Baden Nr. 5

  • Lieber Ralph,


    jetzt muss ich doch noch einmal auf diesen Brief ins Taxis-Gebiet mit vorausbezahltem Bestellgeld zurückkommen ...

    Ich weiß nicht, ob ich mehr als ein Dutzend Badenbriefe mit frankiertem, fremdem Bestellgeld gesehen habe. Es wäre sicher sehr reizvoll, eine kleine Spezialsammlung mit Briefen dieser Frankaturvariante zusammen zu tragen und als 1-Rahmen-Exponat in Sindelfingen zu zeigen - ich wäre sicherlich einer derer, die am längsten vor dieser stünden. Bewundernd, versteht sich ...

    .... denn der heute angekommene "Raritäten-Katalog" der nächsten Gärtner-Auktion zeigt einen solchen Brief mit ausführlicher Belegbeschreibung. (Hoffentlich lesbar im anliegenden Scan der Seite)
    Wenn das so stimmt, wird es wahrscheinlich schwierig mit dem Ein-Rahmen-Exponat - zumindest, wenn ich es mit Heidelberger Belegen bestücken müsste :rolleyes:


    Herzliche Grüße
    Alfred

  • Lieber Alfred,


    ich hätte nie gedacht, dass ich mehr Briefspezialitäten eines "fremden" Postgebietes kennen würde, als ein großes Auktionshaus, aber es ist so.


    Rechnen wir mal mit einem Dutzend - was ja auch keine Massenware darstellt - und nicht mit 3 Stück, denn ich hatte ja auch einen aus Mannheim und diese Briefe kommen von Nordbaden schon mal hin und wieder an Behörden in Südhessen vor, aber sie kosten halt doch alle auch vierstellig.


    Von Heidelberg wird es aber keine 10 Stück geben (heute, früher weitaus mehr), von daher war die Hoffnung auf einen 1-Rahmen-Hammer natürlich eher der Vater des Gedanken, als die nüchtern realistische Einschätzung eines Sammlerfreundes. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    da stellt sich mir jetzt irgendwie ad hoc die Frage, ob es solche Bestellgeld-Auffrankaturen evtl. aus anderen Postgebieten der x-Zeit gegeben hat / haben könnte bzw. why not ?


    + Gruß


    vom Pälzer ...der das schon schön prickelnd find`

  • Lieber Kilian,


    zumal das Bestellgeld in Taxis von Bayern aus nicht frankierbar war - hier also 1x für nichts ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    eine Neuerwerbung möchte ich zeigen, die mir hinsichtlich der Frankierung unklar ist. Das zweimal im Brief angeschriebene Jahr könnte 1851, 1857 oder 1859 lauten. 1851 schließe ich aus, weil die Michel-Nr. 5 erst 1853 ausgegeben wurde. Die Rötel-Notiz von 1 Kr. Weiterfranko verweist auf das vorausbezahlte Bestellgeld, wie schon bei den anderen hier im Thread gezeigten Briefen.


    Aber wie erklärt sich die Brieftaxe von 1 Kr.? Schallstadt und Müllheim hatten eigene Postexpeditionen. War das Jahr 1857, kann es sich nicht um einen Ortsbrief innerhalb des Bestellbezirks handeln, sondern nur um eine Drucksache. Es schaut so aus, als wenn der Umschlag unverschlossen verschickt wurde, aber gegen eine Drucksache sprechen die handschriftlichen Notizen.


    Ein Argument für 1859 ist, dass 1 Kr. bis zu einer Entfernung von 3 Meilen galt unabhängig vom Bestellbezirk. Aber die 9 beim Tag im Datum schaut völlig anders aus als die letzte Ziffer der Jahreszahl.

    Habe ich irgendwas übersehen, was zur Lösung beitragen könnte? Zu welcher Alternative tendiert ihr?


    Viele Grüsse

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    das Jahr ist sonderbar geschrieben, aber 51 und 59 schließe ich aus. Es könnte eine miese 7 sein (glaube ich nicht), oder eher eine 4 mit Tintenausfall.


    Zu den Taxen/Gebühren müsste sich Rainer Brack äußern können, das ist schon sehr spezialisiert. Beim nächsten ARGE Baden - Treffen wäre der im Workshop gut aufgehoben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    also ich will ja nichts beschwören, der Nummernstempel 125 für Schallstadt stimmt zwar, aber irgendwie sieht der Stempelübergang links schon etwas seltsam aus. Warum sind hier die tiefer liegenden Ringlinien auf dem Brief klar getroffen, die am höher liegenden Markenrand von dort aus aber abrupt verwischt ? Auch die beiden äußeren Ringlinien rechts wirken im Übergang von Brief auf Marke auf den ersten Blick nicht gerade bündig. Ich hoffe mich zu täuschen, würde zur Gewissheit aber schon mal von der Rückseite her eine Durchleuchtung vornehmen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    ich stimme Tim zu. Der Brief ist manipuliert. Die Kreisbögen direkt neben der Marke dürften nicht so stark sein, auf der Marke selbst dagegen dunkel. Außerdem scheinen die Linien keine richtigen Kreise zu bilden. Das müßte man aber anhand eines guten Scan (min. 800 dpi) beurteilen.


    viele Grüße


    Dieter

  • Hallo Bruno,


    vielen Dank für den Scan. Irgendwie bleiben meine Bauchschmerzen, wenn ich mir das Bild ansehe. Bei der linken Marke scheint der Rand angeschnitten zu sein. Da gibt es eine kleine Lücke zur Farbe auf dem Brief. Das ist bei der rechten Marke nicht der Fall. Könnte es sein, daß die Marken aus irgendeinem Grund entfernt und nicht korrekt replatziert wurden?

    Hast du den Brief mal vor eine starke Lampe gehalten? Vielleicht ist da was erkennbar.

    Herr Seeger ist laut filatelia.fi bereits im Jahr 1983 verstorben. Ich weiß nicht, wie Herr Seeger geprüft hat, aber wir wissen alle, daß mitunter auf solch alte Prüfungen kein Verlaß ist.


    viele Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter und kantonal,


    wie gesagt, ich wollte eine Manipulation nicht beschwören, aber die letzte Gewissheit gäbe mir jedenfalls weiterhin nur die Durchleuchtung an der deutlich werden müsste, dass die Kreisringe auf dem Briefpapier an den oberen Markenrändern auch wirklich enden.


    Viele Grüße

    Tim

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer ()

  • Hallo Dieter und Tim,


    eine Durchleuchtung hat keinen Anhaltspunkt für eine Manipulation geliefert. Das schaut so aus, wie es sein sollte. Ich werde den Brief zum nächsten ArGe-Workshop mitnehmen und dort weitere Meinungen einholen oder vielleicht bei Gelegenheit zur Prüfung geben. Bei neuen Erkenntnissen gebe ich Bescheid.


    Viele Grüße

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    so kannst du das machen - oft ist Herr Stegmüller anwesend (vor allem dann, wenn ich einen Vortrag halte ... lächel) und du kannst ihm den Brief dann mal zeigen.


    Für mich sieht er echt aus, aber ich bin nicht maßgebend.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus