Beiträge von Michael

    Lieber Erwin,

    In meiner Sammlung "Die Behandlung von im Briefkasten vorgefundenen unterfrankierten Briefe" befinden sich viele solcher Briefe. Die habe ich mit Preisen zwischen 20€ bis 60€ bei den selteneren Orten bezahlt. Wobei der Stempel von Breslau nicht selten ist.

    mal unabhängig von dem gezeigten Brief mit dem möglicherweise für den Preis ausschlaggebenden Adressaten:


    Es gibt Sammler, die Briefe mit Briefkasten-Stempeln aus allen Orten sammeln.

    Dann gibt es Sammler, die vielleicht nur 1 oder 2 Briefe mit einem solchen Stempel in ihre Sammlung einbauen möchten. Diese Sammler brauchen nicht nach seltenen Orten mit Briefkasten-Stempel suchen, sie können auch andere Auswahlkriterien in ihre Kaufentscheidungen mit einfliessen lassen, z.B. das der optischen Attraktivität. Hier wären dann eine schöne Frankatur, ein klarer Stempelabschlag, schwungvolle Beschriftung oder auch einfach eine überdurchschnittlich saubere Gesamterhaltung mögliche Kriterien.


    Der erste Sammler wird für einen Brief mit Stempel aus einem absolut exotischen Ort einen hohen Preis bewilligen, obwohl der Brief evtl. optische Mängel aufweist.

    Der zweite Sammler wird für einen Brief, der im Hinblick auf "Schönheit" des Briefes die anderen bekannten Briefe des gesuchten Typs deutlich übertrifft, einen hohen Preis bewilligen, obwohl andere Briefe mit diesem Orts-/Briefkasten-Stempel möglicherweise oft vorkommen und nur einen Bruchteil kosten.


    Wenn man jetzt mal seine persönlichen Sammler-Präferenzen beiseite läßt: Ist eine der beiden geschilderten Sammelformen die "bessere" oder "richtigere"?

    Ich denke, Sammeln sollte in erster Linie dem Sammler selbst Freude vermitteln.


    Viele Grüße

    Michael

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Angaben.

    Eine Gemeinde Dienst Sache wäre passend zum Adressaten, aber für wahrscheinlicher halte ich auch Geistliche Dienst Sache. Die zuletzt genannte Deutung würde auch die Streichung der Franchise plausibel machen, da ein Oberbürgermeister damit wohl nichts zu tun hatte.

    Schade, dass ein möglicher grenznaher Tarif nicht belegt werden kann.


    Viele Grüße

    Michael

    Liebe Freunde,


    hier eine Briefhülle, vermutlich 1820er Jahre aber leider nicht genau datierbar, von Saarlouis nach Blieskastel an den Oberbürgermeister Hoffmann.

    Der Brief war zunächst mit G(?).D(ienst).S(ache). und rückseitigem Dienstsiegel als portofrei qualifiziert. Anscheinend gab es aber ein Umdenken (Widerspruch des Postlers??), so dass der Franchise-Vermerk gestrichen und 1 Gr. Porto notiert wurde. Dabei sieht es so aus, dass Taxe und Streichung der Franchise mit gleicher Tinte durchgeführt wurden, also von der Post!


    Der 1 Gr. wurde in 4 Kr. reduziert und ein Gesamtporto von 6 Kr. notiert. Kann mir jemand diesen Tarif erklären?


    Der Empfänger Oberbürgermeister Peter Hoffmann (1770-1842) war neben seinem Bürgermeisteramt Gutsbesitzer und langjähriger Landtagsabgeordneter.

    1823 veranlasste er die Aufstellung einer Maximiliansäule (6 t schwer, >6 m hoch), als Dank für die bayerische Verfassung und für den Bau einer Straße nach Biesingen.



    Viele Grüße

    Michael

    Hallo zusammen,

    Tatsächlich wurde in der Frühjahrsauktion 2022 fast der identische Brief bei der Erivan Auktion schon einmal mit der Los-Nr. 150 (Michel-Nr. 9a, b+ 5a) versteigert.

    war mir auch aufgefallen.

    In der Frühjahrsauktion war es die Kombination 5a+5b+9.
    In der jetzigen Auktion war es die Kombination 5a+9a+9b.

    Wörtlich genommen, stand im Katalog nichts falsches, aber beides waren Frankaturen mit grünen Kopfausgaben zu 4 Pfg. in 3 unterschiedlichen Farbvarianten.

    Dann gab es im Frühjahr auch noch Los 151 mit 2 grünen Kopfausgaben (9a) + einer grünen Wappenausgabe (14a).


    Der Brief im Frühjahr brachte 3.600 (Marken repariert!), der jetzt zugeschlagene 9.000 (Marken einwandfrei, eine Marke kl. Randspalt). Die unterschiedliche Qualität macht sicherlich viel von dem Preisunterschied aus.


    Viele Grüße

    Michael

    Noch mal zur Erinnerung: Am Samstag findet der 3. Tag der Postgeschichte mit folgenden Vorträgen statt:


    Arnim Knapp: Streifbandsendungen und Drucksachen aus Sachsen in die Schweiz, vice-versa und im Transit durch die Schweiz – ein Überblick

    Eine seltene Dienstleistung und Frankierungsmöglichkeit Sachsens in das Ausland 1856 bis zum Übergang zum Norddeutschen Postbezirk.


    Jürgen Herbst: Die ersten durch Poststempel belegbaren Sonderpostanstalten in Deutschland

    Die beiden Stempel vom Leipziger Turnfest und Dresdner Sängerfest gelten als die „ältesten deutschen Sonderstempel“. Der Vortrag beschäftigt sich sowohl mit den Ausgabe-Anlässen als auch der Frage ihres postalischen Charakters. Darüber hinaus wird die spannende Frage behandelt, welchen Stempel ein drittes sächsisches Sonderpostamt führte.


    Angelo Teruzzi: The postal relations between the Kingdom of Sardinia and the Austrian Empire 1844-1861

    Angelo Teruzzi will speak of particular aspects of relations especially during the II Independence War and after the annexation by Sardinians of the other ancient Italian States.


    Beginn ist 15 Uhr.

    Hier der Einwahllink:

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    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Ralph,


    da bisher keine Verordnung zur Einführung dieses Stempels aufgetaucht ist, kann man über den exakten Text des V.-Stempels etwas spekulieren. Sicher ist, dass damit eine Verspätete / Verzögerte Zustellung ausgedrückt wird. Der Brief konnte also nicht in der mit dem Bestellgang verbundenen Zeit zugestellt werden.

    Bekannt sind diese V.-Stempel (in verschiedenen Formen) ab 1860 und bis 1908.


    Viele Grüße

    Michael

    Liebe Freunde,


    nicht jeder Haltepunkt der Eisenbahn hatte ein Postamt.

    In solchen Fällen war gemäß Vorschrift folgendermassen vorzugehen:

    ... geschieht die Einlieferung auf Haltestellen, welche nicht zugleich als Postorte anzusehen sind, so werden von dem Eisenbahn-Post-Transporte zur Bezeichnung des Einlieferungspunktes der Name der Haltestelle und darunter der Name der nächstgelegenen Postanstalt an der Eisenbahn vermerkt.


    So geschah es auch bei folgendem Brief.

    Die Bahnstrecke Frankenstein-Liegnitz war am 1.11.1858 von der Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen worden. Eine halbe Meile vor Schweidnitz (Fahrtrichtung Liegnitz) gab es den Haltepunkt Jacobsdorf (1861 mit 349 Einwohnern).

    Der hier aufgegebene Brief nach Steinsdorf bei Haynau wurde so behandelt.



    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Erwin,


    der Abschlag des Nummernstempels sieht nicht ganz rund aus. Der obere und der linke Bogen scheinen zu weit entfernt zu liegen. Es kann sich natürlich um einen verkanteten Abschlag handeln.


    Wenn es sich um die Originalmarke handelt: Glückwunsch zu dem Fund!


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Jürgen,


    der ausgeschnittene Wertstempel war immerhin 2 Sgr. wert.
    Aber vielleicht war es eine Terminsache o.ä.


    Eine interessant Alternative wäre eine Beifrankatur von 1 sächs. Groschen (neben dem Wertstempel) gewesen.


    Viele Grüße

    Michael

    Lieber Ralph,


    die F-Stempel waren farbig zu stempeln: anfangs grün, später rot oder violett.

    Nur Berlin stempelte meines Wissens eine zeitlang schwarz, daher will ich nicht ausschließen, das es dort eine entsprechende Regelung gab. In anderen Städten ist schwarz die sehr seltene Ausnahme.


    Ins.Dokument als Drucksache habe ich mal eins gesehen, konnte mir den Inhalt aber nicht anschauen. In den Formularen gab es meistens zumindest kleinere handschriftliche Eintragungen.


    Viele Grüße

    Michael

    Nicht declarierte Wechsel in einem Brief zu versenden war eine Contravention, ja.

    Mit etwas Glück findet man solche Belege hin und wieder. Bei diesem Brief ist für mich aber die Bleistiftnotiz mindestens genauso interessant. Diese zeigt die Vereinbarungen zwischen Geschäftspartnern über die Abwicklung ihrer Korrespondenz. Man versuchte ja, die anfallenden Postgebühren gleichmäßig zu verteilen und hier wehrte sich Farina gegen die zusätzliche Reco-Gebühr, die ja nur anfiel, weil der Absender die Wertdeklaration sparte.

    Das ist zwar streng genommen kein Thema der Post (als Behörde), gehört für mich aber trotzdem zu einem weiter gefassten Begriff "Postgeschichte" dazu.


    Viele Grüße

    Michael