• Liebe Freunde,

    ein Brief aus Augsburg vom 27.8.1812 bereitet ob seiner Schweizer Taxe etwas Probleme.

    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/18120827d2500a5ejpg.jpg]

    Bayern notierte 8 Kr. bis Lindau. Durch Zürich in den Kanton Schwyz wurden 10 Kr. hinzugezählt, so dass wir für den Empfänger 18 Schweizer Kreuzer Gesamtporto vorfinden.
    Weiß jemand, wie sich diese 10 CH - Kreuzer aufteilen?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Hallo bayern klassisch,

    nachdem zu dieser Zeit Vorarlberg zu Bayern gehörte, bezogen sich die bayerischen 8 Kr. über Lindau hinaus bis zur schweizer Grenze. Die restlichen 10 Kr. kassierte komplett die Züricher Kantonalpost, da diese einen Teil der Schwyzer Post bereits 1803 gepachtet hatte. Dieser Zustand dauerte bis Ende 1840.

    Grüsse von liball

  • Hallo liball,

    danke für die Beschreibung meines Briefes - ich werde die Beschreibung ändern.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

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  • Hallo liball,

    hier einer aus Augsburg vom 6.10.1819 nach Schwytz, der auch 8 Kr. für Bayern und weitere 10 für den Empfänger kostete. Voralberg war nicht mehr bayerisch, an der Gebührenhöhe hatte das aber nichts geändert.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Bilder

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Hallo bayern klassisch,

    nicht schlecht diese Briefe.

    Österreich vereinbarte mit der GPD des Kantones Zürich in § 4 des Postvertrages vom 22.6.1816, dass alle durch Vorarlberg transitierenden fremden Korrespondenzen unentgeltlich an die Schweiz geliefert werden. Gegenüber Bayern hat Österreich dies im Separatartikel zum Postvertrag von 1819 ebenfalls zugesichert.

    Grüsse von liball

  • Hallo liball,

    danke für deine netten Worte, liest man gerne von einem Kenner. :)

    Schön, wenn ich jetzt die Grundlage für die Taxen und Leitung des Briefes kenne. Vielen Dank dafür. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Verehrte Freunde,

    das ist doch ganz interessant für mich - als Besitzer von zwei Briefen aus dieser Korrespondenz und weitgehender Laie auf diesem Feld würde mich deren Taxierung und der Laufweg interessieren.
    Gibt es - abgesehen von den Postverträgen - noch weiterführende Literatur z.B. aus der Schweiz dazu?

    Viele Grüße aus Erding!

  • Hallo Erdinger,

    über den Auslandspostverkehr der Schweiz hat Richard Schäfer einige Bücher geschrieben, z.B. Auslandspostverkehr Anfänge bis 1798 und Auslandspostverkehr 1798 bis 1850.

    Er hat dabei auch eine Vielzahl von Briefen beschrieben, wobei was die außerschweizer Taxen angeht, nicht alles "paßt".

    Grüsse von liball

  • Lieber Erdinger,

    liball hat Recht - ich habe seine Bücher und werde, wenn es Zeit gibt, mal nach schauen, ob ich diese beiden knacken kann. Leicht ist aber etwas anderes.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo Freunde

    Dieser hier gezeigte Brief ist interessant, finde ich.

    Der Brief lief von München nach Schwyz in November 1806. Vorne ist es Franko Augsburg vermerkt und rückseitig finden wir die 4 Kreuzer für die Strecke München-Augsburg die der Absender bezahlt hat. Also hat man nur teilweise für die Strecke durch Bayern bezahlt.
    Die Antwort hierzu ist dass Taxis den Lehenspost in Bayern hatte, und dass der hier wirksame Vertrag zwischen Thurn & Taxis und Zürich bestimmend war.

    Von Augsburg aus lief der Brief in geschlossene Paket nach Zürich und von dort weiter nach Schwyz.
    Die Taxierung kann ich nur vermuten. Zürich vergütete 6 Kreuzer an Taxis (schwarze Tinte). Bis Zürich war den Porto mit 12 Kreuzer gerechnet, und dazu kam 4 Kreuzer nach Schwyz, so dass der Empfänger 16 Kreuzer bezahlt hat.

    Viele Grüsse
    Nils

  • Lieber Jörgen,

    zu #10 - 18 Kr. steht da als Paraphe geschrieben.

    Hallo Nils,

    kein häufiger Brief, wie ich denke und die Art der Frankatur musste ja so nicht sein, man konnte auch alles bis zur Grenze oder zum Zielort bezahlen. Der hat ein Gesicht!

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


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    • Offizieller Beitrag

    Hallo bayern klassisch

    Die Reglung oder Bezahlungsmöglichkeiten kenne ich hier nicht so genau, vielleicht auch nicht der Absender. Der Frankovermerk kam wohl im Postamt hinzu.

    Hat jemand hier ein ähnlicher Brief der auch von München geschickt war?

    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Freunde,

    heute zeige ich einen Brief aus Erlangen vom 28.1.1839 über Lindau nach Schwyz. Die Aufgabepost notierte 12 Kreuzer für Bayern bis Lindau, die Post von Zürich erhöhte um 8 Schweizer Kreuzer auf 20 Kreuzer Endporto.

    Österreich vereinbarte mit der GPD des Kantones Zürich in § 4 des Postvertrages vom 22.6.1816, dass alle durch Vorarlberg transitierenden fremden Korrespondenzen unentgeltlich an die Schweiz geliefert werden. Gegenüber Bayern hat Österreich dies im Separatartikel zum Postvertrag von 1819 ebenfalls zugesichert. Zürich hatte seit 1803 die Post im Kanton Schwyz gepachtet.

    Frage: Lief er 1839 noch über Land (Vorarlberg-Österreich), oder schon mit dem Dampfboot über den Bodensee?

  • Lieber José,

    hab vielen Dank für diese Informationen - das mit 1836 hatte ich noch so im Gedächtnis, war mir aber unsicher (und habe das passende Buch mal wieder nicht gefunden hier, in dem das steht).

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Liebe Sammlerfreunde,

    einen noch früheren Brief aus Erding nach Schwyz in der Schweiz kann ich zeigen: Brief aus Erding vom 27. Oktober 1805, zum Forwarder Joseph Schlatter in Lindau befördert. Dieser vermerkte siegelseitig ein Datum vom 2. November 1805 und gab ihn als Portobrief bei der Post in Lindau auf. Sicherlich bestand auch schon zu dieser Zeit ein direkter Paketschluß mit Rheineck (Kanton St. Gallen). Bis dahin fielen 2 Kreuzer rh. Porto an. Von da bis Schwyz (Kanton Schwyz) fielen weitere 5 Kreuzer rh. Porto (für die Kantone St. Gallen und Schwyz) an, so daß der Empfänger 7 Kreuzer rh. Porto bezahlte. Lindau gehörte zu dieser Zeit zu Österreich und war Vorarlberg angegliedert. Es war in Vorarlberg noch die Vorderösterreichische Post (Lehensvertrag mit Thurn und Taxis) tätig. Die 2 Kreuzer Porto von Lindau bis Rheineck gingen daher in die Kasse der Vorderösterreichischen Post.

    LG, Hermann