Beiträge von nordlicht

    Das Franko von Glückstadt nach Hamburg war nicht 9 Rigsbankskilling, sondern 9 Schilling Courant.
    In Holstein wurde zu dieser Zeit nicht in dänischer Währung bezahlt. Daher ist der Brief eigentlich nicht im richtigen Forumsbeitrag, weil nicht "Dänemark (ohne SHL)" ;)

    Viele Grüße
    nordlicht


    13 Beiträge redaktionell verschoben

    Wenn man die Farben mit anderen Glückstadt-Castell Briefen vergleicht, wurde das Taxis Porto meist in Rötel und das Bayern Porto häufig mit schwarzer Tinte notiert. Das Blau bei diesem Brief ist sehr ungewöhnlich. Vielleicht wurden die 52 Kreuzer zuerst von Taxis in Hamburg angeschrieben und dann in 36 Kreuzer korrigiert?

    Hallo,

    der Brief war zweifellos schwerer, aber kommen die Relationen tatsächlich hin?
    Bei 36 Kreuzern Taxis und 16 Kreuzern Bayern müssten die Gewichtsprogressionen ziemlich unterschiedlich gewesen sein. Normalerweise ist das bayrische Porto unterm "Bruchstrich" zu finden, d.h. 9 Kreuzer. Das ergibt dann in Summe nur keine 52 Kreuzer (wobei diese aber doppelt gestrichen sind).

    Viele Grüße
    nordlicht

    Moin,

    And the way, which this cover took, is very interesting too. Plön is just about 25 km away from Kiel but the cover went first to Hamburg and then over Lübeck. In the end the route nearly describes a circle.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Ulf,


    anscheinend wurde die dänische Taxe hier nach dem Postvertrag zwischen Preußen und Dänemark von 1854 angesetzt. Die Gebühr betrug 2 Silbergroschen und wird in Artikel 23 auch als Transitporto für Briefe nach Norwegen und Schweden genannt.
    Aber es bleibt die Frage, wovon abhängig ist, ob der Postvertrag mit Schweden oder der mit Dänemark anzuwenden ist. Im Postvertrag mit Dänemark steht zwar eine Einschränkung ("insoweit eine Ueberlieferung ... zwischen Preußen und Dänemark stückweise erfolgt"), aber ob das hier den Unterschied macht?

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    ein sehr schöner Brief!
    Das Fürstentum Lübeck schloss sich erst 1846 dem Postwesen von Holstein bzw. Dänemark an, so dass dieser Brief postalisch noch nicht nach Dänemark lief. Es war also noch eine oldenburgische Landespost zuständig, die sicherlich Vereinbarungen mit der Stadtpost Lübeck zur Auslieferung der ins Fürstentum Lübeck gerichteten Briefe hatte.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    die Briefgebühren hat bayern klassisch schon richtig erklärt:
    3 Silbergroschen für Dänemark und 3 Silbergroschen für Taxis nach einer Übereinkunft zwischen Preußen und Dänemark ("Vorläufige Bestimmungen") , gültig ab 18.6.1851.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    nach längerer Zeit habe ich mich mal wieder mit Briefen zwischen Hannover und Lauenburg beschäftigt.
    Mit Hilfe der oben zur Verfügung gestellten Cirkulare sollte die Portobestimmung gelingen, aber passt bei diesem Brief noch nicht perfekt:
    Der Brief lief 1848 von Osterode nach Mölln.
    Das hannoversche Porto berechnete sich aus der Entfernung Osterode-Artlenburg: ca. 184km = 24,5 Meilen, also 3 Gutegroschen für 20-25 Meilen nach der Hannover-Taxe von 1834. Da der Brief 1 1/2 Loth wog 2-fach, d.h. 6 Gutegroschen, die umgerechnet 10 Schilling entsprachen.
    Das lauenburgische Porto für einen Brief nach Mölln betrug 2 Schilling und wurde - wegen einer anderen Gewichtsprogression - für 1 1/2 Loth 1,5-fach gerechnet, also 3 Schilling.
    Mit 1/2 Schilling Bestellgeld ergeben sich die notierten 13 1/2 Schilling.


    So weit, so gut - aber wie passt die rote Tinten-"5" ins Bild?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    zu diesem Thema kann ich auch einen Brief zeigen, der 1842 aus dem Herzogtum Schleswig über Hamburg und Würzburg nach Bayern lief. Barfrankiert mit umgerechnet 4 Schilling für Dänemark bis Hamburg und 9 Schilling, die Thurn&Taxis bis Kissingen berechnete (unklar ist, wer die zweimal angeschriebenen 1 1/4 beanspruchte).
    Und - last but not least - als Porto 1 Kreuzer Botenlohn.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    anbei ein größerer Scan der fraglichen Textstelle.
    Danke für die Vorschläge! Bei "Inhalt" bin ich ziemlich sicher und "Kistchen" könnte auch passen, aber es müsste ein ziemlich kleines gewesen sein, weil das Gewicht nur mit 10 Loth angegeben ist.

    @Ole: Could be a "D" but it was - according to my interpretation - a normal packet letter, which was charged with 8 Schilling. The sender even declared nowhere that it is a "Dienstsache". Nevertheless the "Attest" is confusing since no Attest is needed for a normal letter.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Das wäre ein sehr kunstvoll geschriebenes "B". Habe ich in dieser Form noch nicht gesehen, aber wäre eine Möglichkeit. Vielleicht wäre es klarer, wenn man lesen könnte, was verschickt wurde: Ich dachte zuerst an "Kasten" oder "Posten", aber der erste Buchstabe des Wortes ist unklar und die drei Buchstaben in der Mitte sehen eher nach "sch" aus :/

    Hallo,


    bei diesem Beleg erhoffe ich mir Hilfe zu den Portonotierungen:
    Der Brief lief 1829 von Havelberg (preußische Provinz Brandenburg oder Sachsen?) nach Itzehoe im Herzogtum Holstein. Das Gesamtporto betrug 27 Schilling, so dass ich annehme, dass die "24" (Schilling) das Porto bis Hamburg ist - was ziemlich viel wäre (umgerechnet 18 Silbergroschen).
    Aufgrund des Vermerks "fünf Silbergroschen avanciert" könnte es sich um einen Postvorschussbrief handeln, aber auch dann komme ich nicht auf 18 Silbergroschen:
    Nach dem preußischen Tarif von 1825 müsste das Briefporto 5 Silbergroschen betragen (20 bis 30 Meilen). Dazu kämen der Postvorschuss (5 Sgr), die Prokura ( 1 Sgr) und das Geldporto (einfaches Briefporto = 5 Sgr).

    Was stimmt noch nicht bzw. ist falsch interpretiert?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    nach langer Zeit möchte ich in diesem Thema mal wieder einen Brief zeigen:
    Während es in den Herzogtümern Schleswig und Holstein vor 1845 nur in den wenigsten Orten Poststempel gab, waren im Herzogtum Lauenburg bereits verschiedene Ein- und Zweizeiler im Einsatz, die teilweise noch aus der hannoverschen Verwaltungszeit stammten.

    Jedoch wurden ab 1845 die neu angeschafften 1 1/2 -Kreisstempel auch im Herzogtum Lauenburg eingeführt. So auch in Schwarzenbeck, von wo der Stempel vom 21.5.1845 bis 12.4.1855 bekannt ist.
    Aufgrund des relativ geringen Postaufkommens sind nicht viele Belege erhalten. Hier eine Dienstsache aus dem Jahre 1849, die nur mit dem Bestellgeld von 1/2 Schilling in Porto gesetzt wurde.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo zusammen,

    dieser Paketbegleitbrief von Altona nach Flensburg fiel mir erst kürzlich in die Hände. Das Porto von "8" Schilling passt zu einem recht leichten Paket (von "10 Loth") und einer Entfernung von 15 bis 20 Meilen.

    Allerdings ist mir nicht klar, welche Rolle die Rötelnotierung spielt und was diese darstellen soll.
    Und was verschickt wurde, kann ich leider auch nicht entziffern: "Anbei ..."?

    Rückseitig gibt es noch einen Vermerk, der sich anscheinend auf ein auch vorderseitig erwähntes "Attest" bezieht, aber ebenfalls schwer lesbar ist.


    Über Interpretationshilfe würde ich mich freuen.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hej DK 6100,

    willkommen zurück! :)

    Solche Briefe in den eigenen Landbestellbezirk sind selten und kaum in perfekter Erhaltung zu finden.

    Zu deinem Brief passend kann ich einen Ortsbrief zeigen, der noch mit 1 1/4 Schilling frankiert werden musste. Eigentlich war die Briefgebühr nur halb so hoch, aber es gab in 1864 weder Münzen noch Briefmarken, um passend zu bezahlen. Also musste der Absender notgedrungen überfrankieren.

    Der "frei"-Vermerk wurde vermutlich nur gestrichen, weil dieser noch zu dänischen Zeiten nur bei Barfrankierungen erlaubt war.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Michael,


    der Brief aus Hadersleben lief nicht über Hamburg/Lübeck. Deshalb hat er den "Unzureichend frankirt"-Stempel auch gleich in Hadersleben als Grenzpostamt erhalten.
    In Schleswig und Holstein wurden auch für die Ortsstempel bereits sehr früh die preußischen Typen übernommen. Bei Paketzetteln oder Postanweisungsformularen war es ähnlich. Also halte ich es nicht für ungewöhnlich, wenn Preußen auch einen "Unzureichend frankirt"-Stempel lieferte - und zwar zeitlich mit Abschluss der Postverträge für Schleswig Holstein mit Dänemark und dem Postverein im August 1865.


    Viele Grüße
    nordlicht