Luxemburg - Preussen

  • nach längerer Zeit etwas in Sachen Luxemburg ( für alle die nicht nach Sifi sind )


    Es ist ein eigenartiger Beleg. Überall Schnittspuren. Auch wurden diverse Abrechnungen vermerkt. Die Marken haben den Schreiber nicht gestört - ratz fatz drüber geschrieben.



    Absender Bankhaus H. Werling & Cie sesshaft in Luxemburg nach Hauslandscheid bei Strasserhof in Preussen, Stempel (petit français) vom 13.11.1858. Frankiert mit einem 3er Streifen der Nr 2 Im Attest steht dass es sich um die MI Nr 2f rosa handelt. Porto 3 Silbergroschen portogerecht für eine Distanz über 20 Meilen (3 Rayon im DÖPV). Entwertet wurden die Marken mit dem Neun-Balken-Stempel von Luxemburg. PD unten rechts. Auf dem Verso Durchgangsstempel von Trier + Ausgabestempel.



    mir gefällt das Ding



    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo zusammen,
    hallo Lulu,


    mir gefällt das "Ding" auch. Ich bin zwar in Sifi, habe aber im Hotel Internetanschluss :thumbsup:


    Grüße aus Sindelfingen
    Stand der Philabibliothek
    hasselbert

  • Hallo Lulu,


    du hast ja heute morgen über deinen frischen Fang geredet - er sieht sehr abenteuerlich aus, aber das hebt ihn auch wieder hervor.


    Auch einer, der im selben Hotel wie hasselbert abgestiegen ist und über einen funktionierenden Internetempfang verfügt (aber sehr müde ist). :thumbsup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Fortsetzung folgt: ...... ich habe eine Schwäche für rote Marken ;)


    Diesmal eine Briefvorderseite. Absender Internationale Bank Luxemburg nach Berlin. Frankiert mit einem 3er Streifen "roude Kap". Porto 3 Silbergroschen portogerecht für eine Distanz über 20 Meilen. Der Datumsstempel weisst auf den 21 JUIN hin, Jahr unergründlich. Im Zertifikat steht es handele sich um eine Prifix Nr 2g fleischfarben bzw Michel Nr 2e hellbräunlichrot. Ausgabedatum dieser Variante Px 2g erfolgte am 04/11/1856. Nun wissen wir dass die IBL im März 1856 gegründet wurde und ihre Aktivitäten offiziell im Juli aufgenommen hat. Somit kommt eigentlich nur das Jahr 1857 in Frage, denn die 8e Ausgabe der Nr 2 diesmal Nuance Karminrosa erschein am 22.12.1857.


    Quelle: Emissions 1852-1882, essais & épreuves, retouches, réimpressions. Juin 2014 R. Müller & O. Nosbaum



    ups , Scann vergessen et voilà

  • Liebe Lulu,


    eine wundervolle Brief VS, die alles nötige dort zeigt :thumbsup::thumbsup:


    Passt doch ideal in Deine Sammlung, meinen Glückwunsch für Dich :)

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Es gibt neues in meiner Sammlung. Ergattert habe ich das schöne Stück dank einem Hinweis von Bk. Die Rückseite hatte das Aktionshaus nicht gescannt, ist aber wie so oft super interessant. Allerdings habe ich kaum Kenntnisse auf diesem Gebiet. Es wäre sehr nett wenn ihr mich (wie so oft) in Sachen Philatelie unterstützen könntet. Bin mir nicht sicher ob meine Portorechnung richtig ist.




    Hier das (vorläufige) Resultat meiner Recherchen :S :


    1. Stempel: auf der Vorderseite ->Firmenstempel von Bath-Wahl. Er gilt als der Graveur der ersten Luxemburger Briefmarken. Abgestempelt in Luxembourg am 28 AVRIL 1851, adressiert an Henri Kendall in Borcette (Burtscheid) nahe Aix en Chapelle (Aachen). Ankunft in Burtschied am 29.4. Borcette gestrichen und durch Aachen ersetzt. Auf der Rückseite -> Zweikreisstempel (petit français) von Weiswampach vom 28.4. und ein Kastenstempel von St Vith vom 29.1. 2 Ausgabestempel einer vom 29 und der andere vom 30.4.


    Der Leitweg: laut dem Postvertrag Luxemburg - Preußen von 1849 wurden Briefe nach Aachen und nähere Umgebung über ST Vith vertrieben. Hierfür wurde auf Luxemburger Seite eigens ein Postbüro in Heinerscheid aufgemacht welches aber ein Jahr später nach Weiswampach verlegt wurde.


    2. Das Gewicht oben links = 1 Loth wenn ich das richtig deute also deutlich über dem normalen Gewicht von < 3/4 Loth was wohl unseren 10 Gramm entsprach. Gewicht über 10 Gramm = 2x Porto


    3. Das Porto: laut PV von 1847 wurde das Porto wie folgt geteilt: LUX Inlandporto 6 niederländische Cent + das Preußische Porto ab/bis St Vith für den einfachen. Brief bis 10 Gramm bzw <3/4 Loth. Das Porto wurde in blau vermerkt: einerseits 2 1/2 gestrichen und durch 3 1/2 (?) ersetzt. Ich komme mit meiner Rechnung nicht ganz klar. Nun darf man nicht außer Acht laßen dass der Brief auf den April 1851 datiert ist, also nach der Währungsreform in Luxemburg. 6 cents waren eigentlich 12 1/2 centimes wert. Unser Inlandporto war aber zu dem Zeitpunkt um 25% gesenkt worden und betrug nur mehr 10 centimes.


    Mir scheint dass die Portoberechnung auf Preussischer Seite mit 12 1/2 gemacht wurde.
    der Luxemburger Teil: 2x 6 cents = 25 centimes oder 2 1/2 Silbergros
    das Preußische Porto bis 10 Meilen und 1 Loth = 1 Silbergros
    Das wären dann gesamt 3 1/2

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Liebe Lulu,


    ein wunderbarer Brief - klasse, dass du ihn (hoffentlich günstig) bekommen hast. Einen Brief vom Graveur der ersten Marken zeigen zu können, dürfte wohl nur jedem 10000. Sammler gelingen, wenn überhaupt.


    Den Brief können unsere Preußenkenner sicher besser interpretieren, als ich. Aber oben links steht nicht 1 Loth, sonder 12 1/2, womit deine Gebührenrechnung richtig ist. Ich hoffe, er wird taxmäßig eindeutig geklärt - dann wäre er fast museal. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Ich sammele weiter Erfahrungen in Sachen "Preußen".


    Heute ein Beleg aus meiner Bankhaus Werling Sammlung, eine 1 Rahmensammlung zu 15 Blatt. Mit viel Glück, sollte ich alle Zweigstellen finden, werden es vielleicht 2 Rahmen. Absender Wagner et Schoeman, Handschuhfabrikant (Vorläufer der Bank) Luxemburg nach Köln an Farina den Erfinder des Kölnisch Wasser. Dieser Farina hat mir über Jahre die Suche erschwert hat. Ich müsste demnächst nach Köln auf ein Fläschchen. Der Duft ist einfach super. Aber nun zurück zu dem Beleg (wir Frauen schweifen schon mal ab...)


    Geschrieben am 10 FEB 1847, roter Zweikreis von Luxembourg. Transit über Trier Stempel vom 10.2, Ankunft in Coeln am 12.2. Dieser Brief fällt noch nicht unter den Postvertrag von 1847. Das preußische Rötel deute ich als 3 1/2 Silbergroschen. Ich berechne es wie folgt :


    Trier - Köln +/- 134km bzw 18 Meilen, somit 4 Distanz (15-20) des Briefportos = 2 1/2 Sgr (Porto 1844)
    Luxemburger Inlandporto 6 cents = 1 Sgr
    Gesamt 3 1/2 Sgr

  • Liebe Lulu,


    ein schöner Brief mit 3 1/2 Sgr. (lese ich auch so), bei dem Aufgabe- und Firmenstempel schön kontrastieren. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • nicht datierter franco tout chargé Brief an das königliche Preussische hohe Staatskanzleyamt in Berlin. Absender nicht mehr ermittelbar.



    Auch wenn der Beleg nicht datiert ist kann man ihn zeitlich zwischen 1827-1829 eingrenzen:
    1. der Einzeiler LUXEMBURG ist ab 1827 bekannt.
    2. irgendwann 1829 kamen die runden Datumsstempel
    3. die Schreibweise des 'francos' in cent ab 1.1.1827


    Interessant du Rückseite:


    chargé Briefe wurden mit 5 Siegeln verschlossen, in unserem Falle leider nicht mehr vorhanden. Die Siegel waren aber gleich von Anfang an defekt. Im preussischen Grenzübergangsbüro erfolgte folgender Hinweis: Mit mehreren sehr gebrochenen Siegel hier eingegangen Postrath Trier. Hier wurde der Brief neu versiegelt: PREUSS : POSTAMT TRIER



    Das franco wurde mit 130 cent berechnet davon wurden 10 Silbergroschen an Preußen vergütet. Nun gibt es bei eben diesem Porto eine Ungereimtheit:


    Inlandporto 10c
    franco Trier - Berlin 60c (10 SG)
    für chargé Briefe galt doppeltes Porto auch wenn Preussen nur einen einfachen Brief vergütet bekam.



    --> 70x2= 140, bezahlt wurden aber nur 130. Es fehlen eigentlich 10c, doch wird immer behauptet die Postler hätten sich nicht geirrt. Demnach übersehe ich wohl irgendein Detail, es will mir aber nix einfallen.

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher, aber für mich doch besonderer Brief, da er einer meiner kleinsten Briefe (5,5 * 9,5cm) ist.

    Brief vom 5.1.1870 von Luxembourg nach Berlin.

    Der Brief wurde mit einer 12,5 Centimes - Marke frankiert, welche für einen Auslandsbrief passen dürfte (PD-Stempel).

    Rückseitig vermutlich Ankunftstempel Berlin am 7.1.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    "Auslandsbrief" ist nicht so ganz der richtige Terminus für diesen Brief, besser schreiben "Brief in die Vertragsstaaten, die damals (ab 1.1.1868) waren: Norddeutscher Bund, Baden, Württemberg, Bayern, Österreich mit Ungarn und Luxemburg. Daher auch nur das geringe Franko von 12,5 Centimes = 1 Silbergroschen = 3 rh. Kreuzer = 5 Neukreuzer. Ein echter Auslandsbrief (nach den USA, Japan oder Schweden) hätte viel mehr gekostet.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus