Beiträge von bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    Brief der 1. Gewichtsstufe bis 10 Grammes unterfrankiert aus Homburg/Pfalz nach Straßburg vom 7.4.1862.
    Der Brief hätte eigentlich ein Franko von 12xr erfordert, frankiert wurden allerdings nur 3xr.
    Handschriftlicher Vermerk "affr insuff" und Stempel "Affranchissement Insuffisant".
    Der Brief war als Portobrief unter Abzug der durch Marke geklebten 3xr zu taxieren.
    6 Decimes (18xr) abzüglich 1 Decime (3xr) = 5 Decimes Porto für den Empfänger.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Wilfried,
    ein sehr schöner Brief!
    Diese Art der Frankatur war ja nur vom 1. Juli 1850 bis April 1852 möglich.
    Bis Juli 1850 kostete alleine der Transit durch Preussen 49 xr. Erst die im VO-Blatt v. 28.6.1850 veröffentlichte VO sah eine ermäßigte 9xr-Frankatur bis zur Postvereinsgrenze vor. Gundsätzlich richteten sich die Taxen aber noch nach dem Postvertrag Preußen-Rußland (hier Korresponenz aus Bayern) aus dem VO-Blatt vom 16.11.1843, wonach es möglich war Briefe nach Rußland Teilfrankiert bis zur Grenze Bayern-Preußen oder auch Bayern-Ausgangsgrenze Preußen/Rußland aufzugeben. Letzteres wurde vom Absender auch vermerkt und entsprehend frankiert. Hätte der Absender voll frankieren wollen, hätte er noch 12xr bar als Weiterfranko für Rußland entrichten müssen.
    Mit der im VO-Blatt v. 14.4.1852 veröffentlichten VO waren dann nur noch vollständig frankierte oder unfrankierte Briefe möglich. Gleichzeitig wurde das Weiterfranko für Rußland auf 11xr reduziert.
    Zum 1.4.1854 war es dann endlich möglich diese Briefe vollständig mit Marken zu frankieren und somit die Barzahlung des Weiterfrankos aufgehoben.
    Aus dieser nächsten Periode anbei ein Brief aus Kissingen nach St. Petersburg vom 20.7.1853. Sieht zwar im ersten Moment wegen der Markenteilfrankatur auch aus wie ein grenzfrankierter Brief, das Weiterfranko wurde jedoch bar bezahlt und oben mit 11xr bzw. 3 Sgr. vermerkt.
    Wenn du deinem Brief mal überdrüßig wirst......
    Gruß
    Udo

    Hallo Sammlerfreunde,
    da ich für diesen Stempeltyp kein extra Thema gefunden habe, zeige ich die Marke hier.
    3xr blau, gültig bis 31.8 1864 mit kleinem Einkreisstempel Typ 19 von München. Die kl. Einkreisstempel von München kommen erst ab Mitte/Ende 1865 vor. Diese Type würde ich sogar frühestens in das Jahr 1868 legen.
    Nun stellt sich die Frage, wie kommt dieser Stempel auf diese Marke? Es sind insgesamt vier Teile von Stempeln zu sehen, so dass angenommen werden kann, es wurden mehrere Marken oder ein nun zerteiltes Blockstück gestempelt. Da die Marke zur Verwendungszeit des Stempels nicht mehr gültig war, kann es sich nur um eine innerdienstliche Abstempelung handeln. Eventuell wurden zurückgegebene/umgetauschte Marken mit dem Stempel entwertet. Die Umtauschfrist bei den Postanstalten war vom 1.-30. September, danach nur noch bei den Oberpostämtern. Ein Ende der Umtauschfrist habe ich nicht gefunden. Wenn das so den Tatsachen entspricht, konnten Marken also auch noch zur Verwendungszeit des kl. Einkreisers umgetauscht werden.
    Hat jemand nähere Erkenntnisse in diesem Zusammenhang bzw. zum Stempel?
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Hermann,
    schönes Stück. Allerdings gehörte Hellingen zum Amt Königsberg und das wiederum gehörte zu Sachsen-Coburg. Am Bahnhof aufgegeben ist natürlich relativ, ich würde eher sagen im Bahnhofsbriefkasten eingeworfen, da die Post nicht im Bahnhof sondern in der Stadt untergebracht war. Hermann nichts für ungut, aber du weißt ja, Königsberg in Franken ist mein Spezialgebiet.
    Gruß
    Udo

    Hallo Sammlerfreunde,
    ich habe mir mal die Mühe gemacht und hier im Forum nach Portobriefen aus Preußen gesucht, auf denen der Portovermerk zusätzlich rückseits in Sgr. angegeben ist. Zumindest in der Anfangszeit scheint das in Preußen üblich gewesen zu sein, insbesondere dann, wenn ein anderer Staat oder Thurn&Taxis als Transit genutzt wurde. Relativ häufig habe ich das auf Briefen aus Preußen über Sachsen gefunden. Andere Postgebiete kommen weniger vor. Die Briefe stammen meist aus 1850 und 1851, kommen aber auch bis 1853 vor. Bevor jetzt aber jemand einen späteren Brief zeigt, ich habe nicht alle Themen durchsucht. Aus Holstein ist dahingehend hier weiter nichts zu finden.
    Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass die "4" vom preußischen Postamt in Hamburg stammt und zu Abrechnungszwecken vermerkt wurde. Preußen vrmerkte Porto und Franco bei Transitbriefen fast ausnahmslos auf den Briefen.
    Ich hatte erst Holstein vermutet, da ich die "4" in schwarzer Farbe gesehen habe, musste aber nun feststellen, dass es doch die Farbe Blau ist, die üblicherweise in Preußen für diese Vermerke verwendet wurde.
    Anscheinend hat man in Holstein wegen des Franchisevermerks kein Porto angeschrieben und es erfolge erst beim preußischen Postamt in Hamburg.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    eigentlich hat nordlicht recht, es ist ein einfacher Portobrief innerhalb des DÖPV und der vorderseitige Vermerk somit überflüssig. Die "12" ist deshalb einfach zu erklären. Etwas schwerer tue ich mich mit der "4" hinten. Eine Umrechnung von 4 Sgr. in 12 xr stellt die einfachste Lösung dar, allerdings seit wann wurden das Porto rückseits angeschrieben? Dort befinden sich in der Regel nur Frankovermerke. Die Zahl "4" dürfte auf jeden Fall aus Holstein stammen. Unter post 227 ist ein Brief abgebildet, bei dem eine allerdings vorderseitige "4" in ähnlich ungewöhnlich großer Form geschrieben ist. Das Comite hatte sicherlich noch mehr Poststücke auf die Reise geschickt und kannte sich mit den Postvorschriften aus. Also muss man sich dort irgendetwas mit dem Vermerk "frei bis Altona" gedacht haben. Gab es dahingehend evtl. doch irgendeine Regelung, die ein Teilfranko notwendig machte?
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    nachdem ich nun auch endlich den Originalbrief vorliegen habe und Erdinger bereits einige wichtige Details in einem anderen Thema ergänzt hat, stelle ich ihn nun hier mit (fast) vollständiger Beschreibung ein.
    Portobrief von Rendsburg nach München vom 17.11.1850. Der Brief trägt einen Portovermerk "12" Kreuzer für einen unfrankierten Brief der 1. Gewichtstufe in die 3. Entfernungszone über 20 Meilen innerhalb des DÖPV. Rückseits Durchgangstempel des Hamburger preußischen Postamtes HAMBURG 17/11 und Ankunftstempel MÜNCHEN 21.NOV.1850. Der Brief fällt also in die sehr kurze Zeit der Zugehörigkeit Holsteins zum DÖPV.
    Links unten steht auf dem Brief "Verwltg frw Gaben daher frei bis Altona" (=V[er]w[a]lt[un]g fr[ei]w[illiger] Gaben). Der Brief wurde verschlossen mit einem Siegel "COMITE ZUR VERWALTUNG FREIW:GABEN IN RENDSBURG". Zudem wurde rückseits eine "4" angeschrieben, für die ich noch eine Erklärung suche. Ob das mit dem vorderseitigen Vermerk "frei bis Altona" zu tun hat, ist mir nicht bekannt. Vielleicht kann hier noch jemand weiterhelfen?
    Erdinger hat in einer Bayreuther Zeitung vom 3.8.1850 den ganz unten angehängten Artikel mit Bezug zum Comite für freiwillige Gaben für Schleswig-Holsteinischer Krieger gefunden.
    Ob dieses Comite (zumindest teilweise) Portofreiheit genoss, konnte ich bisher nicht herausfinden. Offensichtlich aber zumindest nicht im DÖPV, sonst wäre kein Porto vermerkt worden.
    Auf jeden Fall auch ohne Textinhalt ein in mehrfacher Hinsicht interssanter Brief.
    Gruß
    bayernjäger

    PS: Danke @ralph, ist ausgebessert.

    Hallo Sammlerfreunde,
    Brief von Würzburg nach Oldenburg vom 1.9.1853, frankiert mit 9xr.
    Links unten steht geschrieben "fco Bremen", was auch immer der Absender damit ausdrücken wollte.
    Rückseits nur Durchgangstempel "Bremen Thurn&Taxis 3.SEP.1853", ein Ankunftstempel ist nicht vorhanden.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    stark verzähntes Paar auf Einschreiben von Erlangen nach Sternberg in Mecklenburg-Schwerin vom 1.11.1875. 7xr für einen Brief der 2. Gewichtsstufe zzgl. 7xr Einschreibegebühr.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    eigentlich nicht mein Sammelgebiet, aber den wollte ich nun doch nicht liegen lassen.
    Reichenbach im Voigtlande - Leipzig vom 11. VI 1866
    Sehr kleines Briefkuvert mit herrlicher Randprägung und die Stempel lassen sich auch sehen.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    einen ähnlichen Brief (allerdings kein besonderer Leitweg wie oben) aus München nach Kopenhagen kann ich zeigen. Er fällt in die gleiche Tarifperiode ab 1.1.1848 wie der zuvor gezeigte. Es handelt sich allerdings um einen Franco-Brief, der rückseits den für diesen Leitweg vollständigen Gebührenbaum zeigt. München - Kopenhagen vom 16.JAN.1851, frankiert mit insgesamt 39 Kreuzer. Der übliche Laufweg war über Coburg, Meiningen oder Lobenstein mit Thurn&Taxis Richtung Norden. 12xr bis zum Grenzübergang aus Bayern, 11xr Transit für Taxis und 16xr für Dänemark. Wfo von 27xr umgerechnet in 7 1/2 Sgr.
    Zur Abrundung innen noch ein Kupferstich des neuen Königsbaues in München.
    Gruß
    bayernjäger

    Hallo Sammlerfreunde,
    dieser oben besprochene Stempel von Neustadt Saale ist meist schlecht abgeschlagen. Entweder es fehlen Teile der Zahlen oder Vm bzw. Nm.
    Anbei zwei Abschläge aus 1871 bei denen Nm oder Vm fehlt. E ist durchaus möglich, dass beim Brief von Erdinger vorne und hinten ein Teil der Reihe fehlt. Ich halte das was zu sehen ist allerdings auch für ein 10.
    Gruß
    bayernjäger