Beiträge von Postgeschichte Kemser

    Grias Di Jürgen,

    bei uns (Bayern 8) ) wurde es so gehandhabt, dass die Hotelgäste mit Einquartierungsort in der Tagespresse (z.B. Tölzer Kurier) gelistet wurden. Die Postler mussten dann ggf. ein paar Tage rückwirkend die Zeitungen durchschauen.
    Im Zeitalter strengsten Datenschutzes wohl eine Horrorvorstellung. Stell Dir vor, Du wärst mit der Freundin unterwegs und das würde dann noch in der Zeitung stehen...:D

    Beste Grüße
    Schorsch

    Hallo in die Runde,

    sicherlich nicht alltäglich ist der nachfolgende Brief:

    Als Normalbrief (bis 20g) mit 2,40 S. Trachtenserie von Linz am 5.1.1959 über Bahnpost München/Stuttgart nach Tübingen versandt.
    Dort lag offensichtlich ein Nachsendeauftrag vor - das Besondere aber: Der Brief wurde per Eilboten nachgesandt.
    Als normale Nachsendung wären keine weiteren Gebühren fällig gewesen, aber im vorliegenden Falle hatte es der Empfänger offensichtlich eilig.
    Daher wurde der Brief in Tübingen am 8.1.1959 mit 60 Pfg. Heuss II nur für die Eilgebühr frankiert und nach Oberstdorf nachgesandt, wo er am Folgetag eintraf.
    Sind derartige Nachsendefrankaturen innerhalb Deutschland schon nicht häufig, so sind sie grenzüberschreitend "handverlesen".

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser




    Guten Morgen in die Runde,

    normale Postkarten Bayern-Österreich aus der Pfennigzeit lassen i.d.R. doch etwas "Pepp" vermissen....nicht so die folgende, welche eine hübsche Ergänzung für die Destinations-Sammlung ist:

    5 Pfg. Ganzsachenkarte (Deutsches Reich) ursprünglich von Guben am 28. Juli 1888 nach Miesbach/postlagernd adressiert, wo sie am 30. Juli eintraf.
    Da die Karte dort nicht abgeholt wurde, ging sie am 7. August über Rosenheim nach Kufstein, wo sie am 8. August eintraf und taggleich nach Jenbach in das dortige Hotel Toleranz nachgesandt wurde.
    Auch im Bezug auf "Social Philatelie" hat die Karte noch einiges zu bieten: Hotel Toleranz Jenbach und Empfänger Reichsgerichtsrat Oskar Loebell

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Hallo in die Runde,

    nachfolgenden Bahnpoststempel möchte ich gerne zeigen, da er in seiner Art doch etwas aus dem Rahmen fällt:
    I.d.R. ist man ja Streckenangaben von "Ort A" nach "Ort B" gewöhnt, z.B. München-Nürnberg.
    Eine Ausnahme davon bildet der Bahnpost-K2 von "Dettelbach 1 - Dettelbach 2".

    Wikipedia sagt dazu folgendes:

    "Die Geschichte des Dorfes ist eng mit der der Bahnstrecke Fürth–Würzburg verbunden. Im Zuge des Baus dieser Strecke erhielt Dettelbach eine eigene Bahnstation, die nach 1865 eingeweiht wurde und auf dem Gebiet der etwa sechs Kilometer entfernten Gemeinde Effeldorf lag. Zunächst existierte noch kein Ortsteil gleichen Namens, weil hier außer der Bahnstation keine Häuser standen. Die Reisenden mussten, um Dettelbach zu erreichen, noch eine einstündige Omnibusfahrt zurücklegen.

    Erst mit dem Bau der Stichbahn Dettelbach Bahnhof-Dettelbach Stadt änderte sich dies. Die Stadt versuchte bereits 1890 eine weitere Bahnstrecke über Gerolzhofen, Volkach mit Endpunkt Dettelbach zu etablieren, die Idee scheiterte jedoch. Erst 1896 gelang es Luitpold Baumann, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Dettelbach, die Regierung in München vom Bau einer neuen Bahn zu überzeugen.
    Sie wurde am 30. August 1900 eingeweiht und zweigte hier von der Hauptstrecke ab.
    Allerdings gab man diese Nebenstrecke bereits 1960 wieder auf. Heute bildet Dettelbach-Bahnhof einen der Gemeindeteile der Gemeinde Dettelbach."

    Unser "Bahnpost-Roland" schreibt dazu:
    Eröffnung der Bahnstrecke am 1.9.1900
    Eingerichtet im Okt 1900 als "geschlossene Post" mit 5 Kursen täglich in jeder Richtung. Ab Okt 1901 6 Kurse täglich in jeder Richtung. Ab 1907 Condukteurs-Bahnpost mit 3 Kursen täglich in jeder Richtung und möglicherweise weitere Kurse "Geschlossene Post".
    Bei "Geschlossener Post" wurden meist keine Stempel eingesetzt.

    Anm.: Dies dürfte auch der Grund dafür sein, warum der Stempel keine "Massenware" ist.
    Hier präsentiert er sich mit der Kursnummer "VI" (noch nicht gelistet) sogar auf einem schmucken Kärtchen nach England im Jahre 1908.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Guten Morgen in die Runde,

    nachdem hier schon länger nichts mehr zu lesen war, nachfolgend wieder einmal ein hübscher Beleg aus dieser Dauerserie:

    Wieder einmal eine ausgabenreine Mischfrankatur von 2x100+50+2x20 Pfg. auf einer Paketkarte (7kg) von München 20 am 7. Mai 1924 über das Postzollamt München (rückseitig) und die Bodensee-Schiffspost "Lindau - Romanshorn" (vds. rechts unten) nach Luzern.

    Aus meiner Erfahrung lassen sich in den Jahren 1923 (Dez.) -1927 höhere ausgabenreine (!) Mischfrankaturen nur schwer finden, da in diesem Zeitraum doch immerhin 3 (!) verschiedene Dauermarkenserien erschienen sind, die im täglichen Betrieb - gerade bei Paketkarten, aber auch Wertbriefen - oftmals bunt gemischt wurden.

    Übrigens: Eine überschaubare Serie (6 Werte), die Lust auf eine Spezialsammlung machen könnte...;)

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Hallo in die Runde,

    aus dem Ausland zurückgelaufene Antwortteile sind immer ein Hingucker...und "ganz nebenbei" eine schöne Bereicherung für die Destinationssammlung...

    3 Pfg. Rautenmuster Ganzsachenkarte mit 5 und 3 Pfg. Wappen auffrankiert von München V - 12. JAN 98 nach Brügge. Die Karte ist in Ermangelung eines 2 Pfg.-Wertes (der erschien erst 1900) um 1 Pfg. überfrankiert.
    Der Antwortteil wurde in Brügge (diesmal Cent-genau !) mit 2 und 5 C. Staatswappen (Ausgabe 1893) - farblich der Fragekarte angepasst - auffankiert und am 14. Januar 1898 nach München zurückgesandt. (Eingang München BÜ am 14. und Ausgabe in München V. am 15.Jan.)

    Beide Teile wurden zusammenhängend verschickt.
    Warum beim Abgang in München einmal mit München 5 und einmal mit München V. gestempelt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Grias Di Uli,

    also mit den 80 Pfg. Briefporto gehe ich nicht konform - die reine Briefgebühr betrug m.W. 20 Pfg. je 15g. - das wären dann schon mal 40 Pfg., bleiben 55 Pfg., die zu verteilen wären.
    Aber ich kann bis jetzt auch nur spekulieren.

    Jetzt habe ich mal KI bemüßigt:

    Auch für eine Postsendung aus dem Königreich Bayern in die Schweiz ist das Porto von 95 Pfennig absolut korrekt und portorichtig.

    Obwohl Bayern bis 1920 ein eigenes Postregal besaß und eigene Briefmarken herausgab, galten im Auslandsverkehr (hier geregelt über die Bestimmungen des Weltpostvereins) exakt dieselben Tarifsätze wie bei der Reichspost:

    • Briefporto (40 Pfennig): Bayern berechnete für Auslandsbriefe in der zweiten Gewichtsstufe (16 bis 30 Gramm) ebenfalls 40 Pfennig (2 × 20 Pfennig).
    • Einschreibegebühr (20 Pfennig): Die obligatorische Einschreibegebühr (Chargé) für den Auslandsdienst betrug pauschal 20 Pfennig.
    • Versicherungsgebühr (35 Pfennig): Berechnet nach dem Standardtarif des Weltpostvereins (8 Pfennig je 240 Mark Versicherungssumme). Für 860 Mark mussten 4 Einheiten bezahlt werden (4 × 8 Pf = 32 Pf), was vorschriftsmäßig auf die nächste durch 5 teilbare Zahl – also 35 Pfennig – aufgerundet wurde.


      Ich "genieße" das jedoch mit äußerster Vorsicht...
      Kann jemand die obige Berechnung bestätigen?

      Beste Grüße
      Schorsch

    Hallo in die Runde,

    bei nachfolgendem Brief bräuchte ich bitte Hilfe beim Aufschlüsseln des Frankos.

    Wertbrief von Immenstadt am 6. AUG 1894 nach Bern (7.VIII.94) im Gewicht von 29g und Wert von 860 Mark. Frankiert ist der Brief mit 95 Pfg. - aber wie schlüsseln sich diese auf?
    Vielen Dank im Voraus für eine Hilfestellung.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Hallo in die Runde,

    der nachfolgend gezeigte 25 Rp. Tübli-Ganzsachenumschlag von Appenzell, abgesandt am 23.11.1897, war ursprünglich nach Würzburg "Haupt-Postlagernd" adressiert, wo er auch am Folgetag (2-3 Uhr nachmittags) ankam.
    Vom PA Würzburg Bahnhof wurde der Brief taggleich an das PA Würzburg 1 (4-5 Uhr nachmittags) übergeben, wo vermutlich bereits ein Nachsendeantrag nach Leipzig vorlag. Dort traf der Brief am 25.11. um 4-6 Uhr morgens ein.
    Diesmal findet sich kein Hinweis auf Postlagerung, jedoch wurde der Brief bereits um 6-7 morgens weiterbearbeitet und wieder vermutlich auf der Basis eines Nachsendeantrages taggleich nach Güsten (Anhalt) - diesmal wieder "postlag."(ernd) - weitergeleitet, wo er schließlich dem Empfänger übergeben werden konnte.

    Erstaunlich ist, dass der Brief trotz erheblichem Bearbeitungsaufwand, innerhalb von 2 Tagen beim Empfänger ankam.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser


    Hallo rosenrost

    Das scheint mir ein vorfrankiertes Antwortkuvert gewesen zu sein.
    Ob und in wie weit das unter bestimmten Voraussetzungen (UPU-Bestimmungen ?) unbeanstandet möglich war, entzieht sich derzeit meiner Kenntnis. Im vorliegenden Falle ist es jedenfalls schief gegangen.
    Schöner Beleg, den man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser

    Hallo in die Runde,

    sind Wertbriefe aus Bayern nach Luxemburg per se schon mal keine Massenware, so ist der vorliegende Beleg etwas wirklich Ausgefallenes für die Heimatsammlung:

    50 Pfg. Wappen auf Wertbrief (52g - 240 Mark) von Schloss Hohenburg vom 5. JAN 1905 über Trier (6.1.) nach Luxemburg (6.1.).
    Für Sendungen nach Luxemburg galten vom 1.10.1902 bis 31.7.1916 Inlandstarife, d.h. für Wertbriefe gewichtsunabhängig bis 250g, über 75km Entfernung und bis 600 Mark betrug das Porto 50 Pfg.

    Hintergrund:
    1870 hatte Herzog Adolph von Nassau-Weilburg Schloss Hohenburg (bei Lenggries) erworben. 1890 wurde Herzog Adolph Großherzog von Luxemburg und Schloss Hohenburg damit zur ständigen Sommerresidenz des Großherzogs.
    Von 1900 bis 1913 bestand im Schloss ein eigenes Postamt, welches nur während der Zeit der Hofhaltung der Großherzoglichen Familie geöffnet war. Eigentlich sollte darüber nur die Post der Großherzoglichen Familie und der Administration abgewickelt werden. Es existieren aber auch zahlreiche Belege (meist Postkarten), die von Touristen "en passant" dort aufgegeben wurden.

    Adressiert ist der Brief an "Herrn J.P. Brasseur - Vorstand der luxemb. Volksküche".
    Nun finde ich eine Person diesen Namens als "Industrieller, Hotellier und Großgrundbesitzer" (1840-1929) in Luxemburg, der Begriff der "Volksküche" taucht jedoch erst 1916 als Versorgungseinrichtung für Kinder auf. Wer weiß Näheres?

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser



    Hallo Ralph - danke Dir für die Bestätigung hinsichtlich der 2. Gewichtsstufe. Mir sind ja schon einige Belege durch die Hände gelaufen, aber so bewusst habe ich jetzt keinen der 2. Gewichtsstufe in Erinnerung. Beste Grüße - Schorsch

    Hallo in die Runde,

    zur Destination "Nicaragua" habe ich hier noch nichts gefunden, daher möchte ich gerne nachfolgenden Beleg zeigen:

    10 Pfg. Ganzsachenkarte der Wappenausgabe, abgesandt von Ensdorf am 12. Juni 1897 über Amberg (13.6.), New York (24.6.), Corinto (17. Juli) und Granada (18. Juli) nach El Rama.

    Der Anlandehafen "Corointo" befindet sich an der Westküste (!) Nicaraguas.
    Warum man von New York kommend, die Karte quasi "von hinten durch die Brust ins Auge" beförderte, wo doch "El Rama" wesentlich näher an der Ostküste Nicaraguas liegen würde, erschließt sich mir nicht ganz.
    Vielleicht kann mir hier ein Mittelamerika-Spezialist weiterhelfen.

    Und zum Text der Karte:
    Wie üblich handelt es sich mal wieder um eine Sammlerkorrespondenz. Der Absender berichtet u.a. von Belegen, die ihn aus Nicaragua ankommend, von München aus nachgesandt worden wären....:love:....ich suche noch...

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser





    Hallo in die Runde,

    das nachfolgende Pärchen ist mir die Tage untergekommen:

    Ein 10 bzw. 25 Rappen Tübli-Ganzsachenumschlag jeweils mit Zusatzfrankaturen in der 1. bzw. 2. Gewichtsstufe von Davos-Platz am 10.9.1871 bzw. 16.6.1872 - beide an die gleiche Adresse in Nürnberg. Die "grün/rot/braun"-Kombi finde ich einfach eine kleine Augenweide.

    Übrigens - wer sich frägt, was eine "Kumys-Anstalt" ist....
    Es handelt sich hierbei um eine "Kureinrichtung, die vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert im deutschsprachigen und russischen Raum populär war. Sie boten stationäre Trinkkuren mit Kumys (=fermentierte Stutenmilch) an, um Krankheiten wie Tuberkulose, Asthma und Magen-Darm-Beschwerden zu behandeln" (Quelle Wikipedia/KI)....ich weiß nicht, warum sich "Kumys" irgendwie nach "Kuhmist" anhört...=O<X

    Also ich lobe mir da eher wohltemperierte Trinkkuren auf rein natürlicher Hopfen/Malz-Basis ...8)

    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser