GB-Österreich ab 1840

  • Hallo Freunde


    Ich habe mal dieser Brief gekauft, und wie so gehofft der Brief deuten zu können. Also die Taxierungen.
    Die Stempeln haben wenig Aussagekraft ausser dass die Zeigen ein Londonstempel 16. Februar 1849, dann "Aus England Per Aachen" 17. Februar und zum Schluss der Klausen Stempel 24. Februar.


    Die Taxen aber verstehe ich nicht. Aber ich denke dass der Empfänger 38 Kreuzer CM bezahlt hat, wovon 12 Kreuzer CM der österreichischen Innlandsteil ist.
    Oben rechts ist es 6 + 2 (oder3?) notiert geworden.
    Rückseitig gibt es vielleicht auch ein Notiz bei der London Stempel.


    Bitte um Hilfe wenn es geht.
    Meine dass ich ähnliche Briefe irgendwo gesehen habe, finde es leider nicht.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Der Brief mußte mindestens eine ½ Unze gewogen haben. Unten links in ochsenblutrot steht 2/6. Das wäre das korrekte Porto von GB nach Tyrol für einen Brief bis ½ Unze Gewicht via Belgien. Ich habe versucht rumzurechnen- 1 Gulden- 60 Kreuzer= 2s 1d. Es haut nicht hin. Einen schnellen Blick in meine Portohandbücher hat mich nicht weitergebracht. Sollte mal in aller Ruhe durchgehen.

  • Hallo asmodeus,


    unten links lese ich von preußischer Hand 26 und dazu 12, so dass wir auf die 38 kämen, die später in schwarz von Österreich wiederholt wurde.


    Wie sich diese beiden Gebühren aufteilen, kann ich aus der Hüfte nicht sagen. Ich denke, dass Preußen von Österreich 8 Sgr. gefordert hat und die 12 Kr. CM österreichisch waren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Asmodeus und bayern klassisch


    Danke für die Antworte :)


    Meiner Meinung nach muss dann die 6 und 2 oben rechts in Österreich gemacht sein.
    Stimmt euch zu?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    nachdem ich gestern aus Gröden vom Skifahren zurückgekommen bin, habe ich diesen Brief nach Gröden gesehen und würde ihn wie folgt beschreiben:


    Bei diesem Portobrief belief sich der britische Portoanteil auf 6 Pence und der belgische Transit kostete 2 Pence. Diese 8 Pence standen komplett England zu, da die britische Post die Abrechnung mit Belgien übernommen hatte. In Aachen wurde der gesamte ausländische Portoanteil von 26 Kr. C.M. angeschrieben, hierin war auch der preußische Transit enthalten. In Österreich kam das Inlandsporto von 12 Kr. C.M. hinzu (andere rote Tinte), so dass der Empfänger insgesamt 38 Kr. C.M. bezahlen musste.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Gut das du zurück gekommen bist :)
    Danke für deine Taxierungshilfe. :) Ich fand dass 2, 6 und 38 so ähnlichen Tinten hatten, dass ich auf den Laufweg GB und B nicht gedacht habe :( Aber jetzt weis ich besser :) Jetzt kann ich ein westlicher Laufweg ausschliessen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    ein Brief mit 6d Marke wurde in London am 10.7.1868 geschrieben und nach Wien adressiert. Die Leitung über Belgien und Aachen (blauer Stempel der dortigen Brigade vom 11.7.1868 (!!) ist belegt.
    Nach meinen Aufzeichnungen müsste ihn die Post des Norddeutschen Bundes über Köln und Mainz nach Heppenheim geleitet haben, wo er das Gebiet den NDB verließ und über Baden, Württemberg und Bayern nach Wien am 13.7. geschickt wurde.


    Meines Erachtens war zuvor die Leitung britischer Briefe über Aachen und Preußen erfolgt. Kann jemand andere Briefe, auch in entgegengesetzter Richtung, zeigen, die dies bestätigen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Freunde


    Ich habe dieser Brief nun endlich bekommen, und kann nicht warten den Brief hier zu zeigen.


    Es ist eine Drucksache die in New Orleans, USA verfasst ist, in Liverpool gedruckt und nach der Empfänger in Innsbruck geschickt. Alles in 1855.
    Vorderseitig sieht der Brief fast etwas mangelhaft aus. Rückseitig aber ein Schmankerl :P :P


    Der Brief war für der englischen Transport bezahlt, wohl auch für Belgien? Rückseitig gibt es der Penny Stempel für Newspaper. Kann jemand etwas zu dieser Stempel sagen?



    Weiter lief der Brief über Ostend nach Aachen wo der Stempel "England per Aachen" abgestempelt war. Und kam für mich die grosse Überraschung. Der Brief lief dann weiter von Aachen nach Füssen. Zweite grosse Überraschung dann ist der Füssen Stempel der man hier als Ausgangsstempel benutzt hatte. Dann lief der Brief weiter über Fernpass nach Innsbruck mit der nicht übliche Hufeisenstempel Innsbruck + Contro gestempelt war.


    Wenn es zu die Taxierung kommt bin ich etwas unsicher. Wie gesagt war der Brief wohl bis deutsch-belgischen Grenze frankiert. Was der rückseitigen Vermerk 1/4 heissen soll, weiss ich nicht. Eine Drucksache im Postverein kostete 4 Pfennige oder 1 Kreuzer (RH und CM) je Loth. Diese Drucksache hat nicht mehr als ein Loth gehabt. Es kann aber sein dass 4 Pfennige zu 1/4 Sbgr gemacht war. Falls dann warum?
    Weiter ist es Vorderseitig zuerst 3, dann zwei mal 2 notiert geworden. Der letzte ist ein typischer österreichischer 2, also 2 Kreuzer CM. Ich habe es nirgends gefunden, aber ich nehme dann an dass ein Drucksache Porto geschickt hat 1 Kreuzer Zuschlag per Loth gekostet.


    Bitte um Hilfe ;) :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    nur aus der Hüfte, ohne meine Unterlagen gewälzt zu haben (und ich weiß nicht, ob das Wälzen zur Lösung führt).


    In GB war mit dem Stempel die Gebühr abgegolten. Der belgische Transit kostete 1/4 Sgr., was Preußen siegelseitig notierte. Preußen taxierte auch mit 2 Kr. CM für die Abgabepost, die Österreich später kassierte. Die 3 war falsch, weil es wohl keinen Bestellgeldkreuzer in Innsbruck mehr gab.


    Österreich kassierte 2 Kr. CM, die gleich 2/4 Sgr. entsprachen und Preußen zustanden. Preußen musste 1/4 Sgr. an Belgien zurück geben und konnte 1/4 Sgr. = 1 Kr. CM für sich einstreichen.


    Tolles Stück! Wer hätte diese DS nicht genommen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Wenn aus der Hüfte, hoffe ich dass deine Hüfte immer noch gesund ist :D


    Es kann sein dass deine Lösung richtig ist. Ein besseren Vorschlag habe ich im grossen nicht.
    Was aber stört mich ist die gestrichene 3. Ist die 3 österreichischer Ursprung? Auf jeden Fall sind die zwei Rotfarben gleich.


    Auf jeden Fall danke für deine Antwort :) :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    eine Kopie Deiner interessanten Drucksache habe ich in meinem Archiv gefunden. Sie war einmal in der Sammlung des leider verstorbenen Hermann Hader. Von ihm stammt auch die folgende Beschreibung dieses Beleges:


    Drucksache 1855 von Liverpool, über Aachen, Füssen nach Innsbruck. Dort wurde auch der Portokontrollstempel CONTRO abgeschlagen. Versehen mit der britischen Stempelmarkengebühr von 1 Penny plus dem Porto von 1 Penny (nicht ersichtlich, aber bezahlt, sonst keine Beförderung) für das britische Hoheitsgebiet mit Transit über Belgien. Der belgische Transit von 1/4 Sgr. wurde verrechnet mit 1 Kr. C.M. plus 1 Kr. C.M. für den Postverein. Das Porto von 2 Kr. C.M. wurde in Innsbruck eingehoben.


    Über die angeschriebenen 3 Kr. schrieb Hader kein Wort. Vielleicht handelt es sich auch um eine Fehltaxierung, die wieder gestrichen wurde.


    Ich habe einen ähnlichen Beleg, der nach Matrei am Brenner lief. Hierauf ist diese 3 nicht zu fingen.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball


    Besten Danke für deine Antwort und Bestätigung von bayern klassischs Antwort.


    Deine ist ja fast besser als meine ;)


    Obwohl du kein gestrichene 3 hast, hast du ein gestrichene 2?. Auf jeden fall mit gleichem Stift gestrichen. Ob es ein 2 ist, weiss ich nicht. Es kann also dann sein dass es keine Taxierung ist, sondern eine Kontrolle oder auch etwas nichtpostalisches.


    Sehr interessante sind diese Drucksachen auf jeden fall :P :P :P


    Aus welches Jahr ist deine Drucksache?


    Viele Grüsse
    Nils

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  • Liebe Freunde,


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG3eada4acjpg.jpg]


    hier eine DS, die als Brief aufgegeben wurde, von Liverpool 5.6.1840 mit 1 Shilling 10 Pence bezahlt bis zur Küste des Kontinents. Ab da als Portobrief mit 8 3/4 Sgr. von Preußen taxiert (Aachen).


    Augsburg schrieb 24 Kr. in den Auslagestempel. Österreich notierte diese 24 Kr. rh. mit T(ransit) 24 Kr. CM und schlug 2 Kr. CM dazu, so dass der Empfänger 26 Kr. CM zahlte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ein schöner Brief.
    Danke fürs Zeigen :)


    Viele Grüsse
    Nils

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  • Lieber Altsax,


    da fallen mir einige Sammlungen ganz spontan ein, in die er auch bestens passen würde (meine zum Beispiel 8o ). Wollen wir zusammen beim Noch - Eigentümer etwas nachhelfen, damit er sich eines besseren besinnt? :thumbsup:


    Schön auch, dass man 27 Kr. rheinisch notierte, aber 21 Kr. CM das Äquivalent war und zu dieser Zeit auch in Voralberg mit Conventionskreuzern gezahlt wurde.


    Danke fürs zeigen dieser Rosine und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Altsax


    Ein sehr interessanter Brief.
    Gibt es irgendwo auf den Brief ein Jahr angegeben?




    bayern klassisch

    Schön auch, dass man 27 Kr. rheinisch notierte, aber 21 Kr. CM das Äquivalent war und zu dieser Zeit auch in Voralberg mit Conventionskreuzern gezahlt wurde.


    Dieser Satz verstehe ich eigentlich nicht. Kannst du erklären?



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.