Beiträge von Michael

    Hallo Martin,

    folgendes habe ich nach Stöbern in meinen Unterlagen (zwar aus den 1830er Jahren, aber evtl. immer noch gültig) zur Taxierung gefunden:
    Für Post aus Preußen nach Baden kostete der Taxis-Transit von Frankfurt bis Weinheim 6 Kr. für einen einfachen Brief bis 1/2 Loth. Wenn der Brief zwischen 1/2 und 3/4 Loth wog, fiele in Preußen das einfache Porto (6 Sgr.) an, beim Transit durch Taxis-Gebiet jedoch das doppelte von 12 Kr.


    Viele Grüße
    Michael

    Hallo Martin,


    Ralphs Erklärungen kann ich nur bestätigen.
    Zudem: 1847 gab es eine direkte Bahnverbindung Heidelberg - Frankfurt (bis zum Main, die Eisenbahnbrücke war erst Ende 1848 fertig).


    Der badisch-taxissche Postvertrag von 1843 liegt mir nicht vor, daher kann ich zu den Transitbestimmungen nichts definitives sagen. Den diskutierten Brief von 1824 kenne ich nicht.

    Wenn man sich deinen Brief anschaut: 22 Kr. in schwarzer Tinte wurden groß als Portoforderung notiert. Mit Rötelstift wurde ebenfalls groß ein Strich gezogen und darunter 12 (Kr.) ebenfalls als Portoforderung notiert. Beide Taxen wurden erst mit der typischen preußischen Tinte gestrichen und offensichtlich in 9 3/4 Sgr. reduziert.
    So stellt sich für mich die Taxierung dieses Briefes dar.


    Viele Grüße

    Michael

    Hallo Valesia,


    mit dem Leitweg liegst Du richtig, von Frankfurt ging es vermutlich via Eisenach-Halle nach Berlin und dann weiter Richtung Osten.


    Bei den Taxen hast du meiner Meinung nach den T&T-Transit vergessen.
    Zu den 22 Kr. kamen noch 12 Kr. hinzu. Diese 34 Kr. ergaben dann 9 3/4 Sgr.. Hierzu das preuß. Inlandsporto von 6 Sgr. ergab 15 3/4 Sgr. Gesamtportobelastung.


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Erwin,


    unter sem Stempel 1A ist noch ein Stempel 2A.

    Den Stempel A3 (oder ähnliche) kenne ich bisher nicht von der Kölner Packkammer. Frage mich, ob er wirklich von dort ist.

    Retournierte PBBs sind selten und dieser zeigt schön, dass hierbei die Rücksendung extra bezahlt werden musste.

    Interessantes Stück!


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Erwin,


    doch, in dem Sinne, dass eine Wertdeklaration bei Einschreiben nicht zulässig war. Also Fehler beim Absender, von der Post alles richtig gemacht.


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Ralph,


    oben habe ich die Taxen für diesen konkreten Brief (1. Entfernungsstufe und "nur" 100 Taler) genannt. In diesem Fall wäre ein Wertbrief tatsächlich günstiger als ein Einschreiben gewesen.

    Die Versicherungsgebühr war aber abhängig von declariertem Wert UND der Entfernung, so dass sich die Verhältnisse Wertbrief vs. Reco meistens umdrehen würden. Aber grundsätzlich war die Wertsendung eine günstige Versendungsform. Dies wurde auch von der Preußischen Post so gesehen und bewußt so gestaltet. Preußen war zwar sparsam, aber Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bedeutung guter (=schneller und günstiger) postalischer Leistungen für die wirtschaftliche Entwicklung allen Verantwortlichen klar und wurde auch dementsprechend politisch forciert.


    Viele Grüße

    Michael

    Hallo zusammen,


    zu den Anmerkungen hinsichtlich der Suchfunktion hier im Forum


    ...und PS: Die Suchfunktion halte ich auch für begrenzt leistungsfähig, sie führt bei manchen Stichworten in ein "Meer" an Treffern, die man dann auch erst wieder durchsuchen muss.

    Wenn ich die Erweiterte Suche (unterstes Feld nach Anwählen der Lupe) aufrufe, ergeben sich z.B. folgende Resultate:

    Suchbegriff Vorausentwertung ergibt 168 Treffer

    Suchbegriffe Vorausentwertung Mühlradstempel ergibt 24 Treffer

    Suchbegriffe Vorausentwertung Mühlradstempel Scheinfeld ergibt 5 Treffer

    Suchbegriffe Vorausentwertung Mühlradstempel Scheinfeld und Auswahl des Benutzers Bayernspezi (im Feld darunter) ergibt 1 Treffer

    Das bietet nicht genügend Möglichkeiten für eine erfolgreiche Suche ?


    Eine Umbenennung vorhandener Themen mit gleichlautendem Anfang Mi.-Nr. x ist natürlich machbar.


    Zu den vorgeschlagenen Unterordnern Vorausentwertung Population Scheinfeld usw.
    Abgesehen davon, dass ich mich frage, was "Population" in diesem Zusammenhang bedeuten soll, frage ich mich, wieviel Themen denn in so einem Ordner erscheinen würden? Die Vorausentwertungen aus Scheinfeld würden doch in einem Thema untereinander stehen. Ein Ordner für ein Thema würde nun wirklich keinen Sinn machen. Vorstellbar wäre ein Ordner Vorausentwertungen und darunter dann die Themen "Vorausentwertung Scheinfeld", "Vorausentwertung Mühldorf" usw.


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Ralph,


    das ist es ja:
    Recommandierter Brief 3 Sgr., Ersatzleistung im Verlustfall 14 Taler.

    Wertbrief über 100 Taler 2 Sgr., Ersatzleistung im Verlustfall 100 Taler. (Es sei denn, die Post könne beweisen, dass der tatsächliche Wert niedriger war)


    Es ist bis jetzt auch der einzige recommandierte Wertbrief, der mir unter die Augen gekommen ist ...


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Ralph, liebe Freunde,


    danke für den Anstoß, das Thema noch mal gründlicher anzugehen. :thumbup:


    Bereits seit 1848 gab es eine Verordnung No. 127 Gestattung der Recommandation bei Postsendungen jeder Art

    In dieser Verordnung wurden keinerlei Einschränkungen genannt, allerdings lag der Fokus auf der hiermit gegebenen Möglichkeit, sich von der richtigen Auflieferung und Beförderung ihrer Sendungen Überzeugung zu verschaffen. Einschränkungen hinsichtlich einer evtl. Garantieleistung wurden nicht erwähnt.


    Nun hat mich die Diskussion veranlasst, noch einmal weiter zu suchen und im Postgesetz von 1852 bin ich auf diesen Paragraphen gestossen:

    Hier wird nun, im Widerspruch zur o.g. Verordnung die Einschränkung gemacht, dass Wertdeklarationen bei recommandierten Sendungen nicht zulässig sind! Die Erstattung bei Verlust war auf 14 Taler begrenzt, so dass der Absender hier tatsächlich grob fahrlässig gehandelt hat. Der Postbeamte hat den Brief korrekt taxiert, da eine Versicherungsgebühr in diesem Fall nicht anfiel.


    Viele Grüße
    Michael

    Hallo zusammen,


    eine Bitte vorneweg: wenn Nachbesserungsbedarf bei Ordnerstrukturen besteht, dies bitte hier posten, da Hinweise in einzelnen Themenbeiträgen von den Admins nicht automatisch gelesen werden.


    Wie soll denn eine "alphabetische Sortierung der Unterverzeichnisse" aussehen?


    Das Thema Vor- und Vorausausentwertungen auf Bayerns 1-21 (278 Beiträge) im Ordner Quadratausgaben 1849-1866 überschneidet sich mit dem Thema Vorausentwertungen durch Mühlradstempel (41 Beiträge) im Ordner Mühlrad-Stempel.
    Sollen diese beiden Themen zusammengelegt werden?
    In welchem Ordner würden sie passen?


    Macht es Sinn, z.B. im Ordner Quadratausgaben 1849-1866 weitere Unterordner anzulegen?
    Oder sollen nur verschiedene Beiträge verschoben werden?
    Hier ein Ausschnitt der dort enthaltenen Beitragsthemen


    Bitte um (möglichst abgestimmte) Vorschläge aus der Bayern-Fraktion.


    Gruß

    Michael

    Hallo Valesia,


    die Tarifreduktion von 1844 galt nicht automatisch für Auslandsbriefe. Hier müsste man in den Verordnungen nachsehen, wann dies in diesem Fall mit Post aus/über Baden der Fall war.

    Der Baden-Stempel wird in diesem Fall von Berlin sein, theoretisch gab es aber auch noch andere Grenzpostämter, wie auch bei der Leitung nach Westpreußen nicht nur Koblenz in Frage kam.


    Viele Grüße

    Lieber Ralph,


    der Wertbrief war ja versichert und die preußische Post hat mit der erfolgreichen Zustellung gezeigt, dass krumme Hunde nicht so einfach zulangen konnten.


    Der Grund, den Brief hier einzustellen, war allerdings die nicht reklamierte / vermeintliche Unterfrankatur.


    Viele Grüße
    Michael

    Liebe Freunde,


    ein Brief von 1859 oder etwas später mit Inliegend ein Wechsel auf 100 Rth. franco und als Einschreiben von Schrimm nach Posen (knappe 5 Meilen Entfernung).
    Rückseitig korrekt gesiegelt, vorderseitig Gewicht und Reco-Nummer notiert und gestempelt.

    Taxberechnung: 1 Sgr. Briefporto + 2 Sgr. Reco-Gebühr + 1 Sgr. Versicherung (bis 100 Th. / bis 10 Meilen) = 4 Sgr.

    Der auf dem Brief befindliche 2 Sgr.-Wertstempel + 1 Sgr.-Freimarke = 3 Sgr.



    Viele Grüße
    Michael

    Lieber Ralph,


    auch in Preußen wurde ein solcher Stift üblicherweise nicht verwendet.
    Allerdings erwartet man auf einem Reco in der Regel eine Reco-Nummer.
    Zu klären wird es wohl nicht mehr sein, Erwin kann sich also die Erklärung aussuchen.


    Viele Grüße
    Michael