Beiträge von Altsax

    Lieber Erwin,


    eine konkrete Lösungsidee habe ich nicht, wohl aber einen Tip, der zur Lösung führen könnte:


    Erscheinende und wieder verschwindende Phänomene bei Stempelabschlägen müssen nicht zwingend entsprechende Zustände des Gerätes abbilden. Sie können auch mit der Art des Abschlages zu tun haben.


    Man vergißt leicht, daß Stempel nicht bretteben sind, sondern eine dritte Dimension haben. Je nachdem, wie tief der Stempel beim Abschlag ins Papier eintaucht, und wie stark die Flanken der prägenden Teile eingefärbt waren, kann sich der Abschlag anders darstellen.


    Meistens erkennt man das an einer entsprechend vergrößerten Abbildung, noch besser mit starker Lupe am Originalabschlag. Versuchs doch mal.


    Beste Grüße

    Jürgen

    Bei diesem Thema frage ich mich, ob die Verpackung der Zeitungen, sei es im Couvert oder unter Streifband, tatsächlich von der Post geleistet wurde.

    Lieber Michael,


    ein Sammlerfreund hat inzwischen die einschlägige sächsische Verordnung gefunden. Demnach bedeutete "Couvertierung" tatsächlich Versand im Couvert, vorgenommen vom Hauptzeitungsbureau, also einer Einrichtung der Post.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Hallo zusammen,


    Zur folgenden Streifbandsendung kam die Frage auf, was der Begriff "couvertirt" im Zeitungsversand bedeutet.



    Zeitungen konnten bei der Post abonniert werden. Sie wurden dann normalerweise von der Post unverpackt ausgeliefert. Gegen Mehrpreis konnten sie "Couvertirt" zugestellt werden.


    Die Frage ist, ob das, wie heute, einen geschlossenen Umschlag beinhaltete, oder auch ein Streifband den Begriff abdeckte.


    Hat jemand dazu konkrete Kenntnis?


    Beste Grüße


    Altsax

    Etwas irritierend finde ich die notierten/gestempelten Daten:
    20.11. Aufgabe in Glatz

    21.11. erster Ausgabestempel rückseitig (Neisse)

    22.11. Notiz des Briefträgers rückseitig

    23.11. zweiter Ausgabestempel (Glatz)

    24.11. Datum vor dem neuen Zielort - dies müsste dann später, vom Empfänger ?, notiert worden sein?
    Oder hat jemand eine andere Erklärung?

    Lieber Michael,


    statt des Namens steht in der Briefträgernotiz "Adreßat".


    Das handschriftliche Datum "24.11." könnte von dem mit der Postannahme und -verteilung beauftragten Soldaten der Artillerie-Brigade stammen.


    Für den Herrn Leutnant war ja keine Privat-Adresse, sondern nur die Einheit angegeben, über die folglich auch die Postzustellung laufen mußte. Das macht ein Verteilungsdatum am Tage nach der Ausgabe in den Bestellgang nachvollziehbar.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Lieber Michael,


    vielen Dank für den scan des Stempelabschlags!


    Wenn die Post sich an die Polizeibehörden zur Adreßermittlung wandte, ging sie sicherlich davon aus, von dort i.d.R. eine aktuelle Auskunft zu bekommen. Das setzt voraus, daß dort An-und Abmeldungen, ggf. auch von Hausgästen, zu erfolgen hatten. Kennst Du die einschlägigen Meldebestimmungen?


    Liebe Grüße


    Jürgen

    Lieber Rainer,


    dieses Verhalten kennt jeder, der schon einmal einen Artikel zu einem philatelistisch bedeutenden Thema oder gar ein Handbuch verfaßt hat.


    Offenbar geht es einigen Zeitgenossen mehr um das Herausstreichen ihres eigenen Wissens bzw. der Bedeutung von Stücken aus ihrer Sammlung als um das Vermitteln von philatelistischem Wissen.


    Ich mußte, um einige bedeutende Stücke in meinem Handbuchprojekt abbilden zu können, auch warten, bis eine bestimmte Sammlung zur Versteigerung kam.


    Niemand ist frei von Eitelkeiten, aber bei einigen sind sie besonders ausgeprägt.


    Beste Grüße


    Jürgen

    Suche mal einen Brief aus Deutschland oder Mitteleuropa bis 1860, der Zwanzigstel-Loth-Schritte aufzeigt. Da wirst du nicht fündig werden.

    Lieber Ralph,


    Einspruch, Euer Ehren!


    Zumindest in Sachsen wurde mit der Umstellung des Loths von 1/32 Pfund auf 1/30 Pfund auch die Vorschrift über die Gewichtsangaben auf den Briefen von Sechzehntel auf Zwanzigstel Loth. geändert.


    Liebe Grüße,


    Jürgen


    Hallo zusammen,


    Der folgende Brief wurde zurückgesandt, weil der Absender an der angegebenen Adresse nicht lebte und anderswo am Ort ebenfalls nicht zu ermitteln war.




    Nach Vermerk des Briefträgers wurde vergeblich die Polizeibehörde eingschaltet, die sich mit ihrem Amtssiegel auf dem Brief verewigte.


    Leider ist dieser Abschlag weitestgehend unlesbar. Kann jemand einen deutlichen Abschlag zeigen?


    Beste Grüße


    Altsax

    Hallo zusammen,


    die folgende Fahrpostsendung sollte als portofreie Justizsache ins schlesische Waldenburg gehen, landete aber zuvor im gleichnamigen sächsischen.

    Dieser Umstand führte zu einem Abschlag des von mir seit Jahrzehnten vergeblich gesuchten Herkunftsstempels "Aus Sachsen Pto. v. Reichenbach".




    Unklar sind mir die beiden gestrichenen Taxen "7" und "4" sowie die verbliebene "1". Kann jemand helfen?


    Beste Grüße


    Altsax

    Lieber Heribert,


    das war die erste nützliche Anwendung meines großen Latinums nach Jahrzehnten. Das war übrigens eine "Zusatzaufgabe" in einer Lateinklausur.


    Liebe Grüße

    Jürgen

    Der folgende Brief ist von Breslau über Görlitz, Dresden, Leipzig und Hof nach Sils im Engadin spediert worden.



    Mich interessiert, wo der "FRANCO"-Stempel abgeschlagen worden ist. Naheliegend wäre das Post-Sped. Büro IV am Görlitzer Bahnhof, weil dort rot gestempelt wurde. Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?

    ich habe mal einen Scan der Rückseite (mit 1200 dpi) gemacht. Bei den beiden äußeren Marken ist rückseitig von der Prägung der unteren Seitenlinie nichts oder nur sehr wenig zu sehen. Die Prägung der Seitenlinie der mittleren Marke ist rückseitig gut zu sehen.

    Hallo Bayern-Kreuzer,


    vielen Dank für den scan! Es war also nur eine optische Täuschung.

    Wenn man generell mit einer harten Walze eingefärbt hat, müßten solche Phänomene häufiger vorkommen. Daß alle Trennlinien auf gleicher Höhe stehen, ist eher ungewöhnlich.


    Beste Grüße


    Altsax


    Wenn beim Druck höhere Kraft aufgewendet wurde, berührte diese Bildebene nicht nur so gerade das Papier, sondern wurde ins Papier gedrückt. Dabei kam aber auch die abgesenkte Trennlinie wieder in die Druckebene und ist daher erkennbar.

    Hallo Will,


    das ist schon klar. Was aber nicht dazu paßt, ist das (zumindest auf dem scan) Fehlen der Prägung bei der eingefärbten mittleren Trennlinie. Sie müßte eigentlich noch stärker ausgeprägt sein.


    Beste Grüße


    Jürgen

    waag. 3er-Streifen der 2 II, Platte 2 / Platte 2b mit 3 gMR-Stempeln 91 von Freising


    Aber schön anzusehen ist der Streifen schon.

    Hallo Bayern-Kreuzer,


    nicht nur schön anzusehen, sondern auch so gescannt, daß die 3. Dimension erkennbar wird!


    Der Streifen zeigt ein Phänomen, das mir bisher noch nicht untergekommen ist: Die Trennlinien unterhalb der beiden äußeren Marken sind blind geprägt, während die mittlere eingefärbt worden ist.


    Daß Tennlinien etwas unterhalb der Druckebene liegen und deshalb keine Farbe abbekommen, ist nicht selten. Daß sie beim Druck dann aber eher stärker prägen als die eingefärbte, ist schon ungewöhnlich.


    Oder ist das alles eine optische Täuschung?


    Beste Grüße


    Altsax

    Siegelseitiger Datumsstempel 2 Mai (??Ankunftsstempel Dresden??)

    Hallo Altsteirer


    das ist der seit Ende 1829 eingeführte Ausgabestempel der Dresdner Stadtpost.

    Er enthielt die Uhrzeit des nächsten Bestellganges

    N(achmittags) xx U(hr)


    Beste Grüße


    Altsax

    Erstaunlich, daß es so etwas in Preußen gab.

    Fehlerfrei arbeitete auch die preußische Post nicht immer:


    :

    Seitens der sächsischen Post wurde der doppelt schwere und damit unterfrankierte Brief als grenzfrankiert behandelt und ausgezeichnet. Die preußische Post aber stempelte mit PD, was den Empfänger entlastete, aber seitens der französischen Post vermutlich zum Rückgriff auf die preußische führte. Wer letztlich für die verbliebene Differenz aufkam, geht aus dem Brief natürlich nicht hervor. Immerhin entsprach der sächsische Grenzfrankovermerk auch nicht den vertraglichen Regeln.

    diese Frage der Zukunft des DASV und anderer ArGen bewegt auch mich schon lange.


    ....wie man die Kommunikation der Mitglieder untereinander und damit die fachliche Weiterentwicklung auf eine breitere Basis stellen könnte, denn im RB melden sich bis heute nur einige wenige großartige Experten mit längeren und sehr fundierten Beiträgen, aber das "Fußvolk" bleibt außen vor, denn die Hemmschwelle für einen eigenen Beitrag ist hoch.

    Hallo Hesse,


    in vielen Argen ist die Mehrzahl der Mitglieder über das Internet nicht erreichbar, weder durch Foren noch über Videovorträge.


    Persönlich präsent bei Mitgliedertreffen ist auch nur eine Minderheit.


    Der einzige Kommunikationsweg, über den alle erreichbar sind, ist der jeweilige Rundbrief. Dessen Inhalte entscheiden folglich nicht nur über die Wissensvermittlung und den Informationsaustausch, sondern auch über die dauerhafte bzw. neu geweckte Freude am Sammelgebiet.


    man muß also darauf achten, allen etwas zu bieten, sowohl den schon (im Wissen) weit fortgschrittenen als auch denen, die es erst dauerhaft für postgeschichtliche (und andere) Themen zu begeistern gilt.


    Mein Eindruck ist, daß viele Autoren mehr daran interessiert sind, der Welt kundzutun, was sie alles wissen (bzw. an Belegen besitzen), als daran, den weniger kundigen bzw. mit nicht so hohen Ankaufsetats ausgestetteten Informationen und Anschauungsmaterial zu präsentieren.


    Der Zukunft von Philatelie und Postgeschichte ist nicht gedient mit wenigen hochqualifizierten Experten und Großsammlern, die sich nur untereinander austauschen und zu beeindrucken suchen. Gebraucht wird eine breite Basis, die interessiert daran ist, Kenntnisse zu erwerben und zu vertiefen sowie ihre Sammlungen entsprechend auszubauen.


    Die Philatelie wird innerhalb der Gesellschaft nie mehr zu dem massenphänomen der 1970er und 80er Jahre werden. Sie hat aber das Potential, eien hochinteressante und anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung für viele zu bleiben, wenn es gelingt, die entsprechenden Kenntnisse zu vermitteln.


    Funktionäre, die nur am Erhalt bestehender Organisationsformen interessiert sind, werden das nicht leisten. Es braucht begeisterte Philatelisten


    Beste Grüße


    Altsax

    Hallo zusammen,


    beim Los 2146, dem nach Sachsen gelaufenen Hofer Telegramm, hatte ich mich ziemlich gestreckt, bin aber letztendlich nicht zum Zuge gekommen.

    Es ist das zweite Telegramm dieser Art, das ich kenne. Das in der Endphase der DDR um alle philatalistisch interessanten Stücke erleichterte Altenburger Staatsarchiv soll nach Auskunft eines Insiders eine größere Zahl an frankierten Telegrammen enthalten haben. Ist bekannt, ob darunter weitere von Hof aus beförderte waren?


    Beste Grüße


    Altsax