Beiträge von hk1190

    Geschätzte Sachverständige!

    Berechnung der Postgebühren für den Geldbrief, der am 7.3.1857 Prag aufgegeben und am 9.3. in Düsseldorf einlangte:

    Es waren 40 Reichsthaler enthalten = 60 Gulden CM.

    Prag – Asch
    Gewicht: 24 Meilen, 1 ½ Loth = 3 Kreuzer, mindestens 9 Kreuzer für über 20 Meilen = 3 Silbergroschen.
    Wert: bis 50 Meilen je 100 Gulden = 2 Kreuzer = ca. 1 Silbergroschen.

    Hof – Düsseldorf
    Gewicht: 49 Meilen (siehe Tabelle auf der Seite 3), 1 10/20 Loth, Gewicht: 3 Kreuzer, mindestens 9 Kreuzer für über 20 Meilen = 3 Silbergroschen.
    Wert: bis 50 Meilen je 100 Gulden = 2 Kreuzer = ca. 1 Silbergroschen.

    Es ergeben sich daher Gesamtportokosten von 8 Silbergroschen.

    Preussen bezog sich mit dem Erlass vom 25.7.1850 im Berliner Amtsblatt darauf, dass der Austausch der Fahrpostsendungen zwischen Preußen und Österreich über Hof und Asch erfolgt. Das preußische Porto wird von und bis Hof verrechnet, das österr. Porto von und bis Asch.
    Berlin erinnerte außerdem, dass zwischen Hof und Asch noch ein bayerisches Transitporto auf 3 Meilen zu erheben sei. Diese Bestimmung sei von mehreren Postanstalten bisher unberücksichtigt geblieben, worauf man aufmerksam machte.

    Auf dem Brief stehen „porto 5“.
    Vermutung: die links stehenden Gewichtsangaben sind vom selben Schreiber, d. h. die Portoangabe dürfte in Prag vermerkt worden sein. Es könnte sich um die 5 Kreuzer für den Bayerntransit handeln, der ungefähr 1 ½ Silbergroschen darstellt. Der Auslagen-Stempel könnte dafür verwendet worden sein. Somit würden sich die auf dem Brief angegebenen Gesamtkosten von 9 Silbergroschen errechnen lassen.

    Bitte um Hilfe bei der Beurteilung.

    Besten Dank!

    hk1190

    Im Postvertrag 1843 (in Kraft ab 1.4.1844) steht, dass für unfrankierte gewöhnliche Briefe aus Österreich die Franzosen pro 30 Gramm im Paket 2 Francs 80 Centimes vergüten müssen.

    Im Postvertrag steht natürlich nicht, was der französische Empfänger zu bezahlen hatte, denn das war die interne Angelegenheit der Franzosen.

    Vor dem 1843er Vertrag gibt es vereinzelt Hinweise, auf das fremde Porto. Dafür gab es seit 1829 auch Stempel (z. B. 5, 11, 13). Klarerweise kam dann noch das frz. interne Porto dazu.

    Für die Zeit ab 1.4.1844 habe ich leider keine Unterlagen.

    Gruß hk1190

    Geschätzte Runde!

    Portobrief, geschrieben in Gräfenberg/österr. Schlesien am 3.8.1844, aufgegeben am 5.8. in Freiwaldau/österr. Schlesien, geleitet über Forbach am 14.8. an eine Bank in Paris, wo er am selben Tag einlangte. Der Empfänger gab den Brief in Paris erneut auf und adressierte ihn nach Le Havre, mit dem Eintreffen am 15.8.

    Auf Grund der Zusatzvereinbarung vom 30.11.1843 zum Postvertrag vom 16.4.1831 zwischen Österreich und Frankreich konnten Briefe ab 1.4.1844 voll oder nicht frankiert gesendet werden.

    Zwischenstaatlich gab es eine Paketabrechnung per 30 Gramm.

    Der Empfänger in Paris zahlte für die Strecke bis Paris 14 Décimes und der zweite Empfänger zahlte für die Strecke Paris - Le Havre nach dem Tarif vom 1.1.1828-31.12.1848 für über 150-220 km 5 Décimes.

    Frage: wie erfolgte die Umsetzung der Paketvergütung in den vom ersten Empfänger in Paris verlangten Satz? Gibt es eine Liste dazu?

    Vielen Dank für die Hilfe.

    hk1190

    Sehr geehrte!

    Handelt es sich bei "1/4" um eine Zustellgebühr in Schilling?

    Der Brief ist nicht ausreichend datiert, aber ca. 1860/61 zuzuordnen.

    Er liegt in der 1. Gewichtsstufe (1 Loth) und in der 3. Entfernungsstufe (über 20 M.).

    Danke für die Hilfe.

    Gruß

    hk1190

    Lieber Altsteirer!

    Wertporto: über 50-75 Gulden, bis 4 Meilen = 9 Kreuzer. Banknoten (Briefvorderseite: "BN") kosteten 1/4 der Gebühr = 2,25; Bruchteile von Kreuzern wurden aufgerundet, daher = 3 Kreuzer.

    Briefporto: bis 1/2 Loth, bis 3 Poststationen = 2 Kreuzer.

    Porto gesamt = 5 Kreuzer (rechts oben), durch den Empfänger zu zahlen.

    Gruß

    hk1190

    Geschätzte Runde!

    Der beigelegte Brief wurde am 6.7.1847 in ZUCKMANTEL (österr. Schlesien) aufgegeben, lief über NEISSE (preuß. Schlesien) und ist nach SILLSTEDT bei Weningerode am Harz (Regierungsbezirk Magdeburg im Preußischen) gerichtet.

    Auf Grund des Postvertrages Österreich-Preußen 1844 waren Portobriefe möglich und über 10 geographische Meilen kostete ein 1/2 Loth schwerer 12 Kreuzer, die auf der Briefvorderseite stehen.

    Unklar ist mir die vorderseitige preuß. Taxierung in Verbindung mit der rückseitigen.

    Wer kann auf die relevanten Tarife (von wann bis wann) verweisen?

    Vielen Dank.

    hk1190

    Ich zeige euch heute einen Frachtbrief, der am 6.11.1871 von Wieden in Wien nach Eisenerz befördert wurde. Die für die Ausfertigung des Frachtbriefes erforderliche Steuermarke zu 5 Kreuzer wurde oben auf dem Frachtbrief aufgeklebt und auch entwertet. Absender des Paketes war die steierische Eisen-Industrie-Gesellschaft; die Gebühr von 6 Gulden für den Posttransport war bei der Aufgabe der Sendung entrichtet worden.

    Sehr geehrter Cantus!

    Zu dem am 11.12.2022 publizierten Beleg:

    6.11.1871; Paket von Wien nach Eisenerz (Steiermark). Gewicht: 8 Zollpfund 20 Loth, Wert: 6 Gulden. Entfernung: 133 km = ca. 18 Meilen. Inlandstarif vom 15.3.1867-30.10.1878:

    a) Wertporto: bis 100 Gulden, bis 20 Meilen = 3 Kreuzer

    b) Gewichtsporto: über 8-9 Zollpfund, über 15-20 Meilen = 54 Kreuzer

    Ergibt eine Portobelastung für den Empfänger von 57 Kreuzern (auf der rechten Seite ist der entsprechende Vermerk: „P 57“).

    Links wurde in Eisenerz notiert, dass der Empfänger – einschließlich von 3 Kreuzern für das Aviso – schließlich 60 Kreuzer bezahlt hat.

    Herzlichen Gruß

    hk1190

    Sehr geehrte Fachrunde!

    Ich lege einen Brief aus der Zeit des deutsch-österreichischen Postvereins vor und freue mich über Fachmeinungen dazu.

    Er wurde am 15.6.1851 in Beuthen in Oberschlesien (preußisch Schlesien, Bez. Oppeln) aufgegeben, lief über die preußischen Bahnposten Breslau-Myslowitz und Cosel-Oderberg und langte am 16.6.1851 in Troppau (österreichisch Schlesien) ein.

    Auffällig ist die gestrichene Ziffer „3“ auf der Vorderseite, die auf die Rückseite wanderte. Die Tinte, mit der gestrichen wurde, ist dieselbe wie die „3“ auf der Rückseite.

    Geht man von 3 Silbergroschen aus, dann handelt es sich um einen Brief der 1. Entfernungsstufe (bis 10 Meilen) und der 3. Gewichtsstufe (3 Loth).

    In Troppau wurde der Brief mit Rötelstift in Kreuzern taxiert: „6“ (gestrichen) und schließlich „9“.

    In keiner Konstellation, die am Bestimmungsort von einem höheren Gewicht als frankiert war ausgeht, komme ich, unter Berücksichtigung des Ergänzungsportos + der Zuschlagstaxe pro nicht frankiertem Loth, auf die taxierten 9 Kreuzer.

    Ich habe daher die Entfernung (in gerader Linie) genauer betrachtet.

    Es war kein zweckdienlicher Meilenweiser zu finden, aus dem sich die „amtlichen“ Meilen zwischen diesen beiden Orten ablesen ließen. Teilstrecken jedoch schon: die Strecke von Beuthen in O/S nach preußisch Oderberg konnte ich mit 9 ½ Meilen dem Meilenanzeiger für Österreich und Preußen aus 1850 entnehmen. Die Strecke von Oderberg nach Troppau ist weit länger als ½ Meile, sodass die 2. Entfernungsstufe abgesichert erscheint. Der Entfernungsrechner http://www.luftlinie.org ergibt 83,79 km/7,5859 = 11,05 Meilen.

    Die erforderliche Briefgebühr ist daher = 18 Kreuzer, abzüglich der frankierten 9 Kreuzer = ein Ergänzungsporto von 9 Kreuzern, die der Empfänger zu zahlen hatte.

    Da sich der Zuschlag auf nicht frankierte Loth bezieht, ist er meiner Ansicht hier nicht anzusetzen, zumal sich beim Gewicht keine Änderung ergeben hat.

    Hinsichtlich des Gewichts merke ich noch an, dass der kurze einseitige Geschäftsbrief aus sehr dünnem Papier textlich nicht darauf schließen lässt, dass Beilagen enthalten waren, die ein höheres Gewicht bewirkt hätten.

    Besten Dank im Voraus für Ihre Beiträge zum Thema.

    Herzlichen Gruß aus Wien

    Ich habe eine Sammlung von Luftpostbriefen von der britischen Kronkolonie Hongkong nach Wien/Österreich aus den Jahren 1983-1986.

    Es ist die Korrespondenz zwischen Banken.

    Leider konnte ich keine Informationen über Postgebühren in Hongkong im Internet finden.

    Wer kann helfen, die ausländischen Gebühren in HK$ zu ermitteln, zumindest für den Zeitraum 1983-1986?

    Vielen Dank für die Unterstützung.

    Gruß hk1190

    Ich habe heute mit freundlicher Unterstützung der Arge Hannover-Braunschweig ca. 580 Ciculare, etc. von Hannover/Braunschweig im Postvertragsprojekt eingestellt.

    Wir freuen uns über jeden weiteren Beitrag.

    ml

    Sind dort auch Transitporto-Tabellen dabei? Z. B. für den Transit von Briefen aus GB? Gruß aus Wien

    Die Freimarkenkausgabe 1858 war bis 31.5.1864 gültig. Wäre das Briefdatum tatsächlich 1866, wäre er wohl nach der Aufgabe in Wien taxiert worden, wegen Ungültigkeit der Marke. Klar, er kann auch "durchgerutscht" sein.

    Man könnte das Datum auch als 11.6.1864 lesen, aber auch zu diesem Zeitpunkt wäre die Marke schon ungültig gewesen.

    LG hk1190