Bayern - Preußen aus der Vormarkenzeit

  • Lieber VorphilaBayern,


    schönes Stück - 10 Kr. für Bayern und 9 Kr. für Preußen, diese reduziert auf 2 1/2 Sgr. in rot von Preußen.


    Ich vermute, dass der Beamte in Nürnberg beim Stecken die vordere Datumsleiste vergessen hat (Reinigung). Es war sicher ein Zweizeiler, der von Nürnberg ja recht häufig verwendet wurde, aber so "aptiert" habe ich ihn auch noch nicht gesehen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayernfreunde,


    aus der "Treibs-Oberstein-Korrespondenz" hat im letzten Jahr ja der ein oder andere hier aus dem Forum den ein oder anderen Brief erworben - ich auch. :D:D


    Mein Brief lief am 9.6.1850 (also 20 Tage vor Beginn des Postvereins) von Kissingen nach Oberstein in Preußen.
    (Preußen hatte im Fürstentum Birkenfeld, zu dem Oberstein gehörte, die Posthohheit; aber staatsrechtlich war das Fürstentum ein Teil des Oldenburger Großherzogtums.)


    - Der Brief lief als Portobrief. In Kissingen vermerkte man 6 Kreuzer für die Strecke Kissingen - Aschaffenburg (Grenzpunkt).
    - Der Transit durch Taxis geschah im geschlossenen Paket. Die Transitgebühren wurden auf dem Brief nicht vermerkt.
    - In Koblenz wurden die 6 Kreuzer gestrichen und das vom Empfänger zu zahlende Gesamtporto von 3 3/4 Silbergroschen mit blauer Tinte vermerkt (1 1/2 Silbergroschen = 6 Kreuzer bay. Anteil und 2 1/4 Silbergroschen
    für den Transit durch Taxis und die Strecke Koblenz - Oberstein). Der Ovalstempel "Bayern" wurde auch in Koblenz aufgesetzt.


    Ich hoffe, dass ich die Taxen richtig beschrieben habe.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Lieber Bayern-Kreuzer,


    1 3/4 Sgr. für Bayern = 6 Kreuzer und 2 Sgr. nach dem Tarif von 1845 für Preußen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    anhängender Brief aus Landshut 30.12.1834 nach Rhein-Preußen bereitet mir Probleme.


    Leider ist der Postvertrag vom 1.4.1834 im Buch von J. Helbig "Bayrische Postgeschichte 1806-1870" unvollständig. Es fehlen die §§ 13 und 14 über den Transit Aschaffenburg-Koblenz. Die Suche im Vertragsobjekt des DASV gestaltete sich ebenfalls negativ. Vielleicht könnte ihr weiterhelfen bei der Klärung der Taxen?


    Gruss
    1870/71

  • Lieber 1870/71,


    Bayern setzte 22 Kr. an, die noch in der alten preußischen Währung in 5 1/2 Gutengroschen reduziert wurden. Die Differenz zu den links oben notierten 7 Silbergroschen ("7 cobl" steht für 7 Sgr. bis Coblentz) erhielt Taxis für seinen Transit, da Bayerns Postkutsche bis Koblenz fuhr.


    Dazu kamen weitere 4 1/2 Sgr., so dass die Empfängerin total 11 1/2 Sgr. zahlen musste. Ein teueres Vergnügen damals ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    deine Erklärung leuchtet mir nicht ein.


    Meiner Ansicht nach bedeuten "7 Cblz" = Gesamttaxe für Bayern bis Aschaffenburg 14 Kr. plus Transit TT 8 Kr. machen 22 Kr. (= 6 1/2 Sgr.) aufgerundet 7 Sgr..


    Gruss
    1870/71

  • Lieber 1870/17,


    aufgerundet wurde da meiner Meinung nach nichts. Ich muss aber nach meiner Hüftlösung in den Vertrag von 1834 schauen, den ich besitze, um die Sache zu klären.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    der Postvertrag von 1834 trat erst zum 1.4.1835 in Kraft. Demzufolge ist für den Brief aus Landshut noch der Vertrag von 1816 maßgebend.


    Danach stand Bayern das Porto bis Coblenz zu. Dies waren innerbayerisch 14 Kr. zzgl. 8 Kr. oder 2 gGr. Zuschlag. Hieraus musste Bayern den Transit mit Taxis begleichen. Nachdem Bayern in diesem Vertrag immer in Gutegroschen rechnete, wurden die 22 Kr. in 5 1/2 gGr. reduziert. In Preußen wurde meines Erachtens großzügig in 7 Silbergroschen bis Coblenz umgerechnet. Zzgl. des preußischen Inlandportos von 4 1/2 Silbergroschen ergab sich das Gesamtporto von 11 1/2 Sgr.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    Danke für deine Antwort, die meine Taxinterpretation bestätigt. Jetzt wird auch klar, weshalb die preußische Post 1834 noch in Gutegroschen taxierte.


    Gruss
    1870/71

  • Hallo 1870/71,


    Siegen und Wetzlar waren zwar preußisch geworden, meines Wissens übernahm die preußische Post aber erst zum 1.7.1816.
    Daher müsste dieser Brief eine Angelegenheit zwischen Bayern und Taxis sein.


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Teilfranko Chargebrief von München nach Arenfels am Rhein (Preußen)
    vom März 1821. Der Absender bezahlte bei der Briefaufgabe bis Koblenz
    in Preußen (links unten "frco Coblenz"). Siegelseite 5 1/2 Gutegroschen ?.
    Adreßseite Vermerk 1 (1 Gutegroschen Porto von Koblenz bis Arenfels).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein sehr schöner Brief von der damals typischen Münchener Hand (Nota Bene Zeichen). Der Absender zahlte wohl 20x. Diese entsprachen eigentlich nur 5 Ggr. Warum man sie in 5 1/2 Ggr. reduzierte, weiß ich nicht. Ab Koblenz hat man dann 1 Ggr. angesetzt. Allein der Taxis-Transit wäre aus den 20x heraus zu rechnen, denn Bayern bezog ja das Franko bis Koblenz, da man mit der bayer. Postkutsche bis dorthin fuhr.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Hier habe ich den Bruder von dem Brief der 1870/71 in Post 6 gezeigt hatte.


    Und man sieht auch dass man irgendwo etwas falsches gemacht hatte?


    Hier hat man nur 16 Kreuzer Rh Porto von Landshut gerechnet, statt die oben 22 Kreuzer vermerkten.


    Die Beiden Briefe waren in Dezember 1835 geschrieben und nach Dagestuhl geschickt. So die Briefe sollten gleich behandelt sein. So ist es aber nicht so ganz.
    Dieser Brief ist mit 16 Kreuzer bis Aschaffenburg, oben ist es mit 22 Kreuzer bis Koblenz vermerkt (16 Kr Bayern + 6 Kreuzer Taxis)


    In Preussen hat man hier 4 3/4 Sbgr für der Brief aus Bayern vermerkt - und eben Bayern als Herkunftsland ist hier vermerkt um von Landeshut in Schlesien zu unterscheiden sollte man glauben. Für Preussen hat der Empfänger 4 1/2 Sbgr bezahlen müssen so dass die totale Empfängergebühre 9 1/4 Sbgr waren (gegen 11 1/2 oben).


    Ein interessanter Paar :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    der Brief in Post 6 wurde im Dezember 1834 geschrieben. Hier kam daher der 1. Postvertrag von 1816 zur Anwendung, während bei deinem Brief der 2. Postvertrag maßgebend war. Die 16 Kr. für Bayern entsprechen genau der Anlage E (Portotaxe) zu diesem Vertrag. Die Anlage D weist für Trier jedoch lediglich 4 Sgr. aus.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Ja klar :) :)


    Weiss nicht warum ich bei meinem Brief im Jahr 1834 hängend geblieben bin. Danke für die Erklärung :)


    Wo finde ich die Anlagen?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Freunde


    Ich habe hier ein anderen Brief aus die Vertragsfreien Periode vor 1816.


    Der Brief lief von Regensburg nach Berlin in 1812 als eingeschriebener Brief wofür der Absender 4 Kreuzer Rh bezahlen musste. Diese sind auf den Brief nicht vermerkt.


    Laut Tabelle von 1810 kostete einen Brief aus Berlin nach Regensburg entweder 8 GGr ganz frankiert oder 4 GGR bis Eisenach frankiert.
    Wie es der anderen Weg sein sollte ist nicht gekannt.


    Nachdem 9 (GGr?) gestrichen ist kann man vielleicht vermuten dass der Empfänger nur 5 1/2 GGR bezahlt hatte, was den Porto für Bayern und Transite sein konnte und dass der Empfänger in Preussen Portofreiheit hatte. Es ist aber ein nicht belegte Vermutung!


    Ein Problem ist auch die 21 (Kr Rh?) zu erklären - wenn bayerisch dann ist es die Zweite Gewichtsstufe für Brief bis 36-42 Meilen, also länger als zB Eisenach.


    Ein Hinweis ist natürlich dass der 1810 Tabelle nicht Regensburg als bayerisch gerechnet hatte, und anders taxiert war. Aber hiergegen ist die Tatsache dass ab 1808 Regensburg unter bayerischen Postaufsicht war. Was das alles heissen soll.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    21x für Bayern nach dem Reglement von 1810, das galt 1812 für Regensburg und alle rechtsrheinischen Gebiete, so sie bayerisch waren. Dieser hat Preußen in 5 1/2 Ggr. reduziert (die Differenz sollte für den taxischen Transit sein) - dann mit 9 Ggr. taxiert, ehe man sah, dass der Empfänger wohl portofrei (Prinz!) war, so dass die 9 wieder gestrichen werden musste. Nur meine Interpretation ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus