• Lieber Jürgen,

    tolles Stück mit perfektem Aufzeigen der Problematik(en).

    Hier eine kleine Auswahl auf die Schnelle von mir mit dem Laufwegen Spanien-Frankreich-Bayern bzw. Spanien-Frankreich-Preussen-Bayern et vice versa.

    Der 1. datiert vom 3.8.1866 aus Barcelona, also zu einer Zeit, als es noch Krieg gab zwischen Preussen und Bayern, von daher hatte er den Leitvermerk "Per Paris" zurecht, denn man konnte ihn wohl kaum über Preussen schicken.

    Bei den anderen Briefen dürfte die (allerdings uralte) Beschreibung immer noch weitestgehend stimmen und vlt. gefällt dir, was du siehst, auch wenn nichts Sächsisches dabei ist (leider!).

  • Hallo Altsax,
    noch ein Frage zu deinem mit 3 Ngr. frankierten Brief?
    Für welche Strecke reichten die 3 Ngr.?
    Auch Bayern druckte 1856 die Möglichkeit einer Beförderung über Preußen ab, die aber lt. VO-Blatt mit Rücksicht auf bestehende Verträge mit Frankreich nicht umzusetzen war. Dort galt die Frankatur von 9xr nur bis Saarbrücken.
    Wurde das von Sachsen aus auch so angewendet?
    Gruß
    bayernjäger

  • noch ein Frage zu deinem mit 3 Ngr. frankierten Brief?
    Für welche Strecke reichten die 3 Ngr.?
    Auch Bayern druckte 1856 die Möglichkeit einer Beförderung über Preußen ab, die aber lt. VO-Blatt mit Rücksicht auf bestehende Verträge mit Frankreich nicht umzusetzen war. Dort galt die Frankatur von 9xr nur bis Saarbrücken.
    Wurde das von Sachsen aus auch so angewendet?

    Hallo bayernjäger,

    das Franco von 3 Ngr. reichte bis zur französisch-spanischen Grenze (Junquera resp. Irun). Spanien berechnete dem Empfänger ein Porto von 4 Reales, das auch der Kostendeckung für Briefe aus Spanien diente, deren Taxe vollständig an Preußen fiel, das daraus sämtliche Transitgebühren zu decken hatte.

    Spanien wollte mit ausländischen Postverwaltungen keine Abrechnungsverpflichtungen eingehen.

    https://www.dasv-postgeschichte.de/pdf/PA%20Preussen%201852%20Nr%2015.pdf

    Sachsen hatte mangels Außengrenzen mit nicht dem DÖPV angehörigen Staaten auch keine entsprechenden Verträge, konnte sich also wahlweise aller Verträge, die andere DÖPV-Mitglieder geschlossen hatten, bedienen.

    Beste Grüße

    Altsax

  • Hallo Altsax,
    vielen Dank, damit ist alles geklärt.
    Das sind wohl auch die Ausführungen auf die in der bayer. VO von 1856 (oben gezeigt) hingewiesen wird. Trotz Veröffentlichung wurde das aber nicht angewandt sondern weiterhin der teuere Weg über Frankreich vorgeschrieben. Das war von der bayerischen Post nicht sehr kundenfreundlich.
    Erst mit der VO von 1864 wurde der Weg über Preußen genutzt, für schlappe 21 Kreuzer Gesamtporto. Bayern war da aber weiterhin sehr konsequent. Fehlte der Vermerk "über Preußen" wurde der Brief über Frankreich geschickt und trotz über Preußen ausreichender Frankatur bis zum Empfänger von 21 Kreuzer (über Frankreich 18 xr) folglich als Grenzfrankobrief behandelt und das spanische Inlandsporto verlangt. Da sieht man wie entscheidend der Laufweg für die Portoforderung war.
    Gruß
    bayrnjäger