Vorstellung Werneck

  • Hallo, mein Name ist Bernd und ich engagiere mich im Historischen Verein Werneck. Im Rahmen unseres 800jährigen Jubiläums arbeite ich unter anderem an der Geschichte der Wernecker Posthalterei.

    Dabei ist die Frage aufgetaucht, wie der sogenannte "Pferdewechsel" wirklich funktionierte:

    - Wurden an jeder Posthalterei die Pferde gewechselt?

    - Kamen die Pferde wieder in ihren ursprünglichen Stall zurück?

    - Wechselten auch die Postillione?

    - Welches Interesse konnte der Posthalter haben, die nächstgelegene Posthalterei zu umfahren und erst bei der übernächsten Rast zu machen?

    Falls ich mit meinem Anliegen hier fasch bin, bitte ich um Entschuldigung. Ich habe inzwischen an so vielen Stellen nachgefragt, aber bisher noch keine befriedigende Antwort erhalten.

    Euer Forum wirkt sehr kompetent und ich bin mir fast sicher, hier ein Stück weiterzukommen.

    Herzlichen Dank ;) :?:

  • Hallo Bernd,

    herzlich Willkommen. Du stellst interessante Frage. Ich denke du bist hier schon gut aufgehoben ;)

    Liebe Grüße

    Harald

    Wein- und Sektstadt Hochheim am Main


  • Hallo Bernd,

    willkommen im Forum der Fans von Altpapier. ;)

    Deine Fragen sollten nicht allzu schwer zu beantworten sein. Aber bitte stelle sie im Thema Kurze Frage - Kurze Antwort. Deine Vorstellung sieht sich nicht jeder an.

    Ich sehe gerade, daß Werneck nicht weit vom Würzburg entfernt ist. Falls du Lust und Zeit hast, komm doch am Sonntag mal zur Briefmarkenbörse in Würzburg. Dort kannst du einige Leute aus dem Forum treffen und mit etwas Glück auch Dokumente mit Werneck-Bezug finden.

    viele Grüße vom Niederrhein

    Dieter

  • Willkommen hier auch wenn ich zu Deinem Thema sicher nichts beitragen kann.

    Wenn es das Werneck in Unterfranken ist dann wird die UFR Ecke ja etwas größer, ich bin am Sonntag auch in Würzburg beim Tauschtag.

  • Lieber Dieter, lieber Rainer,

    Das ist ja schön dass ihr für uns Werbung macht.

    Werneck , hallo Bernd, genau so hatte ich dies gemeint. Gut gemacht, in der Pinnwand hätte dich vermutlich keiner gefunden, ich dich auch nur per Zufall. Zu deinen Fragen kann ich nur meine Vermutungen äußern, und halte mich vorerst zurück, bis die Kenner ihren Kommentar abgegeben haben.

    Herzlich willkommen auch von mir.

    Zur würzburger Börse jetzt am Sonntag wäre wirklich ein Katzensprung wie Rainer und Dieter schon mitgeteilt haben. Näheres poste ich hier im Forum am Samstag.

    Liebe Grüße von der Pappnase Andreas

  • Hallo Bernd,

    deine Fragen versuche ich zu beantworten, so gut es für einen Außenstehenden geht.

    Dabei ist die Frage aufgetaucht, wie der sogenannte "Pferdewechsel" wirklich funktionierte:

    - Wurden an jeder Posthalterei die Pferde gewechselt?

    Wenn von der Postverwaltung ein Poststall vorgesehen war, waren auch Postpferde vorhanden. Die Anzahl war auch vorgeschrieben und hatte dem Maß zu entsprechen, welches man als Minimalanforderung ansah, um den gewünschten Postbetrieb korrekt ausführen zu können.

    Kamen Kutschen mit Passagieren und Postsachen innerhalb ihrer Standardreisezeit dort an, gab es Vorschriften, ob sie gewechselt werden mussten. Schlechte Witterung konnte darüber hinaus dazu beitragen, dass außerplanmäßig gewechselt werden musste usw..

    - Kamen die Pferde wieder in ihren ursprünglichen Stall zurück?

    Die Pferde zogen die Kutschen hin und her - daher ist davon auszugehen, dass sie die Strecke von A nach B und später die Retoure antraten. 2 Poststellen benötigten also auch nur jeweils die Anzahl an Pferden, die für den Dienstbetrieb zwischen 2 Poststellen vorgesehen war. Daher waren die Pferde wohl, wenn sie nicht unterwegs waren, zu 50% in ihrem eigenen Stall und zu 50% in dem Stall einer Nachbarpoststelle.

    - Wechselten auch die Postillione?

    Auch die Postillone hatten genaueste Dienstesvorschriften, die besagten, wo sie wann mit welchen Kutschen mit wievielen Pferden Transportdienste zu verrichten hatten. Das konnte mit dem Pferdewechsel einher gehen, musste es aber nicht.

    - Welches Interesse konnte der Posthalter haben, die nächstgelegene Posthalterei zu umfahren und erst bei der übernächsten Rast zu machen?

    War denn die nächste Post als Halt vorgesehen? Üblicherweise waren bei Brief- und Fahrpost immer die jeweils nächsten Poststellen anzufahren zum Austausch (Abgabe und Aufnahme) der Poststücke. Wenn aber die nächste Poststelle eine ohne Poststall war, dann gab man die Poststücke im Lokal der nächsten Post ab, nahm die dortigen Poststücke zum Weitertransport an sich und ritt weiter zu der Post, die einen Poststall hatte (wo dann u. U. die Pferde versorgt und gewechselt werden konnten).

    Da deine Fragen keine Zeitangaben aufweisen, ist es schwer, sie präzise zu beantworten, denn Postpferde gab es im 16. Jahrhundert genau so, wie noch im 20. Jahrhundert.

    Liebe Grüsse vom Ralph

    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.


  • Herzlichen Dank für alle Mitteilungen. Komme erst heute zum Antworten, da ich einige Tage weg war - deswegen konnte ich auch nicht nach Würzburg kommen.

    Besonderer Dank auch an "bayern klassisch" für die ausführliche Antwort

    Die Antworten haben mit ein Stück weitergeholfen. Grundsätzlich bin ich an weiterem Material zur Post (-halterei und - expedition) interessiert.

    Die Frage, welches Interesse der Posthalter haben könnte, die nächste Station zu "überfahren", ergibt sich aus einer amtlichen Mahnung an den Wernecker Posthalter (siehe Anhang).

    Nochmals herzlichen Dank

    Bernd

  • Boooh... Venino Briefe kenne ich nun viele, aber so einen schoenen... ein Augenweide! Wahnsinn!