• Hallo kreuzerjäger,


    schönes Stück! Der KGE - Stempel wurde hier natürlich korrekterweise abgeschlagen, er kam aber auch (hier und anderswo) auf Briefpostgegenständen vor, wo er nicht hingehörte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    für den geneigten Leser älterer Frachtbriefe etwas selbsterklärendes; mal ein roter KGE, wie es nicht üblich war und dann ein Briefpoststempel, hier von Seligenstadt als Grenzeingang - hat man auch nicht alle Tage.


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    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend,


    möchte hier einen Frachtbrief von Bamberg vom 14. März 1837 zeigen.
    Es handelt sich um eine Kiste mit Kleidern (Gewicht 27 1/4 Pfund ?), die im
    Auftrag des Spediteurs Nikolaus Kopp durch den Würzburger Fuhrmann Meinel
    nach Frankfurt / Main transportiert wurde.
    Oval-Stempel der Güter Bestätterey No "4" Bamberg und ein Zweikreisstempel
    K.B. CHAUSSEE = GELD - ST (letzter Buchstabe unleserlich) und Ziffer "12" im Innenkreis.


    Kann jemand Angaben zu diesem Stempel machen ???


    Gruß Oisch

  • Folgenden Frachtbrief konnte ich kürzlich günstig einsammeln und da er preußische und sächsische Stempel der Güter-Expeditionen aufweist, stößt er vielleicht bei dem einen oder anderen auf Interesse.

    Am 16.4.1867 sandte die Firma Neuhoff aus Elberfeld, preuß. Rheinprovinz, einen 41 Pfund schweren Ballen Rothgarn per Eilgut an die Firma Winkler & Liebscher in Sebnitz. Der Bahntransport erfolgte über Cassel und Leipzig bis zur Station Krippen (heute zu Bad Schandau gehörend) der Sächs. Oestl. Staatseisenbahn, die ca. 2 Meilen von Sebnitz entfernt war. Eine direkte Bahnverbindung von Krippen nach Sebnitz (und weiter bis Bautzen) wurde 1877 eingerichtet.

    Die Stempel:

    von Barmen ein Doppelkreisstempel B : M : E : B GÜT.EXP.BARMEN , wobei die ersten 4 Buchstaben für die Betreibergesellschaft der Bergisch-Märkische-Eisenbahn steht.

    von Dresden jeweils ein Empfangs- und ein Abg.-Rahmenstempel auf der Rückseite (rechts unten) mit der Beschriftung S.B. St.-B.

    von Krippen ein Empfangs-Rahmenstempel rechts oben, daneben/darunter befindet sich ein Ankunftsstempel mit leider nicht lesbarer Angabe.

    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Frachtbrief aus Chemnitz (Sachsen) vom 15. Dezember 1874, der über Eger (Bayerischer Bahnhof in Österreich. Die Bahnstrecke und den Bahnhof baute die Bayerische Priviligierte Ostbahngesellschaft, die im Jahre 1876 verstaatlicht wurde), zum Bahnhof Kemnath-Neustadt (blauer Stempel). Von da erfolgte die Weiterbeförderung mit der der Bayerischen Post (Fahrpost) nach Ebnath bei Brand im Fichtelgebirge. Sauberer Abschlag des Bayerischen Nebenzollamtsstempel von Eger, sowie ein sauberer Abschlag der Bayer. Ostbahnen Güterexpedition von Eger und des Stempels der Güter Expedition Kemnath-Neustadt.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu ein weiterer Beleg:

    Frachtbrief aus Triest (Österreich) vom 23. März 1876 nach Vilshofen (Bayern) über Kufstein (Bayerischer Bahnhof in Österreich) und Haidhausen (Bayern).

    In Triest mit 5 Kreuzer Gebührenmarke. K.G.E. Stempel in Kufstein.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • .... und gleich noch ein Eilfrachtbrief für 3.200 kg frische Waldbeeren von Kirchenthumbach nach Pressath vom 8. August 1922. Die Beförderung kostete 1.683 Mark. Zwischen Pressath und Kirchenthumbach bestand eine Lokalbahn. Siehe folgenden Link:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…h%E2%80%93Kirchenthumbach


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo,


    Eine hohe Frachtgebühr, so dachte ich auf den ersten Blick. Aber im August 1922 war die Inflation immerhin schon mindestens im Trab.

    Die Menge der Waldbeeren war mit 3.200 kg beachtlich. Die muß man erst mal verkaufen. Aber damals gab es anscheinend eine Menge Leckermäuler, die sich so etwas leisten konnten.


    beste Grüße

  • Hallo @all,


    nachfolgend möchte ich Euch einen Frachtbrief zeigen, der mit einem mir unbekannten

    Güterexpeditionsstempel entwertet wurde. Weder im Sem, noch im Winkler wird der Stempel

    erwähnt. Ich kenne von Münchberg lediglich den KGE in Grotesk und Antiqua.

    Kann mir von Euch jemand eine Quelle nennen, wo dieser Stempel behandelt/ beschrieben wird?

    Breite - 34 mm, Höhe - 34 mm.


    Viele Grüße


    Torsten

  • Hallo Torsten,


    ich habe das 20 Jahre lang nebenbei gesammelt - es dürfte noch einige dieser KGE - Stempel geben, die uns Sammlern unbekannt sind. Ich vermute aber, dass jede KGE in Bayern einen oder eher mehrere Stempel hatte und halt nur in Ausnahmefällen diese zur Markenentwertung bzw. im postalischen Dienst eingesetzt wurden.


    Ich habe leider keine Liste aller KGE in Bayern im Netz oder sonstwo finden können, sonst könnten wir abgleichen, was postalisch bekannt ist und was noch nicht.


    P.S. Nicht "entwerten" schreiben - hier gab es nicht zu entwerten ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo @Ralph,


    vielen Dank für Deine Hilfe. Das hätte ich jetzt nicht erwartet, dass es auf diesem Gebiet so vieles noch

    unbekanntes gibt, was aber für einen Stempelsammler durchaus reizvoll sein kann. Ich habe hier noch

    einige Andere Abschläge, die nirgends zu finden sind.


    Mir ist leider nichts anderes eingefallen als "entwertet" :) - wie könnte man KGE´s sonst noch bezeichnen ?


    Viele Grüße


    Torsten

  • Hallo Torsten,


    die KGE - Stempel waren auf den Frachtbriefen abzudrucken als Nachweis des Wareneingangs. So würde ich das formulieren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    hier ein Brief aus der Vor-Eisenbahn-Zeit von 1835.

    Eine Kiste Baumwollener Waren mit 1 Zentner und 83 Pfund Gewicht wurde von der Fabrik des Joseph Goldschmidt in Breslau an die Herren Bendix & Co. in Berlin geliefert.

    Der den Transport übernehmende Fuhrmann Johann M. Schay übernahm den Transport und lieferte die Ware, nach Kontrolle durch das Kg. Pr. Haupt Steuer Amt, bei Moreau Vallette (einem Lagerhaus?) in Berlin ab.

    Interessant sind einige Details: In dem Frachtbrief sind wichtige Angaben schriftlich wiederholt worden, vermutlich um einer Verfälschung vorzubeugen. Wichtig war natürlich das Gewicht, aber auch das Aufgabedatum wurde mit Sechsten (August) wiederholt. Unten in dem Frachtbrief war die Lieferzeit mit 18 Tagen vorgegeben und wie man an dem Datum des Steuer Amtes sieht, kam die Ware aber erst am 29.8. in Berlin an. Also nach 23 Tagen, 5 Tage zu spät (für ca. 330 km!).



    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,

    dieser Frachtbrief hat doch keine postalische Relevanz, oder sehe ich das falsch?

    Unter welcher Rubrik ordnest du so etwas in deine Sammlung ein?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    damit hast Du absolut recht, eine postalische Relevanz gibt es hier nicht. In eine klassische PO- oder Stempel-Sammlung passt er nicht.


    Der Frachtbrief könnte z.B. in eine Sophy- oder OpenPhilatelie-Sammlung bei den Themen Eisenbahn/Bahnpost (hier als Vorläufer-Beleg) oder Wirtschaftsgeschichte eingebaut werden. Habe da noch keine feste Vorstellung von, aber für den Preis eines 1/2 BP$ lege ich mir so was beiseite.


    Ist für mich auch einfach ein Zeitdokument. Man vergisst schnell, wie lange Warentransporte in der Zeit vor den Eisenbahnen unterwegs waren.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Freunde,


    genau so ist es - wenn man bedenkt, wie viele mit der Briefpost verschickte Rechnungen es im 19. Jahrhundert gab, die ja auch als Paketbegleitbrief unter 1 Loth gratis waren, braucht man sich wegen der Laufzeiten nicht zu wundern - da kam ein Brief in Preussen halt in 2 Tagen an für die o. a. Strecke und nicht erst nach mehreren Wochen.


    Ich finde, wir Postgeschichtler sollten flexibel sein, was solche und vergleichbare Belege angeht - sie runden ein eher postalisch - einseitiges Bild in perfekter Weise ab und dokumentieren das richtige Leben abseits von Stempelhandbüchern und Nummernstempelaufschlägen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus