Der Deutsche Krieg 1866

  • Lieber Ralph,

    wie geschrieben - ich glaube eher, dass der Schreiber davon ausgegangen ist, dass nur die Einlieferung bei der FPE Portofreiheit gewährte. Eine zweitklassige oder "schlechtere" Behandlung von Feldpostbriefen kenne ich nicht, die wurden an den Sammelstellen ja auch der zivilen Post (Eisenbahn) zur Weiterbeförderung übergeben.

    Eine Aufgabe eines Feldpostbriefs bei einer zivilen Posteinrichtung (Würzburg oder Augsburg) wäre ja auch portofrei gewesen, da hätte er keine Marke gebraucht.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Lieber Wilfried,


    ich kenne die Verhältnisse ja nicht, aber wenn ich ein paar Tage stationiert wäre, der 50 Meter weit von der Post wohnt, dann gäbe ich lieber 3x aus und würde die 2 Minuten investieren, als vlt. 2 km weit bei strömendem Regen einen kostenlosen Feldpostbrief aufzugeben.

    Er schreibt ja auch von langer Dauer bei der Zustellung von Briefen aus der Heimat - da wäre ein Umkehrschluß vlt. sachlich falsch, aber doch irgendwo nachvollziehbar.

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Hallo Ralph,


    wie Wilfried schon geschrieben hat, ein evtl. kürzerer und trockener Weg zur Zivil-PE zwingt nicht zum frankieren eines Feldpostbriefs, denn dort hätte er auch gebührenfrei abgegeben werden dürfen.


    Schönen Gruß

    Tim

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Hallo Tim,


    ist schon klar, aber er schreibt ja nicht "Feldpostbrief", bzw. gab ihn vlt. nicht in Uniform bei der Post ab, dann wäre er wohl auch portofrei belassen worden.

    Aber Wilfried zeigt uns hier 2 frankierte Briefe - dafür sollte es einen Grund gegeben haben am Ende des Krieges und ich wollte nur 2 Beispiele aufzeigen, wie es hätte gewesen sein können. Alles war möglich, wir kennen ja die individuellen Verhältnisse nicht.

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • ich kenne die Verhältnisse ja nicht, ...

    Jo, i a net. Aber ...


    Damals berichtete ein Herr A. Schmidt von der Feldpost:


    Es ist selbstverständlich, daß die Feldpost sich, wenn sich die Kriegsverhältnisse nicht besonders günstig gestalten, nur mit der Beförderung von Briefen beschäftigen kann. Diese nehmen verhältnismäßig wenig Raum ein und sind leicht zu verfrachten; wo nur ein paar Stunden Aufenthalt herausschauen, schlägt der Feldpostbeamte sein fliegendes Sortierbureau auf, und jeder Ordonnanzreiter einer Militärabteilung ist im stande, den Einlauf für diese auf den Sattel zu nehmen und dahin zu verbringen, wohin er gehört.


    Weiter schreibt er:


    Erst, als der Waffenstillstand von Würzburg eintrat, da konnten in dem alten Bahnhofe daselbst die vielen Tausenden von Paketen ...


    Das Problem bei der Feldpost waren also die Päckchen und Pakete, offenbar nicht die Briefe. Es gibt von den Oberpostämtern Listen mit unzustellbaren Sendungen mit dem Hinweis:


    "Retourstücke betreffend.


    1322.


    Bei dem unterfertigten k. Oberpost- und Bahnamte liegen Fahrpostsendungen mit nachstehenden Adressen und Signaturen ́vor, deren Aufgeber und Adressaten nicht zu ermitteln sind. Diese Sendungen können gegen Legitimation innerhalb 3 Monaten in Empfang genommen werden.


    Nebenbei: Die Gründe warum einmal frankiert, einmal mit der Feldpost ... Der gute Mann hat das mit ins Grab genommen. Spekulationen helfen da nicht mehr. Aber geschäftstüchtig war die Firma, bis zuletzt ...


    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Ralph,


    auch das Tragen der Uniform war nicht Pflicht, einen Feldpostbrief bei der Zivil-PE abzugeben. Er kann ihn in WÜ auch einfach in den Briefkasten geworfen haben und der Expeditor hat ihn persönlich gar nicht zu Gesicht bekommen. Der Grund für das frankieren liegt wo anders, es kann der von Wilfried benannte sein, es kann aber auch noch an etwas anderem gelegen haben.


    Schönen Gruß

    Tim

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Also wenn der Ludwig Schörg Offizier gewesen wäre, dann hätte er evtl. von der Truppe mal weg zur Post gehen können. Aber als Gemeiner?


    Nur beim Durchzug Würzburgs hätte mal ein Briefkasten auf dem Weg gelegen. Oder, wenn im Quartier an einem Gebäude ein Kasten gehängt hätte. Oh ist das Spekulieren schön - Nichts genaues weiß man nicht :)


    Zudem stand das Regiment unter Kampfbedingungen. Die Preußen beschossen ja die Festung und leider auch ein paar Kugeln landeten in der Stadt.


    Sobald ich mehr Zeit habe schreibe ich mal meine Vermutung, wo der Gemeine Ludwig gedient haben könnte.


    Bis dahin, grüßt gehorsamst Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,

    Schörgs 2. IR hielt sich wenigstens 3 Tage in/um Würzburg auf, erst am 31.7. war mit der 1. ID Abzug. Kampfhandlungen hatten in diesen Tagen keine mehr stattgefunden, damit war am 27.7. Schluss.

    Und natürlich durften auch einfache Soldaten -regelkonform und dienstplanmäßig - in die Stadt; die Truppe war ja kein Gefangenenlager.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • ...ist es im Prinzip ja auch, der Brief wurde während dem Waffenstillstand verfasst. Was soll es für einen Sinn gehabt haben, während dessen nur Offizieren (zeitweise) Freigang zu gewähren ? Ich würde sagen, freuen wir uns jetzt mal, dass es so gekommen ist, in der Geschichte wie mit der Brieffrankatur und warten hierzu weitere Erkenntnisse einfach ab.


    Pälzer

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Ich weiß ja nicht, ob sich die Herren auch mit der Typographie bzw. den damaligen Stadtbildern beschäftigen, damit man eine Ahnung von den damaligen Verkehrsverhältinissen bekommt. Dann kann vielleicht leichter abgeschätzt werden, was und wie möglich gewesen sein könnte.


    Nur mal so zur Verkehrslage in Würzburg anno 1866 (Würzburg war Festungsstadt umgeben von Wällen, Gräben (Brücken) und Ein-/Ausgang nur durch die Haupttore an den Fernverkehrsstraßen möglich.

    Würzburg, 29. April. (Zur Verkehrserleichterung.) In der Mittheilung über die Beschlüsse dcs Stadtmagistrats und des Gemeindekollegiums bezüglich Vermehrung der Verkehrsstraßen mit dem äußeren Stadtrayon in Ihrem Samstagsblatte ist eine Hauptpassage, das Rennwegerthor, gar nicht bedacht, während dasselbe faktisch daß frequenteste der Stadt ist und woselbst die sämmtlichen Artilleriefuhrwerke, auf dem Wege nach dem Kugelfang taglich zweimal passiren müssen. Bei solchen Gelegenheiten ist der ganze übrige Verkehr daselbst auf die Dauer der langen Züge gehemmt und selbst die Brücke von Personen, welche dorten überrascht werden, ohne Lebensgefahr nicht zu passiren. Gerade hier wäre Abhilfe mit verhältnißmäßig geringem Kostenaufwand möglich, indem der Eingang zu den Gewölben rechts vom Thore zu einem Durchgang eingerichtet und anschließend an die bestehende Thorbrücke, der ganzen Länge nach ein in Eisen oder Holz konftruirter Fußsteig angelegt werden könnte, wodurch die Passage für die zahlreichen Fußgänger für alle Fälle gesichert werden würde. Selbstverständlich wäre auch jene Stelle, wo sich früher der Schlagbaum befand, gleich am Neuen- und Pleichacherthor zu erweitern.


    Dann kann man in der Würzburger Zeitung folgendes lesen:


    Würzburg, 1. August 1866

    Gestern Nachmittag war die hießige Bevölkerung abermals in der höchsten Aufregung, weil sich das Gerücht verbreitet hatte, daß die Waffenruhe gekündigt worden sei und die Feindseligkeiten demnächst wieder beginnen sollten. Die Schreckenstunden vom 27. Juli hatten sich zu tief eingeprägt, als daß man nicht auf das Schlimmste hätte gefaßt sein sollen. Die ungeheuere, Angst wurde noch dadurch gesteigert, daß noch in später Abendstunde die hier einquartiert gewesenen bayerischen Truppen schleunigst abziehen mußten, Inzwischen wurde zur Beruhigung der hießigen Einwohner durch die Polizei-Organe bekannt gemacht, daß für die Stadt gar nichts zu besorgen sei und weder hier noch in der nächsten Umgebung Feindseligkeiten beginnen würden, daß aber heute noch eine Brigade preußisches Militär (etwa 4000 Mann) hier einrücken werde. Der Einmarsch erfolgt jedoch erst morgen früh 8 Uhr, weil die Schiffbrüde über den Main noch nicht fertig war. Die Preußen stehen nämlich am linken Mainufer auf der Seite der Festung, welche vorläufig von Bayern besetzt bleibt und der Durchzug durch das sogenannte Mainviertel wurde nicht gestattet, weshalb sie über den Main gehen müssen. Das preußische Militär wird wie das bayrische gegen Vergütung verpflegt, Kontributionen dürfen feine erboben werden.


    Die Frage ist doch, marschierte der Soldat (der hatte doch seine Stiefelsohlen schon genug abgelaufen) zur Post oder nutzte er da nicht einfach einen nahen Postkasten?


    Und jetzt die Frage, wie interpretieren die Experten die Feldpostordnung:



    Da steht doch "bei einer Feldpostanstalt aufgegen ...", nix von Postexpedition. Nun stand Würzburg im Austausch mit dem Feldpostamt


    altpostgeschichte.de/core/index.php?attachment/119421/


    Daher hätte ja die Aufgabe mittels Feldpost erfolgen können, was bei einer Einquartierung doch organisiert werden würde.

    Aber war der Einwurf in einen Briefkasten "unfrankiert" nur als Feldpost deklariert erlaubt?


    Wenn Briefe an Militärs geschickt wurden, gingen diese per Briefpaket gesammelt an die Feldpost.

    Nur diese konnte ja die Briefe den Adressaten zustellen.


    Anderseits kamen Feldpostsendungen aus dem Felde als geschlossene Pakete an die Brief- und Fahrpostexpeditionen zur Verteilung an die Adressaten.


    Wie war das - siehe oben - von Militärs direkt an Zivil mittels Postexpedition? Akzeptierte man so ohne Nachweis eine "Feldpost-Angabe", wenn nur darauf stand "Soldat X ..."?


    Bei den 3 gezeigten Briefen ist jeweil links unten das "Franko"-Zeichen. Der mit der Feldpost gelaufene Brief - zufällig eine Feldpost-Mitnahme?


    Nachdem mich die Briefe nichts angehen, ich aber an der Würzburger-Geschichte interessiert bin, schreibe ich hier nochmal und bruhige alle gleich,

    dass damit nun Schluss ist. Es gibt so viele Belege die Geschichten erzählen, wie in der neuen "Philatelie" im Vorwort beschrieben, tauche ich nun ab.


    Grüße von Luitpold


    PS - Hier noch zur Lage in der Stadt Würzburg


    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold ()

  • Lieber Werner,


    ein toller Beitrag von dir - klasse! :P :P :P

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Hallo,

    mir sind einige Briefe aus dem 66er Krieg bekannt, die als Feldpostbriefe bei einer zivilen PE eingeliefert und anstandslos befördert wurden. Und dies sogar ohne Truppenstempel!

    Exemplarisch verweise ich da auf den in post #1018 gezeigten Brief vom 11.8.66 von Kolmberg nach Remlingen. Sogar Briefe von Verbündeten wurden als FP-Brief - ohne Truppenstempel - von zivilen Posteinrichtungen abgefertigt, wie der Brief eines württemberg. Soldaten, aufgegeben bei der PA Randesacker am 29.7.66 (s. post #69), zeigt.

    In der Verordnung No. 21,967 vom 21.6.66 heißt es "Die von Militärs und Militärbeamten nach Bayern abgehenden Briefe etc. können vorerst bei jeder bayerischen Postanstalt aufgegeben werden...".

    Eine Beschränkung der Annahme von Feldpostbriefen auf Feldpostexpeditionen hat also sicher nicht stattgefunden. Hier ist die Formulierung im von Luitpold zitierten Passus aus der VO No. 23,083 vom 30.6.66 etwas missverständlich.

    Wohl hätte man Briefe von Gemeinen ohne Truppenstempel den Vorschriften entsprechend zurückweisen müssen, aber das war bei der Masse der anfallenden Post und den Umständen in diesen Tagen weder opportun noch möglich. Ich glaube, dass die persönliche Aufgabe eines Briefes durch einen Uniformierten - entweder Schreiber selbst oder Ordonnanz mit der gesammelten Post der Einheit - als Legitimation für die portofreie Beförderung per Feldpost ausgereicht hat; und falls aus der "boite" - da sollte der Brief zum Nachweis der portobefreiten Militärpost dann wirklich einen Truppenstempel getragen haben.

    Die Verkehrslage in Würzburg hat m.E. nach Ende der Kampfhandlungen keine Rolle gespielt, was Aufgabe und Abfertigung von Briefpost betraf. Schörgs Brief aus Würzburg vom 29.7. ist ja fast identisch mit dem aus Augsburg vom 4.9.66. Dort hat es nie Kampfhandlungen, lokales Chaos oder andere direkte Kriegsauswirkungen gegeben.

    Warum Schörg seine beiden Brief ohne Truppenstempel frankiert aufgab oder aufgeben ließ, bleibt. offen. Ich glaube aber, dass es individuelle Gründe (Unkenntnis der FP-Vorschriften oder Aushändigung an eine Zivilperson zwecks Auflieferung) waren.

  • Lieber Wilfried,


    danke für die VO, die auch wieder sehr widersprüchlich ist, denn dort steht, dass gewöhnliche und chargierte Briefe portofrei waren. Das ist m. E. so nicht richtig, denn das hieße ja, dass jeder einen eingeschriebenen Brief portofrei hätte versenden können - m. E. war aber die Chargégebühr jedesmal mit 6 Kr. zu bezahlen. Ansonsten hätten wir ja praktisch nur chargierte Briefe aus dieser Zeit portofrei vorliegen, weil man im Falle des Verlustes noch 24 1/2 Gulden von der bayer. Post bekommen hätte.

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Blub, blub, blub, tauche halt nochmals auf :)


    Es geht nicht um die 3 Briefe oder andere, sondern um das Prinzip "Portotfreiheit" mittels Feldpost.


    Die Bezeichnung "Feldpost" bedeutete doch, kein Frankaturzwang (oder Porto), sondern die Staatskasse zahlt die Beförderung = Kostenlos.


    Die Briefübergabe an die Feldpost(expeditionen) musste also nicht erfolgen. Und das war doch nur zu Mobilmachungszeiten der Fall ( :?: ).


    Daher ist doch für die Postgeschichte außerhalb dieses 1866er-Themas die Frage, wann (kann das Warum beantworten werden?) die Portofreiheit für Soldatenbriefe generell galt.


    Ich bin da auf ein Thema gestoßen - unabsichtlich, einfach so - das wieder Fragen aufwirft und beantwortet werden sollte.


    Denn interessant ist doch, dass durch die Gründung des Deutschen Reiches auch Bayern die Gesetze des Norddeutschen Bundes bzw. dann Deutschen Reiches übernehmen musste. Und nur kurz, dazu gehörte auch die Portofreiheit für Soldatenbriefe.


    Denn noch in der bayerischen Posttransport-Ordnung vom Jan. 1872 waren Soldatenbriefe nicht portobefreit:


    Ebenso wird für unfrankirte Briefe an Bayerische in Garnison befindliche oder ausmarschirte Soldaten und Unteroffiziere bis zum Feldwebel oder Wachtmeister einschließlich im innern Verkehr von Bayern bei der Abgabe nur die Taxe wie für frankirte Briefe erhoben.


    Dieser Passus wurde aber im Juli 1872 geändert:


    ... Porto nicht in Ansatz, wenn diese Briefe als "Soldatenbrief - Eigene Angelegenheit des Empfängerns" bezeichnet sind ...


    Entschuldigung für das "Thema verfehlt", ich weiß nicht so recht, wo das Thema unterzubringen wäre.

    Denn es ist ja nicht nur "bayerisch" sondern auch Reichsangelegenheit. Oder generell unter "Portofreiheit"?


    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Liebe Freunde,


    hier ein Telegramm aus Böhmen von Tabor nach Budweis vom 29.7.1866.

    Drei Tage zuvor war der Vorfriede von Nikolsburg geschlossen worden, aber anscheinend versuchte man von österreichischer Seite, Truppenbewegungen der Preußen im Auge zu behalten.



    Stadthalterei Leiter Budweis

    Wotitzer Bezirksvorstand berichtet: Verlässliche Kundschafter mit Preussen gesprochen und meldet: 120 Ergaenzungs Transport geht Wlaschim, Iglau, Brünn. 50 Mann wegen Müdigkeit von Jeosenitz nach Prag zurück.

    Kreisvorstand.


    Interessanterweise brauchte das Telegramm für die ca. 7 Meilen Entfernung 1 Stunde.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,

    hervorragend! Telegramme aus der Kriegszeit, mit Inhalt und Kriegsbezug, sind das Salz in der Suppe einer postgeschichtlich fokussierten Sammlung!

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Hallo,

    dieser Geschäftsbrief von Hamburg (8.7.1866) nach Bayreuth (Ankunft 11.7.66) ist gleich aus drei Gründen besonders.

    Zum ersten handelt es sich um einen Postwechselbrief, der zunächst im Briefkasten der Hamburger Stadtpost gelandet ist (rückseitiger blauer Stempel des Briefträgers), und dann zum für den Postversand nach Bayern zuständigen Thurn und Taxis-Postamt in Hamburg gebracht und dort vorderseitig gestempelt wurde. Zweitens erfolgte die Frankatur von 3 Silbergroschen (Postverein über 20 Meilen) mit einem Ausschnitt aus einem TuT-Ganzsachenumschlag.

    Und drittens - und dies für mich natürlich ausschlaggebend - wurde der Brief mitten in der heißen Phase des 66er Krieges verschickt, wobei die Standardleitwege nach Süddeutschland über Hannover-Kassel-Eisenach bzw. Magdeburg-Leipzig-Hof Anfang Juli nicht zur Verfügung standen, weshalb der Weg über Köln-Bingerbrück-Neunkirchen-Ludwigshafen-Stuttgart-Nürnberg gewählt werden musste, was die dreitägige Beförderungsdauer erklärt (gut ersichtlich aus dem Empfängervermerk, der den Brief offensichtlich am 12.7.66 beantwortet hat).

  • Lieber Wilfried,


    eine eierlegende Wollmilchsau - herzlichen Glückwunsch zu dieser Pretiose! :P :P :P

    Liebe Grüsse vom Ralph



    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.




  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu eine "Telegraphische - Depesche" aus Erfurt (Preußen) vom 6. Juli 1866 an die Werrabahn - Telegraphen - Station in Salzungen (Sachsen-Meiningen). Im Deutschen Krieg 1866 stand Sachsen-Meiningen auf der Seite Österreichs, so daß eine preußische Kriegserklärung an Sachsen-Meiningen kurze Zeit später am 11. Juli 1866 erfolgte.


    Liebe Grüße,

    Hermann