Hallo,
der in dem Auszug genannte Aage Tholl hatte Zugang zu den Originalunterlagen der Generalpostdirektion in Kopenhagen und verfasste diverse kenntnisreiche Artikel. Wenn keine amtliche Zuteilung eines Entwertungsstempels an die Bahnhofspostexpedition existiert, ist sehr fraglich, dass es einen separaten Entwertungsstempel gab. Wie in obigem Auszug beschrieben war es an anderen Bahnhofspostexpeditionen gängige Praxis, den Nummernstempel der Ortspost zu benutzen. Warum sollte das im Herzogtum Lauenburg anders sein. Bei den Lauenburg-Experten in der Arge wird auch aktuell nicht die Auffassung vertreten, dass am Bahnhof ein zweiter Nummernstempel verwendet wurde.
Viele Grüße
nordlicht
Beiträge von nordlicht
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Ich lese dort weiterhin "Barmstedt", wenn man sich nur auf die dunklere Tinte konzentriert.
Ja, ein Ortsbrief kostete 1/2 Schilling, aber was soll man machen, wenn man nur die Inlandsmarken zu 1 1/4 Schilling zur Hand hat ... -
Hallo,
ich meine, in dem überschriebenen Empfängerort auch "Barmstedt" zu lesen. Dann wäre es ein Ortsbrief und das Fehlen von Durchgangs- oder Ankunftsstempeln erklärlich.
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo DSBerlin,
ein gleichermaßen interessanter wie rätselhafter Brief.
Ich habe keine Idee, wie dieser nach Stettin gekommen ist. Normalerweise sollte es rückseitig irgendwelche Durchgangsstempel der Bahnpost und aus Hamburg geben. Der AUSG-Stempel belegt jedoch, dass der Brief nach Preußen lief, da es zu dieser Zeit noch keine Ausgabestempel in Schleswig-Holstein gab.
Eine direkte Seeverbindung Kiel-Stettin ist mir nicht bekannt. Es gab zwar eine von Kopenhagen nach Stettin, aber dafür gibt es auch keine Hinweise (und wäre auch sehr unüblich bis ausgeschlossen).
Ohne Franko- oder (deutlichem) Weiterfrankovermerk hätte der Brief normalerweise in Porto gesetzt werden müssen, was hier nicht der Fall ist ...
Viele Grüße
nordlicht -
"Landsyndicus" lese ich ...
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo DSBerlin,
ganz toller Brief!
Ich würde ausschließen, dass ein fehlendes Porto von 1/4 Schilling vom Empfänger eingezogen wurde. Denn es ist nicht notiert und auch das volle Weiterfranko spricht dafür, dass kein Porto mehr zu erheben war. Also entweder bar bezahlt (aber nicht vermerkt) oder die kleine Differenz war der Mühe nicht wert.
Viele Grüße
nordlicht
PS: Kleine Korrektur: Du meinst den Vertrag mit Gültigkeit ab 1.3.1861. -
Hallo,
in dieser traumhaften Erhaltung sind (Bahnpost-)Briefe aus Schleswig-Holstein selten zu finden.
Die seltene Farbnuance ist die Kirsche auf der Torte
Links oben meine ich noch schwach einen Aufgabevermerk lesen zu können: Bordesholm !?
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo,
das Örtchen Steinhorst bekam erst Mitte 1866 eine Postexpedition und da es im kleinen Herzogtum Lauenburg ohnehin wenig Briefverkehr gab, sind die Stempel entsprechend rar. Gerade mal 5 habe ich auf preußischen Marken in meinem Archiv und das hier ist der glasklarste Abschlag, Gratulation!
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo DSBerlin,
interessanter Brief und Mehrfachfrankaturen sind nicht häufig.
Basthorst ist ein Gut, das der Gräfin von Holstein gehörte. Da sie mit einem Baron aus Württemberg verheiratet war, gibt es sogar ein paar Briefe aus Schleswig-Holstein nach Stuttgart, die an sie adressiert sind. Danach könntest du also in der neuen "Adelssammlung" auch Ausschau halten
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo,
m.W. liefen die Briefe mit diesem Stempel nicht über Hamburg bzw. über Land, sondern mit dem Schiff nach Amsterdam. Weitere Infos habe ich dazu leider nicht.
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo Emmanuel,
den Link kannte ich noch nicht, danke. Sehr informativ und gut zusammengestellt!
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo Sumit,
das "Gekrakel" links neben dem "Givet"-Stempel wird eine 15 (Gramm) symbolisieren, so dass die 2,5-fache Gebühr zu bezahlen war: 19 x 2,5 = 48
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo DSBerlin,
wirklich beeindruckend!
Hmm, besondere Wünsche ... solche schönen Hannover-Briefe nach Schleswig-Holstein !?
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo Michael,
ja, den Nierenstempel von Hamburg kenne ich als Durchgangsstempel auch von anderen Briefpost-Belegen nach Preußen. Der Stempel wurde also sicher nicht nur bei der Fahrpost eingesetzt.
Viele Grüße
nordlicht -
m.E. gab es den Stempel "Altona Neumünster" nicht zur preußischen Zeit ...
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Hallo,
übrigens ist der erste Brief auch insofern besonders, weil er dokumentiert, dass Thurn&Taxis die Post aus dem dänischen Altona ohne dänischen Gebührenanteil übernommen hat.
Die bergischen L2 Stempel gefallen mir beide gut, aber auf dem Brief von vozimmer ist er wirklich ungewöhnlich klar abgeschlagen ...
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo Michael,
in Kopenhagen müsste es zu dieser Zeit schon einen Rechteckstempel gegeben haben und außerdem ist das Porto von 5 3/4 für die Gesamtstrecke eigentlich zu niedrig.
Die 30 rechts oben sieht nach dem Porto von Kopenhagen nach Hamburg aus: waren eigentlich 29 Skilling (6 Sgr), aber gelegentlich sieht man auch mal 30. Demnach wäre der Brief teilfrankiert bis Hamburg gelaufen.
Mir erschließt sich das Porto leider auch nicht. Laut Heinosen betrug Anfang 1840 das Porto für Briefe aus Dänemark ab Hamburg nach Berlin 4 Sgr., was vermutlich dem internen preußischen Tarif entsprach (für Entfernungen zwischen 30 und 50 Meilen!?).
Was wäre denn der interne Tarif für Hamburg-Berlin in 1829 gewesen?
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo DSBerlin,
Nummernstempel auf schleswigschen Frankaturen sind relativ selten
Der unleserliche Stempel ist von Tönning.
Viele Grüße
nordlicht -
Hallo Theo,
ich befürchte, dass man den Laufweg deines Briefes nicht beweisen bzw. zweifelsfrei aufklären kann, aber für am wahrscheinlichsten halte ich den Weg über Lübeck. Da für diese Verbindung sogar schwedische Postschiffe im Einsatz waren, die nicht nur nach Kopenhagen, sondern auch nach Malmö fuhren, wird das schwedische Postamt in Hamburg diese Route bevorzugt haben - insbesondere nach Ystad (direkter geht es nicht). Es gab sogar auch eine Seeverbindung Lübeck-Kopenhagen-Malmö-Göteborg, die erklären könnte, warum ein Brief bzw. Postsack versehentlich nicht in Malmö ausgeladen wurde, sondern erstmal weiterreiste.
Das Fehlen eines Lübeck-Stempels belegt nicht, dass der Brief einen anderen Weg genommen haben muss. Es gibt diverse Briefe aus dieser Zeit, die mit großer Sicherheit den Weg über Lübeck nahmen, aber keinen Durchgangsstempel zeigen.
Daher ist der Stempel WEST. ST. BANAN m.E. auf ein Versehen zurückzuführen. Auch von den mir bekannten Briefen, die zwischen Hamburg und Stockholm liefen, hat keiner diesen Stempel (sondern SÖDRA.ST.BANAN). D.h. ich glaube nicht an eine Route Hamburg-Göteborg in Richtung Stockholm, sondern das dürfte (fast) alles über Malmö gegangen sein.
Viele Grüße
nordlicht