Argentinien

  • Guten Morgen Pälzer,


    zur argentinischen Inlandsfrankatur:
    Auf Einspruch der südamerikanischen Staaten, die ja auch an der Post verdienen wollten, mußten ab 11. 1869 die jeweilige Inlandsgebühr bezahlt werden. Deswegen auch die relativ "häufigen" Mixfrankaturen aus Südamerika.

    Rolf- Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von SETUBAL ()

  • Hallo SETUBAL,


    ok, das ist verständlich. Aber wie hat man sich das dann vom Ablauf her vorzustellen ? Man geht in Buenos Aires auf die argentinische Post und sagt: Bitte den Brief nach Malaga / Spanien mit franz. Schiff. Man gibt der argentinischen Post die 5 Centavos und ...dann ? Oder man geht direkt auf das franz. Auslandspostamt: Man gibt jenem die 80 Centimen und ...dann ?


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    es gab da viele Möglichkeiten:
    der einfachste Weg war natürlich zum (in diesem Falle) französischen Postamt. die verklebten und entwerteten dann die Marke des Herkunftslandes. Man muß dann schon immer auf die Stempel achten. Eine weitere Möglichkeit war einfach zum argentinischen Postamt, die dann die eigene Marke entwerteten und die Seegebühr an das französische Postamt zahlten. Dann sind nur die französischen Marken mit einem französischen Stempel (Ankerstempel).
    Die 3. Möglichkeit war nur das argentinische Inlandsporto zu zahlen. Dann übernahm ein Forwarding Agent den Transport zum französischen Postamt und die Franzosen ließen sich den Brief bei der Anlandung in Europa bezahlen.


    Reicht die Antwort erstmal hin ??
    Es kommen dann noch die Verrechnungen und die eingesetzten "Gebühr bezahlt" Porto pago Stempel.


    Rolf- Dieter

  • ...super und superinteressant ! :P ....und hübsche Belege noch dazu, u.a. oft mit dem m.E. schönsten franz. Wert, der wunderbar "intensiv-karminroten" 80 Centimes Napoleon III.


    + Gruß!


    vom Pälzer

  • ...ja das ist der Wert, auf den ich für meine IM-Sammlung wohl noch ewig warten werde, während andere da in den Vollen schöpfen können. Aber das ist halt so wie`s is


    Besten Dank für`s zeigen (auch der gut aufgemachten Seiten) + Gruß!


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    das wären an Frankaturmöglichkeiten in die Pfalz: 2. Gewicht (40 + 40 C.), was man so kaum einmal findet, oder ein Brief bis 30 km im 4. Gewicht (20 + 20 + 20 + 20 C.) - das ginge schon klar in Richtung Unikat, oder eine Drucksache der 8. Gewichtsstufe (über 280 bis 320g), wo wir im selben Bereich wären. Nr. 1 wäre noch bezahlbar, Nr. 2 + 3 wären locker 4stellig ... aber tröste dich, ich habe auch keine EF dieser Marke nach Bayern, nur als Farbfrankaturen (2 Stück, wenn ich nicht irre).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    wenn man als regional eingegrenzter IM-Sammler das utopische Ziel verfolgen würde, allen Markenausgaben einer Nation auf Beleg beizukommen, dann wäre man mit so einem wie anbei seinem Ziel ein ordentliches Stück näher gekommen. Der auf das Kuvert gedruckte Firmenkopf KUNST, CASSANELLO & Cie - RIVADAVIA 490 - SANTA FE wurde durch die angebrachte Mischfrankatur überklebt.

    .

    Sie besteht insgesamt aus 12 Centavos und entspricht meines - äußerst - bescheidenen Wissens über die argentinischen Portostufen dem Auslands-Normaltarif. Ob der nach Speyer adressierte und nach Berlin an den Kaiserlich Deutschen Vizekonsul Dr. H. Budenbender weitegeleitete Beleg sammlerisch beeinflusst war ist schwer zu sagen.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ob "sammlerisch beeinflusst" oder nicht, spielt m.E. bei Belegen aus dieser Zeit kaum eine Rolle. Bei neuzeitlicheren Briefen sind solche Farbfrankaturen vielleicht nicht gern gesehen, aber ältere sind umso hübscher je mehr Marken darauf kleben :)


    Was die Markenanzahl angeht, kann ich nicht mithalten, aber diese Ganzsache gefällt mir trotzdem ...


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo Sammlerfreunde,

    .

    die Karte anbei war jetzt nicht gerade günstig zu erwerben, aber der Vermerk Por Vapor "Ravenna" einfach zu verlockend. Die SS Ravenna, fertiggestellt im Jahre 1901 von N. Odero & Co. / Genua, im Besitz der Societeà di Navigazione a Vapore Italia / Genua, war ein italienischer Passagierdampfer mit 4.101 Tonnen. Ausgestattet mit einer Dreifach-Expansionsdampfmaschine, die dem Schiff eine Geschwindigkeit von bis zu 12 Knoten ermöglichte, konnte es in der ersten Klasse 42 und in der dritten Klasse über 1.250 Passagiere unterbringen.

    .

    Es wurde hauptsächlich im Auswanderungsdienst von Europa in die USA eingesetzt. Am 4. April 1917 wurde die SS Ravenna mit Passagieren, Wolle, Talg, Pferden und landwirtschaftlichen Maschinen an Bord auf dem Weg von Buenos Aires nach Genua vom deutschen U-Boot U-52 torpediert und drei Kilometer südöstlich von Cap Mele / Ligurien versenkt. Das Schiff sank schnell, aber alle in der Umgebung verfügbaren Boote liefen umgehend aus, so dass "nur" 5 Passagiere und 1 Mannschaftsmitglied verloren gingen. Viele Fischer kamen, um den Überlebenden zu helfen.


    .

    .

    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Hallo liebe Freunde,


    auf dem letzten Vereinstauschabend gab es eine Kiste mit vielen "interessanten Belegen zu Pizzabrötchen - und Pizzapreisen" . ;)


    ... nun denn, dieser hier kam aus Buenos Aires und ging nach Efringen in Baden .


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

  • Lieber Volker,


    schön, dass du über den Tellerrand hinaus schaust und solche Schmuckstücke nicht links liegen lässt. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Volker,
    eine wunderbare Ganzsache die schon zeitnah nicht häufig ist.
    Eine sehr späte Verwendung des 16 c Briefumschlages von 1878/80 mit dem Prägedruck des Brustbides von General Belgrano.
    Er schuf die argentinische Nationalflagge, erstmals am 27. Februar 1812 gehisst. Sein Todestag ( 20. Juni) ist noch heute Feiertag in Argentinien.
    Ab 1879 gab es weder einen weiteren Umschlag noch eine Marke der Wertstufe 16c, so das ist annehme, das der Umschlag 1891 überfrankiert ist ( 1 c).
    Das ist vollkommen egal, gerade die Spätverwendung ins Ausland ist außergewöhnlich.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo zusammen,


    langsam wird es beklemmend, kaum etwas über Auslands-Portostufen erfahren zu können. Ein Standartwerk ist mir bis heute nicht bekannt, man muss sich das mühsamst zusammenpuzzeln. Bei manchen Nationen herrscht totale Fehlanzeige. Es wurde / wird soviel Zeugs und Kram über Philatelie und Postgeschichte verfasst, aber darauf, wo`s ankommt...scheint`s nicht anzukommen.


    Hoffe, dass mit dem an anderer Stelle von Rainer empfohlenen Werk aus den USA einigermaßen Klarheit für`s Gröbste zur Beurteilung von IM einkehrt. Im Moment lässt sich so nur vermuten, dass bei den anbei angebildeten Belegen der mit 2 Centavos eine DS der ersten Gewichtsstufe und jener mit 4 Centavos eine der zweiten ist. Immerhin ist die DS jetzt auch mal in der Briefform für die Sammlung belegt.


    Viele Grüße

  • ...oha, oha, wieder mal ganz klar Klartext von Dir, erneut zutiefst zu Dank verbunden !


    So wie das dann aussieht, ist eine DS zu 2 Centavos gar nicht im Auslandsverkehr möglich gewesen, weil lt. Liste von vorn herein bis 50 gr mit 4 Centavos bewährt. Dann hätte ich ja jetzt mit der DS aus Rio eine satte Contravention gefangen, da nicht nachtaxiert =O Der Beleg sieht jedenfalls nicht so danach aus, als ob noch eine Marke fehlt.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Hallo Sammlerfreunde,

    eine Briefhülle von Buenos Aires nach Cette.

    Zum Aufgabedatum kann ich nichts sagen (kein Briefinhalt vorhanden).

    Auf der Vorderseite wurde eine rote 12 notiert = ???12 Decimes Empfängergebühr???

    Links oben Absendervermerk " par Duchesse Anne" ich vermute, das war der Name des Schiffes, welches den Brief beförderte.

    Der Brief erreichte Frankreich am 20 Mai 1859 (Vorderseitiger Stempel LE HAVRE OUTRE-MER)

    Auf der Siegelseite Bahnpoststempel LE HAVRE A PARIS 20 MAI 59 sowie Durchgangstempel PARIS 21 MAI 59 und Ankunftsstempel CETTE 22 MAI 59

    Leitweg: Buenos Aires - Le Havre per Schiff (Duchesse Anne) Le Havre - Paris per Bahn, Paris - Celle per Kutsche.

    Wie setzten sich die Briefgebühren zusammen? Wer musste was bezahlen?

    Bitte um Korrektur meiner Beschreibung.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    alles richtig - war ein reiner Portobrief, der Empfänger hatte 12 Decimes zu zahlen.


    Hübsch! :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus