Urkundenstempel Österreich

  • Bis zur Einführung der aufklebaren Stempelmarken ab November 1854 wurden in Österreich zur Abgeltung von amtlichen Gebühren sogenannte Stempelpapiere verwendet, auf denen die Gebühr in Form einer sogenannten Signette aufgedruckt war.

    Vorratsstempelpapiere wurden vom Staat ausgegeben. Sie konnten vom Kunden bei den Verschleißämtern mit der jeweils benötigten Wertstufe gekauft werden. Der Kunde musste sich also schon beim Kauf der Stempelpapiere über deren Verwendung im Klaren sein.

    Die Höhe der benötigten Wertstufe war vom Geldwert, der in der Urkunde behandelten Sache abhängig.

    Einige solcher Urkunden mit verschiedenen Wertstufen möchte ich hier zeigen.

    Ich beginne mit einen Kaufvertrag vom Mai 1851 der mit 15 Kreuzer besteuert wurde.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    schönes Stück - bei Österreich gab es ja im italienischen Teil auch Verwendungen von Fiskalmarken als Freimarken, womit die Österreicher den Bayern überlegen waren ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,

    weder die Postkunden noch die Postämter scheinen- insbesondere zur Zeit der Einführung der Briefmarken - den Unterschied zwischen einer Briefmarke und einer Stempelmarke genau genommen zu haben, das beweisen die doch recht zahlreich vorkommenden postalisch entwerteten Stempelmarken.

    Anfangs wurde diese Praxis von der Postverwaltung sogar geduldet.

    Mit der Verordnung vom 9. Juli 1857 wurde jedoch ein Verbot der Verwendung von Stempelmarken anstelle von Briefmarken erlassen.

    Der Hauptgrund dieses Verbotes lag wohl darin begründet, dass die Erlöse der Briefmarken in das Handelsministerium flossen, wohingegen die Erlöse der Stempelmarken an das Finanzministerium gingen.

    Am häufigsten kamen Briefe die mit Stempelmarken frankiert wurden in den italienischen Ländern der Monarchie vor. Neben anderen Gründen lag das unter anderem an der weniger genauen Kontrolle der Briefe.

    Als postalisch entwertete Stempelmarken sind verwendet worden: 3,6 10 und 15 Kreuzer C.M. schwarz und grün.

    Ich werde in anderen Beiträgen noch Belege mit Fiskalen und postalischen Verwendungen der Stempelmarken vorstellen.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz

    willkommen in Forum..

    Ein interessantes Beitrag - danke.

    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Freunde

    es freut mich, dass mein Beitrag auf euer Interesse stösst.

    Heute zeige ich einen Schuldschein über 229 Gulden auf 30 Kreuzer-Vorratsstempelpapier. Ausgestellt im Jahre 1842. Soweit ich den Text lesen kann, wurde der Schuldschein im Zuge einer Verlassenschaftsabhandlung verwendet.

    Die Höhe der Vergebührung der Urkunden für den Zeitraum vom 1.11.1840 bis zum 9 Februar 1850 wurde im Stempel und Tax - Gesetz vom 27 Jänner 1840 festgelegt. Es existierten für diesen Zeitraum insgesamt 15 Wertstufen von 3 Kreuzer bis 20 Gulden.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    eine Quittung über 14 Gulden 50 Kreuzer Conventions-Münze ausgestellt in Eschenau (NÖ) am 20 Februar 1841. Das Dokument wurde mit 3 Kreuzer besteuert.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo VorphilaBayern,

    ein recht interessantes Stempelpapier welches du uns zeigst. Auf der 6 Kreuzer Signette ist der Buchstabe W zu sehen. Das W steht für das jeweilige Stempelamt in diesem Fall für Wien. Es gab zu jener Gebührenperiode acht Stempelämter in der Monarchie: Brünn, Graz, Laibach, Innsbruck, Laibach, Lembach, Wien und Zara Ausgegeben wurden diese Stempelpapiere im Jänner 1818.

    Eher ungewöhnlich ist auch der linkseitige Aufdruck der Signette, normalerweise wurde die Signette mittig aufgedruckt.

    Ich zeige die gleiche Wertstufe, aber später ausgegeben und wieder ohne Kennbuchstaben.

    Ein, an ein Magistrat gerichtetes Schreiben auf einem 6 Kreuzer Vorratstempelpapier der Ausgabe 1836. Datiert ist das Schreiben mit 31.Juli 1837

    Schöne Grüße

    Franz

  • Hallo Altsteirer,

    sehr schöne Stempelpapiere.

    Interessant die Prägung in der Mitte der Stempel. Das errinnert mit an preußische, die auch meist eine Prägung als Garantiezeichen hatten. Hier in Sachsen genügte der einfache Stempel.

    Danke fürs zeigen.

    Bernd

  • Hallo Bernd, Hallo Sammlerfreunde,

    in der der Signettenmitte ist ein farbloser Prägedruck des Wappenadlers zu sehen. Leider ist der Wappenadler im Scan nur schwer erkennbar.

    Von mir heute ein Vorratsstempelpapier zu 4 Gulden der Ausgabe 1840.

    Mit diesen Papier wurde eine Schuldverschreibung in Höhe von 1350 Gulden vergebührt. Ausgestellt von der Grundbuchsamt-Herrschaft Mariazell (Steiermark) am 3.12.1843

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Vorratsstempelpapier zu 3 Gulden der Ausgabe 1850.

    Mit diesen Papier wurde die Steuer für eine Quittung in Höhe von 835 Gulden eingehoben.

    Ausgestellt wurde das Dokument in Eisenerz (Steiermark) am 1 Jänner 1854.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Vorratsstempelpapier zu 10 Kreuzer, der Ausgabe 1850.

    Mit diesen Papier wurde eine Zessionsurkunde besteuert. Es ging in dem Schreiben um einen Betrag in Höhe von 50 Gulden. Ausgestellt vom Bezirksgericht Eisenerz am 18.4.1851.


    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Vorratsstempelpapier zu 2 Gulden, der Ausgabe 1818. Die Signette trägt den Kennbuchstaben W für das Stempelamt Wien

    Mit diesen Papier wurde ein Schuldstein besteuert. Der Schuldschein wurde vom Grundbuchsamte der Herrschaft Mariazell am 13.2.1830 ausgestellt.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Heute zeige ich eine große Urkunde (40*47cm).

    Ein Gesellenbrief für den Schneider Simon Kugler ausgestellt in Seelowitz am 17.11.1829.

    Die Urkunde wurde gestempelt mit einer 1 Gulden - Urkundensignette und mit Kontrollstempel vom Stempelamt Brünn.

    Weiters ist ein ist ein Zunftsiegel aus rotem Wachs aufgedruckt.


    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Vorratsstempelpapier zu 2 Gulden, der Ausgabe 1850. Die Signette trägt den Kennbuchstaben G für das Stempelamt Graz

    Mit diesen Papier wurde eine Extabulations-Quittung besteuert. Die Quittung wurde vom Bezirksgericht Eisenerz am 1.12.1851 ausgestellt.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    du hast eine so große Vielfalt an verschiedenen Signetten gezeigt, dass es mir schwerfältt, dabei noch Neues bei mir zu finden. Die nachfolgende Signette wurde am 23.9.1809 verwendet. Leider kann ich dem Dokument nicht entnehmen, worum es dabei geht.


    Viele Grüße

    Ingo





  • Hallo Ingo,


    wenn ich es richtig verstehe, ist es eine Bescheinigung, daß die Ehe 'nach dem Gebrauch der Kirche' geschlossen wurde. Weiterhin Ermahnungen und Anweisungen.


    beste Grüße


    Dieter


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