Beiträge von Michael

    Lieber Erwin,


    die Frage ist, ob alle diese Briefe, incl. des Wertbriefs (!), aus einem Briefkasten stammen ...

    Bist Du dir bei dem Barmer Brief (NDP-Zeit) sicher, dass die Preußenmarke schon damals drauf klebte? Sie sieht relativ frisch aus.


    Gruß

    Michael

    Variante 2 halte ich für unwahrscheinlich. Variante 1 bildet einen (sehr) wahrscheinlichen Ablauf. Nur der Grund, warum die rückseitige Bemerkung notiert wurde, ist mir unklar und Überlegungen dazu gehen ohne weitere Kenntnisse ins Spekulative.

    Der erste Ausgabestempel bildete den Abschluss der postalischen Behandlung. Der Brief war zur Selbstabholung "ausgeliefert" (ins Brieffach gelegt) worden. Als der Adressat auch am nächsten Tag den Brief nicht abgeholt hatte, griffen die ergänzenden Bestimmungen der Instruktion. Die erfolgte "Auslieferung" (ins Brieffach) war hinfällig, der entsprechende Stempel wurde mit Tinte annullliert; evtl. um eine klare Trennung von dem Ausgabestempel des folgenden Bestellgang / der folgenden Bestellgänge bis zur erfolgreichen Zustellung ins Haus zu erreichen. Schließlich lagen zwischen diesen beiden "Auslieferung" 2 Tage, üblicherweise erfolgte bei einem misslungenen Zustellversuch der nächste noch am selben bzw. spätestens den nächsten Tag.


    Gruß

    Michael

    Lieber Ralph,


    auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Stück!

    Und Du hast natürlich recht: egal von welchem Postvertrag - einen Ersttagsbeleg zu finden ist in jedem Fall ein toller Fang. Zumal wenn er noch so gut aussieht wie deiner.


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,

    verweise noch mal auf #137

    Deine Interpretation Nr. 2 passt nicht zu dem als Eingangsstempel deklarierten rückseitigen Stempel vom 2.1. (der übrigens keine Bestellgangnummer aufweist).


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    auf der Rückseite deines Briefes sind neben 1 Kursstempel noch 2 Ausgabestempel zu sehen (siehe auch Thalmann). Beide letztgenannten wurden auch in diesem Sinne eingesetzt. Ein Ausgabestempel dokumentiert den letzten Schritt des postalischen Weges, die Übergabe (oder versuchte Übergabe) des Briefes an den Empfänger. Dies gilt auch hier, denn mit der Bereitstellung des Briefes in einem Brieffach auf dem Postamt war die Aufgabe der Post abgeschlossen.


    So meine Interpretation.


    Viele Grüße
    Michael

    Hallo Björn,


    das sieht schon mal klasse aus. Die farbigen Abbildungen würde ich beibehalten, so sieht man z.B. auch die unterschiedlichen Blautöne der Stempel. Die Gewöhnung an s/w-Stempelabbildungen ist meiner Meinung nach historisch bedingt. Wie aufwändig (technisch/finanziell) wäre seinerzeit Farbdruck gewesen?

    Bei den Preisspalten würde ich eher Seltenheitskategorien nehmen. Diese bleiben unabhängig von der zukünftigen Marktentwicklung gültig.


    Eine Bemerkung/Frage zu Stpl.-Nr. 4 deiner Beispielseite: Der Rahmen ist deutlich größer als der Textinhalt. Ein aptierter Stempel? Da könnten Erläuterungen in der Bemerkungsspalte sinnvoll sein.
    Generell interessant wären auch Angaben, wenn bestimmte Stempel nur für bestimmte Zwecke, z.B. nur bei der Fahrpost, eingesetzt wurden.


    Meinen Glückwunsch an alle Beteiligten zu dieser Arbeit!


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    der beschriebene Ablauf ist meiner Meinung nach plausibel.


    Die Herkunft des rückseitigen Vermerks Wird abgeholt ist zu diskutieren.
    Gegen einen postalischen Ursprung spricht zunächst die Frage Warum sollte die Post das notieren? Auf dem Postamt gab es Listen mit Empängern, die ihre Briefe selber abholten bzw. die zuständigen Postbeamten kannten die Namen. Wenn es üblich gewesen wäre, müssten wir viel mehr Briefe mit diesem Vermerk kennen, da dies wohl nur Empfänger mit einem hohen Briefaufkommen handhaben konnten (Abholung bis zum nächsten Tag!).
    Gegen den Absender spricht, dass dieser Sachverhalt der Selbstabholung dem Schreiber nicht unbedingt bekannt war.

    Zudem steht unterhalb des Vermerks ein Unterschriftskürzel (?). Dies würde eher für einen postalischen Ursprung sprechen; warum sollte der Absender sein Kürzel darunter setzen? Zudem unterscheiden sich Tinte und Schrift bei Vermerk und Adresse.


    Auffällig ist, dass vorderseitiger verte-Vermerk und rückseitige Notiz anscheinend mit gleicher Tinte geschrieben wurden. Übrigens ähneln sich die Vermerke auf deinem Brief und dem aus der Sammlung Krauß ebenfalls auffällig und dies bei unterschiedlichen Absendern/Empfängern !

    Daher bin ich der Meinung, dass der Vermerk postalischen Ursprung ist, ohne genau begründen zu können, warum man diese Notiz als nötig erachtete.


    Habe mal die pro und contra Argumente angeführt, vielleicht hat jemand noch eine Idee dazu.


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    gemäß dem letzten Abschnitt des § 22 hatte ein in der Stadt wohnender Empfänger die Briefe bis zum Folgetag abzuholen. Der Brief kam am 2.4. im Postamt an und wurde bis zum Dienstschluß am 3.4. nicht abgeholt. Daher erfolgte am 4.4. die Zustellung durch den Boten.

    Die rückseitige Tintennotiz könnte das Bestellgeld mit 1/2 Sgr. beziffern.


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    gemäß dem PV von 1868 kostete ein Frankobrief 2 Sgr. bzw. 10 Cents, ein Portobrief kostete 4 Sgr. / 20 Cents. Unterfrankierte Briefe wurden als Portobriefe taxiert und der Markenwert angerechnet. Also 20 Cts. abzüglich 5 Cts. ergibt 15 Cts. Portoforderung.


    Gruß

    Michael

    Hallo zusammen,


    habe das Thema mal nach T&T Inland verschoben.

    Rückseitig ist anscheinend ein Absenderstempel aus Wien, also ist der Brief vermutlich forwarded worden.

    Schön mit dem vorausbezahlten Bestellgeld.


    Gruß

    Michael

    Lieber Ralph,


    vermute mal, der aussen auf der Rückseite formulierte Gruß von Jacob war der Auslöser. Private Mitteillungen durften nicht auf dem Briefcouvert notiert werden.

    Seltenes Stück - meinen Glückwunsch dazu.


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    wenn der Brief nicht datierbar ist, würde ich ihn wegen des Vermerks "portopflichtige Dienstsache" in die nachpreußische Zeit datieren.
    Ob der Behördenbote Tinte dabei hatte?


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    ein interessantes Stück. Briefe mit gestrichenem frei-Vermerk durften eigentlich nicht angenommen werden. Einen möglichen Ablauf hat @bk schon beschrieben.

    Der Briefkasten-Stempel wurde meines Wissens, zumindest in preußischer Zeit, nur am Kölner Bahnhof geführt und nicht bei dem städtischen Postamt.

    Eine Frage wäre noch: stammt der Brief aus der preußischen Zeit oder kann er nicht auch aus der NDP-Zeit stammen?


    Gruß

    Michael