Briefe, nach - und aus dem Bayerischen Wald vor Eröffnung der Postexpeditionen und Briefsammlungen am 1. Juli 1816

  • Lieber Ralph,


    herzlichen Dank.

    Dann ging der Brief mit der Post bis Straubing. Von da bis Stallwang (Oberpfalz) auf dem Reitpostkurs "Straubing-Cham-Waldmünchen" über Stallwang (dieser wurde 1804 installiert). Von Stallwang dann mit einen Boten nach Viechtach (Niederbayern). Fußweg einfach 22 km. Viechtach wurde anscheinend von Stallwang aus bis ende Juni 1816 mit einen Boten bedient. Am 1.7.1816 wurde in Viechtach eine kgl. bayer. Postexpedition eröffnet.


    Liebe Grüße,

    Hermann

  • Lieber Hermann,


    ich staune immer wieder, daß es bis 1816 in der ganzen Oberpfalz keine Postexpedition gab. Das ist für einen Niederrheiner wie mich nur schwer nachvollziehbar.


    beste Grüße


    Dieter

  • Lieber Dieter,


    die Oberpfalz hatte selbstverständlich mehrere Postexpeditionen vor 1816. War es doch das Ruhrgebiet des Mittelalters. Der Bayerische Wald in Niederbayern hatte bis zum 30. Juni 1816 keine einzige Postexpedition oder Briefsammlung.


    Beste Grüße,

    Hermann

  • Hallo Dieter,

    ein tolles Stück, und das Viechtach von Stallwang "versorgt" wurde ist wieder etwas neues, was sehr interessant für mich ist. :thumbup:


    @Dieter war halt so nicht viel los im "Armenhaus" dem Bayerischen Wald, Aufschwung brachte auch die Glasindustrie, mit einer langen Tradition, wo wir Waidler auch sehr stolz darauf sind.


    LG Bernd

  • Liebe Sammlerfreunde,


    im Abschnitt 4. liest Ralph den Empfangsort "Podöd". Im Landgericht Kötzting gab es bei Engelshütt (bei Lam) die Orte Vorder - und Hinteröd. Ansonsten gab es keine Orte mit "Öd" im Landgericht Kötzting. Der einfache Fußweg von Cham bis Vorder - bzw. Hinteröd war 32 km. Dies erklärt den hohen Botenlohn von 6 Kreuzer für den Boten (es war auch noch Anfang Januar).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Halo VorphilaBayern,


    Vorderöd ist wohl richtig.


    Auf der Adressseite ist der Ort verkürzt mit „Vodöd“ angegeben.

    Im Inhalt lese ich, dass der Brief an Franz Frisch ... zu Voderöd gerichtet war.


    In Vorderöd gibt es heute noch den Bauernhof „Zum Ödbauern“, der immer noch im Besitz der Familie Frisch ist.


    Beste Grüße

    Will

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich möchte einen weiteren Brief zeigen: Briefhülle mit Vermerk innen, des Schreibdatums (20.5.1816) und Präsentiertdatums (27.5.1816) von der freiherrlich Hofer von Lobensteinischen Lehenprobstamte in Burg Hof am Regen (bei Nittenau), aufgegeben im 16 km entfernten Burglengenfeld (alles Oberpfalz), an die königlich allgemeine Stiftungsadministration Cham in Viechtach (Bayerischer Wald - Niederbayern). Der Brief lief mit der Post über Regensburg und Straubing nach Stallwang oder bis Cham (beide Postorte in der Oberpfalz / einfache Fußstrecke bis Viechtach von Stallwang 22 km; von Cham 26 km). Kurze Zeit später, am 1. Juli 1816, bekam Viechtach eine kgl. bayer. Postexpedition.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ich staune immer wieder, was Du uns zur Postgeschichte unserer Heimat alles zeigen und erzählen kannst.


    Vielen Dank und viele Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

    Einmal editiert, zuletzt von maunzerle ()

  • Lieber Ralph,

    Lieber Peter,

    vielen Dank.


    Liebe Sammlerfreunde,

    hierzu einen weiteren Brief: Dienstbrief aus München vom 19. Januar 1813, aufgegeben am 25. Januar, an das königlich bayerische Forstamt in Wolfstein im Unterdonaukreis, das sich in Freyung (Niederbayern) befand. Der Brief lief sicherlich mit der Post bis Passau und von dort mit einen Boten in das 33 km entfernte Freyung (Bayerischer Wald). Präsentiertvermerk vom 30. Januar 1813. In Freyung wurde am 1. Juli 1816 eine königlich bayerische Postexpedition am 2 x wöchentlichen Briefpostkurs "Passau - Cham" über Freyung, eröffnet.


    Beste Grüße von VorphilaBayern