Beiträge von liball

    Hallo Michael,

    ich habe 2 Briefe aus Bayern mit diesem RECOMMANDIRT-Stempel, die im Transit durch Preußen nach Belgien bzw. in die Niederlande liefen. Der Brief aus Pappenheim ist von 1836 und der Brief aus Augsburg von 1843.
    Aus Bayern sind diese Stempel sicher nicht. Ich tippe auf einen Vorläuferstempel aus Preußen.

    Grüße Karl

    Hallo,

    bei diesem Frankobrief aus Fürfeld vom 24.12.1839 fehlt beim Gebührenbaum eine Ziffer, nämlich der Frankoanteil für Württemberg. Angeschrieben wurden lediglich der bayerische Transit mit 8 Kr. sowie der preußischen Anteil von 32 Kr. = 9 Sgr. Dies könnte bedeuten, dass der Absender in Württemberg Portofreiheit genoss. Leider kann ich den Vermerk rechts unten nach dem Brieftext nicht lesen.
    Zudem wurde auf dem Brief "recomande", der Handschrift nach vom Postbeamten notiert. Es befindet sich jedoch weder ein Chargestempel noch eine Manualnummer auf dem Brief. Handelt es sich überhaupt um einen eingeschriebenen Brief?

    Grüße von liball

    Hallo Ralph,

    vielen Dank für deine Erläuterung. Die Rückseite ist völlig blank.
    Nochmal zum Verständnis: Porto Bayern 4 Kr. = 1 Ggr. umgerechnet in 1 Sgr. + 1/2 Sgr. Porto Preußen + 1/2 Sgr. Bestellgeld = 2 Sgr.

    Grüße Karl

    Hallo,

    hier ein weiterer Brief aus Kirchheimbolanden nach Kreuznach vom 5.1.1829. Es handelt sich jedoch im Gegensatz zum Brief von Hermann um einen Portobrief. Die Taxierungen kann ich nicht sicher interpretieren. Berücksichtigt werden muss zudem, dass Preußen mit Bayern in Gutegroschen abrechnete, in Preußen selbst wurde jedoch bereits 1822 auf Silbergroschen umgestellt.
    Das Gesamtporto dürfte wohl 2 Sgr. betragen haben. Das bayerische Porto müsste eigentlich 3 Kr. sein, ist dies die schwarze Taxatur?
    3 Kr. entsprachen ca. 0,7 Gutegroschen oder 0,85 Sgr.
    Was bedeuten die Rötelziffern? Vielleicht kann jemand weiterhelfen.

    Grüße von liball

    Hallo Hermann,

    beim 1. Brief bezahlte der Absender insgesamt 30 Zürcher Rappen. Das Weiterfranko betrug 8 Kr. Hiervon 6 Kr. an Baden und 2 Kr. an Taxis.

    Beim 2. Brief Porto Zürich 3 Kr. + 6 Kr. Baden = 9 Kr. + 2 Kr. Taxis + 1 Kr. Bestellgeld = 12 Kr. Gesamtporto

    Grüße Karl

    Hallo nordlicht,

    nach dem Fischertarif 1816 kostete ein Brief aus Schaffhausen bis Genf 14 Kr. In der 2. Gewichtsstufe ab 3/8 Unzen + 50 %, somit 21 Kr. Nachdem bis Schaffhausen 28 Kr. angefallen sind, passt es nicht ganz. Ich kenne jedoch weitere Briefe nach Genf mit 48 Kr. Dort wurde geschrieben, dass die Briefe in Genf in der 2. Gew.-Stufe lagen.
    Ich hätte noch eine Frage zu meinem Brief unter #15.
    Bei deinen Briefen wurden im Gegensatz zu meinem Brief auf der Vorderseite keine dänischen Taxierungen in Rbs angegeben. Lediglich das Weiterfranko an Taxis von 9 HSCh. Bei meinem Brief wurde zwar auf der Vorderseite auch 9 HSCh notiert, auf der Rückseite jedoch nur 6 HSCh. Hast du für diese beiden Unterschiede eine Erklärung?

    Grüße von liball

    Hallo Nordlicht,

    der Teilfrankobrief lief sicher wie Ralph schon geschrieben hat im geschlossenen Transit durch Baden nach Schaffhausen.
    Die weiteren Taxierungen lassen den Schluss zu, dass es sich doch um 5 1/2 Batzen handelt. Diese 5 1/2 Batzen entsprechen in Schaffhausen 12 Sols + 2 Sols für Schaffhausen = 14 Sols. Diese 14 Sols entsprechen 28 Kr. + 6 Kr. für Fischer, die zu dieser Zeit das Postregal in Bern hatten, ergab das Gesamtporto von 34 Kr.

    Grüße von liball

    Hallo,

    rückseitig können es nur Bajocchi sein. Da macht nur 7 1/2 Sinn. Dies wäre das Franko für einen Brief über 7,1 g bis zur österreichischen Grenze.
    Vorderseitig wurde der österreichische Transit mit 4 Kr. C.M. angeschrieben. In der Schweiz waren dies 5 Kr. + 8 Kr. Schweizer Porto = 13 Kr., gerundet auf 14 Kr.

    Grüße von liball

    Hallo,

    ich zeige hier einen Brief aus Copenhagen nach Filisur im Schweizer Kanton Graubünden vom 18.10.1828, den ich leider nicht komplett entschlüsseln kann.
    Gelaufen ist er über Hamburg (Taxis-Postamt), Frankfurt, Stuttgart, Ravensburg, Bregenz und Chur.
    Bezahlt war der Brief bis Frankfurt. Franko bis Hamburg: 31 Rbs (29 x 1,06250 Inflationskoeffizient ab 01.10.1828 für den dänischen Anteil), Weiterfranko bis Frankfurt 29 Rbs. Gem. der Rückseite wurden an das taxissche Postamt in Hamburg jedoch nur 6 HSCh (= 20 Rbs) weitergeleitet.
    Wo wurde die grünblaue 4 angeschrieben?
    Ich vermute in Frankfurt. Passt diese Farbe zu Frankfurt?
    4 Kr. von Frankfurt bis zur österreichischen Grenze wären zu wendig. 4 Batzen (=16 Kr.) würde deutlich besser passen.
    Nach dem PV Österreich-Graubünden 1826 erstattet Graubünden an Österreich 24 Kr. C.M. = 44 Bluzger. Ab Feldkirch bis Chur wurden 23 Bluzger berechnet (= 67 Bluzger). Der Engadiner Bote erhielt 4 Bluzger. Dies ergab 71 Bluzger = 1 Gulden 1 Bluzger Gesamtporto.
    Vielleicht kann ein Mitglied etwas zu diesem Brief beitragen.

    Grüße von liball

    Hallo Martin,

    vielleicht hat der dänische Auslandsanteil von 42 RBS = 13 HSCh hiermit etwas zu tun:
    Im Postvertrag Dänemark-Taxis 1842 (Beilage J, Nr. 13) ist für Briefe in italienische Staaten neben den Routen über Österreich und Bayern auch eine Route über Frankfurt und die Schweiz angegeben, die 13 HSCh gekostet hat, allerdings ist hier nur franko Grenze angegeben.

    Grüße Karl

    Hallo,

    dieser Brief vom 27.3.1849 passt gut zum oberen Brief von Ralph.
    Er lief ebenfalls von München an Eduard Sutthoff in Narva, einem Bruder von Wilhelm Sutthoff. Befördert wurde er mit den direkten Paketschlüssen Nürnberg-Berlin, Berlin-Tilsit und Tilsit-Narva.
    Porto Bayern: 12 Kr. = 4 Sgr. + Transit Preußen: 6 Sgr. = 10 Sgr. = 32 1/2 Kopeken + Porto Russland: 10 Kopeken = Gesamtporto 42 1/2 Kopeken.

    Grüße Karl

    Hallo Schorsch,

    Grundlage ist der Postvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Russland vom 26. Mai 1872, in Kraft getreten am 13. Juli 1872.
    Nach Art. 1 kostete ein einfacher Brief bis 15 g 3 Groschen bzw. 10 Kr.

    Grüße Karl

    Hallo Altsax,

    die siegelseitige "4" halte ich für eine Kartierungsnummer. Zudem lief der Brief ziemlich sicher nicht über Memel, sondern über Tilsit. Ab dem 13.7.1833 wurde der über Memel führende Hauptpostkurs nach Tilsit verlegt. Der Grenzübergang war nun auf russischer Seite Tauroggen. Gelaufen ist der Brief auf dem Landweg über St. Petersburg und Wiborg.
    Im Buch von Dr. Wolf Hess "Postal History Finland" ist ein völlig identischer Brief vom Oktober 1838 abgebildet. Leider jedoch nur die Vorderseite. Dr. Hess beschreibt das vorderseitige Franko wie folgt: In Sachsen bezahlt 10 gGr. Hiervon behielt Sachsen für die Strecke von Dresden nach Leipzig 1 gGr. Preußen erhielt ein Weiterfranko von 9 gGr. = 11 Sgr. Das Gesamtporto in Helsingfors beschreibt er auch mit 105 Kop.

    Grüße von liball

    Hallo Ralph,

    die 2 in Rötel war der österreichische Transit. Nach § 11, Erste Classe, des PV Österreich-Graubünden von 1826, wurden für Briefe aus Bayern, die unmittelbar aus Bregenz kommen, 2 Kr. für den einfachen halblöthigen Brief fällig.
    Vielleicht hatte der Postler in Lindau versehentlich den normalen bayerischen Tarif von 3 Kr. im Kopf. Die 2. Gew.-Stufe wären dann 4 Kr. Auch das Gesamtporto von 18 Bluzger deutet auf die 2. Gew.-St. in Graubünden hin.
    Fremdes Porto: 6 Kr. = 9 Bluzger + Porto von Balzers bis Chur, 2. Gew.-St., = 8 Bluzger + 1 Bluzger Bürogebühr in Chur = 18 Bluzger. Der Botenlohn nach Bevers wurde wie üblich nicht angeschrieben. Wenn dem so wäre, hätte sich der Österreicher vertan.

    Grüße Karl

    Hallo,

    das Porto in Frankreich belief sich auf 13 Decimes (Tarif 1806, bis 300 und bis 8 g = 6 Decimes + 7 Decimes Auslandsanteil für Briefe mit dem Stempel HAUTE SAXE).
    Dass Bayreuth und Hof zu dieser Zeit französisch waren, hatte keinen Einfluss, da Bayern mit dem Fürstentum Bayreuth vereinbart hatte, dass die Reitposten des Fürstentums die geschlossenen Pakete gratis nach Nürnberg befördern.

    Grüße von liball