Beiträge von stampmix

    hallo Bernd,


    schön wäre es auch, zwei zeitlich besser passende Stücke zu finden. Wird wohl nicht ganz einfach werden, aber einfach kann jeder ... ich bleibe dran :)


    besten Gruß Michael

    ... das Trauerortsbriefchen aus Pirmasens vom 24.5.(3.?) 1954 trägt 2 Notopfermarken als 4 Pfg. Gebühr für eine Drucksache. ... Gibt es ähnliche Belege?

    hallo zusammen,


    ich möchte an den Startbeitrag #1 und den Beitrag #5 anknüpfen.


    Warum wurde der Trauerbrief innerhalb Pirmasens nicht reklamiert? Welcher Postbeamte mit Augenmaß belegt einen Kondolenzbrief mit Nachgebühr oder gibt ihn zum Nachfrankieren zurück? Ein Durchschlüpfen ist zwar auch nicht unvorstellbar, aber 4Pf. wurden bezahlt und wahrscheinlich war hier sogar das Aufgabepostamt auch das Zustellpostamt.


    Ein Überlegung zum Auslandsbrief nach der Schweiz während des Ausstellungszeit ohne Absenderangabe: Was tun? Beim Absender nachverlangen geht nicht und von der Taxierung hat die Deutsche Post nichts, da die Nachgebühr in der Schweiz verbleibt; auch hier: das Auslandsporto von 30Pf. wurde irgendwie bezahlt - und gut ist.


    Dass es auch anders ausgehen kann, zeigt folgender Beleg:



    Ansichtskarte vom 6.5.1953 aus Berchtesgaden, wegen Schreibfaulheit nur mit dem Drucksachenporto von 4Pf. zu frankieren. Die dafür vorgesehenen zwei Notopfermarken wurden beanstandet und das fehlende Porto 1,5-fach als Nachporto bei der Empfängerin erhoben. Da sie die Annahme nicht verweigert hat, war ihr anscheinend war die Kartenrückseite die 6Pf. wert.



    besten Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    die Ganzsachen-Postkarte vom 1.2.1921 aus Neukölln ist adressiert an die "Postlagerkarte 40" beim Hauptpostamt Schöneberg und in der PP5 mit dem 30 Pf. Werteindruck der P-120AI portorichtig freigemacht. Gleichwohl wurde die anfallende Postlagergebühr mit 10 Pf. beim Empfänger erhoben und der "PORTO" Stempel abgeschlagen



    Ob die Vortragskünstlerin (Ernstes und Heiteres) ein Engagement bekam?



    mit bestem Gruß

    Michael

    Oben gibt es noch eine 16. Hat die etwas zu bedeuten?

    hallo Dieter,


    ich vermute einen Nummerator. Auf der Route des Fernzuges Basel - Berlin wird es mehrere Abnehmer der Neuen Basler Zeitung gegeben haben; Nr. 16 könnte Herr Schaaf in Berlin gewesen sein. Nur so eine Vermutung.


    hallo Ralph,


    wenn die Kreuzerzeit wieder Fahrt aufnimmt, z.Zt.liegen sie ja alle an der Corona-Kette, werde ich mich nach einer Bahnhofssendung aus 1874 umsehen 8). Gab es denn auch in Bayern Bahnhofsendungen?


    Vor einiger Zeit erwarb ich bei einem Überseehändler einen netten BRD-Beleg. Um die exorbitanten Portokosten von 1.300$ sinnvoll auf den Kaufpreis umlegen zu können habe ich seinen Shop durchsucht und fand eine Reihe unerkannter und daher bezahlbarer Schmankerl ... Manchmal hat man Glück:)


    besten Gruß

    Michael


    PS: es waren Argentinische $$$ 8)

    Nach Eingliederung der Ostmark im April 1938 wurde die ehemals Österreichische Postsparkasse in das Sondervermögen des Deutschen Reichs überführt und der Postsparkassendienst und auf Grundlage der Postsparkassenordnung ab 1.1.1939 im gesamten Reichsgebiet eingeführt.


    Briefe an das Postsparkassenamt waren als Luftpostbriefe mit der ermäßigten Gebühr von 5 Rpf. , anstelle 17 Rpf., innerhalb des Deutschen Reichs zu frankieren. Die Briefvordrucke wurden für 1 Rpf. abgegeben.


    Postsparkassenbrief in München am 8.9.1939 aufgegeben



    rückseitige Hinweise:



    mit bestem Gruß

    Michael

    hallo Dieter,


    die "16" war das Codewort für den nachbarörtlichen, grenzüberschreitenden "wer reitet so spät durch Nacht und Wind" Kenntmannicht 8)


    besten Gruß

    Michael

    Der größere Buder des Bahnhofsbriefs ist die Bahnhofszeitung. Der Bahnhofsbrief wurde mit Vfg. vom 25.5.1874 eingeführt. Sendungen desselben Absenders konnten, als Bahnhofbrief aufgegeben, vom Empfänger direkt am eintreffenden - stets gleichen - Zug nach Vorzeigen der Ausweiskarte entgegengenommen werden. Briefe mussten als Bahnhofsbrief gekennzeichnet werden und einen roten Rand vorweisen. Es waren nur gewöhnliche Sendungen der 1. und 2. Gewichtsstufe zugelassen. Die Sendungen wurden mit dem tarifmäßigen Porto frankiert, jedoch musste für die Ausweiskarte eine - nicht unerhebliche - monatliche (ggf. nur wöchentliche) Gebühr entrichtet werden.


    Ab 1874 konnten auch Zeitungen, die diesen Kriterien entsprachen, als Bahnhofssendung befördert werden. Seit 1.7.1925 waren Bahnhofszeitungen zu erheblich reduzierten Tarifen bis 20kg. möglich. Dieser blieb der Höhe nach gleich, nur wurde ab 1.3.1935 die Gewichtsprogression feiner eingeteilt und betrug bis 2kg 60 Rpf., je weitere 500gr. 10 Rpf.


    Die Neue Basler Zeitung nutzte diesen Dienst für den Versand von 150 Exemplaren je 39gr. Dafür wurde nächtens das Paket erstmal über die Grenze befördert und in Lörrach aufgegeben, dem Stempel nach vor 3 Uhr. Mit dem Zug nach Berlin befördert dürfte die Zeitung am gleichen Tag angekommen sein.



    Das Adressfeld des 5.850 gr. schweren Pakets, das als Bahnhofszeitung am 17.11.1939 von Lörrach nach Berlin befördert wurde. Das Porto betrug bis 60 Rpf./bis 2kg. zzgl. 8 * 10 Rpf./500gr.; insgesamt 140 Rpf. .


    mit bestem Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    eine andere Form der Nachportoerhebung bestand darin, dem Absender eine mit der entsprechenden Nachgebühr belastete Mitteilungskarte zuzustellen, währenddessen das Auslandsschreiben, untaxiert und mit dem Fehlporto durch das Postamt nachfrankiert, weiterbefördert wurde.


    Nachgebühren-Erhebungskarte des Postamtes Berlin NW7 vom 1.8.1930



    Rückseitige Gebühreninformation:



    Interessant ist, dass das fehlende Porto beim Absender in 1-facher Höhe erhoben wurde.


    mit bestem Gruß

    Michael

    Die Postlagerkarte - das Darknet des 20ten Jahrhunderts.


    Am 1. Juni 1910 führte die Reichspost die Postlagerkarte ein, die man ohne Angaben der Personalien ausstellen lassen konnte. Sie sollte ein Schutz gegen unberechtigtes Abholen postlagernder Sendungen sein, ermöglichte aber vor allem völlig anonyme Korrespondenz durch einfache Briefsendungen, die mit "Postlagerkarte xx - Postamt NN" zu adressieren waren. Nach Vorlage der Postlagerkarte bekam jede*r die Sendungen ohne weitere Prüfung ausgehändigt.


    Auf Antrag ausgestellt betrug die Schreibgebühr 25 Pf./Monat. Es war möglich, die Postlagerkarte mehrfach zu verlängern. Der Dienst wurde zum 30. Mai 1991 eingestellt.


    Ich kann die Postlagerkarte Nr.64 des Postamts Reutlingen 1 zeigen, die am 13.11.1931 ausgestellt wurde und 16 Monate gültig war (Vorder- und Rückseite):



    Für diese Postlagerkarte war nach PO-1929 §42 (VI) und ab 1.3.1931 eine Gebühr von 25 RPf./Monat maßgeblich.


    besten Gruß

    Michael

    Segeten Baden; wer kann mir sagen welchen Status dieser Ort zwischen 1856 und 1860 hatte. Natürlich postalisch gesehn ...

    Lieber Ulrich,


    Segete - tief im Hotzenwald gelegen - laut Ritter 1874 mit 316 Einwohnern gesegnet. Falls da jemand 1856-1860 einen Brief aufgeben wollte, musste er diesen zuerst 5 km nach Gerbel bringen. Dort befand sich eine Postablage von Albbruck . Ich hoffe, du bist des Allemannischen mächtig und ich warte gespannt auf den Brief aus Segete 8)


    besten Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    bei den Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins verbleibt im Auslandsverkehr das gesamte Porto bei der Aufgabepost. Wird bei einem unterfrankierten Beleg die Nachgebühr beim Empfänger im Ausland erhoben, geht die Aufgabepost leer aus, es sei denn man verlangt das fehlende Porto beim Absender.


    Wenn es nach der Hochinflation eine Konstante gab, dann das Auslandsporto für einfache Drucksachen das ab 1.12.1923 5 Rpf. betrug; zudem waren die 5 Rpf.Briefmarken nach UPU-Farbregelung immer grün. Für den Postbeamten also ein leichtes zu erkennen, dass hier etwas nicht passte:




    Nachdem die Unterfrankatur erkannt war, ging der Brief mit dem ausgewiesenen Nachporto "Zurück an den Absender!" zusammen mit einer ausführlichen Gebühreninformation, in diesem Fall sogar korrigiert.



    Aus unerfindlichen Gründen verzichtetete der Absender auf eine erneute Aufgabe des Briefes :)



    besten Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    im Verkehrsministerialblatt für das Königreich Bayern Nr.4 vom 22. Januar 1910 wurde die Zulassung der Barfrankierung ab 1.2.1910 mitgeteilt.




    Für die Barfreimachung mittels Postfreistempel wurden Langstempelmaschinen von Sylbe & Pondorf verwendet. Nach München 2 und Nürnberg 2 wurden später die Postämter Augsburg 2, Bamberg 2, Ludwigshafen 1, Regensburg 1 und Würzburg 2 mit Freistempelmaschinen ausgestattet. Nach Übergang der Hoheitsrechte an die Deutsche Reichspost am 1.4.1920 wurden die Stempelmaschinen übernommen.


    Postfreistempel vom Ersttag in München:




    Klaus Topf schreibt in seinem Buch über "Die Deutschen Maschinen-Postfreistempel 1903-1923" (Infla Bd.14) darüber, dass sich die Bayerischen Maschinenstempel wegen der blassen und kaum lesbaren Abschläge bei den Sammlern keiner allzu großen Beliebtheit erfreuen. Das mag auch heute noch zutreffen, wenn man den Originalbeleg sieht



    mit bestem Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    ab dem 1. März 1925 konnten versuchsweise Massendrucksachen mit mindestens 1000 Briefen als Wurfsendung aufgegeben werden. Der Dienst etablierte sich und das Porto bis 20 gr. betrug anfangs 2 Rpf., wurde mal erhöht, mal verringert und erreichte den Tiefststand mit 1 Rpf. in der Zeitperiode vom 1.12.1933 bis 30.6.1935.


    Hier eine Postwurfsendung der Firma J.G.Strothoff & Sohn aus Bremen vom 21.2.1936 und mit dem Absenderfreistempel zu 1 Rpf. freigemacht:



    Ist die Jagd nach dem Beleg mit dem höchsten Porto nie sicher abgeschlossen ist am unteren Ende mit 1 Rpf. definitiv das niedrigst mögliche Porto erreicht.


    besten Gruß

    Michael

    hallo zusammen,


    portogerecht mit 3,20 RM freigemacht ist er nicht, dafür aber ist die ehemals Bayerische Briefmarke, die man ansonsten eher auf Paketkarten findet, schön gestempelt. In Reutin - am 1.2.1922 nach Lindau eingemeindet - am 4.8.1920 aufgegeben und nach Zürich gesandt ist er schön beschriftet, mit der roten 4 Mark Bavaria-Marke frankiert, sowie dem roten Einschreibzettel Nr.99 von Reutin und dem roten Exprès-Zettel versehen.



    Tags darauf in Zürich angekommen wurde er in der Eildienststelle bearbeitet.



    besten Gruß

    Michael

    Wenn geflogen ging der Brief vom Flughafen Böblingen ab, leider kann ich das Porto nicht nach vollziehen.

    Lieber Ulrich,


    in diesen recht einfachen Fällen der Portobestimmung hilft dir das Michel Postgebühren-Handbuch idR weiter. Gebraucht fürn Appel und Ei in der Bucht erhältlich solltest du es dir gelegentlich zulegen.


    Der Luftpostbrief vom 8.7.1926 war mit 10 Rpf. Fernbriefporto und 10Rpf.Luftpostzuschlag Inland freizumachen.Es passt also :)


    besten Gruß

    Michael