen Linien-Commission A, welche für Truppen- und Materialtransporte der Eisenbahnverbindung Berlin - Köln - Koblenz - Bingerbrück - Neunkirchen zuständig war:


    Der königlich bayerischen Telegraphenstation Ldhf den 15ten 8. 1870

    Hannover - Ludwigshafen

    Aufgegeben den 15ten 16 Uhr 46 Min Vormittag - Angekommen den 15ten 12 Uhr - Min Nachmittag


    Direction der der Baierischen Bahn in Ludwigshafen. Am sechszehnten gehen drei Züge mit Art(illerie) Mat(erial) von Coblenz ab um 9.45, 11.45 Vorm(ittags) und 2.45 Nachm(ittags) von Bingerbrück um 1.45, 3.45 und 6.45 Abends von Ludwigshafen um 6.15, 8.15 und 11.15 Abends. Dieselben sind bestimmt über Weissenburg nach einer bei Strassburg belegenen Station zu gehen. Wir ersuchen um Weiterführung Beteiligung von Wagengestellung falls Rheinbahn es abverlangt und um Antwort.


    Linien-Commission A

    Stiehle Wiebe


    Bei den Unterzeichnern handelt es sich um den militärischen und zivilen Vorstand der Linien-Commission A, dem Rittmeister à la suite Stiehle der Militär-Academie Berlin und dem kommissarischen Oberbetriebsinspektor Wiebe, welche die Überleitung der drei Materialzüge in das außerhalb ihres Zuständigkeitbereichs liegende Bahnnetz zu organisieren hatten. Die bei Strasbourg "belegene Station" wird sehr wahrscheinlich jene von Vendenheim nördlich der Stadt gewesen sein, wo zum 21. August die Tête des Belagerungsparkes eintraf und sicher vor feindlichem Beschuss entladen werden konnte. Er bestand insgesamt aus 216 gezogenen Geschützen preussischen Systems und 100 glatten Mörsern.


    Die Belagerungsartillerie bestand aus ca. 6000 - 7.000 Mann und war aus 29 Kompanien des preussischen Garde-, 4., 5., 6., 7. und 10. Festungs-Artillerie-Regiments sowie aus vier Königlich Bayerischen Festungs-Batterien, vier 4 Württembergischen und 2 Grossherzoglich Ba
    dischen Festungskompanien, zusammengesetzt. Die unter dem Kommando von General von Werder eingeleitete Bombardierung der Festung Strasbourg, die nach den für Frankreich verloren gegenenen Grenzschlachten mit ihrer relativ schwachen Besatzung eigentlich kein Hindernis für die deutschen Operationen war, geschah aus der Erwägung, den deutschen Besitzanspruch auf die alte Reichsstadt zu bekräftigen, etwaige Unruhen in der Region und eine, die eigenen Truppen länger bindende Belagerung zu verhindern.




    Strasbourg Steinstraße am 28. September 1870


    Während der 45 Beschiessungstage wurden 193.722 Schuss und Wurf abgegeben; davon kamen 162.600 aus 197 preussischen und 31.112 aus badischen Geschützen. Täglich war ein Bahnzug von 32 Wagen erforderlich, um die benöthigte Munition herbeizuschaffen. Es wurde errechnet, dass durchschnittlich 4967 Geschosse pro Tag, 206 pro Stunde und 3 bis 4 pro Minute auf die Stadt abgefeuert wurden. Das Gesuch des aus dem Ruhestand als Verteidgungskommandant wieder in Dienst gesetzten, 68-jährigen Generals Jean-Jaques Uhrich, Ältere, Frauen und Kinder abziehen zu lassen, wurde durch General von Werder "höchstkameradschaftlich" abgelehnt, da diese die "Position der Festung schwächen".


    Trotzdem große Teile der Bevölkerung zuvor geflüchtet und später noch vom Schweizer Roten Kreuz evakuiert worden waren, waren am Ende 1500 Zivilopfer zu beklagen, die Schäden verheerend. Mit dem Roten Kreuz kam zum 11. September auch die Nachricht über die Niederlage von Sedan in die Stadt, so dass ab da an deren Entsatz nicht mehr zu denken war. General Uhrich verteidigte sie zwar mit seinen äußerst geringen Mitteln lange und hartnäckig, entschied sich aber nach der gegen Ende September völlig aussichtslos gewordenden Lage zur Vermeidung weiterer Opfer und evtl. Straßenkämpfen zur Kapitulation. Am 28. September hing die Weiße Fahne am glücklicherweise unversehrt gebliebenen Münster. Uhrich, zuerst als Held des Widerstandes gefeiert, wurde dafür im Jahre 1872 von einer Militärkommission getadelt.


    Viele Grüße

    vom Pälzer


    verwendete Quellen:

    http://www.festungsbauten.de/D/Strassburg_Belagerung.htm

    https://www.nzz.ch/der_himmel_…_sich_purpurrot-1.7297426

    https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Stra%C3%9Fburg

    https://digi.ub.uni-heidelberg…senbahnaufmarsch1897/0012

    Hallo,


    ich weiß nicht warum man diesen Zetteln so eine Bedeutung zumessen sollte und hätte sie längst vollständig von dem Beleg entfernt. Mit Philatelie und Postgeschichte haben sie m.E. jedenfalls nichts zu tun und tragen auch nichts zu der Datierung bei. Im Gegenteil wird die Chance blockiert, die evtl. an dem Gera-Einkreiser feststellen zu können. Darauf kommt es auch für die gewünschte Ermittlung der Schiffsverbindung im Hubbard/Winter an, den ja hast.


    Grüße

    ...zur weiteren Information: Bei dem NEW YORK PAID ALL BR(itish) TRANSIT handelt es sich um Stempeltype No. 122 im Hubbard / Winter (S.360), welcher demzufolge vom 8. Februar 1868 - 17. März 1875 zur Verwendung kam....vom made in germany also noch weit entfernt.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Dieter und kantonal,


    wie gesagt, ich wollte eine Manipulation nicht beschwören, aber die letzte Gewissheit gäbe mir jedenfalls weiterhin nur die Durchleuchtung an der deutlich werden müsste, dass die Kreisringe auf dem Briefpapier an den oberen Markenrändern auch wirklich enden.


    Viele Grüße

    Tim

    Hallo grisuhh62


    und auch von hier aus Willkommen im Forum. Ich hätte jetzt keinen extra thread wegen dieser Verunstaltung aufgemacht, sondern den Beleg einfach in den thread USA - Preussen gestellt, aber um zur gestellten Frage zu kommen ein Hinweis:


    https://www.br.de/wissen/made-in-germany-100.html


    Die Arial-Schrift des Made in Germany scheint auch ziemlich klar aus eine späteren Zeit zu stammen. Eine Beschädigung an dem Brief ist nirgends ersichtlich und alles andere war nötig, die Adresse damit zu verdecken.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo zusammen,


    also ich will ja nichts beschwören, der Nummernstempel 125 für Schallstadt stimmt zwar, aber irgendwie sieht der Stempelübergang links schon etwas seltsam aus. Warum sind hier die tiefer liegenden Ringlinien auf dem Brief klar getroffen, die am höher liegenden Markenrand von dort aus aber abrupt verwischt ? Auch die beiden äußeren Ringlinien rechts wirken im Übergang von Brief auf Marke auf den ersten Blick nicht gerade bündig. Ich hoffe mich zu täuschen, würde zur Gewissheit aber schon mal von der Rückseite her eine Durchleuchtung vornehmen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Heribert,


    eine Augenweide ! Und hier noch der Hintergrund: Der aus Neustadt a.d.Haardt stammende Kaufmann Clemens Grohé (1829-1900) hatte sich an der Revolution 1848/49 beteiligt und floh nach deren Niederschlagung nach Amerika. Zwei Jahre später kehrte er zurück und siedelte 1852 nach Ludwigshafen a.Rh. Dort übernahm er die Agentur der Niederländischen Dampfschifffahrtsgesellschaft, später die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt. Er war u.a. von 1875 - 1886 Mitglied in der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Parlaments, anfänglich bei den Nationalliberalen und ab 1881 bei den Vereinigten Liberalen. Es gibt neben dem schönen Agenturstempel der von Dir gezeigten Belege noch den - späteren - großen Kastenstempel der Niederländischen Dampfschifffahrtsgesellschaft, bspw. anbei abgebildet in post127


    Ganzsachen-Postkarten


    Lieben Gruß

    Tim

    Hallo Sammlerfreunde,


    aus dem südbadischen Emmendingen innerhalb von einem Tag ins pfälzische Ludwigshafen gelaufen, da haben sich die hübsch verklebten 9 Kr gelohnt. Heutzutage wird in immer kürzeren Abständen das Porto erhöht, die Leistung nimmt ab. Die persönliche Bilanz der letzten sechs Monate: 4 Recos weg, 1 Normalbrief weg, 1 Normalbrief schwer beschädigt, eine als Wertbrief aufgegebene Prüfsendung ohne meine Empfangsbestätigung vor die Haustüre geschmissen, ein teuer bezahltes Expresspaket mit Folgetagszustellung zunächst verschwunden, dann erst nach einer Woche zugestellt. Und das im Zeichen des Digitalzeitalters mit allem möglichen app-Schnickschnack, den man zumeist nicht wirklich braucht, als vielmehr nur eine verlässliche Zustellung. So u.a. vor 155 Jahren geschehen mit dem Brief der Tabakfabrik C.A. Ringwald Emmendingen an das Rheinschiffahrts-Transportunternehmen Clemens Grohé in Ludwigshafen a.Rh., in dem es höchstwahrschenlch um einen wichtigen Transportauftrag mit Terminfracht gegangen ist.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

    Hallo Kilian,


    allerbesten Dank für Positionsbestimmung des Randstreifens im Bogen, das nehme ich natürlich sehr gerne in die Beschreibung mit auf ! Was die unterschiedlichen Ziffen-Abstände anbelangt, so fehlt bei genauer Betrachtung der mittleren 7 der dreieckförmige Abstrich oben links völlig, bei der unteren Marke fehlt er zum Teil, bei der oberen ist er recht klar erkennbar. Die Fußabstände aller 7er sind jedoch die gleichen. Bei der unteren 6 ist die Rückenausrundung nicht getroffen, was sich schon bei der oben drüber andeutet, es fehlt bei beiden auch der tropfenförmige Endkopf, so dass das bei jenen ingesamt schmäler erscheint.


    Viele Grüße !

    Tim

    Guten Morgen Sammlerfreunde,


    das Ortsbriefchen anbei aus dem Jahre 1874 mit einer Mi-Nr. 22ya ist mit 9,9 cm x 6,2 cm nicht nur mini, sondern entpuppt sich bei seiner Eröffnung mit sehr schönem Zierrand. Innen sind zwei Seiten auch sehr ansehlich mit violetter Tinte beschrieben. Um den zusammengefalteten Beleg herum wäre der Zierrand natürlich noch schöner gewesen, aber man kann nicht alles haben. In der Sammlung kann man ihn aber - so wie hier abgebildet - auch offen zeigen, da ist der rückseitig angebrachte Einkreiser dann auch gleich mit dabei.


    Viele Grüße

    vom Pälzer