Mühlradstempel Sondertypen

  • Hallo Volker,


    nette Seite - den Stempel gab es glaube ich nur 1853/54, von daher ist er gar nicht mal sooo häufig, trotz hohen Postaufkommens dort.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde,


    das folgende kleine Briefstück gab es - nein, nicht für den Preis einer halben Pizza - sondern für den Preis eines "Kölsch".
    (Für unsere bayerischen Freunde: Ein Kölsch ist ein sehr leckeres obergäriges Bier, was im Rheinland und auch über das Rheinland hinaus eigentlich jeder kennt und gerne trinkt.)


    Die Nr. 15 wurde mit dem offenen Mühlradstempel 356 von Nürnberg entwertet.
    Zum Nürnberger offenen MR-Stempel gibt es einen sehr interessanten Beitrag von Kilian Kleinzenz im Rundbrief Nr. 68 der Arge Bayern-Klassisch. Hiernach handelt es sich bei dem Abschlag um die Type "e", die vom Oktober 1868 bis zum Ende der Mühlradzeit im März 1869 in der Nürnberger Bahnhofsexpedition im Einsatz war. Der Verfasser bezeichnet ihn als die seltenste offene Mühlradtype von Nürnberg.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • ... und das grüne Briefpapier tut ein Übriges dazu, dass es lecker herüber kommt. :P


    Zum Kölsch könnte ich jetzt einen Witz erzählen, überlasse das aber besser unserem lieben hasselbert . :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Lieber Wolfgang,


    die allermeisten Mühlradsammler sind mit einem Exemplar je Nummer zufrieden: "Off.MR "356"- hab ich".


    Nur so ist der Preis von einem Kölsch für die doch recht seltene Stempeltype von Nürnberg zu erklären.


    Erst wenn in einem neu aufgelegten Stempelkatalog auch die verschiedenen Typen abgebildet und bewertet werden, wachen die Sammler auf.


    Ein aktueller Stempelkatalog mit Abbildungen aller Stempel, und in vielen Fällen mit nach unten korrigierte Preise, könnte das umfangreiche und


    interessante Sammelgebiet der Stempel wieder beleben.


    Gruss Kilian

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Lieber Kilian,


    der Gedanke an einen »Mühlradstempel-Atlas« ist mir auch schon gekommen. Wäre ein nettes Wandposter, drei Meter breit und einsfuffzich hoch. Ist aber bei 920 Nummern mit drei Verteilungen plus Variationen (die teilweise noch gar nicht beschrieben und manchmal wahrscheinlich kaum bekannt sind) eine echte Herkules-Aufgabe. Bestimmte Stücke kann man überhaupt nur nach Vorlagen in Auktionskatalogen zeigen. Und angesichts des bekannt geringen Grads von Eigeninitiative und Engagement bei der Zuarbeit durch das Bayernsammler-Volk (Anwesende natürlich ausgenommen) und der dafür durchaus prädestinierten Prüfer sehe ich dem Stemmen dieses Jobs mit einer gewissen Skepsis entgegen. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo Freunde,


    ich komme nochmal kurz auf mein oben eingestelltes kleines Briefstück zurück.


    Wenn ich ehrlich bin, dann hat mich zuerst das giftgrüne Briefpapier, auf dem die Marke klebt, zum Kauf veranlasst. Blaues Briefpapier sieht man ja häufig. Aber das grüne Papier stellt doch einen besonders schönen Kontrast zur roten Marke dar.


    Das offene Mühlrad von Nürnberg habe ich mir erst genauer angesehen, als der Brief bei mir zu Hause auf dem Tisch lag.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Hallo zusammen,


    im freundlichen Gedenken an alle Weizen-, Export-, Pils- und Altbiertrinker werde ich mich hüten hier einen Kölsch-Witz zu erzählen :D


    Vielmehr erhebe ich ein Glas Schampus und trinke auf das Wohl unseres lieben HOS, der heute seinen 70. Geburtstag
    feiern kann. :thumbup:


    Liebe Grüße aus dem derzeit sonnigen Sylt
    hasselbert

    6 Mal editiert, zuletzt von hasselbert ()


  • Angsthase Heribert ! ^^


    Geburtstagskind Hans Otto ! :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayernjäger,


    der off.MR "71" Burgwindheim gehört zu den Mühlradstempelraritäten. Der Abschlag ist zweifellos echt.


    Eine 3 Kreuzer Wappen mit dem off.MR "71" ist farbig abgebildet im Katalog der Sem-Mühlradstempel-Spezialauktion aus dem Jahr 1988


    und erzielte bei Ausruf 300 DM erstaunliche 2600 DM (lt. Ergebnisliste). Gratulation zu dem Top-Stempel !


    Gruss kilke

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Hallo kilke,


    vielen Dank für deine Echtheitsbestätigung.


    Ich habe noch ein nahezu identische 6 Kreuzer braun mit diesem Stempel in der 364. Köhler Auktion gefunden.
    Dort war der Zuschlag immerhin auch noch 520,- Euro.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo Freunde,


    Hurra, es klappt mal wieder mit den Forum. Fragt sich nur, wie lange?


    Wenn man den geschlossenen Mühlradstempel 217 sieht, denkt man zuerst an München.


    Aber auf einer Nr. 9 kann er nicht von München sein. Da bleibt dann die 2. Verteilung: Holzkirchen in Oberbayern.


    Auch wenn es sich bei dem Stempel um keine Rarität handelt - so oft findet man ihn nun auch nicht. Ich schätze mal, dass von 100 gMR 217 99 auf München entfallen und nur einer auf Holzkirchen.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Hallo Wolfgang,


    Gratulation zu dem schönen Stück, hätte auch schön in meine Sammlung gepasst... ;):D


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo Freunde,


    um eine Sondertype handelt es sich zwar bei dem heute behandelten Stempel nicht gerade, aber einen passenderen Thread als diesen gibt es nicht und eigens einen neuen Thread dafür aufzumachen, schien mir unangebracht.


    Doch nun zur Sache: Sem nennt für Hof zwei Typen des geschlossenen Mühlradstempels der 2. Verteilung mit der Nummer 211. Die zweite Type war nötig, weil in Hof ab etwa 1859/60 ein Stempler am Werk war, dem der Zustand sowohl seines Nummernstempels als auch seines Stempelkissens anscheinend völlig egal war. Ende 1859 war das Stempelgerät noch völlig in Ordnung, ab dann verkam es so sehr, dass es im Februar 1862 völlig unbrauchbar geworden war. Es folgte dann so etwas wie eine ca. 10-tägige "Hofer Umtauschzeit", ehe der Stempel der Type 2 zum Einsatz kam. Es ist anzunehmen, dass es sich bei dem neuen Typ nicht um ein gänzlich neues Stempelgerät handelt, sondern dass es, vermutlich vor Ort, repariert - nachgefräst oder was auch immer - wurde, denn von der Materialverwaltung wäre wohl ansonsten ein offener Mühlradstempel geschickt worden.


    Ich war seit Jahren auf der Suche nach einem absolut sauberen Abschlag dieses Typs, was sich - bei einem so großen Ort wie Hof erstaunlicherweise - als gar nicht so einfach herausstellte. Der Grund dafür ist aber auch ganz einfach. Der Hofer Stempelvernichter hatte nämlich nichts gelernt aus seinem Fehlverhalten und schaffte es, auch den neuen Stempel in relativ kurzer Zeit zu schädigen.


    Der gezeigte Abschlag muss daher aus der Frühzeit der 2. Type stammen, als diese noch so gut wie jungfräulich daherkam. Erkennbar ist die Type 2 an den längeren Aufstrichen der "1" und an dem längeren Abstrichen der "2". Aber dazu braucht man einen sauberen Abschlag, von denen es nicht allzu viele gibt.


    Viele Grüße von maunzerle:)

    Bilder

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • ... nur ein Wort - für einen Schmutzfink absolut perfekt abgeschlagen, und was ich immer wieder sage, auch theoretisch häufige Sachen sind, wenn man sie denn intensiv sucht, oft gar nicht, oder kaum einmal zu finden. So viel es von Hof gibt, aber etwas Spezielles wie hier kann auch mal ein paar Jährchen dauern ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus