Beiträge von Altsax

    Hallo zusammen,

    der folgende Brief trägt einen der typischen Siegelstempel, wie sie im Jahre 1714 zwischen dem kaiserlichen Reichsoberpostamt und dem chursächsischen Oberpostamt vertraglich vereinbart worden sind. Sie finden sich nur auf Briefen, die zumindest teilweise auf Postcoursen der Kaiserlichen Reichspost befördert worden sind. Der vorliegende Stempeltyp ist bisher nur auf dem vorliegenden Brief vom 12.12.1724 von Sorau nach Lauban registriert. Das Datum paßt zu den anderen Stempeltypen dieser Art.

    Hat jemand eine Idee, auf welchem Reichspostcours dieser Brief gelaufen sein könnte?

    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo Jürgen - vielen Dank für die Info, aber Du meinst "Auerbach" nicht "Falkenstein" als Absendepostanstalt ?

    Hallo Schorsch,

    der Brief, zu dem der Behändigungsschein gehört, wurde in Falkenstein abgesendet. Dort ist der Schein mit einer Marke verausfrankiert worden. Dort wurde auch die Marke entwertet, vermutlich, um sie für eine andere Verwendung unbrauchbar zu machen.

    In Auerbach wurde die "Behändigung" an den Adressaten vom Postler bestätigt der Aufgabestempel angebracht und der Schein zurückgesamdt nach Falkenstein.

    Beste Grüße

    Jürgen

    Falkenstein war doch bereits eigenständiger Postort. War es da nicht mehr üblich einen Ankunftsstempel abzuschlagen?

    Hallo Schorsch,

    Ankunftsstempel im sinne von Ortsstempeln, die den Eingang eines Briefes beim Postamt dokumentiert hätten, gab es bei der sächsischen Post nicht.

    Dokumentiert wurde die Ausgabe der eingegangenen Briefe an den Zusteller durch Ausgabestmpel, versehen mit der Nummer des Bestellganges. Auf Behändigungsscheinen fehlen sie oft. Den Grund dafür kenne ich nicht.

    Die Marken vorausfrankierter Behändigungsscheine wurden übrigens fast immer bereits bei der Absendepostanstalt des zu behändigenden Briefes entwertet, in diesem Falle also mit dem Nummerngitterstempel von Falkenstein.

    Beste Grüße

    Jürgen

    hat zufällig jemand Senfs illustriertes Briefmarken-Journal vom 1. November 1931? Ich suche einen Artikel von Alexander Bungerz über eine Schleswig-Holstein Nr. 1 mit doppeltem Seidenfaden.

    Hallo Erdinger,

    den Beitrag habe ich jetzt erst gesehen. Wenn der Wunsch noch aktuell ist, kann ich scans von dem Artikel machen.

    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo zusammen,

    der folgende Brief vom 30. Juli 1751 ist auf dem Reichspostcours über Erfurt, Frankfurt und Cöln nach Brüssel spediert worden.

    Er wurde bis Frankfurt mit 5 gGr. frankiert und wohl in Cöln mit "6" (Währung?) und in Brüssel mit insgesamt "11" (Albi?) Porto belastet.

    Kann jemand die Taxpunkte bestätigen und die Währung sicher bestimmen?

    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo liball,

    die Luftlinien-Entfernung Plauen - Marienberg betrug 10 Meilen. Da die gefahrene Strecke Maßstab für die Taxberechnung war, galt der Tarif für den 3. Rayon (11 bis 15 Meilen). Der betrug für den einfach schweren Brief 1 1/2 gGr.

    Die Entfernung Marienberg - Sebastiansberg ( auf der Strecke nach Prag) betrug 2 1/2 Meilen, erforderte einen weiteren gGr.

    Wenn die beiden Strecken zur Taxierung zu addieren, (das hängt von deren Einstufung ab). läge die Gesamtstrecke wahrscheinlich noch innerhalb von 15 Meilen und somit im 3. Rayon. Dann wären 1 1/2 gGr. angefallen.

    Ob das der Fall ist, geht aus meinen Unterlagen leider nicht hervor, erscheint aber wahrscheinlich.

    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo liball,

    der Brief müßte von der Grenzpostanstalt Plauen über Asch befördert worden sein. Die Entfernung betrug 3 1/2 Meilen und erforderte bei einem einfach schweren Brief (2. Rayon) bis 1 Loth Gewicht 1 gGr. Bei 1 bis 1 1/2 Loth Gewicht waren es 1 1/2 gGr. Das Gewicht wurde auf dem Brief nicht vermerkt, läßt sich also nicht feststellen.

    Beste Grüße

    Altsax

    Lieber Matthias,,

    der Brief ist über Preußen spediert worden. Die Taxe richtet sich nach dem Vertrag von 1858, der zwischen Preußen und Frankreich geschlossen worden ist. Das Franco für den einfach schweren Brief bis 10 gr. beträgt 50 Centimes, wovon Preußen die Häfte erhielt.

    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo zusammen,

    verfügt jemand über vollständige Exemplare der Jahrgänge 1905 und 1906 der Berliner Briefmarken Zeitung?

    Es genügt auch ein Hinweis auf online zugängliche Exemplare. Bisher konnte ich nur unvollständige Jahrgänge finden.

    Beste Grüße

    Altsax

    Lieber Dieter,

    meine Angabe war leider unvollständig. Im Feuser Vorphilahandbuch hatte ich bei dem Stempel nachgetragen (Ty), aber leider ohne Quellenangabe. Ob ich selbst unterschiedliche Abschläge besaß oder diese Information von wem auch immer erhalten hatte, kann ich nicht mehr nachvollziehen.

    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo Enrico,

    lt. Feuser gibt es von diesem Stempel in Marienwerder mehrere Typen. Der rechte Abschlag ohne Datumseinsatz wurde vermutlich als Formularstempel verwendet und hier versehentlich als Aufgabestempel eingesetzt. Nachdem der Irrtum bemerkt wurde erfolgte der Abschlag mit dem richtigen Gerät.

    Liebe Grüße

    Jürgen

    Lieber Michael,

    den hätte ich auch genommen, Glückwunsch!

    Kann man irgendwie feststellen, ob der Brief tatsächlich mit einem Expreßboten zugestellt worden ist, oder muß man sich auf die korrekte Handlungsweise der Post im Allgemeinen verlassen?

    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo Eifel Harry,

    vielen Dank für die Stempelzuordnung. Damit ist auch der beförderungsweg per Schiff zweifelsfrei geklärt.

    Auch ich hielt und halte die Version a) für wesentlich wahrscheinlicher. Mich hatte daran nur gestört, daß kein Adreßvermerk o.ä. auf dem Brief war.

    beste grüße

    Altsax

    Hallo zusammen,

    beim folgenden brief hoffe ich auf die Hilfe unserer dänischen Forumler:

    Der Brief wurde am 9.1.1864 in Amsterdam geschrieben und nach Copenhagen aufgegeben, ging am 11.1. im Hamburger Stadtpostamt ein und wurde am selben Tage weiterspediert. In Copenhagen erhielt er am 12.1.einen Eingangsstempel. Der ist weitgehend verdeckt von einem 8-fach gesiegelten Verschlußzettel (Teilabbildung oben).

    Der Brief ist also nach Eingang am Bestimmungsort geöffnet und anschließend wieder verschlossen worden. Gerichtet ist er an die Königliche Obervormundschaftsbehörde.

    Für mich kommen zwei Deutungen in Betracht:

    a) Die Zustellung erfolgte bei einer falschen Behörde. Dort wurde der Brief geöffnet, wieder verschlossen und ohne Umadressierung mittels Boten an die richtige zugestellt.

    b) Es handelt sich um eine Zensurmaßnahme während des Krieges

    Möglicherweise gibt der mir unbekannte rote Stempel über die richtige Zuordnung Auskunft.

    Beste Grüße

    Altsax

    Hallo zusammen,

    der folgende Brief bietet eine Reihe von Interpretationsmöglichkeiten. An eurer Meinung dazu bin ich sehr interessiert:

    Dazu einige Feststellungen:

    Der Brief wurde mit 3 Sgr. für den 3. vereinsländischen Rayon bar frankiert, muß also am Schalter abgegeben worden sien.

    Der Vermerk "Eilt sehr" ist mit einem anderen Rötelstift geschrieben worden als die div. Striche.

    Für eine Expreßzustellung hätte der Brief nach Postvereinsbestimmungen recommandiert aufgegeben werden müssen. Das ist entweder vom Schalterbeamten übersehen oder vom Aufgeber nicht gewollt worden.

    In Dresden wurde die Taxe gestrichen, um Verwechslungen mit einer Portobelastung zu vermeiden. Mit dem selben Stift wurde der Eilvermerk doppelt unterstrichen, was immer dann geschah, wenn die Ausgabestelle der Stadtpost darauf hingewiesen werden sollte.

    Die Stadtpost stellte den brief per Expreß zu und verlangte vom Empfänger die festgelegte sächsische Taxe von 2 Ngr. Für Postvereinsbriefe galten lt. Postvereinsvertrag 3 Ngr. (Sgr.) . Bei Briefen aus dem Posteverisgebiet mit nicht vorausbezahlten Expreßgebür wurden in Sachsen norlalerweise 3 Ngr. angesetzt.

    Es kommt relativ häufig vor, daß Absender auf der Adreßseite um eilige Zustellung bitten. das in Rotstift getan zu haben, kannte ich bisher nicht.

    Meine Interpretation:

    Die sächsische Post war zweifelsfrei nicht verpflichtet, den brief per Expreß zuzustellen. Der Eilt-vermerk war unvorschriftsmäßig und die Recommandation unterblieben. Der Empfänger hätte die Zahlung der Expreßgebühr daher verweigern können. Daß er es nicht tat, läßt den Schluß zu, daß der brief ihm entsprechend wichtig war.

    In Sachsen gab es die Möglichkeit, bei der Post schriftlich für bestimmte oder auch alle Briefe Eilzustellung zu verlangen. Dafür, daß das im vorleigenden Falle geschehen war, spricht vieles.

    Was haltet ihr von dieser Einschätzung?

    Beste Grüße

    Altsax

    Halllo Louis,

    lt. sächsischer PV v. 5.10.1865 betrug das Postvereinsfranco 1 3/4 Ngr., das Porto 2 1/2 Ngr. Das sind also die in blau vermerkten 2 1/2.

    Für Portobriefe nach Sachsen sind 7 1/2 Ngr. anzusetzen. Gehr man davon aus, daß in Gegenrichtung gleichartig verfahren wird, müßte Norwegen 5 Ngr. ansetzen statt der 4 1/4 Ngr. für Francobriefe.

    Der Umrechnungskurs beträgt 120 Sk pro 46 Ngr. Das wären bei 7 1/2 Ngr. 19,56 Sk., Daraus könnten abgerundet oder bei etwas geringerem norwegischen Porto die vermerkten 19 Sk geworden sein.

    Zu den übrigen Taxzahlen fällt mir keine Lösung ein.

    Beste Grüße

    Altsax