Langenberg mit P.D-Stempel

  • Kann mir bitte jemand diesen Brief, leider ohne Inhalt, insbesondere den P.D-Stempel, für Laien verständlich, erklären.

    Mit Dank im Voraus

    peno

  • Hallo peno,


    die Aufgabepost hatte zu prüfen, ob ein frankierter Brief auch richtig (ausreichend) frankiert worden war, oder ob nicht noch etwas fehlte.


    Ergab die Prüfung, dass alles korrekt frankiert worden war, so wie hier, erhielt der Brief als Zeichen der erfolgten Überprüfung den Stempel Payé à Destination = P.D.


    Damit hatte dann auch die Abgabepost kein Nachporto von ihrem Empfänger zu fordern.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    kleine Ergänzung: Der P.D.-Stempel stammt nicht von der Langenberger Post.
    Aufgabepost meint hier die preußische Post.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Bei dem Aufgabestempel handelt es sich um die Düsseldorfer Sonderform. Dabei ist die zweite Zeile in grotesk und kleinerer Schrift.

    Gibt es nur von wenigen Orten.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Danke, Ralph und Michael, für eure sachdienlichen Hinweise aus denen sich mir leider weitere Fragen ergeben.

    - Abgabepost

    - Aufgabepost

    - Preußische Post

    Die Freimarken und der Stempel sind doch vom Norddeutschen Postbezirk wie verhält es sich denn damit?

    Kann man denn aus dem Brief erkennen wo genau die Preußische Post war die den P.D-Stempel abgeschlagen hat?

    Liebe Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,

    die Stempel stammen noch von der preußischen Post, die bis 31.12.1867 bestand. Im Norddeutschen Postbezirk wurden sie weiter verendet.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Peter,


    der Stempel wird als Rheinische Sonderform bezeichnet. Nach Michel Stempelhandbuch 1.Teil Seite 69 der Typ I/1/14 KAG. Auf Seite 71 wird vermerkt, daß diese Form nur im Regierungsbezirk Düsseldorf vorkommt. So ist die Bezeichnung von preussen-fan nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch.


    beste Grüße


    Dieter

  • ja OK,

    es werden da verschiedene Rheinische Stempelformen mit dem Oberbegriff Rheinische Sonderform bezeichnet.

    Ich bleibe bei der von mir angegebenen Terminologie, sonst würde man die doch sehr uterschiedlichen Formen nicht auseinanderhalten können.

    Könntest du mal die Titelseite von deinem Stempelkatalog zeigen?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Auch die Stempelformen finde ich sehr interessant und von den Rechteckstempeln habe ich sogar verschiedene von Langenberg.

    Das die preußischen Stempel im Norddeutschen Postbezirk weiter verwendet wurden leuchtet mir ein und das auch im NDP weiterhin preußischer Wind wehte ist unbestritten.

    Für meine private Stempeldokumentation zu Langenberg wüsste ich gerne mehr zu dem Brief, z. B. was das rötliche Gekritzel links unten in der Ecke bedeutet.

    In den obigen Antworten wird einmal die Abgabepost und einmal die Aufgabepost genannt, was hat es damit auf sich?

    In welchem Ort könnte der P.D-Stempel abgeschlagen worden sein?

    Liebe Grüße

    Peter

  • lieber Peter,

    links unten ist die Frankogebühr angeschrieben, f 3 1/2

    Aufgabepost ist die Post, wo der Brief aufgegeben wurde, Abgabepost ist diejenige, wo die Post abgeholt wurde.

    Hast du auch Belege mit dem Stempel Langenberg aus der Preussenzeit? Wenn ja, zeige sie doch mal.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Peter,


    ersetze meine Angabe "preußische Post" durch "NDP Post" - war einfach die Macht der Gewohnheit ...


    Aufgabepost war die Post, bei der der Brief aufgegeben wurde, hier die NDP-Post. Mit dem Begriff ist aber nicht zwingend das örtliche Postamt gemeint! Das Postamt, an dem der Brief aufgegeben wurde, hatte natürlich die korrekte Frankatur zu prüfen. Aber nicht jedes lokale Postamt hatte die nötigen Stempel, die in dem noch damals von der preußischen Post mit der französischen Post geschlossenen Vertrag vereinbart worden waren. In diesem Vertrag war festgelegt worden, dass voll frankierte Briefe nach Frankreich mit einem P.D.-Stempel gekennzeichnet wurden. Man ersparte sich in Preußen bzw. dem NDP, jedes Postamt mit diesen Stempeln zu versehen, es gab ja auch Abmachungen mit anderen Ländern (und anderen Stempeln), in denen so etwas vorgesehen war - das wären tausende Stempel gewesen. Daher war es rationeller, in den Postämtern, die die betreffende Auslandspost bearbeiteten, dies vorzunehmen. Das waren dann die Postämter, die sogenannte Kartenschlüsse mit französischen Postämtern hatten, d.h. fertig bearbeitete Briefpakete austauschten. Auf preußischer/NDP-Seite waren dies z.B. Aachen und Saarbrücken, aber auch Berlin (natürlich nur für Post von dort oder weiter östlich, nicht für den Langenberg-Brief). Mit zunehmender Bedeutung der Eisenbahn erfolgte die Bearbeitung teilweise auch bei der Bahnpost in den fahrenden Zügen, Post nach Frankreich beispielsweise beim Bahnpostamt X auf der Strecke Köln-Verviers.

    Daher ist es bei den Briefen insbesondere ab den 1860er Jahren häufig nicht mehr möglich, exakt zu bestimmen, wer genau den P.D.-Stempel auf diesen Brief gesetzt hat. (Spezialisten, die sich intensiv mit diesen Stempeln beschäftigen, können evtl. einen bestimmten Stempel identifizieren, von dem man weiß, wo er eingesetzt wurde)


    Abgabepost war die Post, die den Brief an den Adressaten auslieferte, hier die französische Post. Auch hier ist nicht das lokale französische Postamt gemeint, das den Brief per Postboten austrug.


    Gruß

    Michael


    NB: hatte die Bearbeitung zwischendurch unterbrochen und sehe gerade, dass preussen_fan schon geantwortet hat. Dann steht es jetzt doppelt hier ...

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    Einmal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Danke für die Erläuterungen zu dem komischen Brief von dem ich dachte er wäre was ganz Besonderes.

    Liebe Grüße

    Peter

  • Einmal editiert, zuletzt von peno ()

  • Lieber Peter ,

    ich habe deine letzte Frage nicht gesehen, nur den oberen Teil mit dem Zitat , Sorry.

    Das fr 3 1/2 hat der Postbeamte hingeschrieben, weil er die Frankogebühr zu 3,5 Groschen ermittelt hatte. Diese Gebühr wurden sodann mittels der Marken aufgeklebt und beglichen.

    Zu dieser Zeit war es eigentlich nicht mehr üblich, das Franko hinzuschreiben wenn mit Marken frankiert wurde. (Ich weiß gar nicht, ob zur NPD -Zeit noch Barfrankatur möglich war.)

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    natürlich war zur NDP - Zeit Barfrankatur möglich, wir erinnern uns der Frankostempel aus dieser Zeit, die ja häufig sind.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Ja OK Ralph,

    an die Frankostempel hatte ich jetzt nicht gedacht, aber eigentlich meinte ich die Barfrankierung, bei der der Franko- Betrag nur handschriftlich hin geschrieben wurde.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan