von und nach Russland nach dem Postvertrag vom 13.4.1852

  • Liebe Freunde,


    Weiß man denn, welche Gebühren in Russland zu zahlen waren und wie sich dieses Franko verteilte?


    der russische Absender bezahlte 33 SKop.
    Preußen führte davon 3 Sgr. britisches Porto + 1/2 Sgr. belg. Transit an die britische Post ab.


    Die Behandlung hier hat mich auch gewundert.
    Von die Lugdunum Briefe gibt es ja auch einen aus 1859, auch ohne Gebührvermerke, aber der von 1860 scheint mit 2 Sbgr vermerkt sein. In 1866 war es aber ein reger Stempelfreude und auch vermerkte Gebühre.
    Mein Literatur ist leider nicht Hilfreich.


    Es ist auffällig, dass verschiedentlich russische Briefe nach GB sehr sparsam gestempelt wurden.
    Normalerweise erwartet man einen preußischen Herkunftsstempel (AUS RUSSLAND), evtl. einen Kursstempel (sei es von einer östlichen Strecke oder auch von Cöln-Verviers).
    Eine mögliche Erklärung könnte sein, wenn in Russland schon Briefbündel mit der Post nach GB geschnürt wurden, die dann in Preußen erst spät durch Eisenbahnpostamt No. X bearbeitet wurden. Da hier sehr viel Post in kurzer Zeit bearbeitet werden musste, finden sich öfters Briefe, die nur sehr flüchtig gestempelt wurden.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo Michael


    Ich weiss nicht wie man die Briefbündel behandelt und taxiert hatten, aber es ist interessant dass man hier sehen kann dass einen P(aid) Stempel reicht um die Gebühre richtig zu verteilen. Man braucht keine Vertragsstempel oder hinweise zu bezahlte Gebühre.
    Es hat wohl gereicht die Bündel auf die Wage zu legen und das Ergebnis in die Karte zu schreiben. Aber hierzu habe ich kein Ahnung wie es praktisch eventuell gelaufen war.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    ich meine, dass die russischen Briefe nicht pauschal nach Gewicht (pro Pfund xy Groschen ...) verrechnet wurden, sondern individuell. Aber wenn die Abrechnungen über die Briefkarten erfolgte, musste nicht immer das auf den Briefen selbst demonstriert werden.


    In jedem Fall ein Brieftraum!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    die Abrechnung zwischen der preußischen und der englischen Post erfolgte auf Basis der einzelnen Briefe.
    Es könnte nur sein, dass die sicherlich damals schon umfangreiche russische Korrespondenz vor der Bearbeitung, sei es nun von russischen oder preußischen Postlern, gebündelt wurde und erst später bearbeitet wurde. Wenn dies dann erst auf der Strecke Cöln-Verviers mit ihrem bekannt hohen Transitpostaufkommen geschah und die Zeit knapp wurde, könnte dies solch spärliche Kennzeichnung erklären. Es gibt ja genügend russische Korrespondenz aus diesen Jahren, die - nicht nach GB laufend - die "normale" Bearbeitung mit Herkunfts- und Kursstempel sowie Taxierung zeigt.
    Hierdurch nicht erklärlich ist aber der fehlende russische Franko-Vermerk, sei es vom Absender handschriftlich oder durch einen russischen Franko-Stempel.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hierdurch nicht erklärlich ist aber der fehlende russische Franko-Vermerk, sei es vom Absender handschriftlich oder durch einen russischen Franko-Stempel.


    Hallo Michael


    Ich meine dass der Brief einen Frankovermerk hat. Es ist oben rechts ein "fo" zu sehen.


    Siehst du auch bei die anderen St.Petersburg-Guernsey Briefe bei Lugdunum - Los 1259 wie bei deinem Brief, bei Los 1260 ist es "Franco" voll geschrieben oben rechts. Hier also dann als Absendervermerke.


    Viele Grüsse Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammelfreunde


    ein Brief, viele Fragen.

    Er stammt irgendwo aus Russland und ein Stempel trägt das Datum 23.10.1852 - Ort kann ich nicht lesen.

    Die Adresse hier in französisch kann ich beim besten Willen kaum entziffern, es sollte sich jedoch um den regierenden Herzog von Sachsen-Altenburg handeln, wenn die Losbeschreibung stimmt.

    Sicher ist, dass er nicht portofrei war, denn der Stempel Aus Russland Franco sagt, dass er komplett bezahlt wurde. Siegelseitig ist auch mit f3 das Franco für Preussen angegeben.

    Jedenfalls lief er nach Dessau, von wo er weiter nach Potsdam gesendet wurde.

    Über die fehlenden Informationen würde ich mich freuen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    Du hast ihn also bekommen, hatte schon so einen Verdacht, schönen Gruß von der Bieterliste ;)

    Der FRANCOTOUT-Stempel wurde im Büro des Postdirektors von St. Petersburg geführt. Briefe über dieses Büro deuten auf hohe Politiker oder hohen Adel hin. Der rückseitige Ovalstempel stammt ebenfalls aus St. Petersburg.

    Die Adresse, soweit ich sie entziffere:
    A Son altesse

    Le Prince ????detaire de Saxe-Altenbourg

    Duc de Saxe

    à Dessau


    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael


    erst hatte ich gedacht, dass auch du auf den Brief bieten würdest. Mir war jedoch klar, dass er frankiert war, also nicht portofrei. So teuer wurde er jedoch gar nicht.

    Wo hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er aus St. Petersburg stammen könnte, oder ist es nur ein Transitstempel.

    Der 23.10.1852 julianisch dürfte der 04.11. gregorianisch sein.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    ich war mit dem Forum beschäftigt, darum blieb er günstig ;)

    Der 23.10. entsprach gregorianisch dem 5.11.

    Die Aufgabe erfolgte in Petersburg. Es könnte auch sein, dass die Staatskasse das Franko trug und nicht der Absender. Das Siegel ist leider weitgehend unkenntlich, zeigt aber gekrönte Insignien.


    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael


    war der Unterschied nun 12 oder 13 Tage. Ich habe nun etliches gesucht, und finde nur, dass es zur Zeit des Briefes 12 Tage Differenz waren.

    Addiere ich zum 23.10. nun 12 Tage hinzu, ergibt sich der 35.10 - 31 Tage für Oktober ergibt sich somit der 04.11.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    die 12 Tage stimmen, mein Datum nicht. Ich sollte keine Beiträge schreiben während ich noch mit dem Forum zu tun habe ... ?(

    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Liebe Sammelfreunde


    dank Sindelfingen habe ich es nun endlich geschafft, einen Brief nach Magdeburg zu bekommen. Zwar nicht so schön, aber...nun entscheidet selbst.

    Francobrief aus Warschau, dort aufgegeben am 23.02.1859, war er schon am 25.02. an Ziel. Etwas ungewöhnlich finde ich die Angabe im Gebührenbaum, jeweils 3 Sgr. für Russland und Preussen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,


    Glückwunsch zu dem Brief - so schlecht sieht er doch gar nicht aus und viele Heimatsammler wären sehr froh, sie könnten dergleichen zeigen. Mit Marken drauf wäre er viel teurer, böte jedoch postgeschichtlich nicht viel mehr.


    Der Absender hatte 20 Silberkopeken bezahlt - schön, dass Preussen das allgemeinveständlich aufgeschlüsselt hat.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    hier ein Porto-Brief von 1858. Die Aufgabe erfolgte in Kronstadt, dem Hafen von St. Petersburg. Rückseitig daher der nicht so oft zu findende Aufgabestempel.


    Dann ging es per Schiff nach Stettin. Bei vielen Belegen kann man diesen Seeweg nur durch handschriftliche Leitwegsangaben der Absender belegen (mit aller gegebenen Vorsicht). Hier setzten die preußischen Bahnpostler neben dem Herkunftsstempel AUS RUSSLAND den Kursstempel STETTIN - BERLIN.

    Von Berlin ging es dann per Bahn nach Hamburg mit Übergabe an das dortige dänische Postamt. Dieses leitete den Brief dann quer durch Schleswig und Dänemark nach Aalborg.


    Die 6 Sgr. preußischer Portoforderung, davon 3 Sgr. für Russland, wurden in 8 Sch. C. reduziert. Gesamtporto 35 dänische Skilling.

    Gruß

    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    ein toller Beleg, den auch ein „Bayer“ gerne sieht. Hier lerne ich immer gerne dazu. Einen Aufgabestempel auf der Siegelseite war mir noch nicht bekannt. Auch habe ich immer noch Probleme mit den unterschiedlichen Zeitrechnungen. Russisch: 11. und 27. Oktober und dann Stettin 26.10., das verwirrt mich etwas, obwohl Du mir ja schon den Unterschied der beiden Kalender erklärt hast.


    Grüße aus Frankfurt

    Heribert