Beiträge von Kontrollratjunkie

    Der 59. Beleg ist eine Fernpostkarte nach Steinigtwolmsdorf, die in der Poststelle I "Wilschdorf (Kr Dresden)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte am 22.06.1946.


    Die Karte wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 920 a freigemacht.


    Interessant ist natürlich der politische Losungsstempel, der zur Teilnahme am Volksentscheid vom 30.06.1946 aufruft.


    "Der Volksentscheid in Sachsen über das Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes am 30. Juni 1946 war die erste Abstimmung in der Sowjetischen Besatzungszone und zugleich die erste direktdemokratische Abstimmung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gesetz sah die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitzern, Kriegsverbrechern und aktiven Nationalsozialisten vor. Mit einer Mehrheit von 77,56 % nahmen die Abstimmenden die Vorlage an.

    Das dem Entscheid nach damals in Sachsen geltender Rechtslage eigentlich zwingend vorausgehende Volksbegehren wurde aufgrund der Verordnung über Volksbegehren und Volksentscheid vom 4. April 1946 umgangen.[1] Insofern handelte es sich bei dem Volksentscheid in Sachsen um kein direktdemokratisches Initiativverfahren, sondern vielmehr um ein Referendum. Der Volksentscheid selbst wurde hingegen nach demokratischen Grundsätzen korrekt durchgeführt."

    (Quelle: Wikipedia)


    Liebe Freunde,


    Der 2. Brief aus Deutschbora lief nach Bad Soden am Taunus (vor meiner Haustür gewissermaßen) am 25.2.1935 und kam am Folgetag dort an. Er ist frankiert mit 54 Pfennig, wobei 30 Pfg. für die Einschreibung und 24 Pfg. für das Fernbrieffranko über 20-250g waren. Ich muss gestehen, dass ich den Namen dieses Ortes zuvor nie gehört habe.

    Lieber Ralph,


    der Ort Deutschenbora liegt westlich von Dresden zwischen den Orten Nossen und Wilsdruff im Sächsischen. Gerne zeige ich dir Belege mit Verwendungen in Deutschenbora.

    Aber nein...... das würde ja nicht passen, da ca. 11 Jahre später gelaufen...... 8)


    Das sind wieder sehr hübsche Belege.


    Liebe Grüße

    Rüdiger

    In der Hoffnung, dass es in Ordnung ist, möchte ich zu diesem schönen Thema auch gerne etwas aus meiner Sammlung beitragen.

    Heute einen portorichtigen Fernbrief von der Poststelle II Buchholz über Schwarmstedt nach Hannover. Frankiert wurde er mit einer Mischfrankatur der Mi.Nr. 557 und 560, also der Wertstufen 4 und 8 Rpf aus der schönen Ständeserie.


    Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Schwarmstedt am 05.01.1935.


    Hallo Rolf-Dieter,


    das ist sicher eine gute Lösung, falls ein solcher Beleg einmal in eine Ausstellungssammlung integriert werden soll. Im allgemeinen ist das aber zuviel Aufwand. Da müsste ich ansonsten wahrscheinlich eine hoch dreizellige Anzahl von Belegen aufhübschen.


    Beste Grüße

    Rüdiger

    Nach dieser sehr interessanten und teilweise auch leidenschaftlichen Diskussion werfe ich gerne auch einmal die Meinung eines "Nachkrieglers" in die Arena.

    Der Ästhet mag natürlich am liebsten saubere fleckenfreie Belege mit gut gezähnten, bzw. geschnittenen Marken und mit sauberer, lesbarer Abstempelung.

    Der Postgeschichtler freut sich aber ebenso über einen nicht ganz perfekten Beleg, wenn er eine seltene Abstempelung, eine rare Postmeistertrennung oder eine gute Destination beinhaltet.

    In meinem Sammelgebiet gibt es z.B. viele Belege, vor allem markenlose Belege, die eine Registraturlochung aufweisen. Sie entstammen dann Firmenarchiven und wurden eben aus Archivgründen so abgelegt. Wären sie vernichtet worden, gäbe es sie eben gar nicht.

    Und dann ist es mir ganz ehrlich auch egal, wenn die Stücke sauber gelöchert sind. Hauptsache, ich kann den seltenen Notstempel oder die gute Trennung belegen. Dass solche Stücke mit Preisabschlägen gehandelt werden, ist natürlich selbstverständlich. Und in einer Ausstellungssammlung sollen vor allem gut erhaltene Belege gezeigt werden, Aber was, wenn es sie in der Form einfach nicht gibt ?


    Alles hat seine zwei (oder mehr Seiten) und das Schöne ist ja auch, dass es immer mehrere Ansätze zu einer Sammlung gibt. Entscheidend sind für mich immer die Zeitumstände, aus denen die Belege stammen. Angeschnittene Einzelmarken sehe ich schon kritisch, aber originäre Belege, die allem Anschein nach genau so entstanden sind, weil es eben üblich war, oder in der Zeit nicht anders denkbar, gehören in eine gute Sammklung. Schon aus dokumentarischer Sicht.
    Gerade in meiner Zeit kurz nach Ende des II. Weltkrieges war alles knapp, vor allem Papier. Schicke und hochwertige Umschläge z.B. haben Seltenheitswert. Üblich waren eben Umschläge aus schlechtem Papier, Mehrfachverwendungen durch Überkleben oder einfaches Wenden, Überklebungen von Adressen oder sogar der Frankatur usw..

    Soll ich auf das alles verzichten ? Zumal es zeittypisch ist ?


    Verzeiht mir bitte den Ausritt in eine andere Zeitepoche, die aber ähnliche Probleme kennt.....


    Beste Grüße vom SBZ-Sammler Rüdiger

    Fernbrief erster Gewichtsstufe vom Postamt Ebersbach 2 nach Zittau. Die Entwertung der Frankatur erfolgte am 18.09.1945 mit dem Notstempel Ebersbach (Sachs) 2.


    Nach dem Katalog der "Ortsnotstempel Deutscher Postanstalten 1945-1953" von Arenz/Kahl/Richter wird dieser seltene Stempel in der Gruppe 3 geführt.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 46 a freigemacht.


    Als 54. Beleg zeige ich einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Munzig über Meißen" aufgegeben wurde. Die Abstempelung des Briefes erfolgte im zuständigen Leitpostamt Meißen mit einem Werbestempel am 30.07.1947.


    Der Beleg wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur durch eine Nr. 951 a freigemacht.


    Diese Motivmarke hat einen klar definierten Wert und der beträgt 85 Cent. Das war`s. Alles andere ist denglisch "hype" und wird sich früher oder später in Luft auflösen. Wäre ja auch nicht das erste Mal bei solchen Begebenheiten......


    Ansonsten gilt:

    Ich werde mich hüten, dem Chef zu widersprechen. ;)

    Liebe Freunde,


    eine 6 Pfg. Einzelfrankatur hatte mir noch gefehlt - jetzt ist sie da von Reichenbach mit einem Landpoststempel (?) aus Olbersdorf nach Chemnitz vom 6.2.1935.

    Lieber Ralph,


    es handelt sich bei dem schönen Stempelabschlag auf der netten Karte aus Olbersdorf um einen Poststellen II - Stempel aus dem kleinen Ort Olbersdorf über Reichenbach.

    Die Entwertung der Frankatur wurde im zuständigen Leitpostamt Reichenbach-Land am 6.2.1935 vorgenommen, da die Poststelle II generell keinen Entwertungsstempel führte. Eine wirklich schöne Karte.....


    Liebe Grüße

    Rüdiger

    Der nächste Beleg (Nr. 67) mit Barfrankatur "Gebühr bezahlt" ist eine Fernpostkarte nach Dresden A 1, die in Pirna abgesandt wurde. Die Abstempelung erfolgte im Postamt Pirna 1 am 30.10.1945.


    Die Katalogbezeichnung dieser Variante lautet Nr. 4 a, Rahmenstempel mit Umrandung, zweizeilig.


    Interessant ist noch die erfolgte Nachsendung nach Cossebaude, da der Empfänger in Dresden offenbar nicht anzutreffen war.

    Und natürlich der interessante Eindruck links oben auf der Karte, der mit dem Spruch


    "Wer statt Briefe Karten schreibt,

    spart an Rohstoff, Geld und Zeit !"


    auf die Notwendigkeit des Papersparens hinweist.

    Der Beleg stammt eben aus einer Zeit des Mangels.....


    Lieber Ralph,


    die Öffnungszeiten des Bordpostamtes an Bord des Zeppelins LZ 127 sind mir zwar nicht bekannt, aber ich vermute einmal, dass man sich dort nach Wunsch / Bedarf bedienen lassen konnte.

    Neben der wundervollen Aussicht aus den Wolken mal eben einen Brief oder eine Karte an die Zurückgebliebenen zu versenden, das hat doch etwas...... :)


    Und bei meinem Beleg handelt es sich um Dokumentationspost der Fa. Sieger. So etwas wurde sicher nach den vorhandenen Möglichkeiten bearbeitet, hier eben am zweiten Tag der Fahrt.


    Liebe Grüße

    Rüdiger

    Nach so vielen schönen und interessanten Bedarfsbelegen wage ich es heute einmal, einen "etwas" anderen Beleg daneben zu stellen. Er stammt aus der Kategorie, die der liebe Ralph nicht so gerne sieht.

    Aber ich hoffe doch, dass die Optik den anderen von vielen so empfundenen Nachteil ein wenig abschwächt....


    Nun also der Zeppelinbeleg in Form einer Karte von der 12. Südamerikafahrt (Weihnachtsfahrt 1934) des LZ 127 "Graf Zeppelin".



    Der Zeppelin LZ 127 startete am 08.12.1934 um 21.48 Uhr in Friedrichshafen und landete dann am 12.12.1934 um 01.50 Uhr nach einer Fahrtdauer von gut 76 Stunden in Pernambuco / Recife in Brasilien. Natürlich war auch Bordpost dabei. Dieser Beleg stammt aus der Bordpostaufgabe vom 09.12.1934, also vom zweiten Tag der Fahrt.


    Außer den Bordpoststempeln, die die Frankatur entwertet haben, stammt auch der grüne Bestätigungsstempel mit dem Kb. "d" vom Bordpostamt.


    Interessant ist auch der rote Hinweisstempel, der auf die in den letzten sechs Jahren von 1928 - 1934 zurückgelegte Gesamtfahrtstrecke von 1.000.000 km hinweist.


    An dem Beleg hat mich besonders die schöne Frankatur angesprochen, zur portorichtigen Freimachung von 1,40 RM wurde außer der Zeppelinmarke zu 1 RM noch der Höchstwert aus der Nothilfeserie "Berufsstände" von 1934 genutzt. Da akzeptiere ich auch gerne, dass es sich um einen reinen Dokumentationsbeleg der Fa. Sieger handelt.


    Rückseitig findet sich der Ankunftsstempel aus Recife vom 12.12.1934 und der obligatorische Hinweisstempel der Fa. Sieger, die den Beleg nach Ende der Aufbewahrungsfrist gerne zurück haben wollte.



    Der Beleg wird bei Sieger unter der Nr. 286 Ab (auf der Karte falsch notiert) und bei Michel unter der Mi.Nr. 418 e geführt.

    Als 35. Beleg zeige ich einen einen Abschlag des schönen Werbestempels aus Geithain in der RPD Leipzig vom 11.10.45. Der Werbetext lautet "Bekannt durch seine gute Emaille".


    Es handelt sich um einen Fernbrief nach Schwerin in Mecklenburg. Der Brief sollte offenbar mit einer Barfrankatur freigemacht werden, der entsprechende Vermerk fehlt jedoch. Ob der Brief also "durchgerutscht", oder wohlmöglich gar nicht gelaufen ist, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit belegen.


    Der zweite Beleg trägt den Notstempel von Döbern (Niederlausitz), der nach Berfa über Alsfeld in Hessen gelaufen ist. Die Entwertung der Frankatur erfolgte am 25.02.1946 mit dem Notstempel in der Type a.


    Nach dem Katalog der "Ortsnotstempel Deutscher Postanstalten 1945-1953" von Arenz/Kahl/Richter wird dieser Stempel in der Gruppe 1 geführt.


    Der Brief ist portorichtig frankiert und wurde mit einer Einzelfrankatur der Nr. 5 A freigemacht.