Beiträge von Michael

    Hier ein Brief aus dem ehemaligen Kurhessen.
    Die Aufgabe erfolgte am Bahnhof in Cassel und es ging nach Melsungen.

    Im Feuser-Handbuch zu den nachverwendeten Stempeln fehlt der Melsungen-Stempel mit Uhrzeit unterhalb der Jahr-Angabe.

    Kann jemand die schwache Rötel-Notierung links oben deuten?
    Die Entfernung betrug < 3 Meilen, bei einem Brief < 1 Loth betrug das T&T-Porto 1/2 Sgr.

    Grüße
    Michael

    Hallo Ecki,

    eine Bahnhofspostexpedition ist nicht automatisch eine Bahnpostexpedition.
    Vor 1850 wurden schon verschiedentlich Postämter auf Bahnhöfen eingerichtet, da von Beginn an Post mit der Eisenbahn befördert wurde.
    Erst mit Einrichtung der "Bahnpost" fuhren in den Zügen (Bahn-)Postbeamte mit, die während der Fahrt auch die Briefe bearbeiteten.

    Ab 1850 gab es in Bahnhöfen "normale" Postanstalten, die z.B. dem örtlichen Postamt unterstanden und eben Bahnpostanstalten, die dem übergeordneten Bahnpostamt unterstanden. Für den Postkunden war diese Unterscheidung unerheblich.

    Der Stempel Halberstadt / BAHNH.POST EXP. / Monat/Tag Zugnr. zeigt zwar eine Zugnr., das macht ihn aber nicht zu einem Bahnpoststempel. Es gibt mehrere Bahnhofspostämter, die statt der Uhrzeit die Zugnr. im Stempel einsetzten.

    In der von dir gezeigten Quelle lese ich, dass die Einrichtung des Postamts im Bahnhof Halberstadt 1842 genehmigt wurde. Wann das Amt tatsächlich eröffnete steht da nicht. Im Vorphilatelie-Handbuch von Feuser/Münzberg ist der Bahnhofsstempel erst ab 1844 bekannt - was natürlich eine frühere Eröffnung nicht ausschließt.

    Grüße
    Michael

    Vielleicht haben nicht alle die ersten Beiträge dieses Themas gelesen.
    Oder ich habe mich eventuell nicht klar genug ausgedrückt.

    Es geht hier nicht darum, die KI zu verteufeln oder irgendwen davon abzubringen, sich einfache und knifflige Fragen durch die KI beantworten zu lassen, sie Texte schreiben zu lassen oder mit KI einfach nette Gespräche zu führen.
    Um all das geht es hier NICHT.

    Im Eingangspost habe ich ein "Gespräch" mit einer KI geschildert, in dem die zunächst von der KI gelieferten Angaben zu einem guten Teil schlicht falsch waren. Das war binnen Minuten aufgeräumt und die KI hat dann auch sukzessiv richtige Informationen geliefert - häufig dann mit einem Hinweis wie "die Information in der früheren Antwort war eine Verwechslung" o.ä.
    Diese Erfahrung ist kein Einzelfall, wird von sehr vielen KI-Benutzern bestätigt, auch beim Umgang mit KI im professionellen Umfeld.

    Das Resümee kann daher nur sein, eine gewisse Vorsicht mit KI-generierten Informationen walten zu lassen und wichtige Informationen zu verifizieren.
    Diese Sorgfalt würde ich gerne auch hier im Forum vorschlagen. Die Leser (Mitglieder des Forums und Gäste) von Beiträgen gehen in der Regel von einer gewissen Verlässlichkeit der Informationen aus und dies sollten wir doch versuchen zu gewährleisten.

    Grüße
    Michael

    Diesen Beitrag könnte man auch im Humor-Thread einstellen; ich weiß nur nicht, ob ich es wirklich so lustig finde.

    In die Suchzeile wurde folgendes eingetragen: Präsident Schramm in Bilk 1851
    (Den zugehörigen Beleg zeige ich demnächst im passenden Thema)
    Da ich die KI auf dem Rechner mitlaufen lasse, erschien als erster Eintrag das KI-Statement dazu:

    Diese umfangreiche KI-Antwort fand ich interessant, sodass ich mich zunächst mit ihr beschäftigte. Da mich aber doch an ein paar Stellen Zweifel beschlichen, begann ich in einem Parallel-Tab doch mit eigener Suche. Die Zweifel wuchsen ...

    Meine nächste Frage - diesmal konkret an die KI gestellt:
    Gibt es einen Beleg dafür, dass Engelbert Schramm auf dem alten Bilker Friedhof beerdigt wurde?
    Die KI-Antwort dazu (KI kann natürlich meine parallel geführte manuelle Recherche nachvollziehen, insofern sind die gemachten Eingeständnisse nicht wirklich überraschend):

    Die nächste Frage an die KI:
    Ist bekannt, ob Präsident Schramm nach seiner Amtszeit in Bilk wohnte?

    Und die Antwort dazu:

    Zur Abrundung dann noch meine letzte Frage:
    War Engelbert Schramm bis 1850 Oberbürgermeister von Düsseldorf?
    Und die KI-Antwort:

    Weitere Dialoge mit der KI habe ich mir dann gespart. Von allen gelieferten Infos blieb letztendlich genau ein Satz übrig: Engelbert Schramm war Düsseldorfer Oberbürgermeister.

    Hier noch eine kurze Zusammenfassung der KI-Antworten:
    Oberbürgermeister von Düsseldorf (richtig)
    von 1820 bis 1850 (falsch)
    Ruhestand ab 1851 (richtig, aber nicht als Oberbürgermeister)
    Beerdigt auf dem Bilker Friedhof (falsch)
    Präsident nur als Anrede, nicht als Titel (falsch, er war Kammerpräsident)
    Bilk "untrennbar" mit Schramms Biografie verbunden (von der KI später als falsch eingestuft, ist aber wohl teilweise richtig - sieht man an dem Brief)

    Die KI auf meinem Rechner ist eine kostenlose Version, man darf aber nicht glauben, dass die Bezahlmodelle prinzipiell anders arbeiten. Selbst professionell eingesetzte KIs "erfinden" Infos/Quellen usw.

    Auch wenn der obige Verlauf für mich schon stark humoristische Züge trug, sollte man diese KI-Eigenschaften nicht negieren und eigentlich prinzipiell keine KI-Antworten publizieren, die zumindest in ein paar Punkten überprüft wurden.

    Vielleicht sehen das nicht alle so und es ergibt sich hierzu eine Diskussion?

    Grüße
    Michael

    Interessantes Brüderchen. Also kein einmaliges Versehen. Wenn jetzt noch ein dritter Brief auftaucht, kommen wir langsam in den Bereich von Massenware. =O
    Danke für die alte Quelle. 1 Sgr. Bestellgeld für einen Ortsbrief ist schon eine sehr lässige Beschreibung.

    Gruß
    Michael

    Hier ein Ortsbrief von Stettin an Eine Wohllöbliche Direction der Städtischen Gas(?)-Anstalt von ca. 1851/52.
    Der Postbeamte taxierte mit Rötel 1 Sgr. neben dem frei-Vermerk. Dann bemerkte er die rückseitig verklebte 1 Sgr.-Freimarke und annullierte die vorderseitige Taxe.
    Gemäß VO von 1850 war das Bestellgeld rückseitig zu frankieren (wenn es der Absender im Voraus bezahlen wollte). Die hierfür verwendete Freimarke durfte aber nur das Bestellgeld abdecken (also mit einer 1/2 Sgr.-Marke), eine Kombination mit anderen Gebühren (Franco, Reco-Gebühr usw.) in einer Freimarke war nicht erlaubt.
    Mit VO vom Nov. 1852 wurde die Bestimmung, dass verschiedene Gebührenanteile nur mit getrennten Frankomarken dargestellt werden durften, aufgehoben. Gleichzeitig war nunmehr das Bestellgeld bei Vorauszahlung auch vorderseitig zu verkleben.

    Grüße
    Michael

    Hallo Sven,

    Entfernung Crefeld-Brühl ist Progressionsstufe 2 (5-10 Meilen)

    2 (Pr.-Stufe) x 1,5 Pfg. x 30 (Pfund Gewicht, aufgerundet) = 90 Pfg. = 7 1/2 Sgr.
    Davon war 1 Sgr. frankiert, bleiben 6 1/2 Sgr. Portoforderung.

    Grüße
    Michael

    Liebe Freunde,

    danke, nach Bayern habe ich so etwas nicht. Stecken wahrscheinlich alle in bayerischen Alben ...

    Hier eine 2 Sgr. Ganzsache (Großformat, Ausgabe von 1851) aus Dessau nach Dresden, Entfernung <20 Meilen. Die Aufgabe erfolgte direkt am Zug, der Kursstempel wurde sehr akkurat mittig vorderseitig aufgesetzt. Rückseitig ein sächsischer Kursstempel Leipzig-Dresden und ein Ausgabestempel.
    Das Datum 22.2.1854 zwischen Wert- und Kursstempel wurde wohl von der Empfängerin notiert.
    Kann jemand die Adressatin entziffern? Frau Baronin von ??? geb. von Salza

    Grüße
    Michael

    Ein recommandierter Brief ca. 1853, von Ebert & Sens aus Magdeburg an die Weißwaren- und Spitzenfabrik Schmidt-Brückner in Plauen.
    Rückseitig Kursstempel Magdeburg-Leipzig und Leipzig-Hof.
    Die Entfernung lag bei >20 Meilen, das Briefgewicht bei 1 4/10 Loth (klein links oben).
    Die 3 Sgr.-Ganzsache (U3 von 1851) reichte nicht, sodass noch 5 Sgr. bar bezahlt wurden.
    2x3 Sgr. Brieffranko + 2 Sgr. Reco-Gebühr = 8 Sgr.

    Die hier gewählte Barfrankierung durch den Postbeamten entsprach der Bestimmung von 1851 bezüglich der Handhabung von Brief-Couverts (Ganzsachen) mit teilweiser Barzahlung.

    Grüße
    Michael

    Die Datenbank ausgabestempel.de wird manchem bekannt sein.
    Als ich jetzt eine Mail an die hinterlegte Adresse schickte, erhielt ich die Fehlermeldung Unknown recipient. Unter dem Menüpunkt Neues datiert der letzte Eintrag auf der Webseite vom Januar 2023.

    Weiß jemand etwas über den Stand der Dinge dort?

    Grüße
    Michael