Beiträge von Erdinger

    Hallo Siegfried,


    ps [praesentatum] d[en] 7ten Febr: 1686


    Denen HochEdlen und

    Gestrengen, auch WohlEdlen

    Vest und Hochgelehrten, hoch=

    gräfl. Castell: Rüdenhäu=

    sischen Wohlverordneten Hhl. [Hochlöblichen]

    Hoffmeister und Räthen

    Meinen insonders grgl. Hoch=

    geEhrtesten Herrn


    Rüdenhausen


    Der Begriff der Ergebenheitsadresse wird im philatelistischen Bereich übrigens immer wieder falsch verwendet. Nur weil es eine Adressierung im unterwürfigen Ton auf einem Brief ist, ist es noch keine Ergebenheitsadresse – damit ist eine Huldigung gemeint, die für eine breitere Öffentlichkeit bestimmt ist.


    Die Notiz am rechten Rand würde ich als Archivierungsvermerk deuten.

    Hallo Björn,


    ich finde den Aufbau und die gewählte Schriftlösung gut. Bewertungen sind immer knifflig, ob mit Punktesystem oder mit €-Wertangaben. Wenn sich alles auf ein überschaubar unterteiltes System herunterbrechen ließe (das müsste zum Differenzieren eigentlich reichen: A = LP, B = selten, C = häufig), macht man sich unabhängig von schwankenden Geldwerten.

    Die Musterseite illustriert auch sehr schön, warum ein Freistellen der Bilder kaum praktikabel ist: Die Auflösung/Qualität der Scans ist einfach zu unterschiedlich. Man könnte höchstens den Kontrast vorsichtig verstärken.


    Viele Grüße

    Dietmar

    Liebe Freunde,


    merkwürdig, dass der Vater versuchte, seinen Sohn ausgerechnet wegen Kurzsichtigkeit loszueisen – wenn das in der bayerischen Armee tatsächlich ein Kriterium für eine Ausmusterung gewesen wäre, dann hätte sie auf einen Schlag ihren gesamten Generalstab verloren. ;-)


    Vom genialen österreichischen Komiker Karl Farkas:

    »Zu meiner Zeit beim Militär, da hat noch Disziplin geherrscht. Ich habe einmal zu einem Vorgesetzten gesagt, er ist ein Trottel. Bin ich sofort eingesperrt worden – wegen Verrates eines militärischen Geheimnisses.«

    Lieber Dieter,


    hast du in den nächsten zwei Jahren nichts vor?

    Dann biete dich als Stempel-Freisteller der ArGe an. Ich erwarte verlustfreie Stempel-Abbildungen in xnview. Ganz ohne Voraussetzungen wie »Wenn du einen Stempel bereits freigestellt hast«.

    Auch ich würde die Stempel gerne in Farbe sehen, allerdings ohne farbigen Hintergrund.

    Lieber Dieter,


    meiner Großmutter mag es an formaler Bildung gefehlt haben, aber von ihren lebensklugen Sprüchen zehre ich noch heute. Unter anderem von diesem: »Liebere Brötchen werden nicht gebacken.«


    Wir hatten diese Diskussion in diesem (Handbuch-)Zusammenhang schon einmal, und ich kann jedem, der einige Tausend Stempelabbildungen freigestellt sehen will, nur raten, zehn davon eigenhändig freizustellen, mit jedem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm, und nicht automatisiert. Und ohne ausgefaserte Ränder, Pixelverluste und ähnliche Kalamitäten. Mit anderen Worten: perfekt. Kann man machen, kostet nicht Manntage, sondern -monate und, wenn man’s professionell macht, ein Schweinegeld. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin seit bald dreißig Jahren in der Buchbranche, und zwar auf der technischen Seite.

    Lieber Ralph,


    man kann davon ausgehen, dass der Brief noch im Ausgangsbuch verzeichnet werden musste, und der Auslauf des Landgerichts war sicher nicht gering. Dafür war der Brief einen Tag nach Aufgabe schon beim Empfänger.

    Hübsch!

    Lieber Ralph,


    Raum für Contraventionen ist noch genug vorhanden, nämlich wenn der Rückschein regelwidrig offen zurückgeschickt wurde (erkennbar an Einschreibung und Ortsstempel). Das dürfte fast häufiger nachzuweisen sein als ein entsprechender Umschlag …


    Liebe Grüße

    Dietmar

    Mit dem Rückschein bzw. der Sendung, der er beilag, muss etwas nicht gestimmt haben, sonst hätte man den nicht so als "Single" versandt.

    Eines der Suchtmittel jedes fortgeschrittenen Sammlers ist die Vermutung, dass ein Sammlerstück unbedingt etwas Besonderes sein muss. Das verstellt manchmal den Blick auf simple Wahrheiten:

    Aus dem Band II der Gumppenberg-Verordnungssammlung. Die Jagd auf solche Briefe aus der Kreuzerzeit ist sicher schon längst eröffnet (Sammlerfreund A.P. würde ich zutrauen, dass er einen hat).


    Grundsätzlich sind diese Versandumschläge keine Massenware, weil sie reine Postdienstsachen waren und sich nur in Ausnahmefällen erhalten haben.

    Hallo Martin,


    si l'auteur de cette lettre mentionne Valmy, ce n'est pas sur cette page.


    […] Wehe, Armsellig, Gott Erbarm sich über die

    Jenige welche Ihrer gefahr ausgesetzt

    sind. Du kanst Mein Lieber Bruder Ihr grau=

    sames Betragen nicht glauben, sie werden

    nur in dem Orth wo die Armee stehet

    fortgeschickt und Rauben stehlen Morden

    Brennen Sengen Haus und Menschen

    zusamen. Sie seynd keine ordentliche

    Truppen, sie müssen sich nur zu 100. weis

    vertheillen, im Tag halten sie sich in Wäldern

    auf und jeder Nacht gehn sie in die

    Dörfer kleine Städte und handlen als

    unmenschen, dann sie glauben keinen

    Gott. Dergleichen Marschiren 14000;

    Mein lieber Bruder schreibe mir noch bald, und

    schreibe mir Vielle Neuigkeiten, dann es giebt

    bei Euch jetzt genug und nur zu viell leyder Gottes

    schreibe mir doch noch was deiner Frau Eltern

    machen, von meinem Schwager Berger hörre

    ich niemahl nichts. Ihr thuet mich gantz vergessen,

    und ich denke doch täglich an Euch und

    wünsche Euch zu sehr: aber meine Wünsche […]

    Liebe Freunde,


    einige von euch wissen ja, dass ich mit meiner Frau zusammen eine kleine Sammlung Bayern-Japan und vice versa aufbaue.


    Normalerweise bewegen wir uns in der späten Meiji-Ära (1868–1912). Zu dieser Zeit war vor allem der akademische Austausch zwischen Japan und Deutschland sehr ausgeprägt. Gleichzeitig kühlten die politischen Beziehungen rapide ab, bis hin zum Kriegseintritt Japans auf der Seite der Alliierten. Wenn sich also ein Stück aus der anschließenden Taisho-Ära (1912–1926) anbietet, dann lohnt ein genauerer Blick.


    Unser Bild von Deutschen in Japan im Ersten Weltkrieg wird vor allem von den Kriegsgefangenenlagern nach der Eroberung von Kiautschou/Tsingtao geprägt – und der überaus freundlichen Behandlung der deutschen Gefangenen im Land (farbige Geschichten vom Lagerleben, Erstaufführung von Beethovens Neunter in Japan etc.). Auch philatelistisch haben Lager wie Bandō Spuren hinterlassen.


    Aber wie sah es mit deutschen Zivilisten aus, die im Land von der Kriegserklärung überrascht wurden und plötzlich den Status feindlicher Ausländer hatten?


    Einen Hinweis darauf gibt diese Karte aus Hakone ins bayerische Fürth vom 26. Dezember 1915:


    »Liebe Mutter, Habe hier bei herrlichstem Wetter mit Freund Sahling Weihnachten verbracht, in aller Stille muss ich sagen, denn wir waren die einzigen Gäste im Hotel.«


    Bei Kriegsausbruch waren in Deutschland rund 80 Japaner festgesetzt worden. Sie kamen jedoch bald wieder frei, weswegen auch in Japan auf eine Internierung von Deutschen verzichtet wurde, sehr zum Missfallen der britischen Verbündeten. Im Gegensatz zu diesen verzichtete die japanische Presse anscheinend auf die Erzeugung von Feindbildern. Der Handel mit dem Kriegsgegner wurde tatsächlich erst am 23. April 1917 untersagt, die Registrierung von Ausländern begann im Januar 1918. Bis zu diesen Einschränkungen genossen Deutsche im Land Bewegungsfreiheit und organisierten zum Teil Hilfe für Kriegsgefangene. Vereinzelt wird vom Verbot wirtschaftlicher Betätigung gesprochen, aber es gibt kaum Quellen zu diesem Thema.


    An der Karte überrascht, dass außer dem Aufgabestempel (4-12-27, also 27. Dezember im vierten Jahr der Taisho-Ära, das passt also) und einem Briefträgerstempel von Fürth keine postalischen Beförderungsmerkmale zu sehen sind, auch nicht für eine Zensur. Die Karte lief wahrscheinlich über San Francisco auf neutralen Schiffen nach Deutschland.


    Literatur: Arnd Bauerkämper, Sicherheit und Humanität im Ersten Weltkrieg, Berlin/Boston 2021, S. 510–514

    Hallo Siegfried,


    der Brief ging an den K. K. Magistrat der Stadt Neupalanka [Batschka, damals Ungarn, heute Serbien].


    Die Rückseite ist nicht postalisch, sondern enthält einen Registraturvermerk vom Herrschaftsgericht Schwarzenberg:


    Als Aufgabsbeleg über Nr. 2198 zu den Georg Franzischen Nachlaßacten v. Unterleimbach u. beruht einsweilen.


    Sch[ein]f[e]ld den 18. Octbr. 1832

    Fürstl. Herrschaftsgericht Schwarzenberg

    Lebender [und eine weitere Unterschrift]


    Feiner Schein. Du kannst dich glücklich preisen, dass in deinem Heimatsammelgebiet Adelshäuser wie die Schwarzenbergs ansässig waren. So viele gute und gut erhaltene Briefe mit Marken und ohne sowie Postscheine finden Heimatsammler nur selten.

    Liebe Lulu,


    der Vortrag wurde auf Vorschlag aus dem Teilnehmerkreis aufgezeichnet – vielleicht kommt er ja bald im Internet.


    Es war schon ziemlich viel Material, am Schluss musste ich mich leider ausklinken, weil noch Arbeit auf mich wartete.


    Auf dem Höhepunkt waren es wohl 39 Teilnehmer.


    Viele Grüße

    Dietmar