Beiträge von Erdinger

    Hallo weite Welle,


    die Bezirksämter wurden telegrafisch informiert, und die damaligen Setzer und Drucker waren Vollprofis, die solche Aufgaben in kürzester Zeit erledigen konnten. Schönes Stück für jeden, der sich mit der Geschichte der bayerischen Monarchie befasst!

    Lieber Hermann,


    auch da war ich wieder zweiter Bieter – wir sollten uns in Zukunft absprechen.

    Tittling hatte ich noch nie bewusst gesehen. Gratuliere, ein schönes Stück, würde Herr Deider jetzt sagen.

    Hi Tim,


    Dunnerbrösel, das hätte ich jetzt nicht erwartet, dass sich so etwas überhaupt erhalten hat. Kann es sein, dass dieses Etikett auch aus dem Nachlass von Herrn Herf kommt, dem wir in letzter Zeit so viele Dürkheim-Briefe verdanken? Diese perfekte Erhaltung lässt darauf schließen, dass das Etikett niemals auf einer Flasche klebte, sondern sich zwischen anderen Unterlagen befand. Ein großartiges Stück Geschichte, auch typografisch sehr ansprechend gestaltet!

    Servus Bernd,


    vollständige Instruktionsetiketten für die Bogenpakete sind schon selten. Sie wurden bereits zu Beginn der Sammelei in den 1860er-Jahren von Spezialisten gesucht (und leider wurde häufig die Markenabbildung ausgeschnitten, damit sie ins Vordruckfeld mancher der damaligen Alben passte). Das ursprünglich eingefärbte (angenähert an die Markenfarbe) Papier ist inzwischen oft verblasst. Gut oder sogar perfekt erhaltene unbeschnittene Exemplare erzielen deshalb sehr gute Preise.


    Für den Normalsammler sind diese Bogenetiketten im Grunde unbedeutend, aber wer eine hochkarätige Ländersammlung zu Ausstellungszwecken oder zum Beispiel eine Sammlung zu einer bestimmten Marke aufbauen will, wird solche Stücke gerne nehmen.


    Ich persönlich würde jetzt nicht so viel Geld dafür in die Hand nehmen, aber in diesem Fall kann ich den Zuschlag sogar nachvollziehen. Aus der Ziffernserie ab 1862 sind meiner Beobachtung nach weniger Etiketten im Umlauf als von der ersten Ausgabe 1849/50/54/58. Das wissen aber andere hier im Forum sicher besser.

    Liebe Freunde,


    das Auktionshaus hat überwiegend angemessene oder sogar moderate Ausrufe angesetzt. Bei Philasearch war zu sehen, dass das Bietergeschehen hauptsächlich im Saal stattfand und anscheinend nur selten jemand ein Gebot aus dem Internet dazwischen schieben konnte. Besonders reizvoll fand ich, dass die Bieter ganz besonders auf »harte Kriterien« wie Optik oder Seltenheit fixiert waren. Vorwiegend postgeschichtlich interessante Stücke blieben in der Regel in der Nähe des Ausrufpreises. Am meisten hat mich Los 732 begeistert: Ein markenloser Dienstbrief mit rotem 20a-Stempel von Velburg ging für € 5000 weg. So einen ähnlichen habe ich auch, wer gibt € 2000?


    Mir fiel zum Geschehen spontan eine Textzeile aus dem von Paul McCartney geschriebenen Lied »Come and Get It« ein: »Will you walk away from a fool and his money?« (zu deutsch: Wer würde einen Narren mit zu viel Geld einfach so stehen lassen?)

    Hallo woodcraft,


    ja, da war wohl ein Nest, das vor Kurzem ausgehoben wurde.



    Es gibt Briefe, für die hat man eigentlich keinen Bedarf, aber wenn man sie sieht, möchte man sie doch irgendwie haben (und sieht über den etwas unglücklichen Schnitt am Unterrand der Marke großzügig hinweg). In Kronach wurde ja eine ganze Reihe von eigenwilligen Mühlradstempeln eingesetzt, von denen dieser der schönste sein dürfte. Seine Machart wirkt auch wesentlich professioneller als die der handgedengelten übrigen Abweichler. Zusammen mit dem ebenfalls eigenwilligen Halbkreiser und der Handschrift, die eher an das 17. als das 19. Jahrhundert erinnert, macht er schon was her, oder? Danke an die Oberfranken, die sich fernab der Reichshauptstadt (Bayern war zu diesem Zeitpunkt eine souveräne Monarchie, weil es von 1866 bis 1871 weder einem Bund noch einem Reich angehörte) an eigene Lösungen herantrauten.

    Servus Bernd,


    genau – postalisch langsam erschlossen im 19. Jahrhundert, da gibt’s noch etwas zum Erforschen. Ich hab ja immer die Idee gehabt, einen Werbefilm für Urlaub im Bayerischen Wald zu machen. Da sieht man einen, der hingebungsvoll eine Holzplatte mit dem Schnitzwerkzeug bearbeitet. Dann hebt er das Stück in die Kamera und man sieht einen geschnitzten QR-Code.


    Dass des amoi klar is’: Da Bernd is Bayern-Fan, beackert aber als Sammler mit Begeisterung ein eher norddeutsches Gebiet – aber des soll a eich selber ausdeutschen ...


    Der Rest folgt per PN!


    Werd scho wieda.

    Dietmar

    Servus Bernd,


    dann darf ich dich herzlich hier begrüßen. Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast. Der Bayerwald ist philatelistisch ein sehr interessantes Gebiet, weil nur langsam postalisch erschlossen.


    Wir haben schon viel an euch gedacht, weil wir uns tatsächlich seit 2016 nicht mehr gesehen haben. Aber jetzt müssen wir uns mit einem erneuten Besuch noch etwas gedulden ...


    Alles Gute

    Dietmar

    Hallo Tim,


    ein sehr schöner Brief – Expressbriefe, die über die bayerischen Grenzen hinausgingen, sieht man noch seltener als die ohnehin schon nicht häufigen innerbayerischen Stücke.

    Für meine Sammlung musste es ein »gewöhnlicher« innerbayerischer Brief tun. Bei dem ist aber die Bezeichnung »zentrische Markenstempelung« endlich einmal zutreffend. Auch hier 3 Kreuzer Franko, 7 Kreuzer Postschein und 9 Kreuzer Botengebühr.


    Liebe Freunde,


    nur eine Briefvorderseite aus »98« Ebern, aber man kann hier wohl von einer Duplexabstempelung sprechen. Dazu ist die Marke ungewöhnlich platziert, fast mittig. Rechts sehe ich Kratzer von der rechten oberen 3 durch die Schwanzwindungen des rechten Löwen hindurch. Das sollte PF XIII nach Vogel/Peindl sein. Über Ebern wurde hier bereits diskutiert, die Angabe bei Sem, dass der oMR 98 einen Punkt zur Unterscheidung vom oMR 86 hatte, ist demnach falsch.

    Liebe Freunde,


    mich würde einmal interessieren, wie lange sich Mischfrankaturen zwischen Quadrat- und Wappenausgabe nachweisen lassen – theoretisch bis Ende 1869. Aber wer kann die späteste zeigen? Die beiden Beispiele aus meiner Sammlung – eine Briefvorderseite nach Wien mit Bahnpoststempel und ein Brief nach Baden – können beide nur aus dem Jahr 1867 sein. Ab 1. Januar 1868 kosteten einfache Briefe nach dem Postvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, Württemberg und Baden einerseits, und Oesterreich andererseits nur noch 3 Kreuzer statt zuvor 9 Kreuzer innerhalb des Postvereins.

    Liebe Freunde,


    nachdem die »Preußen« schon einmal hier sind, kann ich gleich eine meiner Lieblingsthesen in den Raum stellen, nämlich dass die bayerischen Fingerhüte ganz klar von den preußischen Vorbildern beeinflusst sind (die waren nämlich schon sehr viel früher im Einsatz, fast zehn Jahre, oder?).


    Viele Grüße aus Erding!

    Liebe Freunde,


    auch für einen langjährigen Heimatsammler wie mich war diese Paketkarte eine echte Überraschung. Dass es in der Gemeinde Langengeisling (seit 1978 nach Erding eingemeindet) einmal eine Einlegesohlenfabrik namens »Laufgut« gegeben hat, war mir neu. Dass diese Firma bei der Post als Selbstbucher registriert war, setzt dann noch eins drauf. Auf Paketkarte konnte ich diese Posteinrichtung aus meinem Gäu bisher nicht belegen. Kleiner Wermutstropfen: Wahrscheinlich handelt es sich um postinternen Aufbrauch – unter dem Zettel mit dem Firmennamen verbirgt sich ein Privatadresse in der Stadt, und die kräftige farbige Durchstreichung des Firmennamens ist auch nicht zu übersehen.

    Verschickt wurde ein 8,5 kg schweres Paket vom Kaufmann Bachmair (Gemischtwaren Wilhelm Bachmair) in der Langen Zeile in Erding nach Zschornewitz Kr. Bitterfeld an die Ehefrau eines Verwandten, Anton Bachmair (1898–1992), der dort Direktor des Großkraftwerks war.