Beiträge von nordlicht

    Hej DK 6100,

    willkommen zurück! :)

    Solche Briefe in den eigenen Landbestellbezirk sind selten und kaum in perfekter Erhaltung zu finden.

    Zu deinem Brief passend kann ich einen Ortsbrief zeigen, der noch mit 1 1/4 Schilling frankiert werden musste. Eigentlich war die Briefgebühr nur halb so hoch, aber es gab in 1864 weder Münzen noch Briefmarken, um passend zu bezahlen. Also musste der Absender notgedrungen überfrankieren.

    Der "frei"-Vermerk wurde vermutlich nur gestrichen, weil dieser noch zu dänischen Zeiten nur bei Barfrankierungen erlaubt war.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Michael,


    der Brief aus Hadersleben lief nicht über Hamburg/Lübeck. Deshalb hat er den "Unzureichend frankirt"-Stempel auch gleich in Hadersleben als Grenzpostamt erhalten.
    In Schleswig und Holstein wurden auch für die Ortsstempel bereits sehr früh die preußischen Typen übernommen. Bei Paketzetteln oder Postanweisungsformularen war es ähnlich. Also halte ich es nicht für ungewöhnlich, wenn Preußen auch einen "Unzureichend frankirt"-Stempel lieferte - und zwar zeitlich mit Abschluss der Postverträge für Schleswig Holstein mit Dänemark und dem Postverein im August 1865.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo bayernjäger,

    ich verstehe den Vertrag anders (oder die Argumentation noch nicht): In Artikel 3 ist bestimmt, dass u.a. die Post aus Bayern nach Dänemark über Thurn&Taxis zu befördern ist und in Artikel 15 ist geregelt, dass Thurn&Taxis für die Beförderung zwischen Dänemark und Thurn&Taxis sowie anderen Postgebieten des DÖPV (also auch Bayern) 3 Sgr. für die Beförderung innerhalb des Vereinsgebiets vergütet erhält. Eine Unterscheidung nach frankierten oder unfrankierten Briefe sehe ich dort nicht. Und dann kann ich mir nicht vorstellen, dass Bayern diesen Vertrag ignorieren und sich auf den preußischen beziehen konnte.
    Es gibt auch mit anderen DÖPV Staaten bilaterale Verträge mit Dänemark, die natürlich ebenfalls die "Basispreise" des preußischen Vertrags beinhalten, aber trotzdem für sich galten.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo bayernjäger,

    sehr schöner Brief, Gratulation!
    Ich würde den Brief nicht dem Postvertrag mit Preußen zuordnen, sondern dem Vertrag mit Thurn&Taxis von 1857, da Taxis für Briefe aus Bayern zuständig war.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo bayernjäger,

    der schwache Stempel ist vom ehemaligen Schleswig-Holsteinischen Oberpostamt in Hamburg, das zu dieser Zeit noch als "Holsteinische Abteilung" für Briefe nach Holstein zuständig war: "HAMBURG HOLST:POST".

    Viele Grüße
    nordlicht

    Dann mache ich mal den Anfang:
    Lief als Staatsdienstsache ("St.D.S.") "An die verehrliche Landschreiberei".
    Die blaue Notiz wiederholt den Ort "Vollerwieck".

    Viele Grüße
    nordlicht

    Moin,

    vor einigen Monaten hatte Bayern-Kreuzer oben einen (Traum-)Brief der holsteinischen Marke Nr. 7 mit Ortsstempelentwertung vorgestellt.
    Da auf dieser Markenausgabe der Nummernstempel deutlich häufiger vorkommt (ca. 9 1/2 Monate vorgeschrieben), gibt es für den Ortsstempel eine höhere Notierung im Michel Katalog.
    Wenn man das schon separat katalogisiert, sollte es auch konsequent für die Marke Nr. 4 erfolgen, bei der es sich aber umgekehrt verhält: Hier durfte der Nummernstempel nur noch 3 1/2 Monate verwendet werden und danach war der Ortsstempel vorgeschrieben. D.h. Briefe dieser schleswigschen Marke mit Nummernstempelentwertung sind selten und viel seltener als die holsteinische Parallelausgabe mit Ortsstempel, aber der Michel Katalog berücksichtigt das nicht.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    den sehr informativen Artikeln von Alandsammler oben hatte ich bereits entnommen, dass die Briefe mit dem Stempel "Über Dänemark" über die Alandroute nach Finnland gelaufen sind. Auch in der Sammlung "Grand Duchy Finland" (auf Exponate-Online) legt sich der Autor fest: "die ... in Lübeck mit dem Stempel "Über Dänemark" (1818-43) versehenen Briefe nach Finnland, liefen stets über die Alandroute".

    Durch Zufall habe ich bei einer Internetrecherche einen Brief gesehen, der mit dem Stempel "Ueber Dänenmark" via Haparanda verschickt wurde, also nicht über die Alandroute: Brief bei Auction Galleries Hamburg
    (übrigens auch ein neues Frühdatum dieses Stempeltyps gemäß der Aufstellung von Alandsammler)
    Michael hat oben auch einen Brief in umgekehrter Richtung gezeigt.

    Hat jemand über die Route über Haparanda weitere Informationen, auch wie sich das Porto zusammensetzte?

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,
    der Brief ist teilfrankiert bis Hamburg, das Porto bis zur französischen Grenze betrug 9 und innerhalb Frankreichs 10 Decimes.
    Die erwähnten Portoreduzierungen traten Ende der 1840er ein.
    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo Dieter,

    aufgrund des rückseitigen "Lübeck"-Vermerks nehme ich auch an, dass der Brief erst in Lübeck aufgegeben wurde. Aber die rote "9" kann ich mir noch nicht erklären: bei Briefen aus Kopenhagen habe ich sowas vereinzelt schon gesehen und steht dann für das Teilfranko (in Schilling).

    Porto ab Lübeck 9 Decimes für Taxis und 4 Decimes für Frankreich.

    Kennt jemand den weiteren Laufweg ab Lübeck?
    Wäre interessant zu wissen, ob es parallel zu Hamburg eine zweite Route nach Frankreich gab oder Lübeck seine Post zuerst nach Hamburg brachte.

    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    wenn ein Zahlendreher im New York Stempel für möglich gehalten wird, gäbe es keine ungewöhnlich lange Laufzeit mehr und ein passendes amerikanisches Schiff:
    Baltic (Collins Line) ab Liverpool 1.12.1855, an New York 13.12.1855

    Viele Grüße
    nordlicht

    So isses: in DK einfach bis 1 Loth und für Taxis 1,5 fach über 1/2 bis 1 Loth.
    Und 10 Schilling für Taxis von Hamburg bis zur bayrischen Grenze kenne ich auch von anderen Belegen. Also ist m.E. alles plausibel ...

    Danke, liest sich überzeugend. Aber würde das nicht voraussetzen, dass die weitere Behandlung und Portoberechnung in Frankreich für Briefe aus Preußen und TT identisch ist? Oder die unterschiedlichen Grenzübergangsstempel spielten dafür keine Rolle, weil man sich nur an den unterschiedlichen Rayon-Stempeln orientierte?

    Viele Grüße
    nordlicht

    Moin Freund,


    schöner Beleg! Davon wird es tatsächlich nicht viele geben.


    Porto bis Hamburg 15 Schilling, Porto bis Heide 4 Schilling.
    Aber wenn die Armensache in Bayern portofrei lief, ist mir das Porto für Thurn & Taxis zu hoch. Aber es galten unterschiedliche Gewichtsprogressionen und da der Brief nach etwas mehr als dem einfachen Gewicht aussieht, wurde er vermutlich von Taxis mit 1,5 facher Gebühr belegt und dann würde es passen.


    Viele Grüße
    nordlicht

    Hallo,

    Jørgen hatte mit dem nochmal hier angehängten Brief vor 5 Jahren die Frage gestellt (#35), warum ein Brief, der von Preußen befördert wurde, in Frankreich den taxisschen "TOUR-T"-Stempel erhielt.
    Ein Versehen ist die plausibelste Erklärung, aber wenn man nach vergleichbaren Belegen sucht (aus Hamburg mit "CPR3"-Stempel), dann haben die allermeisten den taxisschen Stempel. Auch ein Brief aus Bremen, den preussen_fan weiter oben vorstellte (#98), hat keinen preußischen Grenzübergangsstempel.

    Ist das "Schlampigkteit" oder kann es vielleicht doch eine andere Erklärung dafür geben?


    Viele Grüße
    nordlicht