Oldenburg Altdeutschland - Marken und Stempel

  • 114. Die Postgeschichte von Rodenkirchen


    Rodenkirchen ist ein Ortsteil der Gemeinde Stadland im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen. Mit rund 4.000 Einwohnern ist Rodenkirchen der größte Ort der Gemeinde und Sitz der Gemeindeverwaltung.


    Der Postbestellbezirk von Rodenkirchen hatte in den 1850er-Jahren 1.715 Einwohner. Damit entfiel auf Rodenkirchen zu dieser Zeit ein Prozentanteil von 0,57 % am Briefaufkommen in Oldenburg (Ohrt für 1855, S. 221)


    Die Geschichte der Poststempel von Rodenkirchen beginnt (wohl) im Jahr 1817. Zu dieser Zeit wurde in Rodenkirchen erstmals ein Langstempel "ROTHENKIRCHEN" verwendet. Ohrt hat diesen Stempel in der frühesten Verwendung auf einem Brief vom 04. Juli 1834 gesehen. Es gibt diesen Stempel aber - wie bereits angeführt - noch auf deutlich älteren Briefen. Die Schreibweise des ersten Poststempels mit "TH" statt "D" in "ROTHENKIRCHEN" ist etwas verwunderlich. Es gibt auf den alten Briefen - vor der Einführung des ersten Poststempels - handschriftliche Ortsaufgabevermerke in drei unterschiedlichen Schreibweisen "Rodenkirchen", "Rotenkirchen" und auch "Rothenkirchen".


    Mit einer Schreibweise mit "d" im Ortsnamen von Rodenkirchen: Vorphilabrief aus dem Jahr 1817 (noch ohne Stempel) mit einem handschriftlichen Ortsaufgabevermerk "Rodenkirchen" nach Oldenburg (aktuelles Angebot Briefmarken Fischer. Nürnberg, Los-Nr. 0000423882)


    Der früheste (bekannte) Brief mit dem schwarzen Langstempel (L1) "ROTHENKIRCHEN" vom 7. September 1817 nach Ovelgönne (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Vorphilabrief mit dem ersten L1 "ROTHENKIRCHEN" in schwarz nach Oldenburg (aus einem aktuellen ebay-Angebot) (Ohrt, S. 195, Nr. 49a.; Feuser 2981-1)


    Nach der Einführung der ersten Freimarkenausgabe von Oldenburg ab Januar 1852 wurde dieser Stempel im Jahr 1852 weiterverwendet. Stempelabschläge auf frankierten Briefen mit dem L1 "ROTHENKIRCHEN" sind allerdings sehr selten und wurden auch von Ohrt in seinem Buch "Die Poststempel von Oldenburg" aus dem Jahr 1911 noch nicht erfasst. Paul Ohrt hat diesen Stempel nur auf Vorphila-Briefen bis zum 25. Oktober 1851 gesehen und registriert (Ohrt, S. 195)


    Briefhülle aus dem Jahr 1852 mit einer Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler im helleren blau der Papierlieferung A (Marke ist durch Scanner aufgehellt) mit einer Federkreuzentwertung der Marke und dem schwarzen Ortsaufgabestempel "ROTHENKIRCHEN" (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Brief Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler im helleren blau der Papierlieferung A aus dem Jahr 1852 mit dem schwarzen L1 "ROTHENKIRCHEN" nach Oldenburg (Ohrt, S. 195, Nr. 49a.; Feuser 2981-1) (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 105; versteigert auf der 362. Heinrich-Köhler-Auktion vom 18.03.2016, Los-Nr. 7616)


    Die grossherzoglich oldenburgische Postverwaltung bestellte im Jahr 1852 beim Graveur Aug. Lüves einen zweizeiligen Rahmenstempel (Ra2) "RODENKIRCHEN", der auch bereits im Jahr 1852 ausgeliefert wurde (Ohrt, S. 126 f., 195, Nr. 49b.) Ohrt hat diesen Stempel erstmals mit einem Datum vom 18. Mai 1853 gesehen (Ohrt, S. 195).


    Brief Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler (blau, Farbe ungeklärt, da durch Scanner aufgehellt) mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 29/12" (1852) nach Ovelgönne (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Brief mit einer Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) und einer Federkreuzentwertung mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 22/5" (1853) als Ortsaufgabestempel nach Sandfeld/ Kirchspiel Hammelwarden (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)


    Sehr wahrscheinlich wurde auch in Rodenkirchen bereits im August 1853 die Stempelfarbe von schwarz auf blau umgestellt. Die Umstellung auf blaue Stempelfarbe ist jedenfalls spätestens auf einem Brief vom 22. Juli 1854 registriert.


    Brief mit einer Oldenburg Nr. 2 IV, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung B) und dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 22/7" (1854) (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)


    Briefstücke Randstück Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in blau (Papierlieferung C) mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 5/4" und Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischfarben mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 3/4" (aus meiner Slg.)


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  • Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in dunkelblau (Papierlieferung D) mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 12/5" nach Ovelgönne (Aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 163)




    Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler in graublau (Papierlieferung E) (Marke durch Scanner aufgehellt) , zunächst mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 14/7" gestempelt, dann wurde der Ortsaufgabestempel mit der richtigen Datumsangabe "15/7" noch einmal übergestempelt (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Bf. Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in (m.E.) blass-fleischfarben als Brief der 2. Gewichtsklasse mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 17/9" nach Ovelgönne (Auktion wurde von mir nicht notiert)


    Oldenburg Nr. 11b, 1/2 Groschen orangebraun mit dem Ra2 "(RODENK)IRCHEN .../5" (Auktion wurde von mir nicht notiert)


    Ganzsache U1 A, 1/2 Groschen braun mit der Zusatzfrankatur einer Oldenburg Nr. 16Aa, 1/2 Groschen orange mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 16/5" nach Jever (6. Boker-Auktion vom 14.11.1987, Heinrich Köhler, Los.Nr. 298)


    Bf. Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen in rot mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/10" (aus der Slg. Heinrich Sanders, S. 164)


    Bfst. Oldenburg Nr. 18A in blassultramarinblau mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN 11/9" (aus meiner Slg.)


    Ganzsache U10, 1 Groschen rosa mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 30/5" nach Abbehausen (aus der Slg. Heinrich Sanders. S. 164)


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  • Brief Oldenburg Nr. 17B, 1 Groschen rosa - weiter Durchstich 10 - mit dem blauen Ra2 "RODENKIRCHEN 9/7" nach Bremen (196.-Auktion Dr. Reihard Fischer vom 1.-3.2.2024, Los-Nr. 391)


    Nach dem Ende der oldenburgischen Post wurde der Ra2 "RODENKIRCHEN" noch lange nachverwendet. Paul Ohrt hat eine Weiterverwendung dieses Stempels bis zum 9. März 1874 registriert (Ohrt, S. 195)


    Briefstück NDP Nr. 4, 1 Groschen mit dem dunkelblauen Ra2 "RODENKIRCHEN 7/4" (1868) (aus meiner Slg.)


    Brief NDP Nr. 4, 1 Groschen mit dem dunkelblauen Ra2 "RODENKIRCHEN 18/4" (1868) nach Golzwarden (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Paul Ohrt hat für Rodenkirchen bis zum 14. Mai 1868 blaue und ab dem 2. November 1868 schwarze Stempelfarbe festgestellt (Ohrt, S. 242).


    Brief meiner NDP Nr. 4, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 7/12" (1868) nach Varel (aus meiner Slg.)


    Ganzsache U1, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 27/6" nach Büppel bei Varel (aus meiner Slg.)


    Drucksache (Vertreterankündigung) mit einer Deutsches Reich Nr. 2a, 1/3 Groschen in hellgelblichgrün mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 15/6" (1872) nach Horsten bei Zetel (aus meiner Slg.)


    Brief Oldenburg Nr. 19, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 4/3" nach Zwischenahn (aus meiner Slg.)


    Deutsches Reich Brustschilde Nr. 17a, 1/3 Groschen, Paar Nr. 18, 1/2 Groschen und Nr. 19, 1 Groschen jeweils mit dem Ra2 "RODENKIRCHEN" (aus meiner Slg.)


    Brief Deutsches Reich Nr. 19, 1 Groschen mit dem schwarzen Ra2 "RODENKIRCHEN 1/5" (1873) nach Oldenburg (aus meiner Slg.)

  • 115. Die Postgeschichte von Heppens (Wilhelmshaven)


    Heppens ist der Name des ältesten Stadtteils von Wilhelmshaven.


    Um die Postgeschichte der oldenburgischen Postspedition Heppens, die eine ganze Reihe von Besonderheiten aufweist, nachvollziehen zu können, bedarf es einiger geschichtlicher Erläuterungen.


    Das Gebiet der späteren Doppelstadt Rüstringen-Wilhelmshaven um ca. 1850. Links die Kopperhörner Mühle, rechts dahinter das Dorf Heppens am Jadebusen (nach einer Zeichnung von Louis Preller) /Quelle: 1843 - 1945, Wilhelmshaven, Erinnerungen, Ein Bildband zur Geschichte der Stadt von Ludwig Has und August -Ludwig Evers, Verlag Lohse-Elssing, Wilhelmshaven, 1961)


    Bis ca. zum Jahr 1853 war das Postaufkommen in Heppens nur gering. Heppens hatte damals noch keine eigene Postspedition. Die ein- und ausgehende Post wurde bis zu dieser Zeit über angrenzende Postspeditionen transportiert.


    Vorphilabrief aus "Heppens" vom 27.7.1847 nach Oldenburg mit dem rückseitigem Sammlungsstempel "P.O." (Paul Ohrt) (lt. handschriftl. Vermerk: "Nach Ohrt ältester bekannter Brief") (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Brief aus Heppens (roter handschriftl. Ortsaufgabevermerk) mit dem kleinen blauen Ra2 "JEVER 13. MÄR: 51" nach Jever (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Brief mit handschriftlichem Ortsaufgabevermerk "Heppens" und dem schwarzen L1 "SANDE" nach Oldenburg (aus einem Sammlungslos, 10. Online Live Auktion Dr. Derichs)


    Brief vom 18.1.1852 mit einer Oldenburg Nr. 2 II, 1/30 Thaler im helleren blau der Papierlieferung A mit Federkreuzentwertung, dem handschriftlichen Ortsaufgabevermerk "Heppens" und dem schwarzen L1 "SANDE" nach Jever (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Brief vom 6.1.1853 aus "Heppens" mit dem blauen L1 "SANDE" nach Jever (aus der Slg. Oldenburgpost)


    Am 20. Juli 1853 und der Nachtragsverhandlung vom 1. Dezember 1853 erwarb das Königreich Preussen vom Grossherzogtum Oldenburg ein Areal unmittelbar vor dem Dorf Heppens, auf dem der spätere Kriegshafen gebaut wurde.


    Dies bewirkte auch für die Post in Heppens ganz weitreichende Veränderungen, denn nach dem Landkauf begann die preussische Marine noch im Jahr 1854 damit, die Hafen- und Schleusenanlagen und eine Werft zu bauen. Hierfür wurden sehr viele Arbeitskräfte benötigt. Heppens war daher der in der Bevölkerungszahl ab 1854/ 1855 wohl am schnellsten wachsende Ort im Grossherzogtum Oldenburg. Und hierdurch stieg auch das Postaufkommen wohl deutlich an.


    damaliger Hafen- und Schleusenbau in Heppens

    Quelle: 1843 - 1945, Wilhelmshaven, Erinnerungen, Ein Bildband zur Geschichte der Stadt von Ludwig Has und August -Ludwig Evers, Verlag Lohse-Elssing, Wilhelmshaven, 1961)


    Die oldenburgische Post bestellt beim Graveur und Kupferstecher C.A. Buchholz in Hannover einen zweizeiligen Rahmenstempel "HEPPENS", den dieser bereits am 09. Oktober 1855 nach Oldenburg übersandte. Dieser Stempel ist wohl am 14. Oktober 1855 in Heppens eingetroffen, Ohrt hat einen ersten Beleg mit diesem Stempel aus Heppens mit Datum vom 1. Juli 1856 gesehen (Ohrt, S. 127, 179, Nr. 30a.)


    Die Postspedition HEPPENS wurde offiziell erst am 1. März 1858 eröffnet, doch hat sie bereits lange Zeit vorher Postsendungen befördert und auch den Stempel "HEPPENS" in Gebrauch genommen (Ohrt, S. 179, Fn. 57) .


    Brief Oldenburg Nr. 2 I, 1/30 Thaler blau (Marke durch Scanner aufgehellt) mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 16/5" nach Jever (aus einem Sammlungslos, 10. Online Live Auktion Dr. Derichs)


    Brief Oldenburg Nr. 2 III, 1/30 Thaler blau (Farbe nicht exakt bestimmbar, Markenfarbe durch Scanner aufgehellt) mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 22/3" nach Hooksiel (aus einem Sammlungslos, 10. Online Live Auktion Dr. Derichs)


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  • Brief mit einem Dreierstreifen einer Oldenburg Nr. 1, 1/3 Sgr. olivgrün mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 14/11" nach Jever (1. Boker-Auktion vom 16.03.1985, Heinrich Köhler, Los-Nr. 170)


    Brief mit einem Dreierstreifen einer Oldenburg Nr. 1, 1/3 Sgr. olivgrün mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 21/1" nach Jever (29. Schlegel-Auktion vom 1.-3.11.2021, Los-Nr. 204)


    Brief mit einem Dreierstreifen einer Oldenburg Nr. 1, 1/3 Sgr. olivgrün mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 22/1" (1861) nach Esenshamm (2. Sellschopp-Auktion vom 1.12.2021, Los-Nr. 151) (Hinweis: Der Riss im Brief ist nur auf dem gescannten Katalogbild)


    Es gibt von Heppens eine ganze Anzahl sehr ungewöhnlicher Frankaturen. Ich halte es für möglich, dass die 1/30 Thaler-Marken für einfache Briefe aufgrund hoher Nachfrage zeitweise "ausverkauft" waren und man daher manchmal auf Mehrfachfrankaturen kleinerer Portostufen auswich. Letztlich ist das aber nur eine Vermutung von mir.


    Heppens hatte zu damaliger Zeit zwei Verwaltungen. Das neuerworbene Marine-Areal unterstand den Preussen, hatte eine preussische Verwaltung mit - sehr wahrscheinlich - einem (Marine-) Kommandeur. Das vormalige Dorf Heppens hatte demgegenüber ebenfalls eine eigenständige Verwaltung, die dem Bürgermeister unterstand.


    Der Ort "HEPPENS" wuchs stetig. Viele Arbeiter sind damals sehr wahrscheinlich nach Heppens gezogen, um hier im Hafen- und Schleusenbau bzw. in der Werft zu arbeiten. Und natürlich auch Kaufleute, Händler, Dienstleister, die hier Geschäfte eröffneten. Es wurden hier im preussischen Bereich Kasernengebäude gebaut, in die dann später preussische Marinesoldaten einquartiert wurden. Und im vormaligen Dorf Heppens entstanden damals auch wahrscheinlich viele neue Wohngebäude.


    Bau der Werft mit den Hellingen I und II in der Gökerstraße

    Quelle: 1843 - 1945, Wilhelmshaven, Erinnerungen, Ein Bildband zur Geschichte der Stadt von Ludwig Has und August -Ludwig Evers, Verlag Lohse-Elssing, Wilhelmshaven, 1961)


    Postalisch war der Ort "HEPPENS" allerdings nicht geteilt. Es gab nach meiner bisherigen Recherche wohl nur einzelnes (oldenburgisches) Postamt, in dem auch nur oldenburgische Marken frankiert wurden. Einzige Ausnahme waren wohl preussische (Innen-) Dienstmarken ab Dezember 1866, da es entsprechende oldenburgische Marken in dieser Wertstufe nicht gab. Hierzu später.


    Eingeschriebener Brief mit einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 12/5" nach Jever (29. Schlegel-Auktion vom 1.-3.11.2021, Los-Nr. 218)


    Brief der 2. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 18/8" und dem Vermerk "Zollsache" nach Rüstersiel (Südphila P. Feuser, 101. Auktion am 16.2.2024, Los-Nr. 1028)


    Brief der 3. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in blassgelb (bzw. hellgelb) mit dem blauen Ra2 "Heppens 12/9" nach Oldenburg (aus einem Sammlungslos, 10. Online Live Auktion Dr. Derichs)


    Eingeschriebener Brief der 3. Gewichtsklasse (Vermerk 2 5/10 Loth) mit einer Farbfrankatur einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot mit einer Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler in gelb aus "Neuende" (zum Bestellbezirk Heppens gehörende Gemeinde) mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 4/12" nach Wittmund (7. Boker-Auktion vom 19.03.1988, Heinrich Köhler, Los-Nr. 319)


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  • Brief mit einen Paar der Oldenburg Nr. 4a, 1/10 Thaler auf blassgelb auf Fernbrief der 2. Gewichtsklasse (Vermerk 1 5/10 Loth") mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 26/1" an den königlichen Leutnant zu See erster Klasse zur See Herrn Köhler in Berlin. Dieser Brief der preussischen Marine-Behörde (Vermerk "Marine-S.") wurde zunächst fälschlicherweise als portofreie Marinesache angesehen (Vermerk: "frei") und wurde dann doch bei der Aufgabe des Briefes mit 6 Silbergroschen frankiert (5. Boker-Auktion vom 14.03.1987, Heinrich Köhler, Los-Nr. 211)


    Recommandirter Brief der 2. Gewichtsklasse mit einem Viererstreifen einer Oldenburg Nr. 3 I, 1/15 Thaler in blass-fleischrot mit dem Ra2 "HEPPENS 30/12" nach Hannover. Dieser Streifen ist die höchste Frankatur dieser Marke. (3. Boker-Auktion vom 15.03.1986, Heinrich Köhler, Los-Nr. 180)


    Brief mit Paar einer Oldenburg Nr. 3 III, 1/15 Thaler in lebhaft rosa - "Hermelin schattiert" - als 4-Sgr.-Frankatur auf Brief nach Dänemark. Cismar im Herzogthum Holstein gehört zu Dänemark. Die anteilige Frankatur in Dänemark betrug 2 Sgr. (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003; Los- Nr. 300)


    Recommandirter Brief mit einer Mischfrankatur einer Oldenburg Nr. 3 III, 1/15 Thaler lebhaft rosa - Hermelin schattiert - und einer Oldenburg Nr. 6a, 1 Groschen blau mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 20/1" nach Wittmund (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003, Los- Nr. 289)


    Brief Oldenburg Nr. 6a, 1 Groschen in blau mit dem Ra2 "HEPPENS 24/8" nach Oldenburg (7. Klüttermann-Auktion am 25.1.-2.2.24, Los-Nr. 1655)


    Brief der 2. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 7, 2 Groschen rosa in der kräftigeren Farbe der 1. Auflage mit dem Ra2 "HEPPENS 14/8" nach Jever (29. Schlegel-Auktion vom 1.-3.11.2003, Los-Nr. 246)


    Brief der 3. Gewichtsstufe mit einer Oldenburg Nr. 8, 3 Groschen gelb mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 10/9" nach Varel (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003, Los- Nr. 283)


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  • Dreiersteifen einer Oldenburg Nr. 7, 2 Groschen in rosa (1. Auflage) mit dem Ra2 "HEPPENS" (sehr seltene Einheit) (6. Boker-Auktion vom 14.11.1987, Heinrich Köhler, Los-Nr. 271)


    Brief mit 2 x Oldenburg Nr. 8, 3 Groschen in gelb mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 8/9" als Fernbrief der 2. Gewichtsstufe nach Holzminden, Herzogtum Braunschweig (Südphila P. Feuser 101. Auktion am 16.3.2024, Los-Nr. 1089)


    Brief mit einem Sechserstreifen der Oldenburg Nr. 10a, 1/3 Groschen in hellbläulichgrün als 2 Groschen-Frankatur (2. Gewichtsstufe) mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 26/2" nach Jever. Die dritte Marke hat den Umdruckfehler "schmales D" und "Bruch im oberen Rahmen" (Der Plattenfehler ist bei Florian Berger, S. 36 unter "G" abgebildet) Eine Frankatur-Weltseltenheit aus der Rothschild-Sammlung. (Südphila P. Feuser 101. Auktion am 16.3.2024, Los-Nr. 1099)


    Es ist durchaus möglich, dass diese ganz und gar ungewöhnliche Frankatur aus Heppens auch durch einen "Markenmangel" aufgrund starker Nachfrage zustande kam, so dass der Postbedienstete auch hier - wie möglicherweise auch bei den obigen Frankaturen der Nr. 1 - aus Not auf die weniger nachgefragten 1/3 Sgr.-Marken zurückgegriffen hat. Dies ist eine Vermutung von mir. Es gab bei mehreren Marken-Ausgaben in Heppens zu verschiedenen Zeiten Anhaltspunkte für einen solchen (möglicherweise oft nur kurzzeitigen) Markenmangel infolge sehr hoher Nachfrage. Heppens war damals - wie bereits angeführt - in der Einwohnerzahl aufgrund der Marineprojekte der am stärksten wachsende Ort im Grossherzogtum Oldenburg.


    Brief Oldenburg mit einem Paar der Nr. 11b, 1/2 Groschen in orangebraun mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 21/1" 1862 aus Neuenderaltengroden nach Oldorferwarf mit dem Ankunftsstempel von "TETTENS" (6. Boker-Auktion vom 14.11.1987, Heinrich Köhler, Los-Nr. 291)


    Brief mit einer Oldenburg Nr. 12b, 1 Groschen in grünlich hellblau im farbübersättigtem Druck mit dem Ra2 "HEPPENS 26/5" nach Jever (aus einem Sammlungslos, 10. Online Live Auktion Dr. Derichs)


    Randstück Oldenburg Nr. 12b, 1 Groschen in hellblau mit dem Plattenfehler "linke 1 verstümmelt" (vgl. Florian Berger, S. 40) mit dem Ra2 "HEPPENS 8/1" (Südphila P. Feuser 101. Auktion am 16.3.2024, Los-Nr. 1129)


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  • Brief der 2. Entfernungsstufe mit einer Oldenburg Nr. 13, 2 Groschen zinnoberrot (2. Aufl.) mit dem Ra2 "HEPPENS 11/1" nach Minden (29. Schlegel-Auktion vom 1.-3.11.2003, Los-Nr. 272)


    Briefstück Oldenburg Nr. 13, 2 Groschen zinnoberrot (2. Aufl.) und Oldenburg Nr. 14 PF I, 3 Groschen in hellgelb mit dem PF "Croschen" mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 22/5" (160. Auktion Dr. Wilhelm Derichs vom 13.03.2021, Los-Nr. 876)


    Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen rosa, Nr. 19A, 3 Groschen hellockerbraun, Nr. 18A, 2 Groschen in blassultramarin und dunkelultramarin, jeweils mit dem Ra2 "HEPPENS" (aus meiner Slg.)


    Brief Oldenburg Nr. 17A, 1 Groschen rot mit dem Ra2 "HEPPENS 12/8" (7. Klüttermann-Auktion vom 25.1. - 2.2..24, Los-Nr. 2024)


    Oldenburg Nr. 16Aa und 16Ab = Links: gelborange, Mitte: orange, Rechts: rotorange mit dem Ra2 "HEPPENS" (aus meiner Slg.) - die Unterschiede der Farbnuancen sind mitunter nur klein

    Brief der höchsten Gewichtsstufe mit 2 x Oldenburg Nr. 18A, 2 Groschen in blassultramarin mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 16/4" nach Jever (Auktion Till Neumann vom 01.03.2003, Los- Nr. 286) - ungewöhnliche Frankatur -


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  • Die "Heppens"-Halbierung: Es gibt mit dem Stempel von Heppens 2 Briefe und 2 Briefstücke mit einer Halbierung der Oldenburg Nr. 17A (Michel Oldenburg Nr. 17H). Diese ungewöhnlichen Stücke, die postalisch eigentlich nicht zulässig waren, sind m.E. höchstwahrscheinlich durch einen zeitweisen Mangel an Marken der Oldenburg Nr. 16A, 1/2 Groschen für Nahbereichs- und Ortsbriefe entstanden. Ich verweise auf die vorangegangenen Ausführungen. Der Postbedienstete wußte sich wahrscheinlich nicht anders zu behelfen als die 1 Groschen-Marke diagonal zu halbieren und als 1/2-Groschen Frankatur zu verwenden.


    Der "Koch"-Brief mit einer diagonal halbierten Nr. 17A, 1 Groschen in rosa mit dem Ra2 "HEPPENS 17/6" nach Schaar (vormals aus den Sammlungen Boker und Erivan)


    Mehrfach verwendeteter Brief mit einer diagonal halbierten Nr. 17A, 1 Groschen in rosa mit dem Ra2 "HEPPENS 21/10" nach Neuende (dieser Brief wurde zuletzt vor Jahrzehnten in den USA versteigert und befindet sich wahrscheinlich in amerikanischem Besitz, Eigentümer unbekannt)


    Dieses Briefstück mit einer Oldenburg Nr. 17H, 1 Groschen rosa habe ich zuletzt in der der Versteigerung der Sammlung von Peter Zgonc gesehen. (Christoph Gärtner-Auktion - Peter Zgonc, Oldenburg vom 07.04.2018). Heutiger Eigentümer unbekannt.


    Briefstück mit der "Heppens-Halbierung", Oldenburg Nr. 17H in karminrot mit dem Ra2 "HEPPENS 5/10" befand sich vormals in der "Burrus-Sammlung" (Robson Lowe Ltd., Auktion vom 28.-31.10.1964 in Basel, Los-Nr. 1065a) (aus meiner Slg.)

    Attest für das vorgenannte Briefstück, in dem auch die vier zuvor gezeigten Briefe und Briefstücke der "Heppens-Halbierung" benannt sind.


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  • Recommandirter Brief mit einem Paar der Oldenburg Nr. 17B, 1 Groschen rosa - weiter Durchstich 10 - mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 1/11" (1867) nach Jever (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 596)


    Brief mit einer Oldenburg Nr. 18B, 2 Groschen blassultramarinblau - weiter Durchstich 10 - mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 16/8" (1867) nach Jever (330. Schwanke-Auktion vom 14.05.2011, Los-Nr. 602)


    Nach dem Ende der oldenburgischen Post zum 31.12.1867 wurde der zweizeilige Rahmenstempel "HEPPENS" in der Zeit des Norddeutschen Postbezirks zunächst weiterverwendet.


    NDP-Ganzsache U1 (Überdruck grau) mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 13/4" (1868) nach Greiz (aus meiner Slg.)


    Briefstück Preussen Nr. 20, 10 Sgr. dunkelrosarot mit dem blauen Ra2 "HEPPENS 12/3" (aus Ludgers Slg.)


    Die Innendienstmarken Preussen Nrn. 20 und 21 sind mit der Verwendung in "HEPPENS" sehr selten.

    Möglicherweise ist diese Marke sogar ein Stempelunikat.

    Diese Marken, die am 16.12.1866 erschienen, haben in Oldenburg in dieser Wertstufe kein Pendant und auch beim Norddeutschen Postbezirk erschienen die Innendienstmarken Nrn. 25 und 26 erst zum 1. 3. 1869. Die obige Marke wurde entweder zum 12.3.1867 oder zum 12.3.1868 abgestempelt, da spätestens ab dem 17.4.1868 bereits auf grünschwarze Stempelfarbe umgestellt wurde (vgl. hierzu Ohrt, S. 239). Der Marine-Hafenbereich in Heppens stand unter preussischer Verwaltung. Ich gehe davon aus, dass diese Innendienstmarke regulär von der preussischen Postverwaltung an die preussische Marine-Verwaltung in Heppens geliefert wurde, dass es sich hier nicht um eine "Zufallsentwertung" handelt und dass diese Marke regulär im preussischen Verwaltungsbereich von Heppens verwendet wurde. Dieses Briefstück ist eine der ungewöhnlichsten Verwendungen im oldenburgischen Bereich.


    Brief NDP Nr. 4, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "HEPPENS 9/2" (1869) nach Hannover (aus meiner Slg.) - Die Stempelfarbe wurde bereits spätestens zum 17.04.1868 von blau auf schwarz geändert. -


    Briefstück NDP Nr. 16, 1 Groschen rosa mit dem schwarzen Ra2 "HEPPENS 7/3" (1869) (aus meiner Slg.)


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  • "Am 17. Juni 1869 wurde der neue Kriegshafen im bisherigen "HEPPENS" unter großen Feierlichkeiten auf den Namen "WILHELMSHAVEN" getauft. Dies geschah unter Anwesenheit des damaligen Staatsoberhauptes und nachmaligen Deutschen Kaisers Wilhelm I. sowie seiner drei Paladine (Bismarck, Moltke und Roon)..." (vgl. Ohrt S. 81, Fn. 39)


    Nach dieser neuen Namensgebung wurde der Name "HEPPENS" aber im Stempel nicht sofort geändert. Paul Ohrt, S. 179f., Fn. 58 schreibt dazu:

    "Trotz der schon am 17. Juni 1869 erfolgten Verleihung des neuen Ortsnamens "WILHELMSHAVEN" ist der bisherige Poststempel "HEPPENS" nach zahlreichen mir vorliegenden Belegbriefen, welche vom 17. Mai bis 12. August 1869 stammten, dort einstweilen noch ruhig weiter benutzt worden. Ein Schreibfehler der Jahreszahl 1869 ist ausgeschlossen, weil all jene Briefe schon mit Norddeutschen Freimarken der gezähnten (erst im Februar 1869 erschienenen) Ausgabe frankiert waren. Der neue Poststempel mit dem Ortsnamen "WILHELMHSHAVEN" ist dort anscheinend erst Mitte August 1869 in Gebrauch genommen worden. Denn er liegt mir zuerst vor auf einem Brief vom 18. August 1869 aus der gleichen Korrespondenz, welche noch bis zum 12. August 1869 den obigen Kastenstempel "HEPPENS" trägt. Die alten Postbeamten scheinen sich aber nur schwer an den neuen Ortsnamen gewöhnt zu haben, denn ein Brief vom 22. September 1869, für welchen kein Poststempel zur Hand war (Bahnhofsbrief?), trägt mit blauer Tinte wueder den handschriftlichen Vermerk "Heppens" und eine ebenso entwertete (durchkreuzte) Marke."


    Ohrt verkennt hier die besondere Situation in Heppens-Wilhelmshaven. Die neue Namensgebung "WILHELMSHAVEN" umfasste nur den Marinehafen, der unter preussischer Verwaltung stand. Der Name des vormaligen Ortes ("Dorfes") HEPPENS war demgegenüber nicht geändert worden. Und "beide" Orte hatten nur eine einzige Postspedition, in der Briefe aufgegeben werden konnten. Demzufolge hatten die Postbediensteten etwas "Probleme" mit dem neuen Namen, die durchaus nachvollziehbar sind.


    Paketbegleitbrief mit einem Paar einer Deutsches Reich Nr. 5, 2 Groschen mit dem K1 "WILHELMSHAVEN 26 5 72" nach Celle (aus meiner Slg.)


    Deutsches Reich Nr. 19, 1 Groschen und Nr. 21, 2 1/2 Groschen, jeweils mit dem K1 "WILHELMSHAVEN" (aus meiner Slg.)


    Brief mit einer Deutsches Reich Nr. 33, 10 Pfennige und dem K1 "WILHELMSHAVEN 20 10 76" nach Jever (aus meiner Slg.)


    Der Ort wurde früher "HEPPENS-WILHELMSHAVEN" genannt. Postkarte vom 13.10.1906 aus "WILHELMSHAVEN" (aus meiner Slg.)


    Zu späterer Zeit hatte Heppens ein eigenes Postamt: Postkarte aus "HEPPENS" mit dem Datumsbrückenstempel (DR) von "HEPPENS 24.3.10" (aus meiner Slg.)


    Im Jahr 1911 erfolgte die Vereinigung von "Heppens" mit den Gemeinden Bant und Neuende zur Stadt Rüstringen, die sich wiederum im Jahr 1937 zur Stadt Wilhelmshaven zusammenschloss. Erst ab diesem Zeitpunkt gab es dann den einheitlichen Namen "WILHELMSHAVEN".