Bayern - Luxemburg

  • Liebe Freunde,


    nachdem der liebe weite Welle uns Kreuzersammler fast wahnsinnig gemacht hat mit Belegen, die einen unruhig schlafen lassen, habe ich eine kleine Karte kaufen können, die von Seiten der PO her nicht völlig daneben sein düfte.


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    Das gute Stück aus 1878 zeigt eine dunkle Nr. 38 als Zufrankatur, die mir sicher jemand farbbestimmen kann. ;)


    Ich glaube, dass man die Karte nach Luxemburg zuerst als 5 Pfg. Ganzsache aufgab, dann die Post in München den Vermerk "noch 5 Pfg." anbrachte und man dann diese später auffrankierte. Dann hätte man den Vermerk eigentlich streichen sollen, oder?


    Jedenfalls ist die Rückseite interessant, denn der Münchner wollte unter Kreuzband eine Sendung erhalten und ein Kreuzband von Luxemburg nach Bayern wird man wohl noch lange suchen können.


    Besonders für mich als Pfenniglaie ist auch der sonderbare Stempel von München, den ich mal in einem der vorherigen Rundbriefe gezeigt habe. Jetzt weiß ich, dass es kein Stempel der Kreuzerzeit sein kann, weil bisher alle bekannten Exemplare von 1878 stammen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    2 Mal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Hallo bk,


    dann will ich die Sache mal aufdröseln. Die Farbe der Nr. 38 ist - nach gängiger Katalogterminologie -
    eine 38b. Allerdings geht die tiefe Farbe schon in Richtung der von mir in einem anderen thread schon
    vorgestellten russischgrünen Variante, die mindestens so selten wie die c-Farbe ist. Um das aller-
    dings zu beurteilen, müsste ich das Stück in Original vorliegen haben. Der Stempel ist einer der
    beiden Räderwerk-Einkreiser von München I, die jeweils mit römischen (für vormittags) und arabischen
    Ziffern für die Stundenangabe existieren, diese einmal gerade, einmal gebogen. Beleg 1 und 2 zeigen
    diese Type mit beiden Stundenzifferntypen, Beleg 3 (die zweite Stempeltype mit gebogener Stunden-
    angabe) zeigt den Übergang von Vormittags- zu Nachmittagsstunden XII-1 .


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    Nun zu der Auffrankatur. Es kam doch öfter mal vor, dass 3-Pfg.-Postkarten zur Fern-Versendung
    genutzt wurden und die fällige Auffrankatur von 3 Pfg. (2-Pfg.-Marken gab es ja noch nicht)
    "vergessen" wurde (tatsächlich vergessen oder in der Hoffnung, man werde es nicht merken -
    auch die 5-Pfg.-Karte war ja grün). Dann wurde auffrankiert, aber immer später !! Wahrscheinlich
    wurde das Manko meist nicht sofort bemerkt, vielleicht erst beim Sortieren durch den Briefträger.
    Die Auffrankatur erfolgte in diesem Fall 1-2 Stunden später (siehe Stempel). Die Bemerkung
    "noch 2" wurde dann gestrichen.
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    Auch in diesem Fall wurde nachfrankiert und zwar sechs Stunden später. Der Vermerk "noch 5"
    neben dem Wertstempel wurde von der auffrankierten Marke überklebt.


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    Und das ist jetzt die Besonderheit an Deiner Luxemburg-Karte: Offenbar wurde das Manko sofort
    bei der Aufgabe oder zumindest vor der Entwertung bemerkt und die zugeklebte Marke gleich mit
    gestempelt. Von dieser Art habe ich noch keine Nachfrankatur gesehen.
    Aber eine Luxemburg-Karte mit Auffrankatur habe ich auch: diese Karte war sogar schon unterwegs,
    als das Manko bemerkt wurde. Sie wurde zurückgeschickt und am nächsten Tag nachfrankiert.
    Was für ein Aufwand für 5 Pfennige und die Korrektheit !


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    Liebe Grüße


    weite Welle

    weite Welle

  • Hallo Lulu,


    die Praktische Gartenbaugesellschaft war eine Institution in Bayern. Offenbar hatte sie der Druckerei Bildvorlagen mit Abbildungen verschiedener Pflanzenarten zur Verfügung gestellt, die sie nun zurückerbat.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • @ BK
    @ Erdinger


    danke für den Hinweis. Erstaunlich dass die in Kontakt mit einer Luxemburger Druckerei waren. Da muss ich aber mal forschen was der Beffort so alles gemacht hat


    auf bald

    Phila-Gruß


    Lulu

  • ... vermutlich hat man durch überhöhte Scheinrechnungen seine Steuerlast drücken können und sich das zuviel bezahlte Geld in französischen Franken auszahlen lassen ... :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Tag zusammen,


    ich folge dem Rat eines wohlmeinenden Freundes und zeige einen Brief aus der Pfalz nach Luxemburg, der für mich nicht ganz schlüssig zu interpretieren ist.


    Portobrief ohne Datum ab Zweibrücken über Preußen (Durchgangsstempel Saarbrücken) nach Luxemburg. Type und Erhaltungszustand des Halbkreisstempels legen als Verwendungszeit die Jahre 1851/1852 sehr nahe. Der Empfänger zahlte 55 Cents ("55" in schwarz Briefmitte), die 16 Kreuzer entsprachen. Davon sollte Luxemburg 4 Kreuzer (= 1 Silbergroschen) erhalten. Die restlichen 12 Kreuzer (= 3 1/4 Sgr. in blau notiert) standen Preußen und Bayern zu. Nach dem PV Preußen/Luxemburg vom 1.5.1847 sollte Bayern 3 Kreuzer bekommen, Preußen 6 Kreuzer. Wie geht das zusammen? Was sehe ich falsch? Oder ist die Differenz nur durch Rundungen bei Währungsumrechnungen zu erklären?


    Beste Grüße


    HOS

  • Helfen kann ich dir wahrscheinlich nicht - ich denke nur so drauf los den ich bin unfähig in Kreuzer zu rechnen. Aber je nach dem wann dein Brief abging kommt noch der Tarif vom November 1851 in Betracht gültig. Unser Inlandporto betrug 10 cent was wie du schon vermerkt hast 1em Silbergroschen glich kommt.


    Dieser Tarif besagt, zumindest für Post ab Luxemburg für frankierte Briefe bis 1 Loth 16, 2/3g ab Luxemburg :


    1 Silbergroschen bis zu einer Entfernung von 10 Meilen, 2 Silbergroschen bis 20 Meilen. 1 Meile = 7.5 KM , für unfrankierte Briefe kam 1 Silbergroschen hinzu .


    Zweibrücken liegt in einem Radius von 98km Luxemburg nach Zweibrücken = 2 Silbergroschen . Karte und Auszug aus der Portotabelle aus dem Tarife der Briefpost in Luxemburg


    laut Umrechnungskurs :


    Inland 15c
    20 Meilen 25c
    Unkrankiert 15c macht 55c


    Fx (Forex im Postvertrag enthalten ) siehe Scann 3

  • Hallo Lulu,


    Vielen Dank für Deine Antwort.
    wir müssen jedoch beachten, dass Luxemburg erst am 1.Januar 1852 dem DÖPV beitrat. Ab diesem Zeitpunkt galt der Tarif von 3,6 und 9 Kreuzer, je nach Entfernung, und einem Zuschlag für Portobriefe von 3 Kreuzer. Die Taxierungen des vorliegenden Briefes sprechen allerdings eindeutig für einen Vorvertragsbrief, ziemlich sicher aus dem Jahre 1851.


    Beste Grüße und schönen Sonntag


    HOS

  • @ Hos


    ich sehe mir gerade den Vertrag von 1847 an. Ich finde auf die Schnelle so gar keinen Ansatz um auf die 55 centimes zu kommen


    @+

    Phila-Gruß


    Lulu

    Einmal editiert, zuletzt von Zockerpeppi ()

  • Guten Abend zusammen,


    ich möchte folgende Lösung anbieten, die Vieles für sich hat:


    der Empfänger zahlte 55 Centimes, was 16 Kreuzer entspricht. Davon erhielt Luxemburg 6 Cents = 1 Silbergroschen = 4 Kreuzer. Preußen erhielt gem. Paragraph 24 des PV Preußen - Luxemburg als Transitporto für Briefe aus der Pfalz 1 1/2 Silbergroschen = 6 Kreuzer. Gemäß Paragraph 25 des PV hatte der Empfänger auch das fremde Porto zu zahlen. Seit 1.7.1850 kostete ein Portobrief innerhalb der Pfalz 6 Kreuzer. So kommt man auf 16 Kreuzer = 55 Centimes (oder Cents?)


    HOS

  • @ Hos


    Ich muss passen . Ich verstehe den Vertrag von 1847 nicht ...


    Wobei bei einer Sache bin ich mir sicher --> es sind Centimes. In Cents (6 cents für 1 SG bzw 4x ) wäre das Endporto anders.


    4x = 6 cents dann wären 16x = 24 cents


    aber ich bin in Rechnen recht schwach :S

    Phila-Gruß


    Lulu