Beiträge von Michael

    Lieber Ralph,


    trösten brauche ich mich da nicht. Auf den Brief hatte ich gar nicht geboten. Verfolge manche Lose einfach aus Interesse.

    (Vielleicht bastel ich irgendwann doch noch mal an einer Preußen-Frankreich-Sammlung ^^ )


    Gruß

    Michael

    Liebe Freunde,


    in der o.g. Auktion wurde auch das folgende Los Nr. 41 angeboten.



    Der Beschreibungstext hierzu:

    1858, 1 Sgr. rosa mit gegittertem Hintergrund tadellos als sehr seltene 4 Sgr. Mischfrankatur auf unterfrankiertem Auslandsbrief auf 3 Sgr. Adler-Ganzsache K 28 mit Ra von "Memel" 1863 nach Rochefort in Frankreich. Da der Tarif nach Frankreich zu dieser Zeit 4½ Sgr. betrug wurde der Brief mit dem Vermerk "Aus dem Briefkasten" als unterfrankiert gekennzeichnet und erhielt in Frankreich den Ra "Affrauchissement insuffisant" und eine entsprechende Nachtaxe. Sehr aussagefähiges und besonders attraktives Stück aus Ostpreußen mit seltener Mischfrankatur in hervorragender Qualität.


    Mischfrankaturen zwischen Kopf- und Wappenausgaben sind nicht häufig, aber keine wirklichen Raritäten. Mischfrankaturen zwischen Kopfausgabe und Wappen-Ganzsache sind da sicherlich schon seltener. Ins Ausland gibt es dann noch mal weniger und auf einem unterfrankierten Brief kann man zur Einstufung Rarität kommen - dies galt erst recht, wenn man die Unterfrankatur von nur 1/2 Sgr. berücksichtigt. Unterfrankaturen nach Frankreich an sich sind keine Exoten, aber eine solche muss man suchen.

    Der vorliegende Beleg ist daher natürlich was besonderes und auch in einer guten Qualität. Der Ausruf von 400 € war darum nicht überraschend. Was mich dann aber wirklich überrascht hat, war der Zuschlagspreis von 2.200 €.

    Da müssen 2 ambitionierte Sammler aufeinander geprallt sein, vlt. Heimatsammler oder Frankaturspezialist vs. einem Preußen-Frankreich-Sammler, dem eine solche Unterfrankatur noch fehlte ...


    Gruß

    Michael


    Bild + Losbeschreibung: Auktionshaus Schlegel

    Lieber Ralph,


    das erinnert mich an eine Geschichte, die vor einigen Jahren kursierte (für den Wahrheitsgehalt kann ich mich nicht verbürgen):

    Ein 9er-Block einer geschnittenen altdeutschen Marke wurde so zerteilt, dass die zentrale Marke maximale Ränder bis zu den Nachbarmarken behielt. So entstand ein absolutes Luxus-Exemplar und den Rest konnte man wohl in die Wühlkiste legen ...


    Das obige Los zeigt einen Trend, der vermutlich für alle AD-Gebiete gilt: Ausnahmestücke, sei es auf Brief oder eben als Einzelmarke, sprengen die üblichen Bewertungen, während vor einer Generation noch als sammelwürdig eingestufte Marken fast nicht mehr zu verkaufen sind.


    Gruß

    Michael

    Liebe Freunde,


    bei Schlegel fand Ende Oktober eine Raritäten-Auktion statt, bei der u.a. auch als Los 39 die folgende Marke versteigert wurde.

    Die Marke Nr. 7a notiert gestempelt bei 110 €. Wie man sieht, spielen bei Ausnahmestücken die Katalogwerte nur eine untergeordnete Rolle.



    Kommentar zum Stück von Ewald Müller-Mark bei den "Club Gesprächen" in der Berliner Philatelisten-Börse Herbst 1954: "Es ist das großartigste Einzelstück einer Preußen Nr. 7". Helmut Baron von Mark kommentierte: "Diese 2 Silbergroschen - das ist Preußen in höchster Perfektion. Für diese Qualität gibt es keinen Katalogwert." Der Zuschlag wird zeigen, wie heute die Sammlergeneration die Dinge beurteilt. Fotoattest Miro/Paris


    Bei einem Ausruf von 250 € erfolgte der Zuschlag bei 600 € (+Aufgeld).

    Bild + Text: Auktionshaus Schlegel

    Liebe Freunde,


    obwohl der folgende Brief von 1838 vor dem Postvertrag von 1843 liegt, in dem erstmals ein direkter Kartenschluss Petersburg-Hamburg aufgeführt wurde, vermute ich auch hier diesen direkten Weg. Das Fehlen jeglicher preußischer Durchgangsstempel - Herkunftsstempel "Aus Russland", Berliner Durchgangsstempel - legt meiner Meinung nach diese Deutung nahe.



    Vorderseitig kopfstehend ein L2 von Petersburg, typisch für die 30er Jahre.

    Rückseitig neben der Kartierungsnummer 40 das Weiterfranko von 113 1/4 pr.Gr. für einen Brief der 2.Gewichtsstufe bis Hamburg ( 74 1/2 x 1,5 = 111 3/4 pr.Gr. + 1 1/2 Grenzporto = 113 1/4 pr.Gr.)

    Rückseitig auch der Nierenstempel des preußischen Postamts in Hamburg, vorderseitig der SCHIFFS BRIEF-POST - Stempel des Hamburger Post-Comptoirs. Rückseitig dann ein englischer SHIP LETTER LONDON Stempel und der Stempel des Londoner Postamts.

    Vorderseitig notierte die englische Post 2 / - für ein Gewicht bis 1 1/2 ounze.

    Links unten gibt es noch 2 kleine Notierungen 1 1/2 (Gewichtsstufe?) und 8 1/4 (Vergütung an Hamburg??)


    In dem noch gültigen russisch-preußischen Postvertrag von 1821 war das Einlegen von Briefen untersagt, daher findet man auf den Briefen jener Zeit oft die Hinweise ohne versiegelte Einlagen (deutsch, oft auch französisch), wie auch hier.

    Im Inhalt findet man dann noch als Fussnote folgende Bitte, den beiliegenden Brief doch weiterzuleiten:


    Erfolgreich an der Postkontrolle vorbei geschnuggelt. :)


    Gruß

    Michael

    Lieber Erwin,


    es handelt sich um einen Kontrollstrich, evtl. bei der Überprüfung, ob neben dem Brief auch das zugehörige Paket bereit liegt.

    Die Berliner Packkammer war da sehr bunt, man findet Kontrollstriche und Botennummern in den verschiedensten Farben. Von daher typisch.

    Der rückseitige Paket-Bestellungs-Stempel ist nicht häufig zu finden. Schönes Stück!


    NB: habe mir erlaubt, den Beitrag in den NDP-Ordner zu verschieben.


    Gruß

    Michael

    Hallo zusammen,


    man muss vielleicht unterscheiden zwischen einer neuen Verpackung und einer Nachsiegelung.

    Jedenfalls solange, bis jemand eine Postsache findet, in der 1 Sgr. für Siegellack eingefordert wird. :)


    Gruß

    Michael

    Lieber Ralph,


    danke für die Übersetzungshilfe. Die Postler hatten damals schon eine besondere Schrift.

    Die neue Verpackung war bestimmt gutes Leinen, darum der Preis. ;)


    Gruß

    Michael

    Liebe Freunde,


    hier eine weitere Postsache, diesmal von 1854. Absender ist die Elberfelder Packkammer, die 2 1/2 Sgr. Erstattung vom Paket-Empfänger fordern.

    Der Inhalt ist für mich leider nur teilweise zu entziffern, daher bitte ich um Unterstützung.



    Ein Paket Reg No 950 aus Crefeld von Herrn (?) ?unt Gew. 3 Pfd. nach Olpe kam

    beschädigt hier an u(nd) ist neu verpacktworden , die N???igkeit der ???

    ???ung wird beschädigten ???Die Kosten werden mit 2 1/2 Sgr. hier

    auf angerechnet

    Elberfeld den 29 October 1854Post Amt
    Ma??on


    Gruß

    Michael

    Hallo Bernd,


    danke für diese interessante Stelle.

    Akten mögen es nicht gewesen sein, aber vielleicht Kirchenbücher o.ä.? Natürlich kann es sich auch um irgendwelche Ausstattungsgegenstände für Kirche oder Pfarramt gehandelt haben.

    Aber jedenfalls gibt es jetzt schon 2 unterschiedliche Gewichtsgrenzen, die auch bei Kirchensachen galten: Deine 10 Pfd. und die bei meinem Paket notierten 20 Pfd.


    Gruß

    Michael

    Hallo Bernd,


    wie auch bei deinem Auszug ersichtlich, wurden die ursprünglichen Portofreiheiten in den 1840er Jahren oder früher gewährt. Wahrscheinlich muss man in diesen Jahren suchen, bin aber noch nicht fündig geworden.


    Woher stammt dein Auszug? Postamtsblatt?


    Gruß

    Michael

    Lieber Ralph,


    danke für die Ergänzung.

    Ist mein erster Beleg, mit dem ich eine gewichtsmäßige Begrenzung der Portofreiheit zeigen kann.

    Ob es den Pfarrer Engel egal war, dass er 9 Sgr. für die bischöfliche Sendung bezahlen durfte? Ich fürchte nicht. ;)


    Gruß

    Michael

    Von Nouka (Kaukasus) nach Flaviac (Dept. Ardeche)

    Liebe Freunde,


    bin auf der Suche nach einem Ort im näheren oder weiteren Umkreis von Tiflis, also der Kaukasus-Region.

    Französische Getreide-Händler schrieben einen Brief in einem Ort Nouka, den ich leider nirgends finde - wenn man eine Insel im Pazifik mal aussen vor läßt ^^


    Der Brief wurde am 30. Mai 1863 geschrieben und erhielt seinen ersten Poststempel in Tiflis am 24. Mai. Die Schreiber benutzten offensichtlich den westlichen Kalender, so dass der 30.5. dem russischen 18.5. entsprach. Entweder blieb der Brief noch etwas liegen, oder der Transport bis Tiflis hat tatsächlich 6 Tage gedauert. In der damaligen Zeit waren die Beförderungsmöglichkeiten in jener Gegend sicherlich sehr eingeschränkt, so dass diese Dauer auch bei mittleren Entfernungen vorstellbar ist.

    Ich vermute, dass der Schreiber eine ins französische übertragene Version des Ortsnamens verwendete, kann allerdings nichts in dieser Hinsicht finden.


    Hat jemand eine Idee hierzu?



    Gruß

    Michael