Sardinien-Schweiz

  • Hallo zusammen,


    heute möchte ich einen Brief aus Genua/Kgr.Sardinien vom 17.März 1859, also kurz vor Ausbruch des Krieges Sardinien-Österreich, zeigen.


    Der Brief lief über Alessandria und Novara (rückseitige Stempel) wahrscheinlich nach Arona und dann mit dem Schiff Verbano über den Lago Maggiore nach Maggadino.


    Warum hier kein Schiffspoststempel "Verbano" rückseitig abgeschlagen wurde? Die ich bisher gesehen habe, waren alle früher, bis wann wurde dieser Stempel verwendet?


    Dann ging es weiter über Bellinzona und den Gotthard in die Schweiz, über den Vierwaldstätter See (wieder fehlt der Schiffspoststempel?) nach Luzern.


    Der Empfänger musste 40 Rappen bezahlen, das sind 12 Kreuzer, die bekam doch das Aufgabepostamt, also Sardinien?, doppelt schwer? weil eine Transitgebühr für die Schweiz gab es ja nicht, oder?.


    Wer kann weiterhelfen? :rolleyes:


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Christian,


    Dein Brief vom 17. März 1859 aus Genua nach Luzern fällt in die Gültigkeit des Postvertrages Sardinien - Schweiz vom 21.10.1850 (in Kraft ab 01.04.1851). Danach war es freigestellt, ob der Absender oder der Empfänger die Briefgebühr von 40 Cent. (= 40 Rappen) je 7 1/2 g bezahlte. Entsprechend ist Dein Brief als Portobrief mit 40 Rappen taxiert, die der Adressat in Luzern zu bezahlen hatte. Kreuzer spielten in diesem Fall überhaupt keine Rolle.
    Wie die beiden Postverwaltungen miteinander die eingenommenen Postgebühren verrechneten, habe ich noch nicht herausbekommen. Bei den Briefgebühren nehme ich an, dass es halbscheidig geschah (???). Mir liegen zwar die Texte sowohl des Postvertrages als auch des zugehörigen Reglements vor, allerdings in französicher Sprache, die ich nicht beherrsche.
    Warum die zu erwartenden Schiffspoststempel nicht abgeschlagen wurden. weiß ich nicht. Von 1848 bis 1878 gab es insgesamt 8 verschiedene Stempel VERBANO, davon 7 Zweikreisstempel.


    Mit freundlichen Sammlergrüßen


    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    danke für Deine Erläuterungen.


    Die 12 Kreuzer habe ich nur in Relation angegeben. Der Postvertrag von 01.04.1851 sah also 40 Rappen bzw. 40Cts. für Porto-und Frankobriefe vor. Das wollte ich wissen, danke dafür.


    Interessant wäre es noch zu erfahren, wie die 40 Rappen aufgeteilt wurden.


    Den Stempel Verbano gab es also bis 1878, interessant, dann könnte es auch sein das der Brief nicht über den See gelaufen ist, sondern auf dem Landweg?


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo zusammen,


    ich möchte euch hier einen Brief zeigen, der 1826 von GENUA nach VEVEY in der Schweiz geschickt wurde. Die enthaltenen Daten sind kurios: Laut Datierung des Briefes wurde er am 1.12.1826 geschrieben, aber bereits am 30.11. gestempelt. Hat da jemand Albert Einstein vorgegriffen?
    Zu dem Brief habe ich ein paar Fragen:
    Warum ein roter L1 und ein schwarzer L2?
    Was bedeutet die Zahl unten links? 216 oder 2/6?
    Die 5695 ist vermutlich eine Registrier-Nummer. Aber was steht darunter? Pto incor.....?
    Die 15 auf der Rückseite ist das in der Schweiz zu zahlende Porto. 15 Rappen?


    beste Grüße


    Dieter

  • Von 1848 bis 1878 gab es insgesamt 8 verschiedene Stempel VERBANO, davon 7 Zweikreisstempel.


    Verbano Stempel
    Die Versendung selbst über diese See hat bestimmt sehr interessante Historische Hintergrunde, von die Privaten Unternähmen welche vermutlich ein Vertrag hatten bis ein Postamt auf dem Schiff selbst..
    Also ich hab da keine Literatur da zu aber dürfte mir paar Briefe ansehen..auf welche man mich aufmerksam gemacht hat. Mann musste hier die Quellen genau studieren..
    Von Napoleonischen Zeit gab damals noch in Private Hand eins – L.M - Was für Lago Maggiore stand.
    Einzeiler VERBANO seit 1828 bekannt, aber ich denke das es sich noch um keinen Grenzpostamt auf dem Schiff selbst handelte.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Ciao Francesco


    Quale Anno?
    Lettera e pagata fino a Como.


    Secondo peso 14s x 1,5 = 21 Soldi


    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • A jaj jaj 60€! 8o


    Hmm ich weiß es nicht..
    Es sind ca. 40 Sardische Meilen 6s + Ausland Zuschlag für Briefe aus Schweiz 4s.
    Aber wieviel wiegte diese Brief? Bei 20s wehre es Gewicht ab 10g.


    ?? Bis wo war diese Brief bezahlt Milano oder Grenze?
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

    Einmal editiert, zuletzt von Filigrana ()

  • Hallo zusammen,


    hier ein Brief von INTRA am Lago Maggiore nach LOCARNO, ebenfalls am Lago Maggiore. Er wurde am 8.10.1856 aufgegeben und erreichte am gleichen Tag das ca. 30 km entfernte Locarno. Ich denke, daß der Transport über den See erfolgte.
    Meine Fragen dazu: Ist das vermerkte Porto von 20 Centesimi der ganze Betrag bis Locarno? Gab es auch da ein reduziertes Porto für einen Brief im Nahbereich der Grenze?
    Um welchen Stempel handelt es sich links oben? h.L. oder b.L.? Er ist mir vollkommen unbekannt.


    auf eure Antworten freut sich


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    der Stempel ist R.L.= Rayon Limitrophe/Grenzrayon.


    Das Porto für den Grenzrayon Italien-Schweiz war eigentlich 10Cent.. Vielleicht waren die 20Cent.für unfrankiert, also Portobrief.


    LG
    Christian

  • Hallo Dieter,


    es sollte sich um den Stempel R.L. im Doppelrahmen für den Grenzrayon handeln (siehe bei Brack: Korrespondenzen aus den süddeutschen Staaten nach Italien).


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo zusammen,


    kann mir jemand Informationen zu meinem Brief in #4 geben? Beim durchsehen von Altitalien-Belegen kam er mir in die Hände. Obwohl ich hier in den vergangenen 5 Jahren etliches gelernt habe, kann ich die Fragen nicht selber beantworten.


    beste Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter

    Das der Brief im Inhalt ein anderes Datum hat als die Aufgabe hat nicht viel zu bedeuten. Solche Briefe mit diesem Phänomen kenne ich in der Schweiz auch etliche. Vielleicht wollte der Versender Datumtechnisch etwas erreichen oder der Brief kam früher als gedacht zur Post.


    Betreffs der zwei Stempel:

    Ich kann mir vorstellen, dass es eine Art von Eingang, also Aufgabe und Abgangsstempel sein könnten. Ich kenne dies beispielsweise von Aarau oder Bern.

    Einmal editiert, zuletzt von St.G () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Dieter,


    hast Du die falsche Abbildung erwischt? Der gezeigte Brief lief bis zur Grenze frankiert an die preußische Botschaft in Florenz - Großherzogtum Toskana.


    Beste Grüße

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    ich habe den Beleg nur zur Verdeutlichnung gezeigt, daß in Genua 6 Jahre vorher 2 verschiedene Stempel in schwarz und rot abgeschlagen wurden. Mit der Destination hat das vermutlich nichts zu tun.


    beste Grüße

    Dieter


    PS: Nähere Informationen zu meinem Brief in #4 fehlen noch immer.