Vorphilabriefe

  • Hallo Freunde


    Dieser Brief ist für mich ein sehr interessanter Brief. Obwohl ein par Jahr älter als wenn meine Hauptsammlung anfängt, gibt der Brief eine gute Eindruck wie es damals war. Auf jeden Fall teilweise.


    Der Brief ist von ein berühmten Akademiker geschrieben, Oluf Gerhard Tychsen, der an der Uni in Bützow arbeitete wenn dieser Brief geschrieben war. Später kam er zu Rostock.


    http://www.deutsche-biographie.de/sfz83160.html


    http://de.wikipedia.org/wiki/Oluf_Gerhard_Tychsen



    (Interessant ist er wohl auch weil sein Eltern norwegisch waren :) )



    Aber zum Brief. In April 1787 geschrieben. Ich weiss nicht ob der Brief postalisch nach Hamburg gebracht war. Die Vermerke rückseitig ist etwas rätselhaft. Der Vermerk "fco Antwerpen" stammt wohl wom Absender, so dass man denken kann dass der Brief postalisch aus Bützow stammt.
    Was man sehen kann ist der Stempel aus Hamburg wo der Brief weiter nach Antwerpen gerichtet war. Für die Strecke bis Antwerpen ist es 6 Shilling Courant franko vermerkt.
    Von Antwerpen lief der Brief dann weiter nach Spanien.
    In Spanien ist der Brief 17. April in Madrid gelandet, aber war vorher in Irun mit der Taxstempel "Olanda" gestempelt. Der Empfänger, Professor Arteta, hat 18 Reales bezahlen müssen. Das heisst der Brief ein Gewicht von 9 Adarmes hatte (um 16 Gram).


    Zu den Inhalt kann ich nichts sagen, aber wer Latein lesen kann ist herzlich eingeladen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein toller Brief - was du immer so alles auftreibst, sagenhaft.


    Nur bei der Übersetzung lasse ich mal einem der anderen Latriner den Vortritt. :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Nur bei der Übersetzung lasse ich mal einem der anderen Latriner den Vortritt.

    Wie viele Latriner gibt es hier eigentlich, also die etwas über die Toiletten weiss ... 8o
    Ich kenne hier nur mein eigenen Bedarf :S



    Ja, man hat ab und zu Glück solche Briefe zu finden :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,


    Anfang letzten Jahres flog mir dieser Brief in einem Posten auf den Schreibtisch. Zuerst schenkte ich dem Brief keine Beachtung, befasste mich aber bei der Bearbeitung für eine Stempel-Datenbank näher mit ihm. Folgendes konnte ich feststellen:
    Dierser Vorphila-Brief aus Mecklenburg-Schwerin ist auf den 23.5.1852 datiert. Im Feuser Vorphilatelie ist dieser Stempel unter 2123-2 gelistet, aber nur in schwarz. Im Feuser Nachverwendungen ist allerdings vermerkt, daß verbreitet bis in die NDP-Zeit blau gestempelt wurde. Es wäre schön, wenn jemand nähere Informationen geben könnte.


    Im Moment sind werder auf Ebay noch auf Philasearch oder Stampauctionnetwork Vorphila-Belege von Lübthen zu finden. Sie scheinen also nicht gerade sehr häufig zu sein.


    beste Grüße


    Dieter

  • H

    Hallo Dieter,


    Entschuldigung, dass ich erst verspätet antworte, ich habe deinen Beitrag gar nicht gesehen! :S


    Dir ist wirklich ein sehr seltener Beleg "auf den Schreibtisch" geflogen!!! :thumbsup:
    Ich habe in meinen Unterlagen herausgefunden, dass das Postamt Lübthen zwei verschiedene Stempel/-Formen hatte und zwar:
    "Lübtheen" --> Zweikreisstempel in schwarz und in blau
    "Lübthen" --> Langstempel in schwarz (blau) ist bisher (Stand 2009) fragwürdig


    Der Stempel von "Lübtheen", sei es in blau oder in schwarz, ist häufig.
    Dein Stempel von "Lübtheen" ist selbst in schwarz als "SSS" gekennzeichnet, also außerordentlich selten.
    Da Du den blauen Stempel hast, wage ich zu behaupten, dass es hiervon kein handvoll gibt!!!


    Ich kann mich mal umhören und in der Köhler-Kartei gucken, ob ein deratiger Brief gelistet ist.


    Auf jeden Fall gratuliere ich Dir zu deinem außergewöhnlichen Fund.
    Ich muss tagsüber auch mal das Fenster weit öffnen, vielleicht "fliegt mir auch solch ein Stück durch das Fenster" :D


    Liebe Grüße


    Kevin


    PS: Ich lasse bald von mir hören!

  • Hallo Kevin,


    vielen Dank für deine Mitteilung. Meine Vermutung zur Seltenheit ging schon in diese Richtung. Ich habe immer wieder mal nachgesehen. ob es im Internet etwas gibt. Aber ich hatte in letzter Zeit nur den K2 gefunden, der aktuell beim Württembergischen Auktionshaus in blau auf einem Brief mit 1 Gr-Marke zu immerhin 100,- € ausgerufen wird. Bin mal gespannt, was du herausfinden kannst.


    Der Brief steht jedenfalls zum Verkauf. An anderer Stelle im Internet hatte ich den Brief bereits gezeigt und einen Interessenten. Da Informationen für mich so spärlich waren, wollte ich den Beleg allerdings nicht abgeben, ohne Näheres erfahren zu haben. Allerdings konnte ich das umständehalber nicht weiter verfolgen. Mein 'Riecher' sagte mir, daß der Beleg selten ist.
    Wo kann ich Informationen außerhalb von Feuser finden?


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    ich musste diese Woche sehr viel für die Schule machen, sodass ich erst jetzt Zeit finde dir zu antworten:


    Also ich würde den Brief an deiner Stelle erst mal nicht verkaufen, bis du Näheres diesbezüglich erfahren hast.
    Ich habe meine Informationen aus der Quelle:


    Alt-Deutschland unter der Lupe von Ewald Müller-Mark 6.Auflage
    Schriftreihe Neues Handbuch der Briefmarkenkunde Heft 18 Mecklenburg-Schwerin


    Hast Du es dann mal beim zuständigen Verbandsprüfer, also bei Herrn Florian Berger versucht, der wird dir bestimmt weiterhelfen können :)


    Liebe Grüße


    Kevin

  • Hallo Kevin,


    daran habe ich noch nicht gedacht. Ich werde mal versuchen ihn zu kontaktieren. So blauäugig bin ich nicht, daß ich einen Brief ohne nähere Informationen verkaufe, der in Richtung 'recht selten' tendiert.
    Wenn du trotzdem mal einen Blick in die Köhler-Kartei werfen kannst, wäre ich für Informationen dankbar. Bekanntlich kann davon nie genug haben.


    liebe Grüße


    Dieter

  • Den nachfolgend abgebildeten Brief konnte ich vor kurzem meiner Sammlung hinzufügen.


    Bei der Beschreibung orientiere ich mich an den Informationen, die mit Nutzer verschiedener Foren zukommen ließen, bzw. aus der mir vorliegenden Literatur. Diese Beschreibung ist sicher nicht erschöpfend, eventuell auch fehlerhaft. Über eure Ergänzungen und Korrekturen bin ich sehr dankbar.


    Es handelt sich um einen Brief, der am Donnerstag, den 12. März 1829 in Rostock aufgegeben wurde. Auf dem dortigen Postamt wurde der Brief mit dem Langstempel L2 Feuser Nummer 3019-2 abgeschlagen (1).
    Vermutlich wurde der Brief per Reiterpost nach Wismar gebracht, wo er am Freitag, den 13. März 1829 auf dem Kurs 174 per Reiterpost nach Hamburg weitertransportiert wurde. (2) In Hamburg wurde der Brief bei der Ankunft mit dem Stempel in Sonderform Feuser 1349-40 abgeschlagen (1).


    Die Postgebühr für die Strecke von Rostock nach Hamburg betrug 3 Schillinge (Abkürzung 3 ßl?) (1) und wurde vom Absender im Voraus bezahlt. Davon zeugt der Vermerk „franco Hamburg“ links unten auf der Vorderseite der Briefes (3)


    Die Postgebühr von Hamburg nach Schiedam in den Niederlanden in Höhe von 50 Cent (Auf welche Währung bezieht sich diese Angabe?) war vom Empfänger zu entrichten. Dies ist durch die handschriftliche Ziffer 50 auf der Briefvorderseite dokumentiert.


    Rückseitig zeigt der Brief einen Stempelabschlag „Hamburg“ in roter Farbe. Dieser soll vom niederländischen Grenzpostamt Deventer stammen.


    (1) Feuser/Münzberg – Deutsche Vorphilatelie – Stationskatalog
    (2) Archiv für Postgeschichte 1970 – Heft 2
    (3) Feuser/Münzberg – Deutsche Vorphilatelie - Supplement

  • Hallo Briefmarkentor,


    alles richtig:


    ß war das Zeichen für Schillinge und die Währung in den Niederlanden waren 50 niederländische Cents (5 Cents entsprachen knapp 1 Silbergroschen).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Briefmarkentor,

    Zitat

    Rückseitig zeigt der Brief einen Stempelabschlag „Hamburg“ in roter
    Farbe. Dieser soll vom niederländischen Grenzpostamt Deventer stammen.

    dem ist so, van der Linden-Katalog-Nr. 1676


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo zusammen,


    Kevin hat in der Zwischenzeit bei Köhler einen Blick in die Kartei geworfen und ist nicht fündig geworden.
    An anderer Stelle wurde auf den Mecklenburg-Schwerinischen Staatskalender verwiesen. Auf Wikipedia sind fast alle Jahrgänge von 1776 bis 1850 verlinkt. Bei deren Durchsicht habe ich herausgefunden, daß die im Feuser genannte Schließung zum 1.7.1828 nicht stimmen kann. Folgende Postmeister findet man in den Listen:
    bis 1777 J.C. Schulz
    1778 - 1797 Johann R.F. Granzow
    1798 - 1825 Hofpostmeister J.F. Kenzler von Ludwigslust gekommen, ab 1801 Postrath
    1826 - 1828 N.N. Flügge interim
    1829 - 1850 Eduard Behr, ab 1845 auch Steuer-Controlleur
    Die Postmeister waren also bis auf den Übergangszeitraum 1826-1828 alle ca. 20 Jahre und mehr im Eisatz.


    beste Grüße


    Dieter

  • Den nachfolgenden Brief hat mir eine Jugendgruppe aus dem Rheinland zukommen lassen mit der Bitte um Aufschlüsselung resp. weitere Informationen.
    Leider habe ich zur Vophila MS keinerlei Tarif-/Vertragsunterlagen.

    Portobrief aus Dömnitz vom 31. Juli 1829 nach Picher. (Entfernung Luftlinie ca. 24 km) - bei der "4" rechts oben dürfte es sich um eine Manualnummer handeln - bei der "3" (?) um das Porto in Schilling. Ist das so korrekt und welche Gebührenperiode liegt zugrunde?

    Kann mir bitte jemand aus der Leserschaft helfen ? Vielen Dank im Voraus.

  • Hallo zusammen,


    ich habe den unten gezeigten Beleg bekommen, adressiert "Sr königlichen Hoheit dem Allerdurchl. Großherzoge zu Oldenburg" über Hamburg und Bremen "franco : Oldenburg" mit "zu Allerhöchst = Eigenen Händen". Der Aufgabestempel lautet PLAU / 28 7 , als vs. Durchgangsstempel ein Schmetterlingsstempel HAMBURG / 29 JUL 1843. Auch wenn der Brief an den Großherzog ging, mußte doch wohl für Mecklenburg, Hamburg und Hannover etwas bezahlt werden. Für solche Fälle brauche ich mindestens den Ralph, auch wenn es die andere Ecke Deutschlands ist.


    Lieben Gruß


    Wolfgang

  • Lieber Wolfgang,


    wenn du mich alten Pfälzer/Bayern schon so nett ins Boot holst - Briefe an regierende Herrscher waren immer in dem Land ihrer Monarchie kostenlos - aber hier hat der Absender 4 Schillinge für M-Schwerin und 6 1/4 Schillinge Weiterfranko bis Hamburg bezahlt (wohl an Preussen, wie ich vermute). In Oldenburg portofrei wegen des Empfängers.


    Meines Erachtens ein ganz seltenes Stück - falls ich falsch liegen sollte, wäre eine Korrektur genau das Richtige. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    Mecklenburg hatte ein eigenes Postamt in Hamburg, das für den Postverkehr mit M.-Schwerin und M.-Strelitz zuständig war. Preußen sehe ich da eigentlich nicht mit im Boot, ausser als stillen Transitleister.


    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Ralph,


    eine umgehende Reaktion und auch die von mir erhoffte Aussage; hierfür herzlichen Dank. Ich war mir nicht sicher, welche Zahl ich welchem Territorium zuordnen musste. Dass für Oldenburg nichts anfiel, konnte ich mir gerade noch so vorstellen ;-))


    Lieben Gruß


    Wolfgang

  • Lieber Wolfgang, lieber Michael,


    wie lief der Brief denn? Die 4 Schillinge waren sicher das Inlandsporto - welche Transite (stille denke ich) wurden denn mit 6 1/4 Schillingen abgedeckt?


    Denkbar wäre auch eine Abfindung an Hannover ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ihr beiden,


    es sind keine rückseitigen Stempel oder Vermerke vorhanden, lediglich ein rotes Lacksiegel verschließt die Klappen. Gewünscht war der Weg Hamburg - Bremen - Oldenburg, so daß Hannover durchaus eine Rolle spielen könnte.


    Danke für die Mühewaltung


    Wolfgang