Diskussion zu: Die Entwertungen der frühen Pfennigzeit - Sammlung "weite Welle"

  • Hallo weite Welle,


    schön sind sie beide, aber die vorgedruckte von Palling finde ich irgendwie dekorativer. Wobei beide auf einer Seite sicher auch nicht zu verachten wären.


    Du hast Du recht, in so einer Zeitspanne tauchen viele Sachen auf, von denen man sich nie hätte träumen lassen, dass es sie überhaupt gibt. Und irgendwie kriegt man auch immer mehr als man a´m Anfang dachte :thumbsup:


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Lieber Erdinger,


    ich fürchte, Deine Bemerkung über die Unmöglichkeit, eine Sammlung dieses so begrenzten Gebietes nochmals so zusammentragen zu können, trifft den Nagel auf den Kopf. Das war offenbar auch einer der Gründe, warum sich unser lieber HOS von diesem Gebiet abgewandt hat, wie er mir beim Treffen in Landshut in einem Gespräch sagte, allerdings galt das für die Portostufen- und Buntfrankaturensammlung. Es ist halt die Epoche in der bayer. Philatelie mit dem wenigsten verfügbaren Material, wie ich schon mehrfach dargelegt habe - abgesehen natürlich von der weiten Welle Kreuzerzeit (32-36), die ja nur 6 Monate lief.
    Dazu kommt, dass ein nicht unerheblicher Teil der Stempelsammlung bereits Ende der 70er Jahre erworben wurde aus den Versteigerungen der Dörfler- und Sessler-Sammlungen. Das waren oft ziemlich große Lots wie z.B. die Zeitungsexpeditionsstempel, für die sich damals niemand interessierte. Überhaupt bin ich nach wie vor der Meinung, dass die Stempel teilweise sehr unbeachtet bleiben. Wer interessiert sich schon dafür, höchstens mal ein Heimatsammler. Deshalb hoffe ich, dass die Veröffentlichung meiner Sammlung zu etwas mehr Interesse für dieses faszinierende Gebiet führt. Wenn jetzt noch Herr Sem endlich mal die Neuauflage des Pfennigzeit-Kataloges bringen würde, wäre das mehr als hilfreich bei der Wiederbelebung eines schon halb Toten.


    Viele Grüße


    weite Welle

    weite Welle

  • Lieber Franz,


    angeblich soll Sem jemandem gesagt haben, dass sein nächstes Literaturprojekt die Neuauflage seines Pfennigzeit - Kataloges werden wird. Sollte dem so sein, und Zeit wäre es längst, dann wäre das eine sehr gute Nachricht.


    Das Problem bei "kleinen" oder "engen" Sammelgebieten ist immer, dass ein großer Sammler, oder ganz wenige bedeutende Sammler, die allerbesten Stücke schnappen und für den breiten Markt fast nichts mehr übrig bleibt.


    Das war so bei der Dienstabschiedsausgabe Bayerns, wo ein Sammler eine Riesensammlung mit fast allem, was man sich wünschen kann, in vielen Jahren zusammengetragen hat, dafür aber allen anderen das sammlerische Wasser abgrub, so dass er am Ende dieses tolle Gebiet praktisch allein sammelte. Als es dann bei Sem zum Verkauf kam, gab es Weltraritäten zum Schnäppchenpreis, weil kaum einer noch bieten musste, um zu bekommen, was seltenst und einmalig war.


    Irgendwie liegt das dann in der Natur der Sache ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Wer interessiert sich schon dafür, höchstens mal ein Heimatsammler. Viele Grüße weite Welle

    Auch wenn ich nur zu diesem Kreis gehöre, schaut man gerne über den "Sammlungsrand", auch schon deshalb um zu wissen, ob es Ähnliches, Gleiches in anderen Postbezirken gab. So gesehen, herzlichen Sammlerdank für die Bereitstellung der Sammlung.


    Daraus gepickt habe ich logischerweise die Stücke mit Würzburg-Bezug. Und hier gleich die leider bei Helbig aufgenomme Type "Kronenstempel".


    Das Blatt „Stempelbesonderheiten – Würzburger Spezialitäten“ zeigt einen Brief nach Berlin.


    Der „Kronenstempel“ ist nicht von der Post in Würzburg verwendet worden (auch wenn W.1. an Würzburg 1 denken lässt).
    Warum sollte ein „Kronenstempel“ in Bayern verwendet worden sein?
    In Preußen/Berlin wurden jedoch solch



    ähnlich aussehende Stempel mit der „Königs-Krone" verwendet.

    [b]Der „Sanderau“-Stempel ist vermutlich aus der Anfangszeit der Bahn-/Poststation Würzburg-Süd (-Bahnhof). Zumindest könnte er in Zusammenhang mit der Konservenfabrik stehen, für die dort offenbar der Bahnhalt (für die Frachtannahme und -aufgabe/Versand) eingerichtet wurde. Vorsichtig vermutlich ein "Bahnstempel", der auch zu Postzwecken verwendet wurde. Es gibt ja auch noch den "Einzeiler Sanderau".


    Freundliche Grüße von Luitpold
    [/b]

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

    2 Mal editiert, zuletzt von Luitpold ()

  • Hallo Luitpold,


    ich hatte eigentlich auch schon immer (seit ich den Brief kenne = 1978 ) die Meinung, dass es sich um eine nachträgliche Entwertung eines in Würzburg unentwertet gebliebenen Briefes handelt. Die Expeditionen der Berliner Bezirke hatten ja offenbar diese Kronenstempel (so wie in Deinem Beispiel Moabit = 21), die Frage wäre nun, was das W. bedeutet (Wedding?). Der Brief selbst gibt leider keine weiteren Hinweise. Es handelt sich um eine Bestellung, die Schrift ist nahezu unleserlich, so dass ich auch den Adressaten nicht ablesen kann. Rückseitig Einkreis-Distributionsstempel, keine weiteren Stempel. Den Sanderauer interpretiere ich als Stationsstempel der Badischen Bahn, die ja bis Würzburg fuhr.
    Schönes Wochenende

    weite Welle

  • die Frage wäre nun, was das W. bedeutet (Wedding?). Der Brief selbst gibt leider keine weiteren Hinweise. Es handelt sich um eine Bestellung, die Schrift ist nahezu unleserlich, so dass ich auch den Adressaten nicht ablesen kann. Rückseitig Einkreis-Distributionsstempel, keine weiteren Stempel.

    Hallo weite Welle,


    herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Das W könnte auch für Bezirk West stehen. Deshalb wäre auch die Straße des Empfängers wichtig zu wissen, um zu pürfen, ob diese Straße im Bezirk West lag. In dem Stempel ist auch nur die Krone und nicht das Posthorn abgebildet. Ein solcher Stempel scheint ein Unikat zu sein, jedenfalls kommt hier von den Forenmitgliedern keine Information zu diesem Stempel.* Mir ist auch schleierhaft, wie man auf Würzburg kommt, wenn der Brief ansonsten keinen Hinweis liefert. Ob Du bitte so freundlich wärest, doch den Inhalt mal zu zeigen. Vielleicht findet sich doch noch irgendwas, was weiterhelfen könnte das Rätsel dieses "einmaligen?" Stempels zu lösen.


    Viele Grüße von Luitpold


    * Hie rnochmal meine Anfrage:


    Hallo Lesekundige,


    im Thema Diskussion zu: Die Entwertungen der frühen Pfennigzeit - Sammlung "weite Welle"
    möchte ich eine Frage klären, woher der "Kronen-Stempel" auf dem
    unteren Brief stammt. Dazu wäre es hilfreich, die Adresse in Berlin zu
    wissen.


    [Blockierte Grafik: http://www.altpostgeschichte.com/index.php?page=Attachment&attachmentID=52883&thumbnail=1&embedded=1]




    Bisher kann ich sie nicht lesen, alle Versuche sind bisher gescheitert. Wenn hier vielleicht ein Preußen-Sammler "vorbeikommen" sollte, gab es
    in Berlin den Bezirk W (West) als evtl. Briefträgerstempel?


    Für alle die mir weiterhelfen, vielen Dank vorab.


    Freundliche Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,
    ich lese "Sebastianstr.", die gibt es in Berlin Mitte. Hilft aber wahrscheinlich auch nicht weiter.

    Oh doch, lieber weite welle :thumbsup:


    Unter der Sebastianstraße firmierte:


    W. Völtzkow jun. Georg Wilhelm, Berlin, Metallrahmen
    Völtzkow W. Inh. Herm. Alex. Völtzkow, Berlin. Spiegel-, Bilder- und Photographierahmen in Metall und geschnitztem Holze.


    Eventuell kannst Du mir bitte aus Deier Lesart sagen, ob der Name so stimmen könnte. Jedenfalls wäre das passend, wenn die Straßen-Nr. 76 ist.


    Nochmal nachgefragt nach dem Inhalt selber. Vielleicht kommt man über die Bestellung - Metallrahmen - Bilderrahmen - weiter?
    Mich würde sehr interessieren, von welcher Firma (Absender) in Würzburg der Brief ist.


    Bin gespannt auf Deine Meinung :thumbup:


    Freundlichen Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,
    G.W.Völtzkow stimmt haargenau. Absender war ein J.S.Brunner in Würzburg, bei der Bestellung geht es um
    Rahmen und Metallecken.
    Viele Grüße

    weite Welle

  • Hallo Luitpold,
    G.W.Völtzkow stimmt haargenau. Absender war ein J.S.Brunner in Würzburg, bei der Bestellung geht es um
    Rahmen und Metallecken.
    Viele Grüße

    Lieber weite welle,


    erstmal nochmal herzlichen Dank. Leider ist die Baustelle noch offen. Denn einen Brunner kann ich zumindest in 1876 in Würzburg nicht finden.


    Wie komme ich auf 1876? Nun, nachdem die Marke eine Nr. 39 (a/b/c?) sein soll (Helbig: Brief mit Mi.-Nr. 39 - 1 Brief bei H. W. Schmidt Auktion im Okt. 1976) muss der Brief in/nach 1876 verwendet worden sein.


    Kann es sich um einen ähnlichen Namen handeln -ein Scan wäre sehr hilfreich. Deshalb nochmal diese Bitte um einen Scan der Bestellung.


    Viele Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Liebe Freunde,


    dann war’s vielleicht der hier!


    Viele Grüße aus Erding!

    Lieber Erdinger,


    also der Link funktioniert bei mir leider nicht ;(


    Freundliche Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,
    hier die Kopie der Seite von Erdinger:
    Detailinformationen
    Brief von J. S. Brenner <Druckgrafik-Händler> an Franz Xaver WittBischöfliche Zentralbibliothek <Regensburg> / Proskesche MusikabteilungNachlass Franz Xaver WittSignatur: BrennerJS18??.11.01


    Funktionen


    Brief von J. S. Brenner <Druckgrafik-Händler> an Franz Xaver WittBischöfliche Zentralbibliothek <Regensburg> / Proskesche Musikabteilung ; Nachlass Franz Xaver Witt
    Signatur: BrennerJS18??.11.01


    Brenner, J. S. <Druckgrafik-Händler> [Verfasser],Witt, Franz Xaver (1834-1888) [Adressat]
    Würzburg, o.D. [01.11. ohne Jahresangabe]. - 1 Br., Deutsch. - Brief
    Objekteigenschaften: HandschriftPfad: Nachlass Franz Xaver Witt / Korrespondenzen
    DE-611-HS-696273, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-696273
    Erfassung: 13. August 2004 ; Modifikation: 16. Dezember 2005 ; Synchronisierungsdatum: 2017-05-04T14:13:16+01:00

    weite Welle

  • Lieber Luitpold,


    Brenner ("am Markt") verkaufte offenbar alles rund um das Papier. Laut zeitgenössischen Zeitungsanzeigen verkaufte er Papeterie mit einer Fotografie von Würzburg (1864!), Schreibhefte mit Landkarten-Umschlägen von den acht Kreisen Bayerns usw.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Da die Bilder ursprünglich über einen Bilderdienst geladen wurden, waren sie seit einiger Zeit nicht mehr aufrufbar.

    Jetrzt sind die Bilder über das Forum hochgeladen und die Sammlung steht wieder zur Verfügung.

    Preußen mit Transiten