Beiträge von Erdinger

    Lieber Ralph,


    alles sehr schön gerechnet – aber es gab keine halben Kreuzer, die Progression in der Tabelle lautete 3/4/6/7/10/12/13 etc. Auch wenn’s gewöhnungsbedürftig bleibt.


    Bei einer Auktion wird gerade ein Lot mit Postscheinen angeboten, von denen einer für ein Briefpaket mit 6 fl 58 kr Franko ausgestellt wurde. Das war nur möglich, weil solche Sendungen bis 560 g (bayerisches Pfund) mit der Briefpost versendet werden konnten, vorausgesetzt man musste keine Kosten scheuen. Kannte ich bisher nur in der Theorie.

    Hallo Siegfried,


    Karl Winkler führt den Stempel als Aushilfsstempel, mit der Jahresangabe 1874.

    Georg Winkler übernimmt diese Angabe.


    Gibt es Postscheine mit diesem Stempel? Dann ist es ein zeitweise zweckentfremdeter Formularstempel.

    Lieber Heribert,


    sag nie zu einem in Oberbayern aufgewachsenen Halbrheinländer und Halbflamen, er sei ein Niederbayer – das ist eine Beleidigung der Niederbayern. :huh:


    Hier die Auflösung:


    Dit is ne pispot en ’t is ’ne grote. (Das ist ein Nachttopf und es ist ein großer. – Flämisch)


    In dera Stub’n is da Coprata ibas Resi, i guns eam, ihr a. (In dieser Stube ist der Kooperator übers Resi – ich gönn’s ihm, ihr auch. – Oberbayerisch)


    Da hätt’ ich noch ’ne Geschichte aus der flämischen Kirche:

    Die Pfarrersköchin hat für den Sonntag einen Karpfen ergattert. Der muss vor der Zubereitung erst in einem Sieb abtropfen. Wo ist es am kühlsten? Nicht im Pfarrhaus, sondern in der Sakristei. Der Pfarrer steckt mitten in der Wandlung der Morgenmesse, als er vom Ambo aus durch die offene Sakristeitüre sieht, wie sich die Hauskatze an den Karpfen heranschleicht. Ihm ist klar, dass er jetzt seine Pfarrersköchin irgendwie warnen muss. Da kommt ihm das Kirchenlatein zugute und er singt, um sie zu warnen: »Poezeminazitaanvissaintrisea.« (Poezemina zit aan vissa in trisea)

    Poes ist die Katze (das »z« im Kosenamen ist ein weiches »s«), vis der Fisch und trisee ist die frankoflämische Entsprechung für das hochniederländische zeef (Sieb).

    Liebe Freunde,


    solche Lateinsprüche kenne ich auch noch.


    Ditis nepis potentis entis negrote.


    Inter astum ista coprata ibas res; iguns eam, ira.

    Der »United States Mail and Post-Office Assistant« war eine Zeitschrift, die von 1860 bis 1872 erschien und zahlreiche Praxisfragen behandelte, u. a. auch solche, die transatlantische Post betrafen, und Listen mit aktuellen Frankosätzen für Post ins Ausland abdruckte. Das Blatt genoss einen sehr guten Ruf, weil es durch Insiderkenntnisse offizielle Verfügungen bereits bekanntmachte, ehe die offiziellen Verlautbarungen an die einzelnen Poststellen verschickt wurden. 1975 wurden die gesammelten Jahrgänge nachgedruckt, einen Scan der beiden Bände gibt es hier:


    Band I

    Band II

    Ein Freund von mir raucht ziemlich viel. Irgendwann betrachtete er missbilligend den Warnhinweis, der die Rückseite seiner Zigarettenpackung fast zur Hälfte einnahm: »Rauchen verkürzt Ihr Leben!«

    Sein Kommentar: »So a Bledsinn, i bin doch scho oid.«

    Da meinte ich zu ihm: »Das siehst du falsch. Denk mal dran, wie alt du schon sein könntest, wenn du nicht geraucht hättest.«

    Lieber Will,


    der Brief war ziemlich viel in Oberfranken unterwegs.

    Es gab laut zeitgenössischen Ortslexika zwei Hannberg, beide lagen in Oberfranken, das richtige wohl im Bezirksamt Höchstadt/Aisch, Post Wei(s)endorf. Das andere lag im Bezirksamt Pegnitz. Im Grunde hat der Absender mit seiner Adressierung alles richtig gemacht.

    Der Brief lief aber offenbar auch nach Hochstadt am Main und sogar bis nach Wunsiedel (kleiner Einkreiser mit Zierstücken).

    »Sch…« müsste ein Ort mit HKS 12 a mit ziemlich vielen Buchstaben sein (sehr schmale Schrift) – einfach mal schauen, was da passen könnte.

    Hallo Klaus,


    sieht ziemlich unregelmäßig geschnitten aus, deshalb würde ich eher auf Bogen tippen. Selbst die gezähnten Paketzettel, die es später gab, kamen meines Wissens auch in Bogenform heraus. Zweifarbiger Endlosdruck in Rollenform mit seitlicher Perforation und Numeratoreindruck war technisch bereits seit Langem möglich. Ich vermute, dass die »Darreichungsform« von der Größe der Postorte und ihrem Bedarf abhing.

    Liebe Freunde,


    in meiner Heimatsammlung würde ich der Pfennigzeit gerne mehr Prominenz geben, aber leider gibt es aus meiner Region kaum interessantes Material, bisweilen nicht einmal Standardware.


    Ganzsachenumschläge kann ich bisher ganze zwei vorweisen, dieser hier ist der schönere, noch dazu als auffrankiertes Einschreiben. Hörlkofen liegt an der Bahnstrecke München–Mühldorf, war postalisch aber vor allem Drehscheibe und Durchgangsstation für die nähere Umgebung. Am Ort abgestempelte Belege sind kaum zu finden, weswegen ich bei der letzten Gärtner-Auktion dann dieses schöne Stück unbedingt erwerben musste.

    Lieber Ralph,


    Oberpostmeister in Augsburg war ausweislich des Hof- und Staatshandbuchs für das Königreich Bayern von 1828 bzw. 1833 (dazwischen erschien keine Ausgabe) Franz Anton Graf von Tauffkirchen.

    Lieber Ralph,


    ein optisch überaus ansprechender Brief, der einem vor Augen führt, dass markenlose Briefe einen ganz speziellen Reiz haben können.

    Hatte ich gesehen und mir gedacht, dass sich da bestimmt ein Liebhaber finden würde.

    Hallo Ingo,


    wenn ich deine umfangreich vorgetragenen persönlichen Ansichten und Erfahrungen beiseite lasse, bleibt von deinem langen Posting im Kern die Vorstellung übrig, über eine satzungsmäßig präzisierte Definition von Postgeschichte die Nachwuchsgewinnung beim DASV sicherzustellen. Ich hoffe, dass das jetzt kein Missverständnis ist, aber diesen Ansatz betrachte ich mit Skepsis.


    Der Vorschlag wäre mir einfach zu mechanistisch gedacht: Wir drehen an einer Stellschraube, möglichst an einer mit geringer Öffentlichkeitswirksamkeit, und neue Mitglieder kommen. Oder soll das dazu dienen, einen einklagbaren Anspruch auf die inhaltlichen Aspekte der Vereinsarbeit herzustellen? Was für dich »zwingend erforderlich« ist, müssen andere Mitglieder, insbesondere potenzielle Mitglieder, nicht so sehen.


    Satzungen sind keine Manifeste, sie sind Mittel des Vereinsrechts. Erfahrungsgemäß wird der Vereinszweck desto unklarer, je wortreicher man ihn einzugrenzen versucht.* Aus diesem Grund sind die Vereinsziele meist eher knapp und allgemein gefasst. Vereine leben vom Engagement ihrer Mitgliedschaft, nicht vom Buchstaben ihrer Satzung. Die Attraktivität einer Vereinigung besteht in ihrem möglichst vielfältigen Angebot. Die Nachwuchsarbeit besteht darin, dass es engagierte Menschen gibt, die Nichtmitglieder anleiten und werben. Daran hat sich auch im Zeitalter des Internets nichts geändert, aber es haben sich neue Rekrutierungsflächen eröffnet.

    Wie Altsax schreibt:

    Zitat

    Es braucht begeisterte Philatelisten.

    In meinen Augen ist das Vereinsziel des DASV hinreichend klar definiert. Es beschränkt die eigene Handlungsfreiheit und die zukünftiger Mitgliedsgenerationen nicht unnötig. Wer als von dir angepeilter jüngerer und damit in der Regel internetaffiner Mensch wissen will, womit sich der DASV eigentlich beschäftigt, kann sich auf der Webseite und im hier angedockten Forum ein eigenes Bild davon machen, welche Vielfalt unter dem Dach des DASV versammelt ist.


    Wenn zukünftige Generationen trotz ehrlicher Bemühungen sich dafür nicht interessieren lassen, werden wir wenig daran ändern können, so bedauerlich das auch ist. Interesse kann man weder aufdrängen noch anerziehen, es wird mitgebracht. Das ist leider zwingend erforderlich.


    Sonntägliche Grüße

    Dietmar

    (der noch nicht einmal DASV-Mitglied ist)


    ___________


    * Schon die Definition von Postgeschichte ist schwierig, weil selbst die daran interessierten Kreise jeweils etwas anderes darunter verstanden oder verstehen.

    • Die Postmitarbeiter, die früher in den regional erscheinenden Blättern der deutschen Oberpostdirektionen publizierten, verstanden darunter die Abfolge beim Postpersonal bestimmter Orte, die Postgebäude, die Postwege, die Betriebsmittel und technischen Einrichtungen oder für uns eher unspannende Themen wie die Arbeit der Pensionsfonds.
    • Die Philatelisten verstehen unter diesem Begriff das Nachvollziehen postalischer Handlungsweisen am überlieferten Gegenstand selbst, letztlich auch unter dem Gesichtspunkt, dem Material einen ideellen oder gar materiellen Wert abzugewinnen.
    • Die Historiker, die sich jetzt (wieder) für das Thema interessieren, versuchen, das Ganze in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen.

    Wir Philatelisten haben also auf diesem Gebiet nicht die alleinige Deutungshoheit. Nahezu alle Arbeiten dieser unterschiedlichen Gruppen sind wertvoll, aber keine für die jeweils andere restlos befriedigend. Ob und wie sich daraus eine Synthese ziehen lässt, ist eine höchst individuelle Angelegenheit, wie das Sammeln überhaupt.

    Lieber Ralph,


    tja, kein Chargé-Stempel, aber immerhin eine Manualnummer, nein, sogar zwei.


    Anscheinend musste der Empfänger in Berlin erst ausfindig gemacht werden – auf der Siegelseite wurde dann die Adresse in der Eichhornstraße notiert. Immerhin drei Ausgabestempel.