Beiträge von liball

    Hallo,


    der Brief lief durchgehend mit der Eisenbahn. In Frankfurt wurde er umgeladen und lief über Giessen und Kassel nach Hannover, daher auch der rückseitige Bahnstempel Cassel-Hannover.

    Lt. Art. 27 des Postvereinsvertrages von 1860 war die Correspondenz sämtlicher Mitglieder der Regentenfamilien der Postvereinsstaaten portofrei. Ob dieser Absender dazu gehörte kann ich nicht sagen.

    Tatsächlich wurde dein Brief jedoch nicht portofrei befördert, sondern als unfrankierter Brief. Hier lag das Porto bei einer Strecke über 20 Meilen in Hannover bei 4 Gr.


    Grüße von liball

    Halo Ulrich,


    wenn der Brief aus dem Jahr 1854 ist, dann dürfte er mit der Baltic der Collins Line befördert worden sein. Dieses Schiff fuhr am 21.1.1854 in New York ab und kam am 2.2.1854 in Liverpool an.


    Gruß Karl

    Hallo,


    dieser Nachsendebrief aus Bethune vom 29.11.1817 wurde zunächst nach Bayreuth und dann nach Bamberg weitergesandt. Befördert mit dem direkten Paketschluss Straßburg-Nürnberg. Dort wurde das fremde Porto mit 20 Kr. in Auslage genommen. Auch für Bayern wurden 20 Kr. angesetzt. Dies erscheint mir viel zu hoch. 20 Kr. wären erst ab 2 Loth bei 18-24 Meilen angefallen.

    Wieso man vermutlich in Bayreuth abermals 20/20 angeschrieben hat ist mir auch nicht klar.

    Lese ich die Anschrift richtig:

    Monsieur le Baron de Malzer officier an 2. Regiment des Hussards de Baviere.


    Grüße von liball

    Hallo,


    auf diesem Portobrief aus Frankfurt nach Hof vom 9.3.1831 befinden sich 3 Taxen in 3 unterschiedlichen Farben.

    Da es sich um einen Brief in der 2. Gewichtsstufe handelt, belastete Frankfurt 6 Kr. in schwarzblau. Dieser Betrag wurde in Nürnberg in Auslage genommen und das bayerische Porto auf 15 Kr. (24-30 Meilen über 1/2 Loth) im typischen Nürnberger blau festgesetzt. Das Gesamtporto in Hof belief sich daher auf 21 Kr. Angeschrieben mit violetter Tinte, wie sie in Preußen verwendet wurde.

    Meines Wissens wurde in Bayern nur in Hof diese Tinte benutzt, da das Postamt Hof aufgrund seiner Sonderstellung mit Preußen wie ein preußisches Postamt arbeitete.


    Grüße von liball

    Hallo,


    auf diesem Brief aus Zweibrücken nach Lyon von 1863 müssten eigentlich 12 Kr. kleben. Vermutlich klebte unten links eine 12-Kr.-Marke. Irgendwie kam die Marke jedoch abhanden.

    Trotz schöner Stempel bedeutet dies = Entsorgung.


    Grüße von liball

    Hallo Ralph,


    ich habe mir den nicht ganz einfachen Postvertrag von 1843 angeschaut. Danach komme ich beim gemeinschaftlichen Franko auch auf 18 Kr. (über 10 Meilen = 12 Kr. x 1,5). Beim Transitporto hätte die II. Klasse angewendet werden müssen (Korrespondenz Landgrafschaft Hessen - Homburg nach Wien = 8 Kr. x 1,5 = 12 Kr.). Tatsächlich wurden jedoch 14 Kr. angesetzt.

    Zudem mussten alle Taxierungen in C.M. Wiener Währung vorgenommen werden.


    Grüße

    Karl

    Hallo,


    es handelt sich hier eindeutig um einen Irrläufer.

    In Buchloe war ein Bahnhalt. Ich vermute, dass in München sofort bemerkt wurde, dass der Brief falsch befördert wurde. Daher wurde er sofort wieder per Bahn zurückgeschickt. In Buchloe wurde er ausgeladen und umspediert. Mit der Postkutsche ging es weiter in das ca. 29 km entfernte Erkheim.

    Hallo Ralph,


    mit dem Lauben hinter München hat dieser Brief nichts zu tun.

    Es gibt auch ein Lauben im Allgäu bei Erkheim. Dies verdeutlicht auch der rückseitige Stempel von Erkheim.


    Grüße

    Karl

    Hallo,


    warum lief der Brief eigentlich über München. Dies war ein Riesenumweg.

    Ottobeuren lag ab der Schweizer Grenze im 2. Rayon über 10 bis 20 Meilen.


    Grüße von liball

    Hallo Torsten,


    zeitlich würde ich den Brief einordnen zwischen 1808 und 30.6.1810, da zum 1.7.1810 in Österreich das Porto auf 48 Kr. erhöht wurde.

    Der Absender bezahlte 24 Kr. bis zur österreichischen Ausgangsgrenze. Spediert wurde der Teilfrankobrief im geschlossenen Paket durch Bayern und das Großherzogtum Würzburg nach Frankfurt. Dort wurde d'autriche gestempelt und über Mainz erfolgte die Weiterspedition nach Brüssel.

    Vom Empfänger wurden 14 Decimes eingehoben. Hierin enthalten war das Transitporto für Bayern und Taxis von 7 Decimes, das zwischen beiden zu gleichen Teilen geteilt wurde (Art. 5 Nr. 7, PV Bayern-Taxis von 1808).

    Zum rechten Rötelhaken kann ich leider nichts sagen.


    Grüße von liball

    Hallo,


    dieser Portobrief ging an den selben Empfänger in Neuchatel, wie der Brief den Ralph von R.B. gezeigt hat. Abgesandt wurde er jedoch in St. Petersburg am 27.6.1875.

    Interessant ist das Datum. Zum 1.7.1875 trat der Vertrag des Allgemeinen Postvereins, später Weltpostverein, in Kraft. Ich gehe davon aus, dass der Vertrag nach dem Gregorianischen Kalender in Kraft trat. Danach ging der Vertrag in Russland, das zu den Gründungsmitgliedern zählte, am 19.6.1875 in Kraft.

    Das Porto von 50 Rappen stand somit komplett der Schweiz zu.

    Auf der Rückseite befinden sich der Stempel des Stadtpostamtes St. Petersberg sowie der schlecht lesbare Zugstempel Geneve-Berne und der Ankunftsstempel von Neuchatel.

    Interessant wäre es auch, wenn man herausbekommen würde, wo die T-Stempel abgeschlagen wurden.


    Grüße von liball

    Hallo,


    noch ein Brief aus Bayern, dieses Mal jedoch aus der Pfalz.

    Portobrief der 3. Gew.-Stufe aus Neustadt nach Düsseldorf vom 7.3.1824, belastet mit 8 Kr. Die bayerische Forderung wurde bei der Umspedition in Creuznach in 2 gGr. reduziert.

    Das Gesamtporto in Düsseldorf wurde auf 8 3/4 Sgr. festgesetzt.


    Grüße von liball

    Hallo,


    auch wenn dieser Brief aus München vom 12.10.1822 nach Dyck nicht ganz in diesen Thread passt, zeige ich ihn hier, da es nicht viele Briefe mit 2 Aufgabestempeln aus Bayern nach Preußen geben wird.

    Der Absender bezahlte 22 Kr. bis Coblenz (14 Kr. für Bayern + 8 Kr. Transit von der bayerischen Grenze durch das taxissche Gebiet nach Coblenz). Demzufolge wurde der Vermerk "frey" vom Postbeamten mit "Coblenz" ergänzt.

    Das Porto für den Empfänger belief sich auf 3 Sgr. (bis 15 Meilen, Tarif 1825).


    Grüße von liball

    Hallo,


    vielen Dank für eure Kommentare.

    Wie Ralph geschrieben hat, ist davon auszugehen, dass Frankreich den Brief an Preußen weitergeleitet hat. Dann ist sicher, dass Preußen 7 gGr. gegenüber Belgien belastet hat. Dies entsprach 55 Cent + 10 Cent Inlandporto = 65 Cent Gesamtporto.

    Die 7 gGr. könnten sich zusammensetzen aus 4 Decimes (= 2,75 gGr.) französischem Inlandsporto von Straßburg bis zum Grenzaustritt bei Forbach (81-150 km) + 4 1/2 gGr. preußischem Transit.

    Bei der Abrechnung mit Belgien spielten die 6 1/4 gGr. Augsburg keine Rolle, denn abgestrichen von Belgien wurde nur die 7.

    Da Frankreich den nicht annullierten Auslandsanteil an Bayern von 7 Decimes nicht kassieren konnte, wollten sie dies von Preußen einheben mit dem französischen Porto bis Straßburg von 2 Decimes. 9 Decimes ergeben 6 1/4 gGr., die Preußen wiederum Augsburg belastete.

    Vielleicht hat jemand auch eine ganz andere Interpretation.


    Grüße Karl

    Hallo,


    ich bereite gerade einen Artikel für den nächsten Rundbrief über den Postverkehr zwischen Bayern und Belgien bis 1852 vor.

    Bei diesem Irrläufer aus Augsburg nach Francomont vom 10.8.1833 ist mir jedoch noch einiges unklar (auf der Rückseite befindet sich lediglich der Ankunftsstempel von Verviers).

    In Augsburg wurde Francomont wohl versehentlich Frankreich zugeordnet. Daher wurde der Rayonstempel C.B.R.3. abgeschlagen. Eine bayerische Taxe wurde nicht angeschrieben, da Bayern mit Frankreich im Paket abrechnete.

    In Straßburg wurde der Irrtum zunächst nicht bemerkt, denn neben dem Eingangsstempel wurde auch der Taxstempel 7 gestempelt (Frankreich verlangte 7 Decimes vom Empfänger als Auslandsanteil). Nachdem die Fehlleitung zutage trat, wurde handschriftlich pres Verviers, Belgique ergänzt. Wohin wurde der Brief nun jedoch weitergeleitet?

    Zurück nach Bayern wohl kaum, denn dann müsste für die erneute Absendung nach Belgien eine bayerische Taxierung vorhanden sein sowie ein zusätzlicher Stempel von Augsburg.

    Ich vermute, dass der Brief über Givet und Dinant direkt Belgien zugeleit wurde. Hierfür belastete Frankreich 7 Decimes. Dies entsprachen aufgerundet ca. 45 Cent + 20 Cent Inland von Dinant nach Verviers (60-100 km) = 65 Cent.

    Was bedeutet jedoch 6 1/4 Augsburg? Hat Straßburg rote Tinte verwendet?

    Oder handelt es sich um rote preußische Taxierungen. Auch eine Weiterleitung über Preußen wäre möglich gewesen?


    Grüße von liball