Beiträge von Erdinger

    Lieber Wolfgang,


    genau dieser Stempel auf einem Brief mit der Nr. 15 war bei mir der Anstoß zu sagen: »Warum sammelst du eigentlich nicht so etwas?«

    Der Preis war einstellig und meine Sammlung zur bayerischen Stempelvielfalt wächst seither.

    Es ging auch anders – hier wurde anscheinend gleich alles im Voraus frankiert, wie die Expedition in Freyung notierte:


    »10 Pfg. Franco für Toursendungs u. 20 Pfg. Zustellgebühr wurden dem Schreiben in Francomarken aufgeklebt«.


    In Röhrnbach musste dann die PZU nur noch abgestempelt werden.


    Liebe Freunde,


    danke für den Zuspruch – ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, diesen Luxusbrief bei einem Auktionshaus einzuliefern und bei der Beschreibung auf genau dieser Bezeichnung zu bestehen :).


    Minimarke

    Zu viel der Ehre, es ist »nur« das Altdorf bei Nürnberg. Aber bei diesem Abschlag ist der Stempel noch ganz heil.


    Lieber Hermann,


    danke fürs Heraussuchen des Lindau-Stempels – auf Brief mit Nr. 15 bitte zu mir! Von Hof habe ich bis jetzt noch keinen regulären 20b oder 20a gesehen – wenn er so günstig wäre, wie er im Handbuch steht, müsste es ihn zuhauf geben und es dürfte keinen Aufschlag für die Variante mit römischen Ziffern geben.

    Hallo Siegfried,


    die Posthalter bzw. Expeditoren sind Pietz und seinem Vorphilahandbuch zufolge durchaus bekannt:

    1800.11.18. Johann Moritz Geisendörfer

    1809.08.21. wegen dienstlicher Verfehlungen abgetreten (1811 wurde der überschuldete Besitz versteigert)

    Neuer Postexpeditor: Gastwirt Sebastian Arnold † 1820, danach seine Witwe bzw. 1823 sein Sohn Kaspar

    (dazu auch Archiv für Postgeschichte in Bayern 1934/2, 88–92)


    Viele Posthalter/Expeditoren ließen die Alltagsgeschäfte allerdings ganz oder teilweise durch Angestellte versehen. Die stehen dann in keiner Liste drin.

    Gibt es ältere Einwohnerverzeichnisse am Ort? Bis etwa 1950 war die Mobilität mit Ausnahme von Auswanderern relativ gering. Die muss man dann mit Mut zur Lücke abklopfen, bis man auf einen ähnlichen Namen stößt ...

    Lieber Ralph,


    unser heutiges Hauptproblem liegt wohl darin, dass die Tour-Briefe von den PZUs getrennt wurden und wir keine Möglichkeit mehr haben, das Problem aufzulösen, weil uns der entscheidende Indikator fehlt. Wenn der Tour-Brief frankiert war, war Kaiserslautern im Recht, wenn er es nicht war, dann hätte man in Freiburg nicht »frei« drauf schreiben dürfen.


    Macht die Knobelei aber auch ganz schön ...

    Liebe Freunde,


    das Thema Postzustellurkunde bleibt auch dann schwierig, wenn man sich durch Jürgen Vogels Buch »Die Postzustellurkunde 1879–1920« gearbeitet hat. Wenn man am Ende des Quellenanhangs angekommen ist, beginnt man unweigerlich mit dem Lesen wieder von vorne …


    So oder so hat mich dieser Beleg gefreut, bei dem etwas nicht ganz regelkonform verlaufen ist – zumindest verstehe ich das so.


    Der Absender (in diesem Fall ein Notar aus Freiburg) hatte die Wahl: sein Schreiben mit PZU komplett franko an den Adressaten zu senden (d.h. Briefgebühr der Hinsendung zu frankieren und Zustellgebühr plus Rücksendung bei Ankunft des vollzogenen Dokuments nachträglich zu begleichen) oder alles komplett porto (d.h. Empfänger trägt alle Gebühren) zu versenden.


    Die Postzustellurkunde wurde am 30. Oktober 1885 in Kaiserslautern vollzogen und mit 30 Pfennigen belastet nach Freiburg zurückgeschickt, wo sie am 31.10. eintraf. Auf ihr war handschriftlich vom Absender »frei« vermerkt, d.h. in Kaiserslautern ging man davon aus, dass der Absender alle Gebühren trug.


    Anscheinend war dies jedoch nicht der Fall. Am 2.11.1885 nämlich wurden in Kaiserslautern 30 Pfennig durch Marken nacherhoben und abgestempelt. Der Briefträger Hilbiler vermerkte: »Wird unfrankiert nicht angenommen«. Das müsste in Freiburg auf den Brief gekommen sein, leider ohne Datum.


    War es anders? Wo liegt mein Denkfehler?

    Liebe Freunde,


    die Nürnberger Zweikreiser sind ein dankbares Thema. Manchmal haben die Nürnberger schlecht gestempelt, ein anderes Mal nicht vorschriftsmäßig, aber wenn die richtige Person am Stempeltisch saß, kamen wunderbare Briefe heraus. Die Lücke bei der Jahreszahl zwischen »18« und »69« meine ich bei diesem Stempeltyp schon öfter gesehen zu haben. Fast ein kleiner Luxusbrief für kleines Geld.


    Hello Sumit,


    welcome to this forum and greetings to York, the city where Mr Norrell performed his tricks in 1806 (though I’d really be surprised to read about him in a contemporary letter). Pre-philately can be challenging, but there’s room enough for everyone and many pieces are available at modest prices. Just show us what you have—I’m sure several members will be interested and can provide you with reliable facts or at least an educated guess (and very often in English, to boot!).


    Best wishes

    Dietmar

    Lieber Erwin,


    ach, wie ich euch Preußen immer um diese Ganzsachen beneide! … und dann auch noch Poste restante gestellt.


    Nur eine Verständnisfrage: Ausgabestempel heißt tatsächlich ausgegeben oder am Ausgabeschalter angekommen (und eventuell dort noch gelagert)?

    Lieber Hermann,


    das mit den vier römischen Einsen stimmt, kann man auch auf diesem Brief sehen.


    Mit der Einordnung dieses Stempels als 20b tue ich mich immer schwer – er ist ein echter Sondertyp wegen der römischen Monatszahl und der einzelnen Stundenangabe. Von Lindau gibt es das auch (suche ich noch auf Brief mit der Nr. 15).

    Liebe Freunde,


    ich fand diese Auktion auch interessant, vor allem ein Los, Nr. 29.



    Als Heimatsammler war ich natürlich gespannt, ob dieser Brief aus Erding zum Ausrufpreis von € 500 weggehen würde. Er ging weg – für € 700 plus Nebengeräusche. Da kann man dem Auktionator nur gratulieren. Vielleicht kann mir noch jemand erklären, ob ich dem Käufer auch noch eine Gratulation schulde.


    Für die Heimatsammlung genügt mir eine Marke mit Teilen einer Nebenmarke und ähnlicher Stempelqualität – 2010 auf der Münchner Messe am Stand von Harlos für €8 gekauft, dafür mit Duplexentwertung. ;)


    Dear Kent,


    this is what I found so far (I can read Dutch quite well and know a little Swedish, too).


    There is a link between Paul van Vlissingen, the man behind ASM, and Egidius. Vlissingen was not only a shipowner, but also a shipbuiilder and a pioneer builder of steam machines on an industrial scale at Werkspoor, see also here. His partner Dudok van Heel’s son married one of Egidius’ daughters, as did Vlissingen’s son, Paulus Cornelis.

    George Frederik Egidius wasn’t a Dutchman (1800 Copenhagen – Amsterdam 1856). He was married to Norwegian Karen. Egidius took over the hull of the “Beurs van Amsterdam” from ASM in 1849 and had it rebuilt as a sailing vessel. He ran several other sailing vessels in his own right.

    There is even a dutch book that sheds some light on the family ties between Vlissingen/ASM and, among others, Egidius.


    This might be of some interest to you, though the immediate connection with the letters in question isn’t quite there. Very often in the 19th century commercial ties were strengthened by second generation family ties. (And where 19th century politics are concerned, look for the godfathers of the politicians’ children to establish a direct connection, when trying to unravel networks of the past.)


    Best wishes

    Dietmar

    Hallo wuerttemberger,


    das ist nicht auszuschließen, aber das könnte man tatsächlich nur am Original feststellen. Vielleicht liegt es noch in Nürnberg, vielleicht auch nicht. In den öffentlich zugänglichen Inventaren der Museumsstiftung ist das Stück leider (noch) nicht verzeichnet.

    Lieber Dieter,


    es ist ein Amtssiegel, »S[ancti] Galli S[igillum] Officialis«. Es zeigt den hl. Gallus mit seinem Bären und dürfte aus dem Umfeld der Fürstabtei stammen.

    Lieber Ralph,


    ein reaktivierter Stempel der Vormarkenzeit aus Fürth (1842–1852), schon so plattgeklopft, dass das Trema des »Ü« schon nicht mehr erkennbar war. Erinnert an den fast zeitgenössisch umgemodelten Stempel aus Kaufbeuren, ebenfalls mit römischer Monatszahl, aber ohne »Vm«. Wenn man beim Bestücken auf den Bruchstrich des Datums verzichtete, war im Stempelschacht genug Platz, um drei Bestandteile unterzubringen.


    Damit man sich auch vorstellen kann, wie der Kopf eines solchen Stempeltyps im Original (Neuburg a[m]. Rh[ein]., 1865 eröffnet) aussah, hier ein Bild aus den Fränkischen Postgeschichtsblättern Nr. 27 (1969), S. 11 (Vorlage aus der Postabteilung des damaligen Nürnberger Verkehrsmuseums).



    Man sieht sehr gut die massive Feststellschraube, die nötig war, um die wenigen losen Teile an Ort und Stelle zu halten, und die fest im Kopf eingravierte Ortsangabe.

    Liebe Freunde,


    ja, was wären diese Stempel ohne ihre Zierstücke. Irgendwo habe ich auch noch einen Neustädter.

    Hier zeige ich einen Typ I von Kempten, der Typ II hatte der Abbildung im Rütger zufolge ein ähnliches Zierstück wie der von preussen_fan hier gezeigte Stempel von Malmedy. Auch das Zierstück von Erwins Düren-Stempel kommt Bayern-Fans bekannt vor. Vielleicht gab es da einen Lieferanten, bei dem sich verschiedene Stempelschneider bedienten.

    Leider schlägt bei meinem Brief ein Besitzerstempel von der Rückseite durch, aber der ist wenigstens schön anzusehen, im Gegensatz zu manchen anderen ...