Beiträge von nordlicht

    Hallo Teddy,

    lief mit der Bremen Mail in der 4.Tarifperiode (ab 15.8.1853): 10 Cent für USA, Seetransport und Bearbeitung in Bremen sowie 5 Cent im DÖPV.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    möchte diese Ganzsache aus Guatemala zeigen, die mir kürzlich "zugeflogen" ist.
    Sie lief 1895 von Coban nach Hamburg und ist nicht nur durch das Motiv sehr dekorativ, sondern auch durch diverse glasklare Stempel. Mir gefällt sie jedenfalls ausgesprochen gut.

    Bei dem rückseitigen Durchgangsstempel von Kingston bin ich noch unschlüssig, ob es die Stadt in Jamaika sein kann.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    die übliche Route war per Schiff nach Kiel und dann mit der Eisenbahn durch Holstein nach Altona und Hamburg. So wurde höchstwahrscheinlich auch der Brief aus 1863 befördert.
    Normalerweise wurde amtlich veröffentlicht, wann der Schiffsverkehr in Winterzeiten eingestellt und wann wieder geöffnet wurde.


    Die See- und Landverbindungen waren unmittelbar nach Kriegsausbruch (1.2.1864) unterbrochen. Da Dänemark nicht völlig unvorbereitet war - weil das gleiche bereits im Krieg 1848 passierte - wurde der Briefverkehr sehr schnell über Lübeck geleitet. Zwar dauerte der Krieg nicht lange und Dänemark hatte Bestrebungen, erneut die Kiel-Route zu nutzen, aber das gelang nicht. Erst ab Anfang 1867 wurde wieder Kiel angefahren.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Vielen Dank für das Zeigen dieser Rosinen!


    Es gibt nur ganz wenige Briefe aus Schleswig-Holstein in die Schweiz und das Besondere an den Gebühren ist der DÖPV-Anteil. Schleswig-Holstein war nicht Mitglied im Postverein, zahlte aber zu dieser Zeit normalerweise trotzdem nur 3 Silbergroschen in oder durch den DÖPV (Schleswig-Holstein 1 Sgr plus Postverein 2 Sgr). Für ganz wenige Empfängerländer (u.a. die Schweiz) galt dieses nicht, sondern es wurde für den Postverein 3 Sgr berechnet.

    Hallo,


    Briefe aus Schleswig Holstein bzw. Dänemark nach Übersee gibt es nicht viele, so dass es leider auch nicht viele Vergleichsmöglichkeiten gibt.
    Bei diesem Brief, der im Januar 1855 mit der Pacific (Collins) nach New York lief (rückseitige Stempel "Hamburg" und "Americ. Packet"), irritiert mich der amerikanische Portostempel "37" (Cents). Denn eigentlich hatte ich "35" erwartet: die üblichen 30 Cents für einen Prussian Closed Mail Brief aus dem Postverein in die USA plus 5 Cents (= 2 Silbergroschen) für den dänischen Portoanteil bis Hamburg.
    Mit robfaux war ich schon kurz im Kontakt, der bestätigen konnte, dass es den 37 Cents Tarif vom Oktober 1852 bis Juli 1855 gab. Leider habe ich dazu noch keine Quelle gefunden und die Portoaufteilung auf die beteiligten Länder ist unklar. Kann jemand das aufklären?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    die 2 (Sgr.) ist der dänische Portoanteil.

    Die "6.10" halte ich nicht für postalisch und auch eine Kartierung rückseitig gibt es normalerweise bei diesen Briefen nicht.

    Der Brief wurde kriegsbedingt über Lübeck geleitet, weil die Schiffsverbindungen über Kiel geschlossen waren.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo liball,

    vielen Dank!
    Dann sind die Portosteigerungsstufen in Württemberg vergleichsweise moderat (von 4 auf 16 Kreuzer), wenn Thurn&Taxis bei jeder Gewichtsstufe das volle einfache Porto addierte und so von 16 auf 112 Kreuzer kam.
    Daher habe ich auch noch ein leichtes "Störgefühl", ob das einfache Taxis-Porto bis Württemberg tatsächlich nur 16 Kreuzer war - auch im Vergleich zu den 24 Kreuzer für Bayern.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Könnte es nicht auch eine vierte Gewichtsstufe sein:
    HH bis Württemberg einfach 28 Kreuzer, x 4 = 112 Kreuzer
    innerhalb Württembergs einfach 4 Kreuzer, x 4 = 16 Kreuzer.

    Bei einer 7.Gewichtsstufe müsste die Progression in Württemberg sehr unterschiedlich gewesen sein, um auf 16 Kreuzer zu kommen !?

    Hallo Pälzer,


    ja, die Karte gefällt mir auch!
    Wurde der Ankunftsstempel nicht ohnehin um ca. 1910 abgeschafft?
    Irgendwo hatte ich darüber mal etwas gelesen ...


    Viele Grüße
    nordlicht

    Moin allerseits,


    dieser Brief lief 1833 nach Ellwangen (rückseitig keinerlei Stempel oder Vermerke).

    Innerhalb Holsteins noch gebührenfrei, hat Thurn & Taxis ab Hamburg ein Porto von 1 Gulden 52 Kreuzer bis zur württembergischen Grenze erhoben. In Württemberg kamen noch 16 Kreuzer hinzu. Insgesamt waren 2 Gulden 9 Kreuzer zu bezahlen (1 Kreuzer müsste dann vermutlich ein Bestellgeld, Botenlohn o.ä. gewesen sein).
    Bei diesem hohen Porto muss der Brief mehrfach schwer gewesen sein. Weiß jemand die Gewichtsprogression genauer bzw. wie hoch das einfache Porto war?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    dieser Brief wurde knapp vor der Einführung des DÖPV nach Erfurt (preußische Provinz Sachsen) aufgegeben.
    Als Porto wurde in Holstein 1 Schilling (= 3/4 Sgr) berechnet und in Preußen galt bereits seit Beginn des Jahres 1850 die Portostufe 3 Sgr für Entfernungen > 20 Meilen - zumindest für Inlandsbriefe, zu denen vermutlich auch ein Brief aus/nach Hamburg gehörte. Ergibt nur zusammen leider keine "4 3/4".


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    da vermutlich Preußen eine nicht unerhebliche Rolle bei diesem Brief spielte, passt er in dieses Thema hoffentlich gut rein.


    Der Brief wurde 1839 in Paris aufgegeben, lief aber nicht wie ich vermutet hätte über Land, sondern auf dem Seeweg nach Hamburg. Ursprünglich war "par le Paquebot du Dunkerque" notiert, wurde aber in "Havre" korrigiert.
    In Hamburg ging es vom Thurn&Taxisschen zum Schwedisch-Norwegischen Postamt und dann nach Greifswald (diese drei Stempel finden sich rückseitig, sonst nichts)


    Bis Hamburg wurden anscheinend 13 Schilling Porto fällig.
    Kann jemand etwas zum Hintergrund des Seeweges nach Hamburg, zu den Vermerken links oben am Rand und rechts oben sowie zum Gesamtporto sagen?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Altsax,

    sehr hilfreich, vielen Dank!
    Ich habe nochmal recherchiert und meine Gebühren-Angaben im Postvertrag Preußen - England von 1862 wiedergefunden. Die Aufteilung der Gesamtgebühr wurde also später geändert, aber dazu habe ich noch nichts Genaueres gefunden.
    Allerdings bin ich im Vertrag Preußen-England noch über eine interessante Formulierung bei Briefen nach Madeira gestolpert: "Frankirungsfreiheit bis zum Ausschiffungs-Hafen" (also ausdrücklich nicht "bis zum Bestimmungsort" wie bei anderen Ländern angegeben). Das ist ein Indiz darauf, dass Briefe nach Madeira gar nicht voll frankiert sein können!?


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,


    danke für die Einschätzungen.
    Meines Wissens teilte sich die Gebühr auf folgende Anteile auf:
    2 1/2 Sgr. Preußen
    2 1/2 Sgr. England
    2 1/2 Sgr. Seepost (England)
    und Belgien dürfte davon auch etwas abbekommen haben.

    Ich würde auch annehmen, dass die 7 1/2 Sgr. das volle Franko sind. Andererseits ist die Frage, wo der Übergabepunkt an Portugal war und ob Portugal leer ausgehen sollte.

    An eine Gewichtsdifferenz hatte ich noch nicht gedacht ...


    Viele Grüße
    nordlicht

    Guten Morgen,


    dieser Brief hat mein Interesse geweckt, aber auch Fragen aufgeworfen.

    Da 1867 Schleswig-Holstein zum preußischen Postbezirk gehörte, fanden auch die entsprechenden internationalen Postverträge Preußens Anwendung.

    Nach dem Postvertrag zwischen Preußen und Portugal von 1864 hätten für einen Brief nach Madeira 6 Silbergroschen gereicht. Aber anscheinend hat sich der Absender bewusst für den teureren Leitweg "via England" entschieden und 7 1/2 Silbergroschen (= 10 Schilling) frankiert.

    Es irritiert, dass gleichzeitig ein "P.D."- und ein "P.P."-Stempel abgeschlagen sind. Offenbar war der Brief doch nicht voll frankiert, da mit "6" (in welcher Währung?) eine zusätzliche Gebühr erhoben wurde - vermutlich für Portugal?


    Ich würde mich freuen, wenn jemand die Gebührenteilung für diesen Brief aufklärt.


    Viele Grüße

    nordlicht


    Bildquelle: Postiljonen Lot 92 https://www.postiljonen.se/Catalogue/catalogue.htm

    Hallo Jørgen,


    vielleicht las die Post beim ersten schnellen Blick auf den Empfangsort Ringkøbing.
    Dann wäre der Brief über Ribe geleitet worden.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Pälzer,


    der Bahnpoststempel wurde auf der Bahnstrecke ab Göteborg nach Helsingborg verwendet. D.h. der Brief lief mit der Eisenbahn südlich an der schwedischen Küste entlang und vermutlich über Malmö nach Trelleborg.
    Der Absender war vielleicht ein Handelsreisender, der Briefe von unterwegs aufgab. Aus Kopenhagen stammt der Brief jedenfalls nicht.

    Viele Grüße
    nordlicht