Beiträge von briefmarkenwirbler24

    Hallo zusammen,

    ich konnte neulich eine sehr schöne Drucksache ersteigern, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


    Aufgegeben wurde diese am 02.01.1863 in Basel und wurde adressiert nach Delemont (Delsberg).

    Frankogerecht frankiert mit 2 Rappen für eine Drucksache der 1. Gewichtsstufe (bis 15 g) laut Tarif vom 01.08.1862 bis zum 31.08.1871.

    Die 2 Rappen der Strubel-Serie ist, mal abgesehen von der 1 Franken, die seltenste aller Strubelis, was nicht weiter verwunderlich ist, da diese bloß 1 Jahr gültig gewesen ist, nämlich vom 01.07.1862 bis zum 31.07.1863. Die Auflage betrug lediglich 400.000 Exemplare, was verglichen mit den Nachfolgewerten, der 2 Rappen Sitzenden Helvetia gezähnt von 1862 mit einer Auflage von 45.000.0000 und der von 1874 mit einer Auflage von 80.000.000 Exemplaren, doch sehr überschaubar ist.

    In dieser Qualität mit fast allseitig weißen Rändern findet man eine solche Drucksache nur selten. Mir wurde von einem Sammlerfreund, nachdem ich ihn über meinen Erwerb informiert habe, berichtet, dass solche Stücke regelmäßig mit dem dreifachen Zuschlag verkauft werden, als für den ich sie erwerben konnte...

    Liebe Grüße,

    Kevin

    Hallo Ulf, hallo Michael,


    vielen Dank für eure Rückmeldungen und freut mich, dass euch meine Sammlung gefällt!


    Zu Ulf:


    Das mit den Textblättern wurde mir auch letztens bei Köhler gesagt, als ich dort nochmal gearbeitet habe :D. Ich werde es für die nächste Ausstellung reduzieren und versuchen in den Sammlungsteil einzubauen. Vielleicht lässt man auch die Tariftabellen komplett weg? Ich war mir nicht sicher, da ich noch nicht viel Erfahrung beim Ausstellen habe...


    Zu Michael:


    1. Wie ich schon bei Ulf schrieb, werde ich die Tariftabellen dann wohl gänzlich weglassen beim nächsten Mal, ich persönlich fand es hilfreich, da man beim Durchgehen der Sammlung so immer eine Art "Stütze" und Erinnerungshilfe hat, wie denn die entsprechenden Tarife waren.


    2. Genau, du hast Recht! Bei meiner letzten Ausstellung vor 3 Jahren wurde mir gesagt, dass ich damals zu viele "weiße Blätter" hatte, d.h. nur mit einem Beleg. Dieses Mal ist es mir gelungen i.a.R. ein Briefpaar zeigen zu können. Wenn das mal nicht möglich war, habe ich versucht das Blatt zu "strecken", sei es mit Abbildungen der Siegelseite (falls diese denn interessant war), Social Philately oder eben Hintergrundinformationen/-bildern.

    Aber gut, dass du darauf hinweist, denn das gleiche habe ich mir auch gedacht, als ich meine Sammlung nochmal angesehen habe. Ich bin nirgends auf Stempel eingegangen nur bei diesem Brief, schein wohl offensichtlich zu sein, dass dies eine Art Lückenfüller ist.


    3. Es gab natürlich keine separaten Regularien für die Behandlung von Trauerbriefen, dem Postkunden war es bloß freigestellt bzw. erlaubt das Poststück sowohl als Brief als auch als Drucksache zu verschicken. Mit der Seite wollte ich bloß die zwei Möglichkeiten exemplarisch zeigen bzw. gegenüberstellen. Ist das nicht sinnvoll?


    Ich war mir teilweise selbst bewusst, dass manche Dinge vielleicht nicht so gern von der Jury gesehen werden, doch mein grober Leitfaden für die Bearbeitung der Sammlung war letzten Endes einfach, dass mir das Endresultat gefällt. Was ich unter allen Umständen vermeiden wollte/will, ist, dass ich, bloß um die Vorgaben und Richtlinien der Jury zu erfüllen, meine Sammlung so gestalte, dass sie in diese hineinpasst. Vielmehr sollte einem die Arbeit ja am Ende selbst gefallen, deswegen habe ich auch u.a. Bilder von Landschaften eingefügt, weil es mir gefiel, sehr wohl weiß ich, dass auch das nicht unbedingt gerne gesehen ist.


    Aber die von euch erwähnten Verbesserungen werde ich versuchen beim nächsten Mal einfließen zu lassen!


    LG


    Kevin

    Hallo zusammen,


    es freut mich, euch endlich meine Ausstellungssammlung "Der Postverkehr in und mit der Schweiz" präsentieren zu können!

    Ich werde diese in 2 Wochen in Holvede bei der Jugendausstellung auf Rang 2 ausstellen und wenn alles so klappt wie ich es geplant habe, dann werde ich es noch schaffen im Jugendrang 2021 in Essen international auszustellen, was dann quasi für mich der krönende Abschluss wäre. Doch erst mal muss ich Rang 2 und Rang 1 passieren :).


    Ich bin mir darüber im Klaren, dass meine Sammlung an der einen oder anderen Stelle noch ausbaufähig ist, aber ich habe mit meinen jungen 20 Jahren noch viel Zeit in meinem Leben daran zu feilen.


    Die letzten 2-3 Monate habe ich viel Zeit damit verbracht die Sammlung "ausstellungsreif" zu bekommen und daher würde ich mich über Rückmeldungen eurerseits sehr freuen, sei es in Form von Lob oder konstruktiver Kritik :).


    Vielen Dank auch an Michael für das Hochladen der Bilder und der Erstellung des Themas, nicht zuletzt weil er mit der Hintergrundkonfiguration des Forums ohnehin schon viel zu tun hat!


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo Ralph,


    die sog. "Botenweibelbriefe" waren eine Eigentümlichkeit des Kanton Luzerns.


    Ich zitiere aus dem Buch "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezählt" vom SSV:


    "Diese [Botenweibel-Briefe] waren auf den Rechtsbetrieb bezogen und enthielten oft Bareinlagen von Privaten zur Begleichung gewisser Gebühren; sie wären demnach wie Wertbriefe als Fahrpoststücke zu behandeln gewesen. Da die große Zahl solcher Korrespondenzen die Fahrpostexpediton unverhältnismäßig erschwerte, bewilligte die Postbehörde speziell für den Kanton Luzern deren Beförderung als gewöhnliche Chargé-Briefe, jedoch unter der Bedingung, dass sie keine Wertangabe trugen"


    Zitation aus dem Buch "Altschweiz- was nicht im Katalog steht" von Josua Bühler:


    "Als Besonderheit sieht der Sammler oftmals mit 20 Rp. frankierte Briefe, die an Botenweibel adressiert sind. Wir entnehmen der Verfügung 7/1866: <<Im Kanton Luzern werden die auf Rechtsbetrieb und gerichtliche Liquidation bezüglichen Sendungen und Mitteilungen mittels Chargébriefen bewerkstelligt. Es werden einerseits von Privaten an Rechtsbetriebsbeamte (Botenweibel) Chargébriefe mit Einlagen der entsprechenden Gebühren, andererseits von Rechtsbetriebsbeamten und Gerichtskanzleien Chargébriefe an Private aufgegeben, auf denen der Wert der verwendeten Marken per Nachnahme erhoben wird."


    Ich finde es relativ interessant, dass diese Regelung bloß für den Kanton Luzern gültig gewesen ist und nicht für die anderen Kantone. Bzw. in anderen Worten, warum hatte ausgerechnet Luzern einen so großen Korrespondenzverkehr solcher Schriftstücke...


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo zusammen,


    mal wieder eine neue Errungenschaft der Sitzenden Lady von mir :D


    Aufgegeben wurde der Brief am 22.02.1878 in Luzern und wurde adressiert an das Luftlinie weniger als 5 km entfernte Emmen, wo der Brief bereits am darauffolgenden Tag angekommen ist.


    Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 5 Rappen für einen Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 15 g) im Ortskreis (bis 10 km)
    Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 20 Rappen für die Chargé-Gebühr

    Ergibt in summa also 25 Rappen, die auch in Form einer hübschen Buntfrankatur verklebt worden sind.


    Eingeschriebene Brief im Ortsverkehr sind nicht häufig, einen so schönen wie den, muss man dann auch erst mal finden :)


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo Ralph,


    zwar schon im Parallelforum geschrieben, aber kann es gar nicht oft genug sagen: Toller Brief, wenn der mal frei wird... :D


    Dann möchte ich euch auch gerne eine neue Errungenschaft meiner kleinen Sammlung (im Verhältnis zum Besitzer des vorangegangenen Briefes) zeigen.


    Aufgegeben wurde der Brief am 22.01.1864 in Basel und adressiert wurde dieser nach Säckingen im Grenzrayon. Die Grenzrayon-Taxe betrug "3 Kr. (sowohl frankiert als auch unfrankiert), was 10 Rappen entsprach, welche beim Empfänger eingezogen und der Schweiz gutgeschrieben wurden. Alles weitere ergibt sich aus dem ausführlichen Attest von Urs Hermann. M.E. ist ein Attest dann gut, wenn man nichts mehr zu dem vom Prüfer Geschriebenen ergänzen kann, was hier der Fall ist. Hermann ist meiner Meinung nach sowieso einer der kompetentesten Prüfer, sowohl postgeschichtlich als auch philatelistisch.


    Briefe im Grenzrayon sind schon nicht häufig wie wir wissen (mal von der Spengelin-Korrespondenz abgesehen), unfrankierte Briefe im Grenzrayon sind noch zwei Stufen seltener, weswegen ich mich über meine neue Errungenschaft sehr freue.


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch gerne einen neu erworbenen Brief vorstellen:


    Aufgegeben wurde der Beleg am 10.11.1867 in Thun und wurde adressiert nach Aarau. Die Taxe setzt sich wie folgt zusammen:


    20 Rappen für einen Brief der 2. Gewichtsstufe (<10 bis 250 g) im Fernverkehr laut Tarif vom 01.07.1862 bis zum 31.08.1871 und 10 Rappen für eine Nachnahme bis 10 Franken laut Tarif vom 01.08.1862, macht zusammen 30 Rappen, die auch portogerecht frankiert und so vom Postbeamten auch in Rötel vermerkt wurden (einmal "30" Rappen für die Frankatur und "300" Rappen für den gesamten Nachnahmebetrag). Eine Besonderheit liegt darin, dass die Nachnahme vom Adressaten verweigert (refüsiert) wurde und so der Brief wieder Retour zum Absender geschickt wurde. Für die Retoure sind keine zusätzlichen Gebühren angefallen.


    Eine weitere Besonderheit liegt in der Marke und zwar handelt es sich um die seltene "b"-Farbe "reinblau" (im Zumstein) bzw. "preußischblau" (im Michel). Laut Befund ist ein Zahn der Marke zerrissen, was ich aber so nicht bestätigen würde


    Liebe Grüße,


    Kevin


    PS: Vielleicht kann jemand den Namen des Adressaten entschlüsseln (ich lese bloß "Brast")



    Hallo zusammen,


    die Frage um die Nachtaxierung des obigen Briefes wurde noch nicht gänzlich beantwortet, darum habe ich einen Sammlerfreund um Hilfe gebeten, dessen Antwort ich euch nicht vorenthalten möchte:


    "Briefe von Frankreich oder nach Frankreich die ungenügend frankiert waren, hatte man sowohl in der Schweiz wie aus der Schweiz (in Frankreich) nach dem 1. Postvertrag (in Kraft ab 1.Juli 1850 - 30.Sept.1865) wie folgt austaxiert!
    Es wurde immer die volle Taxe berechnet ohne Abzug der geklebten Gebühr!! Beispiel: Der Brief wäre mit frz. Franc 1.20 zu frankieren gewesen und er war nur mit Fr. 1.15 frankiert, dann hatte der Empfänger in der Schweiz die volle Gebühr Fr. 1.20 zu bezahlen, ohne Anrechnung der geklebten Taxe!!
    Erst ab 1.10.1865 (dem 2.PV mit Frankreich) wurde der Brief mit der vollen Taxe belastet unter Abzug der geklebten Gebühr! Der Brief von Dir aus dem Jahr 1858 zeigt die 20 Centimes Frankatur, wäre aber mit 35 Centimes zu frankieren gewesen. Die Marke hatte also keinerlei Frankaturkraft! Der Schweizer Adressat bezahlte demzufolge 35 Rp. Nachporto!


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo,


    zwischen dem Norddeutschen Bund und der Schweiz wurde zum 1.9.1868 ein neuer Postvertrag abgeschlossen, wonach ein einfacher Frankobrief nach Russland 50 Rappen kostet. Hiervon vergütete die Schweiz 40 Rappen (= 14 Kr.) an Baden. Baden wiederum gab hiervon 7 Kr. (= 2 Sgr.) an Preußen (Norddeutscher Postbezirk) weiter, die komplett an Russland zu vergüten waren. Diese Weiterfrankaturen sind gut auf dem Breif nachzuvollziehen.
    Jetzt frage ich mich, warum ist dieser Brief aus Genf vom 8.5.1869 mit 90 Rappen frankiert worden. Handelt es sich um eine Überfrankatur oder habe ich etwas übersehen?
    Auf der Rückseite ist der Brief völlig blank.


    Grüße von liball


    Hallo Karl,


    toller Brief, den ich auch gerne in meiner Sammlung hätte :rolleyes:


    Ich habe folgende Tarife gefunden:


    • Tarifperiode 2: 14.01.1853 - 09.01.1867 über Deutschland 70 Rappen (1.Rayon der Schweiz)
      Tarifperiode 2: 14.01.1853 - 09.01.1867 über Deutschland 90 Rappen (2.Rayon der Schweiz)
      Tarifperiode 2: 14.01.1853 - 09.01.1867 über Österreich 90 Rappen (2.Rayon der Schweiz)
      Tarifperiode 3: 10.01.1867 - 31.08.1868 über Deutschland 65 Rappen (1.Rayon der Schweiz) sehr selten
      Tarifperiode 3: 10.01.1867 - 31.08.1868 über Deutschland 75 Rappen (2.Rayon der Schweiz) sehr selten
      Tarifperiode 4: 01.09.1868 - 24.03.1870 über Deutschland 50 Rappen
      Tarifperiode 4: 01.01.1867 - 30.06.1872 über Frankreich 95 Rappen sehr, sehr selten
      Tarifperiode 5: 26.07.1867 - 30.06.1875 über Deutschland 45 Rappen


    Darüber hinaus fand ich folgenden Brief (im Anhang), der aus der gleichen Korrespondenz stammt und ebenso frankiert wurde.
    Die Beschreibung des Briefes war Folgende:


    "Brief von Genf nach St. Petersburg 30.11.1868. Laut Briefposttarif vom 15.8.1868 - 31.5.1869 je 15g = 90 Cts.( 3x 41 a) Taxe für die Schweiz: 50 Cts. D/Oe/ Russland: 40Cts. Davon 2 Silbergroschen = 29 Cts. an Russland 18.3.1867 Die Ausgabe der 30 Cts. blau als 90 Cts.-Frankatur ist selten, da nur während 9 Monate möglich"


    Vielleicht hilft dir das weiter...


    Liebe Grüße vom Schweiz-Liebhaber,


    Kevin

    Hallo zusammen,


    für 5€ konnte ich mir diesen Beleg nicht entgehen lassen, ich wäre auch bereit gewesen deutlich mehr hierfür zu bezahlen.


    Wie man gut auf den ersten Blick erkennen kann, handelt es sich um einen sog. "Forwarded-letter", da der Absender "X.NITHART &CO (?)" aus Mülhausen, Frankreich stammte. Um Kosten zu sparen, brachte ein Forwarder den Beleg über die Grenze nach Basel (etwa 30 km Luftlinie), um ihn dort in Richtung Berlingen aufzugeben. Ein Brief von Mülhausen nach Berlingen hätte laut Tarifperiode vom 01.10.1865 bis zum 30.06.1875 30 Centimes gekostet (entspricht auch 30 Rappen), sodass der Absender 20 Rappen sparte, indem er ihn von Basel als einfachen Brief im Fernverkehr abschickte.


    Solche "Forwarded-letter" sind nicht allzu häufig, weswegen ich mich über diesen hübschen Brief freue.


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo zusammen,


    heute zeige ich euch einen in der Form recht seltenen Beleg, der für den Laien vielleicht erst mal etwas unscheinbar aussieht.


    Aufgegeben wurde der Portobrief am 06.10.1881 in Saignelegier und wurde adressiert nach Le Roselet. Die Entfernung per Luftlinie beider Orte zueinander liegt bei etwas mehr als 3 km, also handelt es sich hier um einen Brief im Ortsverkehr. Laut Tarifperiode vom 01.09.1876 bis zum 31.10.1881 mussten frankierte Briefe im Lokalrayon bis 15 g mit 5 Rappen freigemacht werden. Unfrankierte Briefe kosteten das Doppelte, also 10 Rappen, die vom Postler in "schwarz" notiert und in Form von 2x5 Rappen (Mi.Nr.4) Nachportomarken verklebt wurden.


    Unfrankierte Briefe aus diesem Zeitraum zu finden, stellt schon an sich eine echte Herausforderung dar, hinzu kommt noch die Tatsache, dass es sich hier um einen Lokalrayon-Beleg handelt, was nochmal etwas seltener ist, da man 3 km auch gut zu Fuß zurücklegen konnte.


    Ich zitiere aus dem Buch "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezähnt":


    "Die Gebühren für unfrankierte Briefe bedürfen einer Erläuterung: sowohl vor als auch nach Inkrafttreten des Posttaxengesetzes von 1862 war dem Postbenützer die <<Freimachung>> oder Frankierung von Briefen anheim gestellt, jedoch mit dem Unterschied, dass mit dem neuen Gesetz unfrankierte Sendungen mit einer Ausnahme erstmals höher belastet wurden. Der Zweck dieser Massnahme lag in der reibungslosen Zustellung. Den offenkundigen Erfolg bezeugt die Tatsache, dass der Anteil der frankierten Inlandssendungen, der 1862 kaum die Hälfte ausmachte, im Jahr 1870 auf rund 80% und sieben Jahre später [1877] gar auf über 95% anstieg"


    Alleine diese Zahlen belegen schon, dass ein unfrankierter Brief aus dem Jahr 1881 vielleicht 2% aller Postsendungen (die Tatsache, dass es sich um einen Lokalrayonbrief handelt mal ganz außen vor gelassen) ausmachte, wenn man den Gedanken jetzt noch weiter spinnt, wie viele von diesen Belegen noch erhalten sind, erhält man eine ungefähre Vorstellung von der Seltenheit.


    Hinzu kommt, dass die erste Ausgabe der Portomarken unter Sammlern sehr beliebt ist, weswegen dieses waagerechte Paar der 5 Rappen den Brief zusätzlich etwas aufhübscht.


    Der Inhalt ist eine Rechnung in Höhe von 18.90 Franken, die vom Empfänger beglichen werden mussten. Der Erhalt der Gebühr wurde am 29.10. quittiert.


    Liebe Grüße,


    Kevin

    Hallo zusammen,


    da ich gerade einen Artikel für die ARGE Schweiz schreibe und der von mir in Post #36 gezeigte Brief ein Bestandteil desselbigen ist, habe ich hierzu noch eine kleine Frage.


    Ich habe in meiner Briefbeschreibung Folgendes stehen:


    Laut Postvertrag zwischen dem NDP und der Schweiz vom 01.09.1868 bis zum 01.07.1872 kostete ein einfacher Brief der 1.Gewichtsstufe 18 Kopeken. Dies teilte sich auf in 2 Sgr. für Russland und 2 Sgr. für den NDP sowie 3 Kr. (= 1 Sgr. bzw. 10 Rappen), die als Weiterfranko für die Schweiz bestimmt waren und vorderseitig rot notiert wurden. [...] so hat der Absender der Post 8 Kopeken (2/2/3 Silbergroschen) geschenkt.


    Wenn 8 Kopeken etwa 2/2/3 Silbergroschen entsprechen, sind meiner Umrechnung zu Folge 18 Kopeken= 6 Silbergroschen.
    Wenn 2 Sgr. für Russland, 2 Sgr. für den NDP und 1 Sgr. für die Schweiz aufgeteilt wurden, wo ist dann der verbleibende Silbergroschen hingewandert?


    LG


    Kevin

    Hallo zusammen,


    nachdem ich das gesamte Wochenende nicht zu Hause gewesen bin, erst jetzt meine verspätete Antwort.


    Im Parallelforum erhielt ich von einem Mitglied die Information, dass 100 Öre umgerechnet 11/1/4 Silbergroschen entsprachen, demnach ergibt sich folgende Umrechnung:


    36 Öre = 4,05 Silbergroschen. 2/1/2 Silbergroschen (= 22 Öre) bekam der NDP und 14 Öre behielt Schweden für sich. Von den 2/1/2 Silbergroschen des NDP bekam die Schweiz 1 Silbergroschen (= 3 Kreuzer oder 10 Rappen). Damit ist der Brief geknackt!


    @ Nils


    Dass etwa 200 Briefe von Norwegen nach Schweiz bekannt sind, verwundert mich ehrlich gesagt etwas, da ich bisher erst einen einzigen Brief von dort in die Schweiz gesehen habe, aber wenn du das sagst, glaub ich dir :D


    LG


    Kevin

    Hallo zusammen,


    Ich habe schon lange nach einem solchen Brief für meine Incoming-Mail Sammlung Schweiz gesucht, doch "was lange währt wird endlich gut" und nun konnte ich endlich einen integrieren :).


    Aufgegeben wurde der Beleg am 07.01.1870 in Stockholm und man adressierte diesen an "Monsieur Charles Rau[?]..." nach Genf.
    Frankiert wurde der Brief frankogerecht mit insgesamt 36 Öre (24 Öre orange + 12 Öre blau). Laut Postvertrag gültig ab dem 01.09.1868 zwischen dem Transitland NDB und der Schweiz (es gab noch keinen eigenen Postvertrag mit Schweden) waren Briefe über Deutschland bis 15 gr mit 36 Öre zu frankieren. Die Notierung in Bläuel entspricht dem Wort "Wfr" (=Weiterfranko) und die "2/1/2" in Rötel entsprechen 2/1/2 Silbergroschen (vereinsländischer Anteil), die dem NDB gutgeschrieben worden. Der Anteil der Schweiz betrug 1 Silbergroschen, umgerechnet 3 Kreuzer oder 10 Rappen. Der Postler in Schweden platzierte einen "Franco" Stempel auf die Vorderseite, um zu verdeutlichen, dass der Brief bis zum Empfänger bezahlt wurde.


    Auf der Siegelseite erkennen wir den Bahnpoststempel "Kiel-Hamburg 10.01." und den Ankunftsstempel von Genf vom 12.01., demnach brauchte der Brief bloß 5 Tage um zugestellt zu werden. Der Brief dürfte über Baden weitergeleitet und in Basel die Grenze übertreten haben.


    Meine noch offenen Fragen:


    1. Kennt jemand die Umrechnung von "Öre" zu "Silbergroschen"?
    2. An die Markensammler: Welche Marken wurden hier frankiert?


    Ich freue mich auf jeden Fall über diesen wunderschönen Brief und der Einkaufspreis ist schon fast vergessen.


    Vorupu-Briefe von Schweden nach Schweiz sind natürlich handverlesen (das gleiche gilt auch für die restlichen skandinavischen Länder), was auch alleine die Tatsache bestätigt, das bisher noch kein ähnlicher Beleg vorgestellt wurde :D


    Liebe Grüße


    Kevin

    Hallo Dieter,


    vielen Dank für die für mich sehr wertvollen Informationen!
    Du sagtest, dass du ohne deine Literatur nicht ganz detailliert antworten kannst, von welcher Literatur sprichst Du denn hier?
    Ich bin nämlich derzeit dabei mein Kontinguent zu erweitern, weswegen ich über eine kurze Info sehr dankbar wäre!


    LG


    Kevin