Preußen Expressbriefe

  • Lieber Ralph,


    danke!
    Vor allem die Kombination mit dem vorausbezahlten Express-Bestellgeld in den Landbezirk ist selten zu finden. Da kam mir die fehlende Reco-Nummer gerade recht. :D
    Der Beleg ist von Rauhut. Da gab es diesmal ein ausnehmend interessantes Angebot an Preußen-Losen. Deshalb war ich mal wieder vor Ort- es wurde leider (glücklicherweise?) ein teurer Tag. :rolleyes:


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    hatte ich mir schon gedacht. ^^


    Das Geld ist morgen vergessen - die Freude an diesen Rosinen (ich denke, da kommt noch mehr) bleibt ein Leben lang.


    Köhler hat ja auch wieder das ein oder andere Traumstück von Bayern via Preußen nach Russland. Da könnte für dich in der 2. Jahreshälfte ganz schön was zusammen kommen. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    Das Geld ist morgen vergessen - die Freude an diesen Rosinen (ich denke, da kommt noch mehr) bleibt ein Leben lang.

    sehe ich auch so.

    Köhler hat ja auch wieder das ein oder andere Traumstück von Bayern via Preußen nach Russland. Da könnte für dich in der 2. Jahreshälfte ganz schön was zusammen kommen. :)

    Ja, leider ... (sagt mein Konto)


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Freunde,


    hier ein 1 Sgr.-Ganzsachenumschlag (U8A von 1853) von Freyburg in Schlesien nach Breslau.



    Der Brief stammt aus den Jahren 1853-58 und ist adressiert an den Besitzer des Hotels zum weißen Roß in Breslau
    Zudem wurde sofort eilends abzugeben notiert, was von dem Postbeamten oben mittig mit Express notiert wurde.
    Gemäß Expeditionsvorschriften war bei einer gewünschten Expresszustellung die Formulierung per Express zu bestellen zu verwenden, was hier von der Post nachgeholt wurde.
    Der 1 Sgr. reichte als Franko für die Entfernung bis Breslau. Die dortige Stadtpost stellte den Brief noch am selben Tag zu. Man kann spekulieren, ob dies auf einem regulären Bestellgang erfolgte, da kein Express-Bestellgeld notiert wurde. Dieser reguläre Bestellgang in Breslau hätte dann abends anstehen müssen:
    Aufgabe des Briefes in Freyburg 11-12 Uhr mittags
    Ankunft in Breslau um 6:54 Uhr abends gemäß Winterfahrplan der Eisenbahnstrecke Waldenburg-Freiburg-Breslau.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    was ich schon immer bei preussischen Express - Briefen fragen wollte:


    War die Recommandation vorgeschrieben? Hier offenbar noch nicht.


    Gab es eine Vorschrift, wonach die Expressgebühr zu notieren war? Offenbar konnte man diese vom Absender bezahlen (Marken, bar?), oder dem Empfänger überlassen.


    Wäre schön, wenn du mich hier aufklären könntest. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    innerpreußisch mussten Expressbriefe nicht recommandiert werden.
    Wurde das Bestellgeld vom Absender bei Aufgabe bezahlt, war dies auf dem Brief zu notieren. Bar- und Markenfrankatur waren möglich, auch Teilbarfrankatur.
    Wahlweise konnte die Bezahlung des Expressbestellgeldes dem Absender überlassen werden, auch bei Frankobriefen.
    Dritte Möglichkeit: Das Expressbestellgeld bei Landzustellung war dem Absender nicht genau bekannt. Er konnte trotzdem die Gebühr übernehmen. In diesem Fall zahlte die Postanstalt am Zielort die Gebühr an den Boten und zog diese dann mittels Vorschuß-Anrechnung per Frachtkarte vom Absender wieder ein.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    vielen Dank für die prompte und profunde Antwort - demnach wird es wohl tatsächlich ein Expressbrief gewesen sein, da es eine Vorschrift der Notierung der Botengebühr nicht gab.


    Bei Bayern war es ein bisserl anders - da musste der Absender bei Expressbriefen in den Landbestellbezirk vorher ein Depositum stellen, das später mit der rücklaufenden Recepisse, auf der die Kosten zu notieren waren, verrechnet wurde. Ganz schön kompliziert ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    hier ein Brief von 9.2.186x aus Bielefeld nach Berlin, mit 3 Sgr. voll frankiert. Die gewünschte Bestellung

    per Express zu bestellen nicht vor 7 Uhr Morgens war nicht vom Absender bezahlt worden, ausweislich der rückseitigen Taxe erfolgte diese aber am nächsten Morgen gegen Barzahlung von 2 1/2 Sgr.



    Nach dem Stempel vom Anhalter Bahnhof kam der Brief morgens zwischen 8 und 9 Uhr an. Mir ist nicht klar, nach welchen Kriterien in Berlin dann eine Expreßzustellung erfolgte. Der nächste reguläre Bestellgang sollte doch nicht so viel später erfolgt sein. Es gibt ja gerade von Berlin eine Reihe von Briefen mit gewünschter Expreßzustellung ohne eine entsprechende Taxe rückseitig. Diese musste zwar nicht notiert werden, aber man kann auch vermuten, dass manches mal so ein Brief bei dem kurze Zeit später folgenden regulären Bestellgang mitgenommen wurde (dann ohne entsprechende berechnung).


    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

    Einmal editiert, zuletzt von Michael ()