Der besondere Brief - Das besondere Poststück

  • Lieber bayern klassisch,


    Also, die 4 Schaufeln in der Mitte erkläre ich damit, dass sie von der Abstempelung eines anderen Briefes stammen, der im Stapel über dem abgebildeten lag. Der Postler stempelte über den Rand hinaus auf die Unterlage (wie links auch bei dem abgebildeten). Dass er die zu stempelnden Briefe übereinanderlegte, dafür spricht auch die bescheidene Qualität des Mühlradabdrucks (Nummer kaum lesbar), der nicht auf einer planen Unterlage erzielt wurde.


    Den unter der Marke hervorliegenden Abdruck kann ich sinnvoll nicht erklären. Vielleicht war der Herr Expeditor an dem Morgen auch noch besoffen und nicht ganz Herr über seinen Stempel. Da müsste man jetzt nachprüfen, ob er sonst exakt arbeitete oder auch sonst ein Schlamper war, wie ich es für seinen Kollegen in Partenkirchen nachweisen konnte (siehe hierzu philatelie 380, Februar 2009, S.33f.). Dazu fehlt mir aber das Vergleichsmaterial. Langer Rede kurzer Sinn: ich habe keine Ahnung, was da abgelaufen ist! Ich bin gespannt auf weitere Interpretationen.


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo,


    also ich schließe mich der Vorrede an, der Postler muss wohl schon einen neben der Kappe sitzen gehabt haben. Ich bin kein POV-Experte, aber den Absendehalbkreiser voll auf der Adresse abzuschlagen, na ja ! So richtig okay kann das nicht gewesen sein.


    Also ist ihm wohl noch mehr zuzutrauen. Wenn man nun den unter der Marke hervortretenden Mühlradabschlag betrachtet und bedenkt, dass ein solcher zur Entwertung zu verwenden war, dann müsste in der Konsequenz noch eine andere Marke im Spiel gewesen sein.


    Es sieht im Umfeld der 3 Kr Marke auch alles recht wellig aus, was dafür spricht, dass es dort ziemlich feucht-fröhlich abgegangen sein muss. Ist hier evtl. zuerst eine frisch verklebte Marke wieder entfernt und durch die 3 Kr blau ersetzt worden ?


    Ich kann mir schon vorstellen, dass zwei mal Nassklebend derart auffällige Wellen im Briefpapierumfeld hinterläßt. Wenn also eine "Vorgängermarke" im Spiel gewesen sein sollte, dann stellt sich allerdings automatisch die Folgefrage: Aber was für eine ?


    War ursprünglich eine Drucksache mit einer 1 Kr Marke frei gemacht und dann erst bemerkt worden, dass ein Normalbrief zu spedieren ist ? Nun, dann hätte man einfach zwei weitere 1 Kr Marken kleben können, es sei den man hatte keine mehr...wer weiss.


    Oder war es evtl. eine Portomarke, die versehentlich appliziert und hastig wieder entfernt wurde ? Bei absenderseits getätigtem Francovermerk und angesichts der Tatsache, dass Portomarken nicht entwertet werden mussten eher unwahrscheinlich.


    Was noch bleibt ist eine - versehentliche - Überfrankatur bspw. mit einer 6 Kr Marke, die man hastig wieder entfernt hat, bspw. weil man den Brief falsch gewogen hatte o.ä. Wäre dann bei bereits entwerteter Vorgängermarke ein für den Postler durchaus peinliches Storno gewesen.


    Dass an der Stelle auf jeden Fall frisch nach dem ersten Mühradabschlag einiges passiert sein dürfte, meine ich auch daran zu erkennen, dass dieser schräg nach unten stark verwischt ist. Eine nachträgliche Manipulation oder eine wiederverwertete Briefhülle scheiden m.E. aus.


    ...bk wird`s aber schon auflösen, oder ? ;) :D

  • Liebe Mitknobler,


    es war keine andere Marke je auf diesem Brief, als diese jetzt. Der Abschlag ist komplett neben bzw. unter der Marke.


    Portomarke scheidet aus - die gab es noch nicht vor dem 1.10.1862.


    Postbetrug fällt auch flach - hier wurde nichts fefummelt, weil es nichts zu fummeln gab.


    Der Brief behält also vorerst noch sein Geheimnis. ;(


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • .. Schleife (?),


    lieber bk, das war auch einer der beiden Briefe, die mich an diesem Posten in der Bucht gereizt hatten - hm, hätten wir uns abgestimmt, hättest Du ihn preiswerter bekommen, aber was soll´s ist Dir 100 % gegönnt!


    Schöne Grüße vom bayernfarbenvielfaltverrückten Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo bayern-nerv,


    nein, Schleife heißt es nicht, aber du hast auf jeden Fall erkannt, wo zu suchen ist ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    P.S. Ich konnte nicht ahnen, dass du auch interessiert warst ... ;(

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern-klassisch,


    interessant, was man in einem Brief so alles versenden kann.


    Der Vermerk lautet: "Mit einen Schlüssel."


    Damit sich dein Brief nicht so alleine fühlt habe ich noch einen weiteren beigefügt.


    In Schweinfurt wählte man den Vermerk: "Inliegend: 1 Schlüssel."


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    prima Pendant - jetzt kenne ich 4 Bayernbriefe mit diesem Vermerk (es gibt sogar eine EF der Nr. 7 nach Frankreich!).


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    den folgenden Brief habe ich irgendwie in Erinnerung, weiß aber nicht mehr, woher ich von ihm weiß - ist aber auch sicher schon 20 Jahre her.


    Jetzt tauchte er in der Bucht auf und wurde mir für kleine Münze zugeschlagen, wofür ich dem Anbieter herzlichst danken möchte, denn er dürfte wohl einmalig sein, zumindest, was sein Zustandekommen betrifft (und schön ist er auch noch).


    Er datiert vom 2.12.1869 und stammt von der Telegraphen - Station - Erlangen. Gerichtet war er an die Postexpedition Weißendorf, dazu netterweise mit 12x Auslage auf die Reise geschickt, so dass die Telegraphen - Station die Postexpedition mit 12x belastete, also ein dienstlicher Portobrief.


    Aus dem Inhalt geht hervor, dass wegen eines Telegrammes ein Expressbote nach dorthin abgeschickt worden war, welcher wegen starken Hochwassers aber wieder umkehren musste und sein Telegramm eben nicht unverzüglich, wie das üblich war, an Herrn von und zu Guttenberg abliefern konnte.


    Der Erhalt der 12x wurde später unten bestätigt, womit sich der Kreis wieder schloss.

  • Lieber Bayern Klassisch,


    Glückwunsch zu dem tollen Stück..... :):)


    Solche Belege werden erst mit Deiner klaren Beschreibung der Vorgänge zu dem was Sie sind: Spannende Geschichte der PO :thumbsup:

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Liebe Freunde,


    die Rubrik (Thread, Faden), die für folgendes Kuvert richtig erscheint, habe ich wohl nicht finden können, aber ich stelle ihn hier mal ein, gfls. kann man ihn ja woanders hin verschieben.


    Was haben wir vor uns?


    Eine U1 der Ausgabe vom Feb. 1869, die entzückendst adressiert wurde:


    Herrn Georg von Zerzog Director der Saline Salzbronn bey Saaralbe Deutsch Lothringen. über Saarbrücken u(nd) Saargemünd.


    Die Anschrift suggeriert eine Verwendung des Jahres 1871ff und siegelseitig findet man in französischer Schrift mit Graphit vermerkt: Le 9. Août 1871.


    An dem Datum zweifle ich also nicht. Jedoch zeigt das Kuvert keine Stempel. Es wurde oben in typischer Weise geöffnet, so dass ich an echten Bedarf und keine sammlerisch indoktrinierte Herstellung unterstellen möchte.


    Gemeint müsste dieser Ort sein:


    http://www.google.de/url?sa=t&…g2=Zy1I6hjxc6IiEHk5MpQ-OQ


    Leider habe ich nichts sinnvolles zum Empfänger gefunden, aber dafür haben wir hier ja exzellente Leute. :)

  • Lieber bk,


    So was Schönes sieht man selten. Ach wär man doch auch ein Kalligraph! Danke für's zeigen.! Weiterhelfen kann ich allerdings nicht. :(


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo Pälzer,


    besten Dank! Wie bekommt ein Anti - Computer - Genie wie ich etwas zum Empfänger heraus?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ...Mann, Mann, Mann...da schwurbelt man mit allen möglichen Suchkombinationen durch`s www und landet am Schluss wieder bei Sarralbe und findet den Herrn Georges von Zerzog als von 1892-1890 amtierenden Bürgermeister dieser Gemeinde:


    http://fr.wikipedia.org/wiki/Sarralbe


    ...mehr ist nicht im Moment zu machen.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ich hatte in meiner Einfalt gar nicht so weit nach unten gescrollt - vielen Dank, jetzt haben wir ihn, den alten OB! :thumbsup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    ich dachte mir gleich, dass dieses Kuvert aus Regensburg stammen könnte ... irgendwie. ;)


    Ich denke, du hast recht mit deiner Vermutung - nochmals vielen Dank dafür an den Chefgoogler. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus