Beiträge von bayern klassisch

    Lieber Michael,


    ist der Brief denn vollständig? Wenn ja, wäre Frankatur mit Marke und bar am Schalter möglich?


    Ansonsten wäre das eine "Meisterleistung" an Deppertheit von einem Berliner Postbeamten, die schwer zu toppen sein dürfte ...

    Hallo Will,


    das Briefaufkommen in Augsburg wird m. E. nicht in Erfahrung zu bringen sein, Es gibt (und ich habe diese Zahlen auch) Verschleißrechnungen der jeweiligen OPA - Bezirke, aber daraus ableiten zu wollen, welchen "Verschleiß" an Freimarken es bei einem speziellen Amt gegeben hat, wäre mir nicht möglich.


    Ich persönlich gehe bei der Stadt Augsburg von einem hohen 3stelligen Bedarf an 3x - Marken täglich aus, vlt. am Sonntag deutlich weniger, aber das ist nur eine Mutmaßung ins Blaue hinein. Sogar das Zählen der Reco - Nummern wäre eine unlösbare Aufgabe, weil man bei ca. 3% Recobriefen einen längeren Zeitraum überwachen müsste, um sehen zu können, wie viele Recobriefe versandt wurden und da wäre selbst ein Monat denkbar schwierig zu eruieren.


    Auch ich habe eine Mischfrankatur 3x blau + 3x rot und m. M. n. gibt es mind. 8-9 Briefe damit und einige Briefstücke.

    Hallo Will,


    nein, das war ganz sicher nicht so. Es gab ursprünglich die Hauptbriefpostexpedition Augsburg in der Stadt mit dem Zweikreisstempel (falsch: OPA - Stempel, noch fälscher: OPD - Stempel).


    Dann aber kam der Bahnhof und man verlegte den Sitz der Hauptbriefpostexpedition und den Sitz des OPA an den Bahnhof, so dass das Haus in der Stadt (immer noch der Zweikreisstempel) zur Filiale wurde.


    Augsburg Bahnhof und Zweikreisstempel durften niemals wechseln, weil es 2 unterschiedliche Ämter waren.


    Alle 3 Briefe der 2I hier wurden im gleichen Gebäude von den gleichen Händen abgestempelt, das ist todsicher.

    Liebe Freunde,


    alle 3 hier gezeigten Briefe (der von Kilian ist der mit Abstand beste, die anderen 2 fallen da schon sehr deutlich ab) stammen von verschiedenen Schreibern, daher ist zu unterstellen, dass kein Einzelner einen Altbogen (oder mehrere) auf dem Speicher entdeckt hatte und jetzt noch alle Marken schnell benutzen wollte.


    Auf der anderen Seite sollten die Marken nicht von der Post aufgeklebt werden, was gerade bei größeren Ämtern wie Augsburg, sinnvoll war, denn das hätte den regen Betrieb beim Filialpostamt in Augsburg-Stadt nur gestört, so dass die Marken vermutlich an Kunden abgegeben wurden und diese haben sie dann anschließend verklebt.


    Lose Marken dürfte es von dem oM 28 sicher ein Dutzend geben, vlt. sogar mehr. Das spräche nicht für einen Bogen, sondern eher für mehrere Bögen, die dann vertrieben worden wären (wenn sie alle gleichzeitig in den Verkauf kamen).


    Vlt. kann man die Mühlradstempeltypen vom oM 28 mal prüfen, ob es immer derselbe Stempel war, der zur Entwertung benutzt wurde? Da die Kunden in Augsburg auch oft zur Hauptbriefpostexpedition am Bahnhof gingen, dort aber andere oM 28 geführt wurden, wäre man mit dieser Erkenntnis schon weiter.

    Lieber Erwin,


    ohne Michael vorgreifen zu wollen - das konnte kein Absender in der ganzen Welt damals, da immer der Absender letztlich für die Zahlung des Portos verantwortlich war, wenn der Empfänger dies nicht tat, oder zahlen konnte. Der Absender hatte ja mit der Aufgabe eines Portobriefes den Beförderungsauftrag an die jeweilige Post gegeben und war somit auch finanziell haftbar zu halten, wenn die Post, trotz größter Bemühungen, diesen Auftrag nicht erfüllen konnte.

    Liebe Freunde,


    70 Punkte sind zu wenig für das perfekt aufgearbeitete Thema, vor allem wenn ich mir die Bewertungen von Sammlungen ansehe, die ich zu kennen glaube ...


    80 Punkte deuten für mich auch nicht gerade auf fachliche Qualität hinsichtlich des Oberjurors hin, wenn man bedenkt, dass Michaels Sammlung in sich ein Unikat darstellt, denn eine Contra - Sammlung aufzubauen ist alles, nur nicht einfach.