Beiträge von Oldenburg-Sammler

    Die Frage, warum die Sammlergeneration letztlich fast nur noch bei den Älteren zu finden ist, ist relativ leicht zu beantworten. Wir sind damit aufgewachsen.

    Aktuell ist es schon so, dass bei den Jüngeren eine Begeisterung für die Philatelie nicht per se vorhanden ist. Und irgendwelche „Fachleute“, die „Analysen“ über diese Situation anfertigen, werden dies auch nicht unbedingt ändern. Das Bild, welches viele Jüngere von „Briefmarkensammlern“ haben, sind irgendwelche Opas, die „gestempelt“ und „postfrisch“ in ein Bundesrepublik-Vordruckalbum einsortieren.

    Man kann damit nichts anfangen. Und so will man auf keinen Fall werden. Denn das suggeriert schon fast, dass man im „Oberstübchen“ nicht mehr ganz richtig sortiert ist. „Briefmarkensammler“ zu sein, gilt heute fast schon als „Schimpfwort“, denn für viele Jüngere ist dies ein Synonym ,dass man zu den „ewig Gestrigen“ gehört.

    Wir wissen, dass es so nicht ist. Denn es ist ein ganz tolles Hobby. Aber wie alle Hobbies kostet auch das Sammeln Geld. Die früher häufig vorgenommene Werbung, dass die BRD-Sammlung später mal „ungeheuer viel Geld“ wert sein wird, hat sich bekanntlich nicht realisiert. Das Gegenteil ist vielfach der Fall. Vieles findet heute überhaupt keinen Käufer, noch nicht einmal für kleinste Preise. Und dieses „Erbe“ haftet der Philatelie auch heute noch an: Das Sammeln von Marken gilt als etwas, wo man sein Geld gleich den Orkus runterspülen kann. Das ist aber nicht überall der Fall, man muss oft nur ausgetretene „“Trampelpfade“ verlassen. Aber SICHERHEIT gibt es bei kaum einem Asset. Jeder sollte sich auch darüber Gedanken machen, wie werthaltig die Sammelstücke auch zukünftig bleiben. Und hier gilt: Was es in großer Stückzahl bzw. massenhaft gibt und auch unscheinbare und nur für ganz wenige Spezialisten erkennbare Seltenheiten unterliegen einem größeren Preisverfall.

    Und wenn man zukünftig wieder neue Sammler gewinnen will, muss man darstellen, was die „Faszination“ ausmacht. Und dies ist für Altdeutschland-Sammler noch relativ einfach. Vielfältige Stempel, Seltenheiten und zahlreiche Besonderheiten, seltene Druckverfahren und eine große Farbvielfalt üben auf mich einen besonderen Reiz aus. Und wenn man echte alte frankierte Briefe in der Hand hält, öffnet sich mitunter „ein Fenster“ in eine Zeit, in der es noch Postkutschen gab, eine Monarchie und gibt ein Bild der damaligen Menschen, die in einer zumeist landwirtschaftlich und handwerklich geprägten Arbeitswelt häufig mehr schlecht als recht lebten. Der Brief ist hier dann ein Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Und erzählt eine echte Geschichte.

    Letztlich wird sich für jede Sammelleidenschaft die Frage stellen, worin die besondere Faszination und Motivation besteht, gerade dieses und jenes zu sammeln. Nur wenn man dies beantworten und „rüberbringen“ kann, wird man neue Sammlergenerationen gewinnen können.

    Es war gar nicht so sehr der zu beobachtende Preisverfall, der mich dazu bewegt hat, meine Sammelei aufzugeben. Und auch nicht, dass die Leute um mich herum mit meiner Sammlung nichts anfangen konnten.

    Den Ausschlag gaben bei mir die gestempelten Probenmarken, die ich entdeckt hatte. Diese Marken unterscheiden sich eindeutig in der Farbe und unter UV von den Oldenburg Nr. 17A. Und sind m. E. keine Fälschungen.

    Die Tatsache, dass ich mehr als 2 Jahre auf ein Prüfergebnis warten musste und mir diese Marken und Briefe dann durch den BPP ungeprüft zurückgeschickt wurden, hat bei mir den entscheidenden Ausschlag gegeben, nicht weiter zu sammeln.

    Ich denke, dass ich ein Kuriosum entdeckt hatte. Ich bewerte das wertmäßig gar nicht. Es ist ein Teil der Postgeschichte, dass die Postmeister die ihnen zugesandte Proben auf Briefe klebten, weil sie diese für die reguläre Marke hielten.

    Und solche Kuriositäten kann man auch nach 160 Jahren noch entdecken. Weil dies vorher noch niemand ( außer einem Altprüfer ) bemerkt hatte.

    Man kann natürlich ganz viel mit Prüfordnungen des BPP diskutieren und deren Maßstäbe. Mich hat diese ganze Handhabung des Prüfers, der solche abweichenden Marken offenbar noch nie gesehen hatte und mir diese nach sehr langer Zeit ungeprüft zurückgeschickt hat, maßlos geärgert.

    Dies war dann der Zeitpunkt, in dem ich das Sammeln aufgegeben habe. Denn ich sammelte nicht zu dem Zweck, „Geldwerte“ anzuhäufen, sondern mir ging es um die Geschichte und die Philatelie.

    Ich besitze nun noch einige äußerst seltene kuriose Marken und auch Briefe, die niemand begutachten will…

    Von Oldenburg gibt es auch in nächster Zeit viele interessante Angebote.

    Diese Woche gibt es die Auktion Dr. Derichs vom 4. bis 6. Dezember. Und hier ist mir viel Interessantes und Seltenes aufgefallen.

    Es gibt ein Briefstück Oldenburg Nr. 2 IV mit einem Ra2 von Oldenburg aus dem Januar 1852. Dies ist die früheste Verwendung einer Nr. 2 IV, die ich bisher gesehen habe!

    An die Oldenburgsammler:
    Auf dieses seltene Briefstück will ich noch einmal eingehen. Es ist auch die bisher einzige hellblaue Marke der Type IV (Papierlieferung A) in dieser sehr frühen Verwendung, welches ich kenne. Ohrt hat in seiner Aufstellung auch nur ein einzelnes Stück aus dem Januar 1852 registriert. Dieses Briefstück ist daher in mehrfacher Hinsicht eine größere Seltenheit. Ich verweise auf meinen Beitrag zur Oldenburg Nr. 2, in dem auch die „Ohrt-Recherche“ zur Verwendungszeit in den Jahren 1852 und 1853 mit abgebildet ist.

    Ohrt 1852 und 1853: "Unterart IA" = Oldenburg Nr. 2 II, "Hauptart I" = ( hier) Oldenburg Nr. 2 IV (bis Ende 1853 gab es ausschließlich und nur die Oldenburg Nr. 2 IV, Ohrt kannte die Differenzierung zwischen den Typen I und IV damals noch nicht), die Oldenburg Nr. 2 I wurde erst ab 1854 gedruckt

    BPP Stegmüller bezeichnet die Marke zwar als selten, führt aber diese Besonderheiten in seinem Befund zu diesem Auktionslos nicht mit auf, da er weder nach Papierfarben differenziert noch die Type IV dieser äußerst seltenen frühen Verwendungszeit zuordnet.

    Die Marke Oldenburg Nr. 2 in der Type II ist in früher Verwendung als hellblaue Marke (A) zwar auch selten, aber man findet diese Marke letztlich irgendwann. Dies ist bei Nr. 2 IV ganz anders. Diese Marke ist um ein Vielfaches seltener und eine echte RARITÄT. Es scheint so, dass in der Type IV anfangs nur ganz wenig gedruckt wurde und man sich dann in der Anfangszeit auf den Druck der Nr. 2 II beschränkt hat (1. Druckbogen, vgl. hierzu BERGER)

    In hellblauer Farbe (A) habe ich die Type IV frühestens ab Mai 1852 gesehen (siehe Postgeschichte von Oldenburg mit Abb. eines Oldenburg-Briefes mit Federkreuz-Entwertung)

    Von Oldenburg gibt es auch in nächster Zeit viele interessante Angebote.

    Auktionslos Dr. Derichs - Farbe aufgrund des SCAN nicht eindeutig bestimmbar


    Oldenburg Nr. 12b, 1 Groschen in der Farbe lebhaftgrautürkis (Michel-Farbführer: 32-2-5) mit dem Ra2 "HOHENKIRCHEN" (aus meiner vormaligen Slg.)


    Diese Woche gibt es die Auktion Dr. Derichs vom 4. bis 6. Dezember. Und hier ist mir viel Interessantes und Seltenes aufgefallen. Z.B ein Brief Nr. 12b mit dem Ra2 „HOHENKIRCHEN“. Die Markenfarbe könnte „lebhaftgrautürkis“ sein. Leider ist dies vom Katalogbild in der Farbe nicht eindeutig erkennbar. Dies wäre der erste Brief mit dieser Farbe, die ich bisher auch nur mit Abstempelung von HOHENKIRCHEN gesehen habe. Ich verweise hier auf meinen Beitrag „Die Postgeschichte von HOHENKIRCHEN“ .

    Es gibt ein Briefstück Oldenburg Nr. 2 IV mit einem Ra2 von Oldenburg aus dem Januar 1852. Dies ist die früheste Verwendung einer Nr. 2 IV, die ich bisher gesehen habe!


    Angeboten wird auch ein Brief mit einer Mischfrankatur der Nr. 13 mit einer Nr. 17A. Die Nr. 13 hat hier auch noch den bekannten PF „untere Randlinie gebrochen“. Ein Ausnahmestück!

    Zu dem sehr guten Verkaufsergebnis wird die ausführliche Beschreibung der Sammlung hier im Forum mit beigetragen haben.

    Wer mitgelesen hat, der bekam Appetit auf die klassischen Marken von Oldenburg, und der eine oder andere Sammler wird womöglich ein neues Sammelgebiet gefunden haben.

    Die Präsentation einer Sammlung hier im Forum ist nach meiner Ansicht wesentlich effektiver als bei einer Briefmarkenausstellung, wo die Aussteller und einige Spezialisten doch weitgehend unter sich sind.

    Bei meinen Beiträgen zur „Postgeschichte von …“ und zu den Einzelmarken ging es mir um die Darstellung dieses sehr interessanten Sammelgebietes. Mit den jetzigen Katalogen findet man hier oft nicht den richtigen Einstieg. Denn vieles ist bisher nicht bzw. noch nicht katalogisiert. Und VISUELL schon gar nicht. Und das Internet und dieses Forum bieten hier Darstellungsmöglichkeiten, die es früher nicht gab.

    Hättest Du nicht selbst die Beschreibung machen können?

    Habe ich teilweise gemacht. Die Schwierigkeit besteht hier mitunter im Detail. Denn ist gar nicht selten, dass der ein BPP im Attest einzelner Stücke falsche Farbangaben gemacht hat, die nicht mit dem Michel-Farbführer übereinstimmen. Wie soll man das korrigieren? Bei der Oldenburg Nr. 12b gibt es z.B. die Farbbezeichnung „trübsblau“. Was soll das sein? Diese Bezeichnung wird vom BPP nach wie vor verwendet. Im Farbführer gibt es eine solche Farbe nicht. Die Fülle sehr unterschiedlicher Farben der Nr. 12b ist spannend. Und ein Highlight dieses Sammelgebietes. Ich verweise hier auf meinen Beitrag zur Nr.12.

    Und auch zur Seltenheit wird in Befunden und Attesten mitunter nur der Begriff „selten“ verwendet. Und dies impliziert letztlich, dass es wohl mehrere Belege dazu geben soll. Wenn man den BPP wörtlich nimmt. Dies ist bei Oldenburg aber oft nicht der Fall. Es gibt vieles, was ich in 40 Jahren nur einziges Mal gesehen habe. Und was es tatsächlich oft nur 1x gibt.

    Das Sammelgebiet misst sich letztlich oft daran, welches Interesse der BPP daran hat und wie gut er (oder sie) sich auskennt. Denn alles was auch nur mehr als 20.- Euro kostet, will der Käufer mit Befund haben. Und diesen Angaben im Befund kann man schwerlich widersprechen.

    Moin!

    Glückwunsch, dass du praktisch alles hast verkaufen können. Was machst du jetzt mit dem Geld?

    Ich kenne mehrere, große Sammler, die, nachdem der Scheck des Auktionshauses per Post eingegangen ist, wieder angefangen haben zu sammeln - teils etwas Anderes, teils dasselbe und viele haben sogar ehemalige Belege aus der eigenen Sammlung zurückgekauft.

    Ich frage nur für einen Freund ...

    Ich habe mir dieses Jahr einen gebrauchten VW T6 California Ocean gekauft. Da ist noch ein Restkaufpreis an die finanzierende Bank zu zahlen. Und mein Segelboot braucht neue Segel. Eine Teilsumme werde ich sicherlich in physischen Silber „parken“.

    Meine Planung ist eher an Reisen und anderen Aktivitäten orientiert. Ich liebe vor allem den Segelsport. Aktuell bin ich auf Juist.

    Moin.

    Es ist passiert. Meine Sammlung wurde versteigert. D.h. Von den 102 Losen wurden nahezu alle verkauft.

    Ich hatte mir zwar manchmal etwa höhere Zuschläge erhofft, aber bin insgesamt trotzdem recht zufrieden. Die Beschreibung der Lose erfolgt - letztlich zwangsläufig- auf der Grundlage der Atteste und BPP-Befunde. Und diese orientiert sich an Katalognotierungen. Natürlich. Und hier liegt das kleine Sammelgebiet Oldenburg noch weit hinter anderen Staaten zurück. Die eigentlichen Farbseltenheiten, viele Plattenfehler und zahlreiche Besonderheiten sieht man erst, wenn man dies detaillierter und spezieller sammelt.

    Neuentdeckter Plattenfehler: Oldenburg Nr. 8 PF IV "verstümmelte 3 im linken Wertschild"

    Oldenburg Nr. 8 PF IV "verstümmelte 3 im linken Wertschild" mit dem blauen Ra2 "BERNE 5/7"

    Oldenburg Nr. 8 PF IV "verstümmelte 3 im linken Wertschild" mit dem blauen Ra2 "LOHNE 10/11" (Auktion Robert A. Siegel vom 11. -14-. November 2025, Los-Nr. 3007)

    Ich habe meine Beiträge in den "Die Postgeschichte von..." hier unter Oldenburg-Stempel eingestellt. Hier findet man auch die Nachverwendungen. Es gibt hier noch gesonderte Beiträge zu den NDP- und Brustschild-Nachverwendungen. Die Einzelmarken Oldenburg Nrn. 1 bis 19 findet man unter Oldenburg - Freimarken.

    Dies ist mein Beitrag zur Oldenburg-Philatelie. Für die zukünftigen Sammler. Ein kleine Datenbank, die man durchaus noch erweitern kann.

    Die kleine Oldenburg-Philatelie hat bislang nur wenig Literatur. Dies liegt wohl auch daran, dass die Auflagen dieser Marken im Vergleich zu anderen Altdeutschland-Gebieten zumeist nur klein ausfallen. Und es gibt Vieles, was bisher nicht philatelistisch in der Literatur erfasst wurde. Und vielleicht ist es mir in meinen Beiträgen gelungen, einige "Lücken" zu schließen. Es war auch mitunter - auf der Grundlage des Stempelhandbuches von Paul Ohrt - gar nicht so einfach, eine chronologische Philateliegeschichte der einzelnen Orte zu erstellen. Denn auch viele der von ihm angeführten Stempelbelege sind recht selten. Oder gibt es diese nur ein einziges Mal. Die "Postgeschichte von JEVER" ist hier ein gutes Beispiel. Denn mein Anspruch war es, in diesen Beiträgen alles chronologisch abzubilden, was ich kenne und bisher gesehen habe.

    Mit den neuesten Bewertungen von Stempeln im Handbuch von Florian Berger stimme ich recht häufig nicht überein. Aber letztlich ist dies ein generelles Problem. Wie soll man einige sehr seltene Stempel bewerten, von denen es nur einige wenige Belege gibt?!! Sehr viele Belege sind "Liebhaberbelege" und ein Einheits-Preis ist kaum einschätzbar. Wie soll man Stempel-Belege bewerten, die oft jahrelang nicht angeboten werden? Den Preis bestimmt immer das Angebot und die Nachfrage.

    Das Sammeln hat mir immer Spaß gemacht. Und die Beschäftigung mit diesem schönen Hobby gab mir viele tolle Stunden. Und was gibt es Schöneres als irgendwelchen kleinen und größeren Seltenheiten "hinterherzujagen" und diese letztlich in die eigene Sammlung aufzunehmen... Es ist "erlebbare" Geschichte pur, denn man taucht damit eine andere Epoche ein. Letztlich sind die originalen Altbelege und Marken Antiquitäten, die auch einen ästhetischen und künstlerischen Wert haben. Und wenn man sich leuchtende und mitunter kuriose Markenfarben der Oldenburg-Lithographien ansieht, die vor 160 Jahren entstanden sind, fand ich dies mitunter faszinierend.

    Die Ambition, eine Sammlung auszustellen, hatte ich nie. Aber hier sind auch die Sammler sehr unterschiedlich. Für Einige ist dies "die Kür" und das eigentliche "Highlight" in der Philatelie. Und ich finde es toll, mir diese Ausstellungen anzusehen.

    Da ich auch noch andere Hobbies habe und in der 'family' kein Sammelnachfolger vorhanden ist, verkaufe ich meine Sammlung. Meine Kinder können damit absolut gar nichts anfangen. Es gibt in der Auktion Einzellose, ein großer Hauptteil meiner Sammlung bleibt aber zusammen, bei den Nachverwendungen sowieso komplett alles.

    Ja, es stimmt. Ich mache ein bisschen Werbung. Aber letztlich gar nicht um den Preis der Stücke. Als Beispiel führe ich das EDEWECHT-Bfst. an. Denn das Stück wird sehr wahrscheinlich nur für einen recht kleinen Betrag von 90,- oder 100,- Euro verkauft werden. Mir geht es um die Philatelie und dass jemand diese Marke bekommt, der diese einzuordnen weiß. Denn ich fände es schade, wenn die Besonderheit dieses Stückes „untergeht“.

    Ich möchte dies mal erläutern. Das obige Briefstück Oldenburg Nr. 2 l „EDEWECHT“ wird in den Katalogen und von den Auktionatoren immer nur als Stempelbesonderheit betrachtet. Die eigentliche Seltenheit ist aber die Markenfarbe. Die Marke selbst wird im Michel - völlig undifferenziert nach der Farbe - mit 35,- Michelpreis ausgewiesen. Es gibt außer dem Krötsch-Ohrt aus dem Jahr 1894 auch keine weiterführende Literatur zu den Markenfarben der Nr. 2.

    Die Marke Nr. 2 I wurde ab dem Jahr 1854 bis zum Jahr 1858 mit der Druckplatte 3 gedruckt. Diese Druckplatte wies ein Schachbrettmuster auf, in der immer abwechselnd die Marke 2 I und 2 Iii vorkam. Es gibt die Marke in blau (Papierlieferung C 1854), in dunkelblau (Papierlieferung D 1855) und äußerst selten in graublau (Papierlieferung E Sept. 1858).

    Außerdem gibt es von der Nr. 2 I einen „Fehldruck“, der sehr wahrscheinlich im Druckbogen 2 (Oldenburg Nr. 2 IV) als einzelnes Klischee vorkommt. Dieser Fehldruck ist an der schwarzen Stempelfarbe erkennbar, denn diese wurde nur bis August 1853 verwendet. Ich kenne diesen Fehldruck nur in den leuchtenden Dunkelblau der Papierlieferung B. Ich habe den Fehldruck 3x in meiner Slg. mit den Stempeln von Delmenhorst (Bf.), Oldenburg (Bf.) und Varel (lose Marke) . Diese Stücke befinden sich im großen Sammellos, da diese philatelistisch bisher nirgendwo in der Literatur erfasst sind und daher der Prüfer die eigentliche Besonderheit in einem Prüfbefund nicht dokumentieren würde.

    Ich habe z.B. Teilsammlungen wie die oldenburgischen Nachverwendungen absolut komplett gelassen. Es wurde kein einziges Stück entnommen. Diese spezielle Teilsammlung ist das Ergebnis von 40 Jahren Sammeltätigkeit und enthält eine ganze Anzahl von kleinen und auch großen Seltenheiten. Ich verweise auf die Bilder im Auktionskatalog. Es ist sehr wahrscheinlich eine der größten Sammlungen der oldenburgischen Nachverwendungen.

    Los-Nr. 968 - Ausrufpreis 1.000,- Euro

    1861, 3 Gr., (dunkel)graugelb, in Farbfrankatur mit 1 Gr., lebhaftgrünlichblau, als portogerechte 4 Gr.-Frankatur auf überschwerer Reco-Gerichts-Faltbriefhülle mit blauem, zweizeiligem Rahmenstempel "HOHENKIRCHEN 3 12", adressiert nach Jever mit Ankunftsstempel, die 3 Gr. links unten minimal Randlinienschnitt, sonst alle Ränder voll- bis breitrandig geschnitten und sonst fehlerfreie Prachterhaltung. Die Hülle zeigt Gebrauchsspuren mit Falzresten auf der Rückseite, zwei Faltspuren, die gereinigt wurden und ist gering umgefaltet, in Anbetracht der großen Seltenheit dieser Frankatur sind die leichten Beeinträchtigungen zweitrangig, laut Attest waren Frau Brettl 1999 nur drei Briefe dieser Kombination bekannt, gepr. Brettl mit Fotoattest, ex Slg. Maurice Burrus, Auktion Robson Lowe Ltd., Basel 28.-31. Okt. 1964, Los-Nr. 1058.

    Die Farbbezeichnung "(dunkel)graugelb" für die Nr. 14 in der Losbeschreibung ist eine Michel-Farbbezeichnung. Zutreffend hat Frau Brettl die Farbe mit zitrongelb bezeichnet. Die 1-Groschen Marke Nr. 12b hat die Farbe dunkelgrautürkis.

    Im Burrus-Katalog der Robson Lowe Ltd. von 1964 ist dieser Brief unter Los-Nr. 1058 gelistet und als schwarz-weiß-Ausschnitt auf S. 172 abgebildet.

    Von den drei von Frau Brettl angeführten Belegen dieser Frankaturkombination ist dies wahrscheinlich der einzige, der mit einer Oldenburg Nr. 12b frankiert ist. Ich habe von diesen drei Briefen bisher nur einen gesehen. Dieser hatte als Frankatur eine Oldenburg Nr. 12a.

    Dies ist der 2. Brief, den ich kenne:

    3. Ausgabe von Oldenburg: Brief mit einer Farbfrankatur der Nr. 12a - 1 Groschen in kobaltblau - und Nr. 14 - 3 Groschen in zitronengelb -. Der Brief war in "ESENSHAMM" aufgegeben worden und ist nach Hamburg adressiert. Das normale Briefporto nach Hamburg betrug 2 Groschen, aufgrund der erhöhten Gewichtsklasse wurde der Brief mit 4 Groschen frankiert. (2. Boker-Auktion vom 7. Dezember 1985, Heinrich Köhler, Los-Nr. 152).

    Los-Nr. 1005 -- Ausruf 60,- €

    EDEWECHT 15 6, blauer, zweizeiliger Rahmenstempel, zweimal voll und klar auf Prachtbriefstück, 1/30 Th./1 Sgr., Type I, allseits voll- bis breitrandig geschnitten, linke, untere Ecke minimal uneben, Mi. 35,-- + Hdb. 150,--

    Der Stempel EDEWECHT ist nicht häufig. Stempeldatum 15.6.1859.

    Das Besondere an diesem Briefstück ist die Markenfarbe der Oldenburg Nr. 2 I. Die graublaue Farbe der Papierlieferung E wurde für den Druck der Oldenburg Nr. 2 ab September 1858 verwendet (vgl. hierzu Krötsch-Ohrt, S. 27). Die war aber ziemlich genau der Zeitpunkt, zu dem der Druck der Marken mit der Druckplatte 3 vollständig eingestellt wurde. Die Druckplatte 3 enthielt den Kombinationsdruck der Oldenburg Nr. 2 I mit der Nr. 2 III. Auf der Druckplatte 4, die ab September 1858 ausschließlich verwendet wurde, gab es nur noch Marken der Type Oldenburg Nr. 2 III. Mit anderen Worten: Eine Oldenburg Nr. 2 I in der Farbe graublau (= Papierlieferung E) ist eine große Seltenheit. Ich habe bisher in dieser Farbe nur dieses eine Stück gesehen. Alle anderen "Graublauen", die ich kenne, sind Oldenburg Nr. 2 III.

    Katalogisiert bzw. philatelistisch erfasst ist hier bisher gar nichts. Krötsch-Ohrt hat zwar die Papierlieferungen und unterschiedlichen Papierfarben erfasst, aber keine Typenzuordnung gemacht, auf welchen Papieren welche Marken gedruckt wurden.

    Zum Vergleich: Oldenburg Nr. 2 I in der Markenfarbe dunkelblau (Papierlieferung D). Dieses dunkelblaue Papier wurde nach meiner Beobachtung mindestens bis Ende August 1858 zum Druck der Marken Oldenburg Nrn. 2 I und 2 III verwendet. Diese dunkle Papierfarbe kann man sehr gut von der "Graublauen" der Papierlieferung E unterscheiden, die es ab September 1858 gab.

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    Los-Nr. 992

    BARDEWISCH 20 5, blauer, zweizeiliger Rahmenstempel, auf Faltbrief mit vollem Inhalt (1859), adressiert nach Berne, die Marke links oben berührt, sonst allseits voll- bis breitrandig geschnitten, im Übrigen saubere Prachterhaltung, der Stempel gehört zu den seltensten des Sammelgebietes, gepr. Stegmüller mit neuem Fotobefund, Mi. 100,-- + Hdb. 400,--.

    Ausrufpreis 300,- Euro

    Die Marke Oldenburg Nr. 2 I hat die dunkelblaue Farbe der Papierlieferung D. Auch wenn diese im Bild etwas hell erscheint.

    Der winzige Ort BARDEWISCH liegt bei Lemwerder am Weserdeich. Ich kenne mit der Abstempelung BARDEWISCH bisher insgesamt nur 3 frankierte Briefe. Dies ist einer der seltensten Poststempel von Oldenburg.

    Die Postspedition BARDEWISCH hatte nur ein sehr geringes Postaufkommen und wurde daher zum 31. 12. 1859 wieder geschlossen (Ohrt, S. 88). Ab dem 1.1. 1860 übernahm die Postspedition Altenesch den Postbestellbezirk Bardewisch (Ohrt, S. 72).

    Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass nichts "nachgewiesen" sei. Dies hat der BPP hier bei meiner Prüfung auch getan. Es ist nur sehr wenig in den Postakten dokumentiert. Das ist richtig. Aber dies kann aus meiner Sicht nicht der alleinige Maßstab der Dinge sein. Es ist natürlich immer so, dass man Anforderungen für Nachweise "so hoch hängen" kann, dass diese faktisch nicht erfüllbar sind. Solche winzigen Postverwaltungen wie Oldenburg, in denen wenig in den Akten dokumentiert wurde, haben dann eben richtig "Pech" gehabt. Und auch bei ungewöhnlichen Seltenheiten wäre ein solcher "Nachweis" ebenfalls kaum zu erbringen.

    Nach seinem Prüfungsmaßstab des "Nachweises" würde auch ein Farbfehldruck einer "TRE SKILLING" aus Schweden von ihm sehr wahrscheinlich mit dem Bemerken zurückgesandt werden, dass dies möglicherweise eine "durch äußere Einflüsse veränderte Farbe sei und diese derzeit nicht geprüft werden kann. Möglicherweise ergeben sich durch künftige Prüfvorlagen neue Erkenntnisse". Dies wäre es dann mit der "TRE SKILLING" gewesen...

    Ich habe daher dazu eine andere Meinung.

    Die äußerst seltenen Stücke der Proben werde ich behalten und habe diese nicht mit in die HBA-Versteigerung gegeben.

    Die Ermittlung von Wahrscheinlichkeiten und wissenschaftliche Standards schließen sich nicht aus. Alles orientiert sich in der Wissenschaft an sorgfältiger systematischer Arbeit, die immer auch in bestimmter Reihenfolge zu erfolgen hat. Wenn an Originalquellen über Marken und Handhabungen nichts nachgewiesen werden kann, es aber gleichwohl eine Marke gibt, kann man diese nicht negieren, sondern es ergibt sich zumeist eine Theorie. Und dann geht es letztlich darum, was an Sachargumenten für und gegen diese Theorie spricht. Genauso hat es K.K. Doberer in seinem Beitrag aus dem Jahr 1955 gemacht.

    1. Er hat festgestellt, dass in den Postakten von Oldenburg die Bestellung der Probenmarke registriert ist und wer diese Probe angefertigt hat. Die Kataloge erfassen diese Probe unter einer gesonderten Michelnummer.

    2. Er hat festgestellt, dass die Probe am 12. Mai 1862 durch die Preussische Staatsdruckerei von Berlin nach Oldenburg an die Grossherzoglich Oldenburgische Postverwaltung geschickt wurde und hier offensichtlich angekommen ist.

    3. Er hat die Probenmarke offensichtlich im Satz mit den anderen vier Probenmarken selbst gesehen und hier festgestellt, dass sich diese Marke von der Oldenburg Nr. 17A in der Farbe und unter UV-Licht unterscheidet.

    4. Er hat festgestellt, dass nach den Unterlagen "der größte Teil" der Probenmarken Ende 1891 im Nachlass einen hohen Postbeamten gefunden wurden und somit diese Marken ganz offensichtlich nicht zu den Postakten genommen wurden. Wobei er einen Bogen des blauen Probedrucks hierbei ausschließt. Bei dieser Marke war offenbar nur noch Teile eines Bogens vorhanden.

    5. Er hat festgestellt - letztlich schon in der Überschrift seines Beitrages -, dass die ungebrauchte fleischfarbene Probenmarke äußerst selten angeboten wird. Wobei dies auch ursächlich daran liegen kann, dass die Probe sehr leicht mit der Oldenburg Nr. 17A verwechselt wird und letztlich in der Fülle ungebrauchter Marken "untergegangen" sein kann. Dies ist aber letztlich eine Theorie. Es gibt hierzu ergänzend auch andere Theorien (siehe 7.), die weitere Gründe anführen.

    6. Er hat festgestellt, dass er eine gebrauchte (=gestempelte) Marke besitzt, die die Merkmale der Probenmarke erfüllt, er aber nicht sagen konnte, ob es sich möglicherweise um eine Frühauflage der Oldenburg Nr. 17A handelte oder um eine (unzulässigerweise) gestempelte Probe.

    7. Er hat die Theorie aufgestellt, dass die Probenmarke zur Frankatur verwendet wurde. Als Argument führt er an, dass die Postbediensteten diese Marke für eine reguläre Marke Nr. 17A hielten bzw. aufgrund der großen Ähnlichkeit mit dieser Marke verwechselt haben. Auch die damals recht hohen Portokosten könnten diese Theorie stützen. Das Einkommen der Postbediensteten war damals nicht sehr hoch, so dass der Anreiz, diese Marken im regulären Postverkehr zu verwenden, vorhanden gewesen sein dürfte.

    K.K. Doberer konnte seine Theorie Nr. 7 aus dem Jahr 1955 auch bis 1982 nicht beweisen.

    Das Internet veränderte diese Welt und das im Netz veröffentlichte Bildmaterial von Verkäufern machte es möglich, dass man die abweichende Farbe der fleischfarbenen Marke manchmal "identifizieren" konnte. Die Marke Oldenburg Nr. 17A ist die häufigste oldenburgische Marke.

    In intensiver Suche habe ich insgesamt 7 gestempelte Marken (incl. 2 Briefe) gefunden.

    Ich habe selbst hierbei folgendes festgestellt:

    1. Die in der Farbe und unter UV-Licht abweichende Marke ist außerordentlich selten. Ungebraucht habe ich bisher 2 Marken und ein Paar gesehen. Die Markenfarbe oxidiert, daher gibt es abweichende Farbtöne der fleischfarbenen Marke. Dies macht die Suche und das Auffinden dieser Marke recht schwierig.

    2. Weder Herr BPP Stegmüller noch der vormalige BPP Berger kennen diese Marke. Diese Marke wurde offensichtlich diesen beiden Prüfern bisher - vor meiner Prüfsendung - noch nie zur Prüfung vorgelegt. Sie kannten daher auch nicht die Differenzierung zur Nr. 17A nicht, die von Doberer festgestellt wurde.

    3. Die Stempeldaten auf den gebrauchten Marken datieren auf Oktober und dann ab April. Da die Marke Oldenburg Nr. 17A im Juli 1862 erstmals erschien - und zwar nach meinen Feststellungen in den Farbe rosa und blassrosa, die auch von Krötsch-Ohrt so katalogisiert wurden - können diese Abstempelungen auf der fleischfarbenen frühestens erst ab Oktober 1862 bzw. April 1864 erfolgt sein. Dies spricht zunächst erst einmal aus meiner Sicht gegen die Annahme einer "Frühauflage", die von Doberer damals in seinem Beitrag von 1955 in Erwägung gezogen wurde. Hier habe ich bisher noch keine Marke gesehen, die im Juli oder August 1862 abgestempelt worden sein könnte.

    4. Die Stempelorte der sieben fleischfarbenen Marken aus meinem Besitz sind "ABBEHAUSEN", "OLDENBURG", "OVELGÖNNE", "JEVER", "LOHNE", "ESENSHAMM" und "FRIESOYTHE".

    Hierzu habe ich eine Theorie:

    Die fleischfarbene Probenmarke ist nachweislich im Mai 1862 bei der Postbehörde in Oldenburg eingetroffen. Und ein Teil dieser Probenmarken fehlte im vorgefundenen Nachlass des Postbeamten (s.oben). Wenn die oldenburgische Postverwaltung diese fehlenden Probenmarken an Dritte weitergereicht hat, können dies eigentlich nur ebenfalls Postbeamte gewesen sein, denn "normale" Dritte waren für den Empfang dieser Proben gar nicht autorisiert. In Betracht kommen hier nur Postmeister einzelner Postspeditionen und Postbedienstete in Oldenburg. Es ist aus meiner Sicht daher nahezu auszuschließen, dass sonstige Dritte damals in den Besitz der Marken gekommen sind.

    In den oldenburgischen Postakten ist eine Weitergabe von Proben leider nichts dokumentiert bzw. es gibt solche Postakten nicht mehr. Das Fehlen der Marken im Nachlass deuten aus meiner Sicht darauf hin, dass man die hier fehlenden Probenmarken an verschiedene Postmeister übersandt hat. Denn wem sonst sollten diese Marken zugeleitet worden sein. Gestützt wird diese Annahme durch die verschiedenen vorgefundenen Poststempel.

    Es gab bei der 4. Markenausgabe Oldenburgs viele Neuerungen. Dies könnte der Grund für die Übersendung der Proben an die Postmeister gewesen sein. Die Proben könnten faktisch als eine Ankündigung versandt worden sein. Bei der 4. Markenausgabe wurde das Markenmotiv und das Druckverfahren vollständig geändert. Es gab jetzt erstmals eine Wappenausgabe mit Prägedruck, die im Buchdruck erstellt wurde. Auch der Durchstich war neu. Die gab es bei den vormaligen Lithographien der 3. Ausgabe nicht. Auch das Farbsystem der neuen Marken wurde auf das "preussische Farbsystem" umgestellt. Die 1/2 - Groschenmarke, die bei der Oldenburg Nr. 11 noch braun war, wurde nun bei der Nr. 16 in orange gedruckt. Die 1-Groschen-Marke war nicht mehr blau (Oldenburg Nr. 12), sondern rosa (Oldenburg Nr. 17). Und die 3-Groschen-Marke wechselte von gelb (Oldenburg Nr. 14) in die Farbe braun (Oldenburg Nr. 19).

    5. Drei meiner gestempelten fleischfarbenen Marken haben ganz exakt den gleichen Durchstich, der das untere Wappenoval horizontal schneidet ("LOHNE", "OLDENBURG" und "OVELGÖNNE"). Ich vermute daher, dass diese Marken aus dem gleichen Probedruckbogen stammen. Und dass einer der beiden Probedruckbögen diesen Durchstichfehler hatte. Die ungewöhnlich große Seltenheit dieser fleischfarbenen Marke (UV: gelbbraun bis braun) spricht für diese These.

    6. Zu der Umstellung der chemischen Farbzusammensetzung der Druckfarbe von der Probe zum späteren Original der Oldenburg Nr. 17A kann man nur mutmaßen. Die Marke Preussen Nr. 16 - 1 Groschen rosa - wurde ab Oktober 1861 von der Preussischen Staatsdruckerei gedruckt. Es ist eine Vermutung von mir, dass man diese Marke zunächst mit einer ähnlichen Farbe wie die oldenburgischen Probenmarke gedruckt hat, man aber dann festgestellt hat, dass diese Farbe deutlich oxidiert. Fakt ist jedenfalls, dass die Marke Preussen Nr. 16 genau wie die Marke Oldenburg Nr. 17A mit einer chemischen Farbmischung der rosa-Farbe gedruckt wurde, bei der ebenfalls violette Additive beigemischt wurden. Ich verweise auf das obige UV-Bild. Ob es sehr frühe Drucke der Preussen Nr. 16 tatsächlich gibt, die ebenfalls wie die oldenburgische Probe unter UV braun leuchten, ist bisher nicht nachgewiesen. Und wurde wahrscheinlich von Preussen-Sammlern noch nie untersucht. Ein solcher Nachweis ist nicht einfach zu finden, denn von der Preussen Nr. 17 wurden insgesamt mehr als 137 Millionen Marken gedruckt. Wenn es solche braun quarzenden Marken gibt, dürften diese sehr selten sein.

    Was den VERGLEICH von Sachsen-Marken zu Oldenburg-Marken angeht, gibt es einige große Unterschiede. Sachsen hat mindestens ca. 8 - 10 x so viele Marken wie Oldenburg gedruckt. Hier gab es damals eine weitaus größere Postverwaltung und es wurde auch viel mehr in den POSTAKTEN dokumentiert als in der dagegen eher winzigen Oldenburger Verwaltung. Aus Oldenburg gibt es nur spärliche Informationen. Eine 2-Groschen-Marke (Oldenburg Nr. 18), die immerhin im Zeitraum von Juli 1862 bis Dezember 1867 verwendet wurde, hat man in einer Auflage von 380.000 Stücken gedruckt. Das Pendent aus Sachsen, die Marke Sachsen Nr. 17, 2 Ngr hatte eine Auflage von 5.130.000 Stücken. Dies macht die Unterschiede schon ein wenig deutlich.