Beiträge von Bayern-WB

    Lieber Franz,


    ja, man sollte seinen Kopf auch im Urlaub bei der Sache haben. Der Schnellschuss aus dem Kopfrechnen ist nur peinlich!


    Wenn man nur die Wahrscheinlichkeit berücksichtig, könnte es also auch VEs aus der Pfalz geben.

    Also Augen offen halten!😁


    Beste Grüße

    Will

    Hallo Franz,


    wenn es bei über 900 Poststellen nur ca. 30 mit VE gibt (wie Ralph weiter oben schreibt), sind das etwa 3 Promille.

    Bei ca. 90-100 Poststellen in der Pfalz (aus dem Gedächtnis, weil ich z.Zt. nicht nachsehen kann) ist die Wahrscheinlichkeit eine VE anzutreffen äußerst gering.


    Daher muss man vielleicht gar nicht nach weiteren subtilen Gründen suchen.


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Ralph,


    meine Frage war tatsächlich allgemeiner Natur zur VE und ich wollte damit nicht Deinen Brief diskutieren oder madig machen!


    Geichwohl kann Dein Brief auch Hinweise geben zur Beantwortung dieser generellen Frage zu VE (Stellung des Stempels auf der Marke, Positionierung der Marke auf dem Brief).


    Zu 1.: Es wurden zig Millionen saubere Stempel auf Briefen abgeschlagen ohne VE.


    Zu 2.: 1/2 h Freizeit zur VE nutzen ist nur sinnvoll, wenn dadurch ein Vorteil entsteht.


    Zu 3.: Hier magst Du recht haben und wenn tatsächlich die meisten Briefe unfrankiert über den Schalter gereicht wurden, wäre das tatsächlich ein Grund, vom Postler vorentwertete Marken zu benutzen.


    Eine befriedigende Antwort hab ich aber immer noch nicht.


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Ralph,


    ich kann Deine Gedankengänge schon nachvollziehen, frage mich aber immer noch, worin der Vorteil für den Expeditor lag.

    Statt eine Marke zu entwerten, musste er die vorentwertete Marke selbst auf dem Brief anbringen. Zeitersparnis?


    Bzgl. Deines Briefes wundert es mich zudem, wieso der Expeditor die Marke vorschriftswidrig links unten plazierte, obwohl links oben genügend Platz gewesen wäre.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Expeditor die Marke über den Schalter heraus gegeben hat, damit der Kunde sie aufklebt und den Brief dann in die „Boite“ legt (wie vorgesehen). Das würde ja zu dem von mir vorher angeführten Problem der Erkennung von Frankierungen zum Schaden der Post führen.


    Also, klar ist ist mir der Sinn der VE immer noch nicht.


    Beste Grüße

    Will

    Liebe Freunde,


    zur Vorausentwertung habe ich eine grundsätzliche Frage.

    Vordergründig wäre es ja verständlich, wenn ein Postangestellter Zeit einsparen will und gleich einen ganzen Bogen voraus entwertet.


    Andererseits muss er dann aber die Briefe der Kunden entgegennehmen und die Marke selbst aufkleben (entgegen der Vorschrift?), denn er kann ja wohl keine gestempelten Marken an Postkunden abgeben.

    Wie will er bei Briefen aus dem Briefkasten entscheiden und insbesondere nachweisen, dass kein Postbetrug vorliegt, wenn Briefe mit entwerten Marken darin liegen?


    In kleinen Orten mit überschaubarem täglichen Briefaufkommen wäre die VE vielleicht noch verständlich, aber in größeren Postexpeditionen doch nicht mehr, oder?


    Beste Grüße

    Will

    Hallo Dieter,


    wenn man bereit ist, zu spekulieren, kann man sich folgende Situation vorstellen:

    Der Stempler hat seine Briefe zum Entwerten übereinander gelegt, die Marken nahe beieinander.

    Beim Stempeln des auf dem gezeigten Brief liegenden ist er etwas über den Briefrand hinaus gekommen. Das tieferliegende Briefpapier bekommt weniger von der Stempelfarbe ab (leichte Kleckse) als die etwas höher liegende Marke (Schaufelreste).


    Ob es wohl so war?


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Dietmar,


    wenn Du weiterhin so brav auf digitalisierte Quellen hinweist und fürderhin keine so unlesbaren Witze mehr erzählst, ernennen wir Dich vielleicht einmal zum "Niederbayer h.c."


    Beste Grüße

    Will

    Hallo Dieter,


    ja, ich gib Dir recht, dass für Schesslitz die Buchstabenstellung zu unterschiedlich ist.


    Ralph, für Schnabelwaid ist kein HKS in Grotesk gelistet und es liegt auch abseits von vorstellbaren Laufwegen.


    Was von der Form sehr gut passt, sind sowohl Schwarzenbach am Wald als auch Schwarzenbach an der Saale.

    https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-bilder.php?id=40001


    https://www.stampsx.com/ratgeb…mpel-bilder.php?id=651508


    Beide Orte liegen zudem zwischen Wunsiedel und Hochstadt am Main.
    Das heißt, der Brief wäre über eines der Schwarzenbachs von Wunsiedel nach Hochstadt am Main gegangen. Dazu wäre es natürlich interessant, die Paketschlüsse von Wunsiedel zu kennen.


    Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, wie es zu diesem Irrläufer kam.

    Beide Hannbergs liegen weniger als 50 km von Nürnberg entfernt. Wenn sich der Postbeamte nur an dem Zusatz „Bezirksamt Höchstadt“ orientierte und dieses falsch als Hochstadt (am Main) interpretierte, ist mir noch nicht klar, warum der Brief zuerst nach Wunsiedel ging und dann über Schwarzenbach nach Hochstadt.

    Können hier die Frankenkenner etwas über diese Laufwege sagen?


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Dietmar,


    danke fürs Augen öffnen.


    Ralphs Lieblingsstempel habe ich hier schon häufig gesehen, aber „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ habe ich gar nicht versucht, Wunsiedel zu entziffern.

    Jetzt sehe ich natürlich auch (WU) NSIEDEL!


    Für den HKS SCH… nehme ich jetzt an, dass es sich um SCHESSLITZ handelt. Deren Stempel ist in Grotesk und der Ort liegt auch halbwegs auf der Strecke.


    Vorstellbar wäre auch, dass der Brief nach Schesslitz ging, um dort nach Weischenfeld, in dessen Zustellbezirk sich das andere Hannberg befand, umkartiert zu werden. Spätestens hier könnte dann der Zusatz „Post Weißenfeld“ auf den Brief gekommen sein.


    Was meint ihr, ist Schesslitz eine Option?


    Beste Grüße

    Will

    Liebe Freunde,


    der folgende Brief vom 20.4.1866 mit einer 3 Kreuzer rot, entwertet mit dem oMR 356 von Nürnberg, in den kleinen Ort Hannberg (Entfernung ca. 42 km) hat der Post einige Schwierigkeiten bereitet.


    In der Anschrift war zwar korrekt „Bezirks Amt Höchstadt“ angegeben, aber der Brief ist in Nürnberg (oder Erlangen?) in ein Paket gekommen, das ihn am 21.4. in einen Ort, der einen Einkreisstempel mit Zierstücken verwendet (…TBURG?), geführt hat und von dort weiter nach Hochstadt (am Main) (HKS).

    Dort wurde der Irrtum erkannt, die Adresse um den Zusatz „Post Weißendorf“ ergänzt (Contravention?) und der Brief wurde über einen Ort mit einem HKS in Grotesk mit den Anfangsbuchstaben SCH… nach Höchstadt an der Aisch (23.4.) und weiter nach Weissendorf (24.4.) geleitet. Von dort wurde er an das ca. 5 km entfernte Hannberg zugestellt.


    So weit bin ich als Laie gekommen.

    Wer von Euch kann sich einen Reim darauf machen, wie der Brief tatsächlich gelaufen ist? Jeder Hinweis ist willkommen.


    Beste Grüße

    Will

    Hallo Altsax,


    die linke und rechte untere Trennlinie lagen unterhalb der Bildebene und bekamen daher bei der Einfärbung keine Farbe.


    Wenn beim Druck höhere Kraft aufgewendet wurde, berührte diese Bildebene nicht nur so gerade das Papier, sondern wurde ins Papier gedrückt. Dabei kam aber auch die abgesenkte Trennlinie wieder in die Druckebene und ist daher erkennbar.


    Wenn meine Erklärung zutrifft, erwarte ich auf der Rückseite eine deutliche Reliefwirkung.
    Vielleicht zeigt uns Bayern-Kreuzer ja die Rückseite?


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Dieter,


    ich habe den Text einfach transkribiert, so wie er da stand.

    Und zugegeberenmaßen habe ich vielleicht voreilige Schlüsse bezgl. des Uhrmachers gezogen.


    Ich gebe Dir recht, dass die Stelle, die Du anders liest, die kritische Stelle ist.

    Allerdings kann ich mit "Sterke bis Agram" nichts anfangen!


    Ich habe jetzt mal im Internet nach Brüder Stern in Wien gesucht und tatsächlich handelt es sich dabei um Uhrmacher und Lieferanten von Uhrmacherzubehör.


    So abwegig war also mein Schluss nicht, dass es sich auch bei Herrn Berger um einen Uhrmacher handelt, der bei den Brüdern Stern Gläser bestellt hat.


    Rainer findet vielleicht noch mehr zu dem Adressaten und und Absender heraus.

    Hallo Rainer,


    bisher keine Antwort, daher versuche ich mich einmal.


    „An Herrn Brüder Stern, Hohenmarkt, Wien.


    Ich werde diese Ste(ä)rke bei Uhren in einigen Wochen verglast haben wo ich sodann Ihnen den Restbetrag dankend überbringen werde. Ihr w.(wertes) Schreiben hat meine Gattin mir hierher gesendet da ich schon 1 monat hier bin.

    Ergeb. ?? Berger“


    Meiner Meinung nach war der Herr Berger Uhrmacher und spricht hier von Gläsern einer bestimmten Stärke als Uhrgläser für für seine Uhren. Interessant wäre natürlich das Schreiben, auf das er antwortet.


    Vielleicht hilft es etwas weiter?


    Beste Grüße

    Will

    Hallo Erwin,


    der Brief liegt weit außerhalb meines Sammelgebietes, aber ich spekulierte jetzt mal:


    Der Brief kam aus Versehen in den Zug nach Minden. Der Postler bemerkte dies und schrieb nochmal deutlich, dass der Brief nach Brandenburg soll. War das ein Hinweis, ihn bei nächster Gelegenheit aus dem Zug zu nehmen nach dorthin zurück zu befördern?

    Übrigens war das m.A.n. nicht der Packmeister, sondern der Bäckermeister Schwerke.


    Beste Grüße

    Will

    Lieber Kilian,


    dieser Brief von Wilfried ist sozusagen das „missing link“ in unseren Überlegungen.

    Habt ihr den bereits in Eurem Buch veröffentlicht? Da ich z.Z. nicht zuhause bin, kann ich nicht selber nachsehen.


    Unabhängig davon gebe ich Dir aber recht, dass die 3. Auflage der Stöckelserie 5, wie auch die Auflage mit der Stöckelserie 6, offenbar bereits im Frühjahr 1862 gedruckt wurde.


    Warum ungebrauchte Marken nur von der Stöckelserie 5 bekannt sind, darüber kann man nur spekulieren.

    Vielleicht wurde ja mit dem Druck von der Stöckelserie 5 begonnen, bevor die Stöckel der Serie 6 geliefert wurden.
    Gestapelt wurden also anfänglich nur Bogen der Serie 5. Als dann eventuell parallel mit der Serie 5 auch von der Serie 6 gedruckt wurde, kamen die Bogen vermischt auf den Stapel.

    Nach der Auslieferung an die Generalverwaltung der k.b. Posten wurde der Stapel von oben her abgearbeitet und die Bezirkskassen (und von dort die Expeditionen) erhielten ab Frühjahr 1862 sowohl Bogen der Serie 5 als auch der Serie 6. Gegen Ende (September?) kam man auf den Grund, auf dem nur noch die anfänglich gedruckten Bogen der Stöckelserie 5 waren. Von diesen blieben am 1. Oktober die ungebrauchten Exemplare übrig.


    Die Lieferung der Stöckelserie 6 nach Beginn des Drucks der 3. Auflage der Stöckelserie 5 könnte man auch als Begründung dafür heranziehen, dass die fehlerhaften Stöckel der Serie 5 nicht mehr ausgetauscht wurden.


    Aber das waren jetzt alles wirklich nur Spekulationen.


    Ich hoffe, dass noch mehr Belege auftauchen, die uns weiterhelfen.


    Beste Grüße

    Will