TT - Großbritannien & Irland

  • hallo Zusammen,

    zu Üben und Lernen habe ich mir diese Woche einen Brief aus der Bucht geangelt, der mich weniger wegen seines Erhaltungszustandes, sondern wegen des schön dokumentierten Reiseweges ansprach.

    Ein Schreiben aus Weimar, abgesandt am 2.7.1853 an Sir Archibald Hope, 12th Baronet of Craighall, wohnhaft in Pinkie House, Musselburgh near Edinburgh. Über Sir Archibald gibt es wenig zu berichten, aber Pinkie House steht heute noch. Weimar war damals Hauptstadt des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, dessen Postbeförderung durch Thurn & Taxis geleistet wurde.

    Nach Aufgabe des Briefes erfolgte der Transport mit der Eisenbahn über Halle-Magdeburg-Minden-Coeln-Verviers nach Ostende. Weiter über London nach Musselburgh.
    Vorderseitige Vermerke: "fr(anco)" , rot "3.1/2", roter Stempel "PAID FZ 5 JY 1853" roter Stemepl "P" und Stempel "3-1/2" (?). Siegelseitig blau "4fr".

    Meine Bitte an Euch: Wie wurden die Taxierungen vorgenommen und wo finde ich die zugrundeliegenden Verträge/Regelungen?

    schönen Sonntag
    stampmix

  • Hallo stampmix,

    alles aus der Hüfte: 3 Sgr. für TT als Postvereinsgebühr bis 1 Loth Gewicht über 20 Meilen bis Aachen. 1/2 Sgr. für Belgiens Transit. Von den 4 Sgr. Weiterfranko blieben demnach 3 1/2 für GB übrig, die auch notiert wurden.

    Massgeblich war der PV Preußens - Belgiens - GB. Hier im Forum ist unten eine "Postvertragsseite" verlinkt zur Homepage des DASV. Dort einfach mal abklappern unter dem Stichwort Preußen ab 1850, bis der PV gefunden wird. Alternativ, falls dieser PV nicht eingestellt sein sollte, kann ich dir die bayer. VO geben oder hier einstellen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph

    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.


  • Brief vom 27. August 1854 aus Worms nach Baldock (Grafschaft Herfordshire in England).

    Leitweg: über Frankreich (Forbach) - erste Brieftaxperiode (von 1853 bis 31.12.1854):
    Taxe: 6 Kreuzer Vereinsporto + 14 Kreuzer fremdes Porto pro 7,5 Gramm Briefgewicht.

    Nur ein weiterer Taxis-Beleg mit 20 Kr.- Frankatur bislang bekannt!

  • Brief vom 19. April 1860 aus Sprendlingen (Rheinhessen) nach Birmingham, wo der Brief am 23. April 1860 ankam, indes seinen Empfänger nicht (mehr) erreichte. Deshalb weitergeleitet nach Bradford, wo er schließlich am 24. April 1860 eintraf.

    Handschriftlich "I" für 1 Penny Nachsendegebühr.

    Leitweg: über Preußen und Belgien: erste Brieftaxperiode (von 1853 bis zum 31.03.1862)

    Taxe: 9 Kreuzer Vereinsporto + 14 Kreuzer fremdes Porto

  • DAS ist ein wahrer Traum :P:P:P:P:P (nur war der Tarif nicht soooo lang gültig) :D

    Liebe Grüsse vom Ralph

    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.


  • jetzt noch eine Granate:

    Brief vom 8. Februar 1867 aus Mainz nach London; Weiterfranko-Vermerk 30

    Taxe: 54 Kreuzer Gesamttaxe für einen Brief der 3. Gewichtsstufe.
    9 Kr. im waagerechten Dreierstreifen; 6 Kr. im senkrechten Paar und 2 Einzelstücken, 3 Kr. als Einzelstück.
    Derartige "Massenfrankaturen" mit Marken der 5. Ausgabe sind ungewöhnlich und selten.

  • 24 Kreuzer-Einschreibebrief vom 20. April 1865 aus Mainz nach London: 6 Kreuzer im waagerechten 4er-Streifen.

    3 verschiedene Reco-Stempel, u.a. CHARGÉ und Prussia Registered AP 21 65.

    Taxe: 14 Kr. Vereinsporto: 8 Kr. für den Brief + 6 Kr. Chargé-Gebühr, 10 Kr. englischer Portoanteil in der ersten Gewichtsstufe. Der Stempel "Krone + Registered" wurde 1853 von der englischen Postverwaltung dem Grenzpostamt Aachen geliefert.

  • Großbritannien und Irland bildeten seit 1801 ein einheitliches Postgebiet, aus dem Briefe nach Irland sehr selten sind:

    Vorgedruckter Firmenumschlag der Firma A. DREYDELSOHN & Co. vom 11. Dezember 1865 mit Angabe des Leitweges "via Ostende" und P.D. aus Mainz nach Foynes bei Limerick in Irland.

    Taxe: 18 Kreuzer Gesamttaxe für einen Brief der ersten Gewichtsstufe.

  • Ich versinke im Boden und suche ringend nach Wiederbelebungstropfen.
    So schöne Briefe sieht man ja so gut wie nicht mal in legendären Auktionskatalogen....
    Seit 2008 sammelst Du?
    Da steht meine Sammlung da wie eine Anzahl Papierstücke unschön geschriebener Einkaufszettel von Aldi...
    Meine ganze Bewunderung !
    LG Andreas

  • Hallo liebe Freunde,

    .... mal ein schneller Griff in die Altdeutschlandkiste :)

    Brief vom 22.12.1860 von Darmstadt nach London über Forbach.

    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)

    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • ... wer solche Briefe in der Fremd-Krabbelkiste hat, ist ein glücklicher Sammler! 8o

    Liebe Grüsse vom Ralph

    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.


  • Hallo, ich suche weitere Abbildungen von Belegen aus der Buderus-Korrespondenz von Ortenberg nach GB oder FRA. Ein Beispiel hängt an. Es gibt davon ca. 150 Belege, die alle von der Gattin an ihren Gatten, Friedrich Schiele, gelaufen sind. Schiele war der Schwager und Nachfolger von Georg Buderus. Die gesuchten Briefe stammen aus den Jahren 1857 bis ca. 1862. Siehe Anhang, No. 49.

    Gruß Taxis107

    Mitglied im DASV