Frühe Postgeschichte Polens

  • Hallo bayern klassisch,


    diese Feststellung habe ich auch des öfteren gemacht. Aus den Verträgen lässt sich dies nicht ableiten. Bei diesem Brief musste Preußen den Transit bis Hof bewerkstelligen und auch bezahlen. Bayern hatte demzufolge keinen Grund das Reduktionsergebnis zu erhöhen. Ich gehe jedoch davon aus, dass Bayern für Briefe in die Gegenrichtung Kompensationsberechnungen auf den Briefen nach Bayern vornahm, da Bayern gegenüber Preußen nichts erhöhen konnte, da die Transitbeträge die Preußen an Bayern vergüten musste, vertraglich festgelegt wurden. Bayern musste jedoch als Absender Transitzahlungen an Taxis oder Sachsen bezahlen.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    dann bin ich froh, dass ich nicht der einzige bin, dem diese Diskrepanzen aufgefallen sind. Es scheint dann wohl so gewesen zu sein, auch wenn in den Ausführungsbestimmungen darüber nichts zu finden ist (im Vertrag hätte es ja eh nichts zu suchen gehabt).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    für das polnische Porto des unter post 19 vorgestellten Briefes habe ich nach einer Lösung gesucht und vielleicht Ansätze gefunden.


    Marian Szwemin schreibt in seinem Aufsatz, veröffentlicht in der Postgeschichte und Altbriefkunde Nr. 87, dass das Postreglement des Herzogtums Warschau an preußische Vorschriften angelehnt war. Die Taxen in Preußen in dieser Zeit sind jedoch auch recht kompliziert. Bei Stephan Seite 293 sind Beispiele für Portotaxen aufgeführt, die bis 1822 unverändert blieben. Wenn man diese Entfernungen mit denen von Rawa bis zur preußischen Grenze vergleicht, könnte die rückseitig angeschriebene 4 durchaus das Porto in Höhe von 4 gute Groschen bis zur preußischen Grenze sein.


    Grüsse von liball

  • Guten Abend,
    hab Heute wieder mal ein Auftrag bekommen von einem Sammler welches kein Deutsch versteht, sie um Mithilfe bei einem Brief bitten..


    17.1.1826 Krakau nach Brünn.
    Kurz zum Inhalt: Ein Amtsbrief, Antwort in Polnische Sprache, Bestätigung das Josef Nechamer Mitglied der Färber Zunft ist.
    Interessante weise die Adresse auch auf Polnisch, Miasta Berno – Stadt Brünn, was man Nachhinein auf Deutsch beigefügt hat.
    Unklar ist die Taxe, 32?
    Danke A.

  • Hallo Adriana,


    oben links steht "3 L" für 3 Loth. Dienstbriefe wurden auch gewogen und später intern verrechnet.


    Sehr schöner Brief. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Adriana,


    konnte man denn in Brünn überhaupt Polnisch lesen? Ich wundere mich immer wieder, wie viele Sprachen für die Adressen verwendet wurden - hier hat man ja zwei Mal Brünn geschrieben, weil das polnische Wort dafür wohl unverständlich war.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph
    Ein bisschen interessant ist es schon...In Krakau wahr die Amtssprache Polnisch, in Brünn Deutsch.
    Magistrat Brünn hat seine Briefe auf Deutsch geschrieben, die Krakau auf Polnisch. Wie die Postangestellte damit nicht klargekommen sind, sieht man auf dem Brief...
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Adriana,


    wäre ich Österreich - Sammler, würde ich allein schon aus dieser Thematik eine kleine, aber feine Sammlung aufbauen können. Dergleichen Briefe habe ich schon mehrfach gesehen und sie sind alle "eyecatcher", wie der hier auch.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Brief aus Krakau vom 30. August 1817 nach Micheldorf über Linz. Auslandstaxierung (ab 1.6.1817) 42 Kreuzer Wiener Währung, zuzüglich 6 Kreuzer Wiener Währung für den Kremstaler Boten von Linz nach Micheldorf. Der Empfänger bezahlte 48 Kreuzer Wiener Währung (W W). Der Wiener Kongress beendet 1815 die kurzzeitige Zugehörigkeit zum napoleonischen Herzogtum Warschau (ab 9.7.1807). Die Stadt Krakau wird ein selbständiger Freistaat. Die Vertragsmächte Österreich, Preußen und Russland unterzeichnen am 3. Mai 1815 den Staatsvertrag in Wien. Es wurde den Vertragsstaaten zugestanden, neben der eigenen freistaatlichen Postanstalt eigene Postbureaus zu errichten. Erst am 16. Mai 1818 wurde die österreichische "K.K.Postexpedition Krakau" in Wirksamkeit gesetzt und zwei Tage später in Betrieb genommen. Sie ist dem Ärarialpostamt zu Podgorze als Postexpedition integriert und steht unter dessen Aufsicht. Der Aufgabenbereich der K.K.Krakauer Postexpedition war darauf beschränkt, Postsendungen für Österreich und über Österreich einzusammeln und nach Podgorze weiterzuleiten, sowie umgekehrt.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hier noch ein früher Brief aus Krakau:

    Brief aus Krakau vom 19. Juni 1813 (handschriftlich "Cracau") nach Rheims (Frankreich) über Wien (handschriftlich "p. Wien"). Auslandstaxierung (14 Kreuzer in Antizipationsscheinen / Einlösescheine). Der Wiener Kongress beendet 1815 die kurzzeitige Zugehörigkeit zum napoleonischen Herzogtum Warschau (ab 9.7.1807). Neben "p.Wien" lese ich "f" 2, ich denke franko 2 Kreuzer. Vielleicht bis zum nahen österreichischen Postamt Podgorze?. In Augsburg kam der Stempel "d autriche" auf den Brief. In Straßburg die Stempel "D.ALLEMAGNE" und "ALLEMAGNE PAR STRASBOURG". Der Empfänger in Rheims bezahlte 12 Decimes Porto. Ankunftsvermerk vom 5. Juli 1813.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • ... zum vorhergehenden Brief:

    Zu dieser Zeit war im Herzogtum Warschau folgende Währung: Zloty und Groszy. Hat jemand die Umrechnung zur österreichischen Währung aus dieser Zeit ? Angeblich wurden die Franzosen bereits im Jahr 1812 von den Russen aus Krakau vertrieben? Wer hatte zum Zeitpunkt des Briefes die Hoheit über die Stadt, bzw. wer betrieb das Postamt ?


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ich könnte mir vorstellen, dass dir der BPP-Prüfer und Autor Stefan Petriuk da weiterhelfen könnte.

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Dienstbrief aus Krakau vom 4. Mai 1846 nach Groß Meseritsch in Mähren. Da das freistaatliche Gebiet ein steter Unruheherd gewesen war, beschlossen die seinerzeitigen Signatarmächte Österreich, Preußen und Rußland diese Staatsschöpfung wieder von der Landkarte Europas verschwinden zu lassen und das Krakauer Gebiet ab 6. November 1846 zur Gänze Österreich zuzuschlagen. Krakau wurde der galizischen Postverwaltung zugeordnet. Dieser Brief liegt noch vor diesen Datum.


    Beste Grüße von VorphilaBayern