Österreich - Preußen

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich länger überlegt habe wo ich diesen Brief einstelle (Es gibt verschiedene Möglichkeiten) lege ich einfach ein neues Thema an.
    Wenn es nicht passt bitte einfach verschieben.


    Brief aus Wien vom 13.10.1845 nach Cöln an eine sehr bekannte Adresse mit reichlich erhaltenen Briefen.
    Der Brief lief über Österreich Bayern nach Preussen. Der Interessante Österreich Stempel müsste erst in Preussen auf den Brief gekommen sein.
    Über sie 7 3/4 Porto kann ich leider nichts sagen.


    schönen Gruss


    Peter

  • Hallo Peter


    Ich denke nicht dass dein Brief falsch eingestellt ist. Auf jeden Fall nicht wenn du den Transit zeigen willst, was du auch hier machst :)
    Der Transitstempel ist wohl in Köln abgeschlagen (van der Linden) und ab 1843 benutzt geworden.
    Ein interessanter Brief :) :)


    Aber die Taxierung muss ich später beantworten, oder bk ist schneller.


    Danke fürs Zeigen :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Der Brief lief über Österreich Bayern nach Preussen. Der Interessante Österreich Stempel müsste erst in Preussen auf den Brief gekommen sein.

    Hallo Peter,


    der Stempel "Oestreich" ist bei Feuser als in Köln abgeschlagen für den Postweg über Bayern genannt. Hast Du Deine Leitwegangabe daher oder verfügst Du über exaktere Quellen?


    Beste Grüße


    Altsax

  • Hallo Altsax,


    hatte man mir beim Eintausch gesagt, und im Feuser nachgeschaut und da steht Preussischer Stempel in Cöln abgeschlagen.
    Sonst leider keine weiteren Infos


    schönen Gruss


    Peter

  • Hallo peterhz,


    dein Brief wurde nach dem PV Österreich-Preußen vom 3.1.1844 taxiert.


    Gemeinschaftliche Portotaxe über 10 Meilen: 12 Kr. C.M., sowie Transitzuschlag 10 Kr. C.M. In Preußen wurde das Gesamtporto von 22 Kr. C.M. in 7 3/4 Sgr. reduziert.


    Grüsse von liball

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Brief aus Wien Franko Grenze (Siegelseite 18 Kr.C.M.), die der Absender bei der Briefaufgabe bezahlte, nach Kreuznach (Preußen) vom 16.8.1843.
    An der österreichischen Grenze schlug man den Stempel O.B.C. ab und vermerkte 20 Kreuzer Porto. Dies wurde aber wieder gestrichen, denn dieser Stempel war für den Postvertrag Österreich - Bayern von 1842 vorgesehen.
    Zwischen Österreich und Preußen wurde auf Grundlage dieses Vertrages ein Postvertrag erst am 3. Januar 1844 abgeschlossen. Anscheinend wurde der Dienstbrief in Bayern und Preußen portofrei belassen. Siegelseitig Durchgangsstempel von Aschaffenburg vom 20. August - und Ankunftsstempel von
    Kreuznach vom 21. August 1843.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Ein schwieriger Brief. :P Aber sehr interessant ;)


    Zu der Taxierung habe ich wenig sicheres zu sagen, weil ich der Preussen-Österreich Vertrag vor 1844 nicht vor mich habe. Wenn der Brief 18 Kreuzer bis Grenze kostet hat, war der Brief in der 3/4 Loth Gewichtsstufe. Warum der Brief in Bayern und Preussen portofrei war, finde ich eher merkwürdig weil es hier nur Franko vermerkt ist, und kein Dienstbrief Vermerk.


    Mein einzige Lösung hierzu ist dass der Brief nach 1844 abgeschickt war. Aber wenn 1843, dann verstehe ich es nicht. Hoffentlich gibt es jemand in der Preussen Fraktion der etwas hierzu sagen kann?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo VorphilaBayern


    Ja, der Brief ist eindeutig in 1843 geschrieben.


    Dann wage ich nichts mehr zu sagen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein interessanter Brief !
    Bis sich mal die richtigen Kenner hier einmischen, stelle ich mal folgende Überlegungen vor:


    Zwischen Preußen und Österreich galt noch der PV von 1820, der eine Grenzfrankatur zwingend vorschrieb.
    Zwischen Bayern und Österreich galt der PV von 1842, der ein gemeinsames Postgebiet und eine einheitliche Taxe vorsah.
    Zwischen Bayern und Preußen galt der PV von 1834.


    Anscheinend wurde der Brief in Österreich mit 18 Kr.CM (rs.) bezahlt, das der 2. Entfernungsstufe und 2. Gewichtsstufe ( 1/2 - 1 Loth) entsprach.
    Der Brief lief von Aschaffenburg mit der Taxis-Post über Frankfurt a.M. nach Coblenz. Hierfür stellte Bayern - entsprechend dem bayerisch-preußischen PV von 1834 - 20 Kr. rh. als Portoforderung ein. Diese 20 kr. beinhalteten den bayerischen Transit und die Taxis-Strecke bis Coblenz.
    Jetzt wird es für mich etwas unklar: Die 20 (Kr. rh.) wurden anscheinend schon in Bayern wieder gestrichen, es scheint dieselbe Tinte zu sein.
    Zudem fehlt das preußische Porto.
    Dass der Brief als portofreier Dienstbrief in Preußen gelaufen ist, glaube ich nicht, da jeglicher Franchise-Vermerk fehlt.
    Fast könnte man meinen, der Brief wäre jetzt franko behandelt worden.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo VorphilaBayern,


    das Rätsel des Briefes nach Kreuznach wird sich wohl nie ganz klären lassen. Den Erläuterungen von Michael kann ich nichts hinzuzufügen.


    Ich habe einen ähnlichen Brief vom 5.9.1843 angehängt, der in Wien als Recommandierter Brief aufgegeben wurde. Vom Beamten in Wien wurde Holzhausen nach Bayern verlegt. Demzufolge wurde O.B.C. gestempelt und vom Absender 18 Kr. C.M. kassiert.


    In Bayern wurde der Irrtum bemerkt. Für den Weitertransport bis Coblenz wurden 20 Kr. rhein. angesetzt. In Cöln wurde BAYERN gestempelt, handschriftlich jedoch Oestr. angeschrieben. Die bayerische Forderung wurde in 5 3/4 Sgr. reduziert. Zzgl. des preußischen Inlandportos von 5 Sgr. lasteten somit 10 3/4 Sgr. auf diesem Teilfrankobrief.


    Grüsse von liball

  • Hallo Michael und liball,


    herzlichen Dank für die Beschreibung und Darstellung der Preuß. Bayerischen - und Preuß. Österr. Postverträge, sowie den ausgezeichneten Brief von Österreich nach Preußen mit bester Beschreibung.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    zum Vergleich dann noch ein Brief aus dem Jahr 1842, der zwischen Österreich und Preußen direkt ausgetauscht wurde.



    Wie es der alte PV von 1820 zwischen den beiden Ländern vorschrieb, war er bis zur österreichischen Ausgangsgrenze mit 14 kr. (? wenn ich das richtig entziffere) frankiert.
    Das preußische Porto betrug 8 1/2 Sgr.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Freunde,


    der vorzügliche und seltene Brief von VorphilaBayern war für Österreich und Bayern bezahlt und der Stempel Grenze bedeutete die Grenze zu Preußen.


    Über Koblenz dürfte er nicht gelaufen sein, sondern eher über Aschaffenburg - Speyer - Kreuznach. Da er an eine preußische Behörde gerichtet war, dürfte er in Preußen portofrei belassen worden sein (offenbar wollte die Kreuznacher Behörde etwas von dem österreichischen Absender).


    Die Beschreibung von Michael zu dem Brief Österreich - Preußen ist natürlich korrekt. :)


    liball hat natürlich mal wieder einen Traumbrief aus dem Ärmel, ähh Album geschüttelt - phantastisch!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,

    ...
    Da er an eine preußische Behörde gerichtet war, dürfte er in Preußen portofrei belassen worden sein
    ...

    Post an ein Oberbürgermeisteramt war in Preußen nicht automatisch portofrei.
    Es hätte schon eines entsprechenden Amtssiegels oder eben eines sonstiges Portofreiheitsvermerks bedurft.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    das denke ich auch, aber Preußen hat ihn nicht taxiert, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und die Fehler der preußischen Post kann man in 30 jähriger Sammelei als Ein-Rahmen-Exponat zeigen. 8o


    Letztlich war es nur ein Interpretationsversuch von mir. ;)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • der vorzügliche und seltene Brief von VorphilaBayern war für Österreich und Bayern bezahlt und der Stempel Grenze bedeutete die Grenze zu Preußen.

    Hallo bayern klassisch


    Diese Deutungsmöglichkeit war für mich neu. Wie kommst du dazu eigentlich?


    Ich habe mein Literatur durchgeblättert, aber finde nichts die es bestätigen kann. Muss auch ehrlich sagen dass ich wenig Literatur hierzu habe.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ich werde morgen nochmals die Literatur durchforsten - habe leider die Grippe bekommen, werde aber mein bestes geben.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus