Beiträge von Erdinger

    Hallo Michael,


    laut dieser Quelle von 1782 betrug der Tarif von Ansbach nach Obernzenn für den einfachen Brief zwei, für den doppelten Brief drei Kreuzer. Wenn wir das als Basis annehmen, dann war der Brief ziemlich schwer.

    Bisher konnte ich die Tarifangaben in diesem Buch immer nur stichprobenweise prüfen, aber sehr häufig stimmen sie auch später (also nach 1800) noch.

    Die große Unbekannte in der Rechnung ist, ob und wie sich die vielen Kriege und Steigerungen bei den Lebenshaltungskosten auf die Tarifstruktur ausgewirkt haben.


    Hallo Fossil,


    Zarte 43? Also eher Ramphorhynchus als Trilobit? ;)

    Willkommen an Bord!


    Ich hätte hier übrigens noch einen kleinen Stapel Bedarfs-Luftpostbriefe (etwas höher als eine Solnhofener Platte) aus Pakistan nach Deutschland um 1960 liegen, die sich über ein gutes Heim freuen würden. Rest gerne per PN. (Rechts oben auf die Sprechblasen zwischen Glocke und Lupe klicken.)

    Liebe Freunde,


    das sowjetische Militärkommando übergab am 19. Mai 1945 die Zuständigkeit für die Post in Groß-Berlin (deshalb hier und nicht unter SBZ eingestellt) an den Magistrat, der am Folgetag beschloss, eigene Briefmarken herauszugeben. Die »Bärenmarken« wurden ab Mitte Juni verkauft (laut Berlin.de am 9. Juni erschienen), konnten aber erst am 3. August zur Frankierung von Privatsendungen verwendet werden, zunächst nur im Sowjetsektor.


    Ich fand die Marken immer schon sehr gelungen und freue mich deshalb, einen Brief für meine Heimatsammlung gefunden zu haben, der am 27. November 1945 vom Postamt W 35, das sich in der Körnerstraße 7-10 befand, nach Dorfen im Kreis Erding geschickt wurde. Interessanterweise wurde er an das »RAD-Lager« (Reichsarbeitsdienstlager) adressiert, das offiziell sicher nicht mehr so heißen durfte. Es befand sich in der Gartenstraße und diente nun als erste Unterbringungsstation für Flüchtlinge und Heimatvertriebene.


    Wenn ich meinem alten Michel Spezial von 2002 trauen darf, müsste auf der Marke der Plattenfehler 5 A IX, Farbfleck unten im linken Ohr, zu sehen sein. Aber das wissen andere sicher besser.


    Albert Tobias

    Litzmannstadt - Ghetto

    Ottilienstr. 8

    II. Kölner Transport




    Litzmannstadt 10.XII.41


    Schreibt auch nach Köln deswegen.


    Meine liebe Jula und allerliebster kleiner Herzestupp

    Habe Euch vergangene Woche gebeten mir meine

    Medizin zusenden, da Päkchen noch nicht zulässig sind.

    Bitte Euch 5 - 10 - Gramm im Brief zusenden, von

    Max habe ich die Medikamente ja schon erhalten und war

    ich selbst überrascht, daß er es so schnell erledigt
    hat. Mein lieber Stuppi. Krafts haben ja noch die

    Lackschuhe Gr. 35 da von Bugge zu 18.50, wenn

    dieselben sie nicht verkauft haben, dann kannst du

    selbige wieder abholen und anderweitig besser verkaufen.

    Erwarte sehr schnell Briefe von Euch bin ich mit den herzlichsten
    Grüße + Küsse Euer Albert. Vati


    Mehr zum Schicksal:

    https://max-leven-zentrum.de/c…utopen-albert-tobias/844/

    https://max-leven-zentrum.de/c…topen-deportationen/1080/

    Liebe Freunde,


    ich arbeite jetzt schon mehr als eineinhalb Jahre an der Geschichte der Restbestände der Bayernmarken, die hoffentlich in einem der nächsten Rundbriefe erscheinen kann.


    Der Schwarze Einser wurde erstaunlicherweise nie offiziell vom Schalterverkauf zurückgezogen. Ein Verkaufsstopp ist nicht belegbar, aber wahrscheinlich, weil dann ja die 1 Kreuzer rosa kam. Marken in Publikumshand blieben bis 1864 gültig. Lediglich die bei den Bezirkskassen lagernden, noch nicht an die Postanstalten ausgelieferten Bestände wurden bereits 1850/51 eingesammelt und mit den beim Verlagsamt in München lagernden Beständen 1859 vernichtet. Laut offizieller Darstellung von 1903 wurden die bei den Postanstalten noch vorhandenen Bestände tatsächlich erst 1862 eingezogen – sie stellen offenbar das Gros der heute noch existierenden ungebrauchten Marken.


    Das steht alles nicht in den Verordnungsblättern.

    Liebe Freunde,


    und ich empfehle zur Empfehlung von Italienfreund einen Livemitschnitt von ausgewählten Filser-Briefen, gelesen von Michael Lerchenberg (mit musikalischer Unterstützung der genialen »Altneihauser Feierwehkapell'n«). Gab es früher mal auf Doppel-CD, heute noch als MP3-Download auf verschiedenen Plattformen zu kaufen. Es lohnt sich.

    Hallo Martin,


    das lese ich:


    Euer Hochwohlgeborn!


    Aus dem gestrigen Korpsbefehle ersah ich,

    daß ich unter Ihrem Kommando auf dem

    2ten Schiffe absegle. Aus diesem Grunde

    erlaube ich mir, Euer Hochwohlgeborn zu

    bitten, bei einer Offiziers Eintheilung meiner

    nicht zu vergessen und mich von der 19.t zu

    einer andern Kompagnie zu zu theilen, wofür

    ich mehrere Gründe hätte.

    Mit dem Ausdrucke meiner Hochachtung

    zeichnet

    Euer Hochwohlgeborn

    ergebener

    Moriz Manker [Kürzel unleserlich]


    Es handelt sich um einen Einsatz in Mexiko, n’est-ce pas?


    Viele Grüße

    Dietmar

    Hallo Bertram,


    auch von mir herzlich willkommen im Forum!

    Was die von dir gesuchten südamerikanischen Länder angeht: Ich sitze gerade auf einem Bestand von Luftpostbriefen aus einer Korrespondenz nach Würzburg, darunter 15 Briefe aus »deinen« vier Ländern, überwiegend 1958–1962 mit wenigen zeitlichen Ausreißern, meist mit Sondermarken frankiert. Darunter sind eingeschriebene LP-Briefe und ein Reco-LP-Retourbrief Bolivien–Leverkusen–Bolivien.

    Ich habe keine Verwendung dafür, für Händler ist das Material zu divers und nicht werthaltig genug. Wir können uns ja einmal in München treffen, wenn das große C sich mal wieder weniger virulent zeigt.


    @alle: Der Bestand enthält Material aus allen Ecken der Welt, Mittel-/Südamerika, ein bisschen englische (Ex-)Kolonien, aber auch Naher Osten, Afrika, Asien. Gerne mal nachfragen per PN, gegen Portoersatz und vielleicht eine Spende direkt an die Phila-Jugend oder für einen anderen guten Zweck ist alles feil ...

    Hallo Siegfried,


    mein (leider viel zu früh) verstorbener Freund G. Smura hatte meine ich einen der Briefpost von Mitte März 1869, weil er eine Spätverwendung eines Mühlradstempels suchte/brauchte. Wo der gelandet ist, weiß ich aber leider nicht ... die Slg. wurde großteils vom P. Sem verkauft damals. Aber dort wurde nicht die gesamte Sammlung verauktioniert, sondern nur große Teile ...

    Liebe Freunde,


    in der Sammlung von Günter Smura war ein Fahrpostschein von 1867 mit offenem Mühlradstempel aus Scheinfeld. Es sieht so aus, als ob wir auf einen Briefpostschein noch weiter warten müssten.

    Hallo bayernjäger,


    da wäre es doch schade gewesen, die Marken abzulösen und ins Album zu stecken (obwohl sie das Einzige auf dem Briefstück waren, was sich perfekt erhalten hatte). So viele Briefe dieser Art gibt es vermutlich nicht. Die »Restaurierung« ist erkennbar und das Ergebnis macht etwas her.

    Ich frage mich nur noch, wie der Abklatsch der beiden Mühlradstempel zustandekam. Oder schlagen die von der Rückseite durch?

    Lieber Luitpold,


    selbst diese »Ausnahmen« werden in der Regel vergessen, deshalb mein Hinweis darauf. Übrigens waren auf dem Land ab den 1950er-Jahren auch viele »Posthalterinnen« im Dienst, die die Poststellen II betrieben. Aus dem fränkischen Raum gibt es sogar ein Buch darüber, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht.


    In einigen Ausgaben des »Archivs für Postgeschichte« wurden auch Erinnerungen von Frauen aus dem Postdienst abgedruckt, die sich sehr interessant lesen. Für sie bot die Post, insbesondere auf den neuen Feldern Telekommunikation und Datenverarbeitung, die erste Möglichkeit, überhaupt in ein eigenständiges Berufsleben einzusteigen, eine Gelegenheit, die sie gerne ergriffen. Die Stellen waren besser bezahlt als andere, die Frauen offen standen, und boten die Möglichkeit für eine Qualifizierung.


    Bei allem Interesse für die lange Zeit geringe Rolle der Frau im postalischen Berufsleben dürfen wir nicht übersehen, dass sich der Mehrzahl der bei der Post beschäftigten Männer selten bessere Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten eröffneten. Gehobener und höherer Dienst waren für die meisten Menschen schon wegen der frühzeitigen Weichenstellung für die einzelnen Bildungswege unerreichbar.



    Lieber Will und lieber Hermann,


    ich kann auch nur spekulieren, weil ich die Arbeit nicht kenne. Möglicherweise hätte man anhand der Untersuchung von Herrn Grötsch feststellen können, dass es bei der Post ab 1940 ohne Frauen nicht mehr ging. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Rad nicht mehr so einfach zurückzudrehen, weil es plötzlich Fachfrauen und einen Männermangel gab. Das gefiel nicht jedem. Bis zum Gleichberechtigungsgesetz 1958 entschied der Ehemann darüber, ob seine Frau arbeiten durfte. Vor diesem Stichjahr durfte sie auch kein eigenes Konto eröffnen. Erst seit 1977 gibt es keine gesetzliche vorgegebene Rollenverteilung in der Familie mehr, bis dahin durften Frauen nur arbeiten, wenn die Arbeit mit Ehe und Familie vereinbar war.


    1979 gab es einen Skandal, weil eine Abgeordnete im Bundestag im Hosenanzug erschienen war, wie die Journalistin, Leiterin der Presseabteilung der Post und Gleichstellungsbeauftragte der Telekom Heli Ihlefeld in ihren lesenswerten Memoiren berichtet. Sorgen hatten die Leute …

    Liebe Freunde,


    man kann vom Alten Fritz halten, was man will, aber seinen auf die Religionsfreiheit gemünzten Spruch »hier mus ein jeder nach Seiner Faßon Selich werden« kann man auf nahezu jede Lebenslage anwenden.


    Wisst ihr, was für mich die ärgerlichsten Aspekte an der Philatelie sind? Sture Besserwisserei, pseudoreligiöser Bekehrungseifer und ausgeprägte Borniertheit. So niedrig sind unsere Stirnen doch nicht, dass wir uns das in diesem Forum zum Vorbild nehmen wollen, oder?

    Lieber Hermann,


    von Türkheim ein Privatbrief, noch dazu in die Schweiz, das ist schon was, meine Glückwünsche! Für mich sieht der Stempel vom Januar 1829 noch ziemlich neu aus, alle Serifen an den Buchstaben sind noch sehr fein und gut erkennbar. Leider hat Türkheim meist so schwach gestempelt (vertrocknendes Stempelkissen?), da ist der Brief nach Wien ein echtes Sahnestück.

    Hallo BadenundBayern,


    auf die Gefahr hin, dich zu verwirren: Ich würde in der Markenzeit nicht nach Ausgaben unterscheiden. Warum sich die Arbeit und die Ausgabe doppelt machen?


    Viele Orte besitzen eine lange Stempeltypenkontinuität, wie die Hauptpostämter an den Sitzen der Oberpostämter, oder kleinere Orte, die zwanzig Jahre lang den gleichen Stempeltyp verwendet haben. Gleichzeitig tauchen unabhängig von den Markenausgaben neue Stempeltypen (Einkreiser u.a.) auf, denn gerade zwischen 1865 und 1870 wurde enorm experimentiert.


    Außerdem wird, wer gezielt nach Stempeltypen auf Marken sucht, längst nicht so viel schönes Material finden wie erhofft. Hier im Forum gibt es einige Sammler, die davon ein Lied singen können.


    In der Vormarkenzeit wirst du wahrscheinlich Briefe sammeln, in der Markenzeit eher lose Marken und Briefe, oder?

    Lieber Luitpold,


    Frauen bei der Post gab es in Bayern – sie führten unter Thurn & Taxis und unter staatlicher Ägide Expeditionen, häufig als Witwen von Expeditoren und bis der Sohn so weit war, die Arbeit übernehmen zu können. Gut, sie waren eine Ausnahme, aber es gab sie und zum Teil leisteten sie den Dienst Jahre lang.