Preussen-Österreich

  • Hallo Sammlerfreunde


    Ich möchte gern ein Brief vorstellen der von Breslau 9. Juni 1856 nach Wien abgeschickt war. Der Brief ist 10. Juni angekommen, und schon derselbe Tag ist der Brief weiter nach Baden in Österreich weitergeschickt. Die Auslieferung in Wien war nicht gelungen, so dass es kein extra Gebühren dazu kam. Und schon derselbe Tag war der Brief in Baden gelandet. Das nennt man schnell. :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    Glückwunsch zu dem Prachtstück.
    Bei dem rückseitigen Ausgabestempel von Wien hätte ich eigentlich erwartet, dass der Brief als zugestellt gilt.


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo Michael


    Danke für die Antwort.


    Ich denke nicht dass der Ausgabestempel eine Zustellung bedeutete. Der Briefträger hatte kein Ausgabestempel bei sich, gestempelt war es im Postamt gemacht. Entweder hat der Empfänger schon vorher Bescheid bei Postamt gesagt, oder der Briefträger hat es auf die Runde erfahren können. Ich nehme an dass der Empfänger schon Bescheid gesagt hatte, weil der Brief so schnell weiter lief.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Die Auslieferung in Wien war nicht gelungen, so dass es kein extra Gebühren dazu kam.

    Hallo Peter


    Wie ich schon mal geschrieben habe.
    Es war nur wenn der Empfänger den Brief angenommen hatte und danach weiterschicken wollte, dass es noch etwas zukam.


    Ein Schein lässt sich auch sehen.
    Danke fürs Zeigen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Peter


    Machen wir alle ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    dein Brief zeigt noch eine österreichische Besonderheit, die es so sonst nirgends im Postvereinsverkehr gab: Bei "Abzugsbriefen", also nicht zustellbaren Briefen, bei denen man aber den neuen Zielort kannte, wurde neben oder auf der Marke der Stempel des Ortes abgeschlagen, bei dem die Zustellung nicht erfolgen konnte.


    Da Wien ihn hier nicht zustellen konnte, drückte man neben der Marke seinen Aufgabestempel ab. Nur wenn die Strecke von Aufgabepost zur 1. Abgabepost z. B. unter 20 Meilen gewesen wäre, der neue Abgabeort aber von der 1. Aufgabepost über 20 Meilen entfernt gewesen wäre, hätte man nachtaxieren müssen (mit noch 3 Kr. CM). Da der Brief aber mit 3 Sgr. für Entfernungen über 20 Meilen im Postverein korrekt frankiert worden war, war die Nachsendung innerhalb des Postvereins in den 3 Sgr. bereits enthalten.


    Ein paar bayerische Briefe gibt es, die diesen modus austriaci auch zeigen ... ;)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Nur wenn die Strecke von Aufgabepost zur 1. Abgabepost z. B. unter 20 Meilen gewesen wäre, der neue Abgabeort aber von der 1. Aufgabepost über 20 Meilen entfernt gewesen wäre, hätte man nachtaxieren müssen. Da der Brief aber mit 3 Sgr. für Entfernungen über 20 Meilen im Postverein korrekt frankiert worden war, war die Nachsendung innerhalb des Postvereins in den 3 Sgr. bereits enthalten.

    Hallo bayern klassisch


    Deine hier beschriebenen Vorfahre war wohl in Postverein allgemein?



    Es ist wohl nur was du im ersten Abschnitt schreibst, der einen österreichischen Besonderheit ist:

    dein Brief zeigt noch eine österreichische Besonderheit, die es so sonst nirgends im Postvereinsverkehr gab: Bei "Abzugsbriefen", also nicht zustellbaren Briefen, bei denen man aber den neuen Zielort kannte, wurde neben oder auf der Marke der Stempel des Ortes abgeschlagen, bei dem die Zustellung nicht erfolgen konnte.

    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ja, das 1. galt im ganzen Postverein und das 2. war eine österreichische Spezialität.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für deine Bestätigung :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    anbei 2 Briefe vom preußischen Postamt in Bremen nach Tetschen a.d. Elbe.
    Die Briefe stammen aus den Jahren 1866 und 1867. Tetschen liegt an der Elbe gegenüber Bodenbach.
    In Bodenbach war ein wichtiges Austausch-Postamt - die Bahnlinie aus Dresden kam hier an - dessen Stempel sich auch auf einem der beiden Briefe findet. (Warum nicht auf dem zweiten ?)


    Nun bin ich in dem Grossen Lexikon der Philatelie von Bungerz auf folgende Passage gestoßen:
    Grenzpostämter wurden von Preußen, teilweise auch vom Norddeutschen Postbezirk und vom Deutschen Reiche unterhalten; sie nahmen für den preußischen usw. Verwaltungsbezirk bestimmte Wertbriefe, Pakete und Wertpakete zur Beförderung an und bedienten sich teilweise der preußischen usw. Marken; meist wurde jedoch Barfrankierung angewandt. Es bestanden G. in ... Österreich (Bodenbach in Böhmen). ...


    Bei Münzberg habe ich hierzu nichts gefunden. Weiß jemand etwas über ein preußisches Grenzpostamt in Bodenbach ?


    Viele Grüße
    Michael

  • Bei Münzberg habe ich hierzu nichts gefunden. Weiß jemand etwas über ein preußisches Grenzpostamt in Bodenbach ?

    Hallo Michael,


    der Nachweis, daß es etwas nicht gegeben hat, ist zwar aus Gründen der Logik nicht zu erbringen, für wahrscheinlich halte ich ein solches preußisches Grenzpostamt in Bodenbach aber nicht.


    Dagegen gab es dort ein sächsisches Postamt. Es hatte die Aufgabe, die über Sachsen laufenden Sendungen auf der Strecke Dresden - Prag zu bearbeiten und mit dem österreichischen Postamt zu wechseln. Während das österreichische Postamt recht konsequent siegelseitig seinen Stempel anbrachte, verfügte das sächsische lediglich über einen Entwertungsstempel (NG 112), der den Zweck hatte, die Francomarken der beim Schaffnercours blosgehend eingelieferten Sendungen entwerten zu können.


    Beste Grüße


    Altsax

  • Hallo Altsax,


    interessante Informationen zu dem sächsischen Postamt, danke.


    Ich hatte es nicht explizit ausgeführt, aber aus den genannten Beförderungsstücken ergibt sich, dass in Bodenbach ein preußisches Postamt für die Fahrpost gewesen sein soll.
    Derartige Fahrpostämter im Ausland gab es verschiedentlich, u.a. in den Niederlanden (Venlo, Roermond u.w.). Die offiziellen Verlautbarungen der preußischen Post sind hier recht dürftig. Belege zu nachweislich existenten Ämtern, wie in Venlo, sind trotzdem recht selten.


    Selber bin ich auch nicht von der Existenz eines preußischen Fahrpostamts überzeugt, da z.B. die niederländischen Pendants in früherer Zeit (müßte noch mal nachschauen, aber erinnerungsmäßig ca. 20iger Jahre) gegründet wurden und Bodenbach erst mit Vollendung der - von Dresden kommenden - Eisenbahnlinie größere Bedeutung für den Postaustausch erlangte (oder irre ich hier ?).


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo hk1190,


    eine wunderschöne Seite mit perfekter Erklärung - vielen Dank dafür. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammelfreunde


    dann zeige ich mal noch zwei Briefe:
    Der erste ist vom 13.03.1852 und lief als Portobrief nach Steyr. 12 Kreuzer waren für einen einfachen Brief über 20 Meilen incl. 3 Kreuzer Zuschlag vom Empfänger zu zahlen.
    Siegelseitig ist zweimal der Streckenstempel Magdeburg-Leipzig abgeschlagen, wobei der obere wahrscheinlich noch die I. Tour anzeigt, jedoch die II. Tour richtig sein wird.


    Der zweite ein bar bezahlter 1/2 Loth schwere eingeschriebener Brief vom 03.08.1853 an gleichen Empfänger. 3 Sgr waren für den Brief + 2 Sgr die Rekommationsgebühr = 5 Sgr vom Absender zu zahlen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Freunde,


    hier ein simpler Postvereinsbrief aus Saarbrücken vom 4.6.1867 nach Triest. Siegelseitig ist nur der Ankunftsstempel vom 7.6.1867 zu sehen, weswegen ich auf eine geschlossene Leitung über (noch) Taxis und Bayern tippe.


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    Leider sind die Laufwege dieser späten Briefe über größere Entfernungen mit das komplizierteste, was die PO zu bieten hat, wenn man es überhaupt einmal herausfinden kann.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Ich konnte dieser Brief liegen lassen wenn ich das Angebot bekam. Fast Gratis und die Stempel zeigen den Laufweg fast komplett. :) :)
    Tut mir leid Michael, dass du dieser Brief nicht kaufen konnte.


    Aus Elberfeld nach Trento lief dieser Brief in September 1853 über die Bahnstrecken Minden-Deutz, Deutz-Minden, Minden-Berlin, Magdeburg-Leipzig und weiter nach Hof mit Bahn nach Kempten. Dann weiter nach Füssen und Reutte und der Trienter Ankuftstempel.


    http://www.iegmaps.de/mapsp/mape852d.htm



    Warum Deutz-Minden zweimal benutzt war, wage ich nicht zu beantworten.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein toller Brief - ich glaube, dass es einmal Tour I und Tour II war, welche man gestempelt hat, bin aber nicht sicher.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus