Nothilfe 1934 und alles, was dazu gehört

  • Liebe Freunde,


    die einzigen Marken und auch der einzige Satz, der mit aus dieser Zeit gefällt und immer schon gefiel, wird Gegenstand dieses Threads sein. Vorerst werde ich versuchen, die EF und MeF dieser 9 Marken zusammen zu tragen - ob später mehr dazugenommen werden wird, steht noch in den Sternen.


    Aber fangen wir mal mit einem Reko-Ortsbrief aus Leipzig C 13 nach Leipzig C 1, der ansprechend sammlerisch daher kommt, gefolgt von einem Bedarfsbrief (trotz Zuschlags?) aus Arneburg nach Halle an der Saale.

  • Liebe Freunde,


    auf der Suche nach Einzel- und Mehrfachfrankaturen bin ich fündig geworden und darf diesen hier zeigen.


    1. Waagrechtes Paar der 6 + 4 Pfennig auf Brief der I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft in Ludwigshafen am Rhein - heute BASF, an die Rhenania-Ossag Mineralölwerke A. G. in FFM vom 6.12.1934.


    Es verwundert mich als Laien sehr, dass eine große Firma 2 Marken zu 6 Pfg. mit jeweils 4 Pfg. Zuschlag = 8 Pfg. Zuschlag verwendete, während eine EF der 12 Pfg. Marke nur 3 Pfg. Zuschlag erfordert hätte. Überhaupt weiß ich nicht, wie man damals die Verwendung von Zuschlagsmarken vor seinen Aktionären rechtfertigte - heute wäre das schlechterdings unmöglich.

  • Hallo Siegfried,


    danke fürs Zeigen! :)


    Es scheint mir fast, als dass es mehr Zusammendrucke gibt, als gewöhnliche Briefe. Wenn du Briefe hast (Restbestände), wäre ich über ein Zeigen hier froh.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Freunde,


    eine weitere Mehrfachfrankatur hat zu mir gefunden: 3 Stück der 4 Pfg. mit Zuschlag von jeweils 2 Pfg. ergaben ein Franko von 12 Pfg., aber Kosten von 18 Pfennig. Leider kann ich den Ort des am 18.2.1935 gestempelten Briefes nicht erkennen ...

  • Lieber Ralph,

    :?::?::?::?::?::?::?::?::?:


    Liebe Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber Ralph,


    auf Deine Frage per email nach den Fragezeichen antworte ich hier, weil vielleicht der eine oder andere damit auch nicht klargekommen ist.

    Ich hätte mir aber schon gedacht, dass Du selber das gleich verstehen würdest, was ich da meine, weil ich so etwas Modernes von Dir halt hinten und vorne nicht kenne. Ich habe jedenfalls zweimal nachgeschaut, ob der Beitrag wirklich von Dir ist..


    Liebe Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • was ich da meine, weil ich so etwas Modernes von Dir halt hinten und vorne nicht kenne. Ich habe jedenfalls zweimal nachgeschaut, ob der Beitrag wirklich von Dir ist..

    So ungefähr erging es mir auch. ;)

    Es war schon fast wie ein Donnerhall, daß er das Thema aufgemacht hat.

  • Liebe Freunde,


    in einem anderen Leben war ich ja mal Generalsammler von ganz Deutschland und die einzigen Marken des III. Reichs, die mir graphisch sehr gut gefielen (und die auch keine Abzeichen aufwiesen, die mir die Sammelei hätten vermiesen können), waren eben diese Berufsstände der Nothilfe 1934.


    Daher habe ich dieser stillen, über 45 Jahre währenden Sympathie zu diesen hübschen Marken, etwas Ausdruck verleihen können, indem ich den Markt ein bisserl abgegrast habe und ich, wenn es die Portokasse zulässt, auch weiterhin den ein oder anderen Brief schnappen werde, zumal die Auflagezahlen ja sehr gering waren, jedenfalls zigfach geringer, als von den bayerischen Marken der Kreuzerzeit, was sich aber nicht im Katalog- und Realpreis widerspiegelt. Von daher ein Hobby im Hobby. :thumbup::thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • AHA !

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Finde ich prima, Ralph!


    Auch ich kümmere mich ab und zu mal um meine III. Reich Sammlung - die, anders als meine altdeutsche Sammlungen, eher zeitgeschichtlich orientiert ist. Und hier mein kleiner Beitrag zum Thema:


  • Die Marken des III. Reiches sind ja im Grunde vor allem Propagandamarken, welche die Vision der Nazi-Elite darstellten und gleichzeitig den Beobachter manipulieren sollten. Ziel meiner Sammlung ist es, beides zu dokumentieren. Dazu recheriere ich zu jeder Marke/Satz den zeitgeschichtlichen Hintergrund. Oft finden sich interessante Details, deren kurze Erwähnung alleine den Bezugsrahmen eines Lesers (meines Albums) verändert. Noch lieber sind mir aber zusätzliche Dokumente - z.B. Propagandakarten - die das Abartige des ganzen Regimes entlarven.

  • ... das ist nicht mein Anspruch - ich mag die Marken nur aus graphischen Gründen, mehr nicht. In die Hintergründe einzusteigen würde mein Sammelziel überfordern.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Freunde,


    heute sind gleich 4 nette Briefe auf meinem Tisch gelandet. Bis auf den 1. sind sie hinten blank, wie wohl üblich damals.


    1. Das "Highlight", welches ich zeigen kann, ist ein Brief aus Berlin vom 11.3.1935 als Ortseinschreiben an Max Spanenberg Berlin N2U 52 Paulstr. lagernd", wobei ich mal davon ausgehe, dass man postlagernd meinte, früher "poste restante" genannt. Die Zusammendrucke stammen alle aus Markenheftchen. Das Franko von 38 Pfg. erschließt sich mir nicht, weil ich von den Portostufen keine Ahnung habe, sieht aber nett aus.


    2. Objekt ist ein Ortsbrief aus Chemnitz vom 23.4.1935 an Walter Richter in Chemnitz, der weit überfrankiert sein dürfte, aber das hat damals keinen gestört, schon gar nicht die, die die Zuschläge von 11 Sondermarken verwalten durften. Alles so schön bunt hier, sang mal Nina Hagen und so sehe ich das auch ...


    3. Objekt ist eine Drucksache zu 3 Pfg. aus dem schönen Hamburg vom 3.12.1934 an Herrn Joh. Mawrochi in Berlin U. W. 40 in der Flemmingstr. 1 des Marcophilhauses Reinold Götz in Hamburg 1 Paulstraße 2. Ich vermute mal, dass man eine Preisliste eingelegt hatte, die jetzt natürlich ob ihrer Begehrlichkeiten fehlt.


    4. und letztes Objekt für heute ist ein Mehrfachfrankatur aus Bitterfeld vom 10.1.1935 mit 2 Stück der 12+3 Pfg. der Firma Otto Luft Bitterfeld Postfach 65 an die Firma Theuerkauf & Scheibner in Leipzig 5, Mariannenstr. 91a. Das dürfte echter Bedarf der 2. Gewichtsstufe sein und die 6 Pfg. Zuschlag dürfte man bei gut gehenden Geschäften verschmerzt haben können.

  • Liebe Freunde,


    heute sind gleich 4 nette Briefe auf meinem Tisch gelandet. Bis auf den 1. sind sie hinten blank, wie wohl üblich damals.


    1. Das "Highlight", welches ich zeigen kann, ist ein Brief aus Berlin vom 11.3.1935 als Ortseinschreiben an Max Spanenberg Berlin N2U 52 Paulstr. lagernd", wobei ich mal davon ausgehe, dass man postlagernd meinte, früher "poste restante" genannt. Die Zusammendrucke stammen alle aus Markenheftchen. Das Franko von 38 Pfg. erschließt sich mir nicht, weil ich von den Portostufen keine Ahnung habe, sieht aber nett aus.

    Hallo Ralph,


    das sind alles sehr hübsche Belege, frankiert mit einer im hochwertigen Stichtiefdruck produzierten Serie. Mir gefallen diese Marken auch sehr.

    Zur Portostufe deines 38 Rpf-Beleges. Es sollte ein Ortseinschreiben sein, gelaufen innerhalb von Berlin. Der Ortsbrief kostete 8 Rpf und der Zuschlag für Einschreiben 30 Rpf, die Frankatur ist also portorichtig.

    Die Zustellung in Berlin erfolgte innerhalb von gut 5 Stunden, das waren noch Zeiten....

    Beste Grüße

  • Lieber Ralph,


    schöne Belege, aber Du bist mir hoffentlich nicht böse, wenn ich sage, dass mich die beiden schlichten noch mehr ansprechen als die eher "gemachten", obwohl mir schon klar ist, dass es letztere ohne Philatelisten gar nicht gäbe. Und die Drucksache ist darünerhinaus noch ein Stück Philateliegeschichte.


    Liebe Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)