• Sydney - Ludwigshafen a.Rh. 11.04.1904


    Hallo zusammen,


    Australien macht heute seine IM-Aufwartung, es handelt sich um einen Postkarte mit vollständig freigemachtem Rückantwortteil. Allerdings hatten sich sowohl der Empfänger als auch der Adressat nicht allzu viel zu sagen. Möglicherweise hat sich hier ein Sammler im Urlaub die Poka selbst nach Hause geschickt. Immerhin, alle postalisch notwendigen Dinge sind daran zu erkennen.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ich glaube nicht, dass man damals in Australien Urlaub machte und sich dann eine Karte nach Hause schickte. Die Adresse ist ja in einer Firma - vlt. haben sich 2 Sammler "ausgetauscht" und die Ehefrau zu Hause sollte nicht merken, wohin ein Teil des Haushaltsgeldes floss ... 8o


    In jedem Fall ein schönes und seltenes Stück, zu dem sich nicht viele in die Pfalz hinzu gesellen dürften.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,
    heute mal etwas, das vom Thema "Bayern" völlig abweicht. Neben meinem bekannten Interesse für die "weite Welle"
    gilt meine zweite Leidenschaft dem Thema Australien und altaustralische Staaten.
    Während ich das erste Stück, ein Paar Queensland 2 Pence blau mit verschiedenen Wasserzeichen und, sich daraus ergebend,
    zwei verschiedenen Michel-Nummern, schon seit langem besitze, habe ich in der Bucht ein Stück bekommen, das ich mir
    zunächst nicht erklären konnte: einen Viererblock der Portomarke SG 78a, bei dem die rechte untere Marke im Druck des
    Rahmens eine stark abweichende Farbe aufweist: gelbgrün statt blaugrün. Eigentlich drucktechnisch unmöglich, oder ?
    Selbst unter sehr starker Vergrößerung und unter der Prüflampe habe ich keinen Hinweis auf eine Manipulation entdecken
    können. Und trotzdem gibt es eine einfache Erklärung für das Phänomen.
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    Na denn gute Nacht und viel Spaß beim Rätseln wünscht

    weite Welle

  • Hallo Weite Welle,


    der 4-er Block war gefaltet, und lag dann im Licht.


    So dass nur eine Marke bleich geworden ist.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Hallo Sammlerfreunde,


    wer das evtl. noch nicht wusste ^^ : Der Aufgabeort Molong in New-South-Wales liegt rd. 300 km westlich von Sydney...und was man dort in dem nachstehenden Streifband zu 2d um den halben Erdball ins pfälzische Kaiserslautern an die dortige Kammgarnspinnerei geschickt hat, wird uns zwar ein Rätsel bleiben...aber freuen tut dennoch einen vollständigen Postdurchlauf von down-under vorstellen zu dürfen, der auch nicht unbedingt nach "Mache" ausschaut.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    aus gleicher Ecke, nur ein paar Jahrzehnte früher, habe ich einen Brief nach Bayern, in dem es um die Wollproduktion ging, weil es dort Herden von mehreren Zehntausend Schafen ging. Ich könnte mir hier ähnliches vorstellen, womit die Bedarfsverwendung gesichert wäre ... :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Okay bk,


    das scheint ja wirklich ein Schafhaltergegend dort zu sein...neueste Wollpreise an die Kammgarnspinnerei Kaiserslautern per Streifbandzeitung gerichtet an den damaligen Direktor Hans Schoen. Um 1898 waren über 100.000 Spindeln in Betrieb, seinerzeit eine der leistungsfähgisten Fabriken dieser Art in Deutschland.


    + Gruß !


    vom Pälzer


    PS: Haben wir den noch älteren Australier nach Bayern eigentlich schon gesehen ? 8o

  • Hallo Sammlerfreunde,


    kenne mich jetzt noch nicht so sonderlich in den Tarifen Australiens aus, aber das nachstehende Briefstück sieht mal ganz schwer nach einer 3. Gewichtsstufe aus. Der Sammler hätte sich gewünscht, dass man zumindest die beiden Marken auf der linken Seite zusammen gelassen hätte, aber so hat man dann halt eben "waschechten Bedarf".


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Liebe Freunde,


    den folgenden Brief möchte ich zur Diskussion stellen - er gehört nicht mir, aber ich finde ihn in jeder Beziehung außerordentlich und wer mir helfen kann, ihn zu "dechiffrieren", dem sei herzlichst gedankt dafür. :P


    Am 25.12.1861 wurde er in Melbourne eingeschrieben aufgegeben und muss bar bezahlt worden sein. Ich denke, der Absender zahlte oben rechts 2 Shilling 6 Pence oder 2 Sh. 4 Pence, da bin ich mir nicht ganz sicher.


    Unter der Nr. 290 wurde er dann (wo?) eingeschrieben und mit 1 Shilling - taxiert (war dieser Schilling in den 2 Sh 6d oder 2 Sh 4d enthalten, wie ich es vermute?).


    Jedenfalls wurde er in Locarno am 22.2.1862 ausgetragen und scheint nichts mehr gekostet zu haben.


    Nett wäre es, wenn man den Laufweg, die Schiffe und Reedereien und die Frankoteilung heraus bekommen könnte. Einen zweiten Brief dieser Art habe ich jedenfalls noch nie gesehen.

  • hallo bayern klassisch,


    hier meine ersten Gehversuche:


    Aufgegeben schon am 24.12.1861 in Hepburn und gesandt nach Cevio im Maggiatal - ein auch heute noch wirklich kleiner Ort 25 km nördlich Locarno.
    Der Laufweg ist durch schöne Stempelabschläge gut dokumentiert:
    Hepburn 24.12.1862 - Melbourne 25.12.1862 - London 18.2.1862 - Calais 19.2. - Paris 19.2. - Basel 20.2. - Locarno 22.2. - Cevio
    Weiter handelt es sich um ein eigenhändig auszulieferndes (su mano) Einschreiben an Pietro Moretti


    mit bestem Gruß
    stampmix

    3 Mal editiert, zuletzt von stampmix ()

  • Hallo stampmix,


    gut, dass wir darüber gesprochen haben - ich hatte Locarno par Cevio glatt anders herum interpretiert, wie ich das auch mit "nach A. über B." kenne. Aber die australische Sichtweise der Dinge unterscheidet sich wohl von der meinen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo bayern klassisch,


    die schönen Täler oberhalb Locarnos sind auf jeden Fall eine Reise wert.


    Zur Postbeförderung Melbourne-London 25.12.1861 - 18.2.1862 (54 Tage):
    Eine Möglichkeit ist: Melbourne (AU) - King George´s Sound (AU) - Point de Galle (LK) - Suez (ET) - Overland Mail - Alexandria (ET) - Marseille (FR) - London (GB)


    Für den Abschnitt King George´s Sound (AU) - Point de Galle (LK): P&O Steamship "Salsette" - Abreise 1.1.1862


    mit bestem Gruß
    stampmix

  • Hallo stampmix,


    vielen Dank - das klingt doch schon mal sehr gut.


    Kannst du auch das Franko aufteilen? Wie liest du das oben rechts? 2/4 ode 2/6?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Australien - Luxemburg



    Einschreiben aus Perth, Absender Unbekannt. Reco Zettel BRISBANE ST. 13376. Frankiert zu 3 Penny 3 pence. Denn Tarif kann ich ohne Fachliteratur leider nicht erklären.
    Die Stempel nach Datum:
    1. Tagesstempel BRISBANE ST PERTH WESTN AUSTRALIA vom 10 NOV 19.
    2. Auf dem Verso REGISTERED PERTH WESTN AUSTRALIA vom 11 NOV 19.
    3. In London: der rote ovale REGISTERED LONDON 7 JA 20
    4. Ankunft Luxemburg: Stempel LUXEMBOURG VILLE 9.1.20


    Hier tritt nun bei der Zustellung ein Problem auf. Man bemerke den Vermerk ‚verte‘ auf der Vorderseite und die Details aus der Rückseite: Destinataire décédé Luxembourg 9/1 …. Facteur. Der Empfänger war also verstorben. Der Beleg tritt die Rückreise an:
    5. Violeter Retour Zurück Stempel
    6. Runder etwas schlecht abgeschlagene Französische Stempel NANCY MEURTHE ET MLLE Stempel, Datum unergründlich
    7. Ankunft in Brisbane: REGISTRED BRISBANE 15 FEB20. Dies musste ein Zustellungsfehler sein, im Abgangsstempel und auf dem Klebezettel steht zwar BRISBANE nur handelte es sich um die Brisbane Street in Perth.
    8. Ankunft in PERTH laut dem runden REGISTERED PERTH WESTN AUSTRALIA 24FEB20. Auch hier ergaben sich neuerliche Probleme. Der Absender war ja unbekannt. Der Beleg kommt zum Dead Letter Office.
    9. Violeter D.L.O. (Dead Letter Office) Kastenstempel auf der Vorderseite Datum 26 FEB 1920 n° 529. Das zuständige Büro PERTH kann man nur schemenhaft ermitteln.
    10. Und wo wurde der UNCLAIMED auf der Vorderseite abgeschlagen? Wohl in PERTH.


    Ein Beamte hat auf der Rückseite Specimen Stamps vermerkt + Paraphe. Der Umschlag wurde also geöffnet. In Perth? Ein Luxemburger hätte nie specimen stamps geschrieben (?). Es
    scheint aber als wäre dieser Vermerk identisch mit dem Vermerk retour auf der Vorderseite. Nun denn!


    Der Empfänger: J.P. Camille Dumont
    Doktor der Rechtswissenschaften am 11/3/1873, vereidigt am 20/3/1873. Er war u.a Berater am Obersten Gerichtshof, Berater der Zollverwaltung und der Rechnungskammer. Er heiratete am 11.10.1882 Marie-Henriette eine Tochter von Jean Mersch-Wittenauer ex Bürgermeister (1869-1873) der Stadt Luxemburg. Gestorben ist er am 5.4. 1918



    Phila-Gruß


    Lulu