Beiträge von Italienfreund

    Hallo Dieter,


    hast Du die falsche Abbildung erwischt? Der gezeigte Brief lief bis zur Grenze frankiert an die preußische Botschaft in Florenz - Großherzogtum Toskana.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Liebe Freunde,


    aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg kann ich einige Briefe beisteuern, die bei den damaliegen italienischen Postämtern in der Türkei aufgegeben wurden. Ich beginne mit einem Einschreibbrief aus Smyrna (dem heutigen Izmir), der am 23.07.1921 beim dortigen Militärpostamt 171 aufgeben wurde. Er lief über die Kontrollstelle in München nach Chemnitz. Die Gebühr betrug für Brief bis 20 g und Einschreiben je 60 Cent.


    Hallo,

    die beiden Briefe liefen nicht nach Sachsen, sondern nach Preußen. Halle gehörte zur preußischen Provinz Sachsen.

    Bezüglich der Taxierung sind also die Preußen-Spezialisten angesprochen.

    Schöne Ostergrüße aus Merseburg, 15 km südlih von Halle gelegen

    Jürgen

    Liebe Freunde,


    bezüglich der Ankunftsstempel bei Zensurbriefen sollte man mit pauschalen Aussagen vorsichtig sein. Der von mir gezeigte Brief hat einen Ankunftsstempel von BIENNE auf der Siegelseite vom 03.04.1919.


    Lieber Tim,


    mit den Gebühren war es bei den italienischen Militärpostämtern in der Türkei zunächst recht kompliziert. Zunächst wurden die italienischen Inlandstarife angewendet, die am 01.03.1919 erhöht wurden. Die Auslandstarife blieben hingegen im Zeitraum vom 01.10.1907 bis zum 31.01.1921 unverändert: Brief und Einschreiben je 25 Cent.. Damit war die Briefgebühr für Inland und Ausland gleich hoch, Einschreiben für das Inland aber teurer als für das Ausland (30 bzw. 25 Cent.). Im Sommer 1919 gab es dann Verändeungen.


    Beste Sonntagsgrüße

    Jürgen

    Lieber Tim,


    eine weitere Besonderheit des gezeigten Briefes ist, dass er um 5 Cent. unterfrankiert ist, aber trotzdem unbeanstandet befördert wurde. Die italienischen Militärpostämter in Konstantinopel und Smyrna wandten zunächst den italienischen Inlandstarif an. Der war ab 1. März 1919 erhöht worden: Brief (je 15 g) von 20 auf 25 Cent., Einschreiben von 25 auf 30 Cent.. Das war nicht vollständig berücksichtigt worden. Der Brief ist nach dem günstigeren Auslandstarif frankiert.

    Viele Grüße

    Jürgen

    Hallo Tim,


    vielen Dank für die gelungene Einführung in dieses komplizierte, aber äußerst interessante Thema. Damit sich Dein schöner Brief in diesem Forum nicht so einsam fühlt, werde ich einige Belege aus meiner Sammlung beisteuern. Es ist allerdings kein Brief in die Pfalz dabei.

    Das italienische Militärpostamt 171 (posta militare 171) nahm seine Tätigkeit in Smyrna (Izmir) am 1. März 1919 auf. Der früheste Brief in meiner Sammlung ist vom 3. März 1919. Es ist ein Einschreibbrief in die Schweiz. Er lief über die italienischen Auslandszensurstellen in Bologna und Mailand - Stempel "posta estera" auf der Siegelseite. Der Brief war nicht verschlossen, die Verschlussklappe ist offen und noch gummiert. Daher war kein Verschlussstreifen erforderlich. Interessant ist, dass die Kennzeichnung als Einschreibbrief nur handschriftlich erfolgte, weder ein R-Zettel noch der R-Stempel waren offensichtlich vorhanden.

    Hallo Tim,


    vielen Dank für die Informationen. Nun kann ich die beiden Briefe in den richtigen Kontext bringen.

    Es ist für mich sehr verwunderlich, dass die Sorge um den Nachschub an Zigarren offensichtlich das größte Problem des braven Husaren war. Die Verfolgung der Bourbaky-Armmee hat ja wohl unter sehr widrigen Wittterungsbedingungen stattgefunden.

    Nochmals mein Dank und beste Grüße

    Jürgen

    Hallo Tim,


    es fehlen nur wenige Zeilen mit weiteren Weihnachtswünschen

    .

    Die Frage nach der Einheit ist gelöst, für mich zumindest teilweise. An anderer Stelle in unserer Heimatsammlung habe ich einen weiteren Brief des gleichen Absenders gefunden. Es ist ein kleiner Umschlag (11 x 7 cm), gekennzeichnet als "Feldpostbrief mit Stempel "K.PR.FELD_POSTAMT / 2. ARMEE_CPS" vom 4.2. (1871). Auf der Siegelseite ist der Abssender angegeben, den ich wieder nicht vollständig lesen kann. Wie ist der Dienstgrad und die Bezeichnung des Reserve-Regimentts? Meiner Meinung nach handelt es sich um Kavallerie ("Eskadron").


    Der im Umschlag befindliche Brief wurde am 3. Februar in Buvilly geschrtieben, einem kleinen Dorf am französischen Jura, unweit der Grenze zur Schweiz. Das lässt mich an die Verfolgung der Bourbaki-Armee und deren Grenzübertritt in die Schweiz denken. In dem Brief an einen "lieben Freund" gerichteten Brief geht es wieder nur um Zigarren. Wichtig finde ich den letzten Satz des Briefes "Schreib mir doch ob es bald zum Frieden kommen wird"


    Besten Dank und viele Grüße

    Jürgen

    Hallo,

    der nachfogend gezeigte Prueßische Ganzsachenumschlag zu 1 Sgr. wurde im Dezember 1870 innerhalb von Merseburg (Preuß. Provinz Sachsen) befördert. Das hat natürlich nichts mit dem Thema zu tun.

    Darin befindet sich allerdings ein Brief, der am 11. Dezember 1870 in Dijon geschrieben wurde. Da Dijon im Krieg aber eine gewisse Rolle spielte - es war vom 31. Oktober bis zum, 27 Dezember 1870 von deutschen Truppen besetzt - erwartete ich einige Informationen zur persönlichen Situation des Briefschreibers bzw. zur militärischen Lage. Ich wurde aber enttäuscht. Zwar kann ich wegen mangelhafter "Schriftkenntnisse" nur einen Teil des Textes lesen. In erster Linie geht es um Danksagung für erhaltene Zigarren und Wünsche zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Interessant finde ich aber die Klage darüber, dass ein erhaltenes Paket "ganz zerrissen" war und er feststellen musste, dass ein großer Teil der enthaltenen Zigarren fehlte (ich hoffe, daß ich das richtig gelesen habe). Es klingt so, als ob das des öfteren vorkommen würde. War das tatsächlich so oder eine Ausnahme?

    Aus dem Brief geht leider weder der Name noch die militärische Einheit des Briefschreibers hervor.

    Vielleicht können "Schriftgelehrte" dem Brief noch weitere Informationen entnehmen.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Hallo,

    der Brief war unzureichend frankiert (20 statt 30 Cent.). Er wurde daher wie ein unfrankierter behandelt, jedoch wurden die verklebten 20 Cent. angerechnet: 40 - 20 = 20 Rappen, die groß mit Rötel angeschrieben wurden. Cent. und Rappen waren gleichwertig.

    Ein sehr schöner Brief!!!

    Gruß

    Jürgen

    Liebe Freunde,


    zunächst eine Bemerkung zu dem oberen von Ralph in Nr. 94 gezeigten Brief: Er ist persönlich an den Bischof von Como Carlo Romano adressiert. Wie unspektakulär doch "Bischofsbriefe" in anderen Ländern aussehen.


    Zu diesem Thema kann ich auch einen Beleg mit dem Strahlenstempel von PECCIA beisteuern, der meiner Meinung ungewöhnlich ist. Zum einen ist es "incoming mail" aus Italien. Zum anderen handelt es sich nicht um einen Brief, sondern um ein Streifband, das als Drucksache zur Gebühr von 3 Centesimi entsprechend dem Postvertrag Italien - Schweiz von 1861/1862 befördert wurde. Die beiden italienischen Briefmarken zu 1 Cent und 2 Cent. sind mit dem Punkt-Nummern-Stempel "174" des Bahnhofs-Postamtes von Florenz entwertet. Adressiert ist die Drucksache nach FUSIO (wie der hier gezeigte spektakuläre Kirchenstaat-Brief). Auf der Siegelseite befinden sich außer dem Strahlenstempel von PECCIA die Durchgangsstempel von LUGANO (17.09.1867) und BIGNASCO (18.09.1867). Für mich erstaunlich sind zwei Belege nach FUSIO, das 1850 nur 236 Einwohner hatte.

    Wie schätzen die Spezialisten aus der Schweiz meinen Beleg ein? Wieviel Auslands-Drucksachen mit Strahlenstempel sind bisher bekannt?

    Beste Grüße

    Jürgen

    Lieber Ralph, lieber José,


    für die Taxierung des Briefes aus dem Kirchenstaat mit 35 Rappen habe ich zur Zeit noch keine Erkärung. Gemäß dem Postvertrag Italien - Schweiz von 1861 (in Kraft getreten am 01.07.1862) kosteten Frankobriefe aus Italien 30 Cent., Portobriefe 40 Rappen. Diese Beträge wurden halbscheidig zwischen den beiden Postverwaltungen geteilt. Wie Transitbriefe durch Italien behandelt wurden, weiß ich nicht. Briefe aus dem Kirchenstaat bekamen die Postbeamten im Tessin sicherlich nicht jeden Tag auf den Tisch. Vielleicht wurde der Brief als unzureichend frankiert angesehen und die verklebten 5 Bajocchi als 5 Centesimi angerechnet - aber das ist reine Spekulation.

    Viele Grüße

    Jürgen

    Liebe Freunde,

    nach der Korrektur eines Schreibfehlers sind die Bilder an die falsche Position gerutscht, ich bitte um Entschuldigung.

    Das Bild mit dem Brieftext musste ich erst verkleinern.

    LG Jürgen

    Liebe Freunde,

    mit diesem Stempel kann ich zwei Briefe zeigen. Es sind zwei Portobriefe, die allerdings nicht aus der Schweiz, sondern aus dem Königreich Italien stammen und üer die Schweiz nach Frankfurt liefen. Der erste Brief wurde im Januar 1863 in Livorno aufgegeben. Er ist an den Fürsten Emil von Sayn-Wittgenstein in Wiesbaden (Herzogtum Nassau) adressiert. In Frankfut wurde er von der Thurn- und Taxis-Post mit 21 Kr. rh. taxiert.

    Der zweite Brief stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1865 (oder ebenfalls 1863 ?) - die Jahreszahlen in den Stempeln sind nur teilweise vorhanden. Er lief aus Genua nach Leipzig (Königreich Sachsen). Er wurde von der T.T.-Post mit 6 3/4 Sgr. taxiert, die von der sächsischen Post in 6 8/10 Neugroschen reduziert wurden.

    Bei dem Stempel "SCHWEIZ / N.T.T" handelt es sich in beiden Fällen um die Type I.

    Bei dem ersten Brief ist der Inhalt noch vorhanden. Ich kann ihn aber nicht lesen.

    Viele Grüße

    Jürgen