Beiträge von nordlicht

    Hallo Andreas,

    dieser Brief lief über das Stadtpostamt, also nicht über das dänische.
    "Lübeck", "poste restante" und "Bestellgeld" sind nicht meine Spezialgebiete, aber ich meine mal zum Bestellgeld in Dänemark gelesen zu haben, dass es selbst dann zu bezahlen war, wenn der Empfänger den Brief vom Postamt abholte. Das könnte dann hier auch so gewesen sein ...

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    ich möchte noch ergänzen, dass diese Ganzsache nicht nur gut aussieht und interessant ist, sondern auch ziemlich selten ist. M.E. gibt es weniger als 10 Briefe oder Ganzsachen zu 5 mecklenburgischen Schilling nach Schleswig oder Holstein.

    Guter Kauf!
    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Hermann,


    so ganz passt die Briefgebührenerklärung noch nicht. Wenn das Franko mit "4" notiert wurde (das sehe ich auch so), müsste es ein einfacher, vollfrankierter Brief zum Postvereinstarif sein. Was die "6" soll (wenn es denn überhaupt eine 6 ist), ist mir noch nicht klar. Da der Brief nach DÖPV Regeln lief, kann es keine Gebührenaufteilung mit Dänemark gegeben haben.


    Viele Grüße
    nordlicht


    PS: hier wäre der Beitrag besser aufgehoben: Schleswig-Holstein - DÖPV

    Hallo Hermann,

    dieser Brief ist rein dänisch, hat also nichts mit Schleswig-Holstein und dem Posttaxgesetz zu tun. Das Porto kann also auch nicht 1 Schilling gewesen sein, sondern wäre in dänischen Skilling notiert worden (6 zu dieser Zeit). Ich befürchte, das war ein Frankobrief und rechts oben wurde die Marke entfernt !?

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Hermann,

    der Briefverkehr zwischen Hannover und Dänemark ist eines meiner Spezialgebiete. Schön, einen entsprechenden Brief zu sehen! 8)

    9 Gutepfennig von Lüneburg nach Lauenburg, 1 Schilling weiter nach Mölln und 1/2 Schilling Bestellgeld.
    Beförderung auf direktem Wege über die Elbe via Artlenburg.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo DSBerlin,

    der Postvorschuss-Brief ist eine Augwenweide!

    Der Brief von Büchen nach Bergedorf lief nach dem Inlandstarif, da Bergedorf seit Oktober 1857 zum dänischen Postbezirk zugehörig betrachtet wurde (und diese Regelung beibehalten wurde als Lauenburg - wie auch Schleswig und Holstein - nicht mehr dänisch waren).

    Viele Grüße
    nordlicht

    Great item!

    These stamps were not sold at post offices in Schleswig-Holstein (no need since there was no local mail service). That means only travellers brought these stamps into the dutchies and had to use at least two for the domestic postage of 4 Skilling. Therefore it is understandable that these stamps were not often used in Schleswig-Holstein. There are only a few others known, with numeral cancellation "121" (Kiel) and railway cancellation "168" too.

    Kind regards,
    nordlicht

    Hallo,

    während markenfrankierte Belege der "Expedition der Eisenbahnzeitung" aus Bergedorf zwar sehr begehrt, aber vielfach zu haben sind, muss man nach Portobriefen länger suchen.

    Auf diesem Brief lag ein Postvorschuss von 1 Mark 8 Schilling Courant, was umgerechnet 28 3/4 Schilling Lauenburgischer Münze entsprach. Hinzu kam das Porto von 2 Schilling und die Postvorschussgebühr von 3 Schilling.


    Der Brief stammt aus der Zeit vor dem 1.10.1857 als Bergedorf noch nicht zum dänischen Postbezirk gehörig betrachtet wurde.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Andreas,


    der Brief wurde in Poppenbüll geschrieben, das aber kein eigene Poststelle hatte.
    Das Schleswig-Holsteinische OPA in Hamburg war zu dieser Zeit bereits Geschichte, d.h. es ist der Stempel des "K.D.O.P.A. HAMBURG". Den Stempel darunter erkenne ich nicht und den in der Ecke halte ich für einen Bahnpoststempel ("SLESV...").
    Ich nehme auch an, dass "poste restante" keine Gebühren kostete, habe aber leider keine Unterlagen dazu.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Lieber Hermann,

    dieser Beleg berührt ein sehr spannendes Spezialthema!
    Häufig wurden Preiskurants englischer Händler auf diese Weise verschickt. Und wie man sieht war die "Werbung" in diesem Fall sogar in dänisch. Das Marketing schlief auch damals nicht.

    In der Anfangszeit konnten die Drucksachen frankiert ab England geschickt werden, teilweise sind auch Mischfrankaturen englischer/dänischer Marken bekannt. Später war keine Vollfrankierung mehr möglich, so dass die englischen Händler die Drucksachen privat nach Hamburg oder Altona transportieren und dort aufgeben ließen, um den Empfängern Portozahlungen zu ersparen.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Nein, rückseitig gibt es nur den Stempel von Bergedorf und Geesthacht.
    Ich habe auch keine Unterlagen darüber, ob für diesen Brief ein Landporto zu bezahlen war. Ich weiß, dass es ein Landporto u.a. für Geesthacht gab, aber dann hätte es hier eigentlich notiert sein müssen.

    Vielleicht musste Bergedorf froh sein, dass sie die Post überhaupt - durch Lauenburg - nach Geesthacht transportieren durfte ;)

    Hallo Hermann,

    wieder ein interessanter Brief, da er die Bahnstation Bokelholm dokumentiert, die auf der 1845 eröffneten Eisenbahnstrecke Neumünster-Rendsburg lag.
    Der Empfänger, Graf von Reventlow-Criminil, ist kein Unbekannter und war Besitzer des Guts Emkendorf.
    Das Porto war 6 dänische Skilling.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo allerseits,

    dieser Portobrief lief am 28.5.1857 von Ratzeburg (Herzogtum Lauenburg) nach Geesthacht (Bergedorfer Enklave).
    Zu dieser Zeit wurde Bergedorf noch nicht zum dänischen Postbezirk gehörig betrachtet, der Postverein spielte keine Rolle und es galt auch nicht - wie für Schleswig und Holstein - der Postvertrag zwischen Preußen (bzw. dem Postverein) und Dänemark von 1854, sondern zwischen Lauenburg und Bergedorf bestanden bilaterale Vereinbarungen. Die Gebühren waren für die verschiedenen lauenburgischen Orte fixiert. So kosteten Briefe aus Lauenburg, Mölln und Ratzeburg 2 Schilling.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Hermann,

    erstaunlich, was auch so einfach aussehende Briefe zu erzählen haben:

    Zu der Zeit dieses Briefes war das Herzogtum Schleswig bereits wieder unter dänischer Verwaltung. Somit war der Brief ein innerdänischer, aber es galten (noch) nicht die dänischen Gebühren und (noch) nicht die dänische Währung, sondern weiterhin das 1.Posttaxgesetz und Schilling Courant.

    Das königlich dänische Oberpostamt war (noch) an das Schleswig-Holsteinische Oberpostamt angeschlossen, hatte aber die Zuständigkeit für Schleswig.

    Da der Krieg (noch) nicht beendet war, wird dieser Brief nicht das holsteinische Gebiet durchqueert haben, aber leider hat das keine Hinweise auf dem Brief hinterlassen.

    Und nicht zuletzt ist der Empfänger interessant: Die Irrenanstalt in Schleswig war einst eine der ersten und modernsten Einrichtungen, in der Menschen betreut und nicht weggesperrt wurden.

    Super Brief! :thumbup:

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Hermann,

    bei dem Stempel ist noch interessant zu erwähnen, dass mittig oben - wie man gerade noch sieht (bzw. nicht mehr sieht) - eine urspünglich vorhandene (dänische) Krone fehlt, weil diese von den schleswig-holsteinischen Rebellen herausgebrochen wurde.

    Da die Bahnstrecke Kiel-Altona schon seit 1844 fertiggestellt war, wird der Brief mit dem Zug ziemlich schnell in Hamburg gewesen sein ...

    Viele Grüße
    nordlicht