Hinrichsen Maschinenstempel

  • liebe Sammlerfreunde,

    soviel ich weiß, hatte man auch in Berlin eine Hinrichsen Stempelmaschine in Gebrauch. Ich konnte jetzt diesen Brief dazu finden. Er wurde am 1.11.1867 von Leitersdorf nach Berlin versandt.

    Leider finde ich nicht mehr die Literaturstellen dazu. Kann jemand weiterhelfen?


    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • lieber Hermann, lieber Dietmar,

    das Heft über die Hinrichsen Stempelmaschine steht in meiner Bibliothek und gleich konnte ich Wichtiges entnehmen und lernen:

    1. Die Versuche mit der Hinrichsen-Stempelmaschine liefen in Berlin vom 26.8.1867 bis 6.4.1868. In der preussischen Zeit also nur für 4 Monate.

    2. Der Transportmechanismus funktionierte mit Nadeln, die mehr oder weniger deutliche Einstiche in die Briefe produzierten und zwar auf der dem Stempel gegenüberliegenden Seite. Ich habe mal schwarzes Papier untergelegt, so dass man diese Einstiche besser erkennen kann, sieh folgendes Foto:

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • liebe Sammlerfreunde,

    kann jemand weitere Beleg mit dem Maschinenstempel zeigen, besonders auch die Transportschlitze? Die Maschine wurde ja auch in Hamburg erprobt und zwar vom Dezember 1867 bis Oktober 1869. Das ist zu preussischer Zeit ja nur ein Monat.

    Ich finde diese Stempel postgeschichtlich besonders faszinierend, stellen sie doch eine frühe Innovation bezüglich der Postautomatisierung dar.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Sammlerfreunde,

    jetzt konnte ich einen weiteren Hinrichsen Stempel ergattern, auf einem Brief, der mir insgesamt noch ein paar Fragen stellt. Er wurde am 19.10.1867 von Alsfeld an den Herrn Seminarslehrer F. Günther z.Z. Berlin Invalidenstraße No. ? gesandt. Vorderseitig sind in Blau 3 Hausnummern? vermerkt, 225, 236 und 223. Rückseitig steht:

    Im 222. ?? unbekannt

    ?? 231 unbekannt

    Im 220 unbekannt

    Im 223 nicht bekannt

    Von Alsfeld sind zwei Stempel abgeschlagen, beide vom 19.10., vorderseitig 2-3, rückseitig 6-7.

    Rückseitig befinden sich zwei blaue Berliner Ausgabestempel vom 21.10. 10-11Vm und 7-8 Nm

    Außerdem zu meiner großen Freude der Hinrichsen Maschinenstempel vom 21.10., 7-9V.

    Vorderseitig ist ein Porto von 3 ausgeworfen.

    Wie könnte diese Geschichte gelaufen sein?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Das ausgeworfene Nachporto hätte meiner Meinung nach nur 2 Sgr. sein dürfen, da für die dritte Entfernungsstufe 2Sgr. fehlen, oder mussten aus den ehemaligen Hannovergebieten 1 Sgr. Zusatzgebühr bezahlt werden?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • liebe Sammlerfreunde,

    kann es so gewesen sein:

    Der Brief war erst adressiert an

    Herrn Seminarslehrer

    F. Günther

    in Alsfeld

    Das kostete 1 Sgr., Stempel Alsfeld 19.10. 2-3 Uhr

    In Alsfeld war er nicht, Alsfeld wurde gestrichen und

    z.Z. Berlin Invalidenstraße No. ? geschrieben.

    Wei der Brief nun weitergesandt wurde, wurden 3 Sgr. Porto für die 46 Meilen lange Strecke nach Berlin ausgeworfen.

    Stempel Alsfeld 19.10. 6 -7 Uhr

    In Berlin kam der Brief am 21.10. 7-9V an (Hinrichsen Maschinenstempel)

    Hier gab es mehrere Zustellungsversuche.

    Meiner Meinung nach müsste der Brief dann aber den Empfänger erreicht haben, weil es keine Retouren-Vermerke gibt.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,

    ich denke, daß deine Deutung richtig ist. Da der Brief in Alsfeld anscheinend zugestellt wurde, mußte er mit dem vollen Betrag von 3 Sgr nachtaxiert werden.

    Die Zahlen stehen wohl für die Zustellbezirke. Da es keinen Retour-Vermerk gibt, wurde die richtige Adresse wohl gefunden.

    liebe Grüße

    Dieter

  • lieber Dieter,

    meiner Meinung nach wurde der Brief nach etlichen Versuchen schlussendlich in Berlin zugestellt, nicht in Alsfeld.

    Das Wichtigste an dem Brief ist mir aber der Hinrichsen Maschinenstempel, der ja nur für kurze Zeit verwendet wurde und den man nicht häufig findet.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,

    natürlich war Berlin gemeint. Alsfeld wird kaum Zustellbezirke mit 3-stelliger Ziffer gehabt haben. Diese werden relativ klein gewesen sein, da ja mehrmals am Tag zugestellt wurde (angeblich bis zu 10 mal). Da waren die Touren der heutigen Postler, die den ganzen Tag dauern, nicht möglich.

    Dieter

  • Liebe Freunde,

    der rs. Hinrichsen-Ausgabestempel zeigt mit dem 29.8. ein nur 3 Tage nach dem bisherigen Erstverwendungsdatum liegendes Datum.
    Angaben nach dem 2024 erschienen Handbuch Ausgabe und Packkammerstempel der Berliner Postanstalten der Forge Berlin (ebenfalls auf der Debra 2024 ausgezeichnet).

    Die Transportschlitze sind markiert.

    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Ich finde diese Stempel postgeschichtlich besonders faszinierend, stellen sie doch eine frühe Innovation bezüglich der Postautomatisierung dar.

    Lieber Michael,
    häufig sind diese Stempel auch nicht, bei nur 4 Monaten Verwendungszeit in Preußen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan