Österreich - Russland

  • Liebe Freunde,


    in dem Österreich-Ordner findet man diverse Briefe aus Süd-Russland, die nach Brody forwarded wurden und von dort dann in alle Welt verschickt wurden.

    Hier mal ein Gegenbeispiel:



    Ein einfacher Brief von 1853 aus Brody nach Priluki im Gouvernement Poltawa (heute zur Ukraine gehörend). Zur groben Orientierung: Priluki liegt ca. 600 km östlich von Brody, "hinter" Kiew.

    Nach dem Postvertrag von 1849 fiel ein Portobetrag von 20 Kr. CM bzw. Silber-Kopeken an, die hälftig geteilt wurden.

    Klappt man nun die Seitenklappe des Umschlags auf, sieht man, dass der Brief ursprünglich aus Neapel stammt.



    Forwarding einmal anders herum.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

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  • Lieber Michael,


    klasse - so noch nie gesehen. Man könnte spaßeshalber mal den Laufweg vorzeichnen mit all den Postgebieten und Kartierungsstellen, die er durch das Forwarding "umlaufen" hat, nebst den Kosten dafür. Also jetzt vlt. mal eine postalisch gelaufenen aus Neapel nach dorthin finden und beide Briefe gegenüber stellen - das wäre die Königsdisziplin!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Michael,

    deine Posts zu Russlandbriefen verfolge ich immer mit Interesse, aber meist fehlt mir der Zugang dazu, allein oft wegen der Schrift. Nicht einfach, diese Materie.

    Danke fürs Zeigen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • ... Man könnte spaßeshalber mal den Laufweg vorzeichnen mit all den Postgebieten und Kartierungsstellen, die er durch das Forwarding "umlaufen" hat, nebst den Kosten dafür. Also jetzt vlt. mal eine postalisch gelaufenen aus Neapel nach dorthin finden und beide Briefe gegenüber stellen - das wäre die Königsdisziplin!

    Lieber Ralph,

    eine schöne Idee, aber

    bis ich solche passende Briefe gefunden habe, ist Hamburg im Rahmen der Klimaerwärmung in der Nordsee versunken. =O


    Lieber Erwin,


    da kann ich auch nur von abraten, Russlandbriefe einzusammeln - fremde Schrift, schlecht gestempelt, usw. ... :D

    Nein, im Ernst: das Kyrillische ist nicht das große Problem. Wenn es sich um Auslandsbriefe handelt, sind Adressen und Inhalt immer in einer westlichen Sprache verfasst. Die russischen Aufgabestempel kriegt man identifiziert.

    Bei dem Brief oben ist die Adresse noch einmal in kyrillisch drunter gesetzt, damit die russischen Postboten ihn zustellen können - findet man z.B. nicht bei Briefen aus/nach St. Petersburg, dort konnten die Postler wohl die lateinische Schrift lesen.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Reko-Auslandsbrief vom 4.9.1885, von Bodenbach (Böhmen) nach Moskau.

    Der Brief wurde mit 20 Kreuzer frankiert 10 Kreuzer Briefgebühr (15 Gramm) + 10 Kreuzer Rekogebühr.

    Die 10 Kreuzer Rekogebühr wurde vorschriftsmäßig rückseitig geklebt.

    Rückseitiger Ankunftstempel MOCKBA 27 ?9? 1885

    Liebe Grüße

    Franz

  • Das ist der 27.8.1885 julianischer Kalender, entsprach unserm 8.9.
    August = Август


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

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  • Hallo Michael,


    du hast dich verschrieben. Der 27.8. jul. ist der 8.9. greg. Die Differenz war im 19. Jhdt. 12 Tage.


    beste Grüße


    Dieter