Jllyrische Provinzen unter Napoleon I

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Brief mit gedrucktem Inhalt von Triest (Jllyrien - Provinz Istrien) mit Aufgabestempel "P.P. TRIESTE ILLYRIE" vom 5. Dezember 1812 nach Tittmoning (Königreich Bayern). Der Absender bezahlte 6 Kreuzer C.M. bis zur bayrischen Grenze. Von da bis Tittmoning fielen 6 Kreuzer rh. Porto an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Dienstbrief vom K.K. Landgericht Sillian, so das Dienstsiegel, an das Rentamt in Lienz vom 10. Mai 1810. Sillian und Lienz gehörten bis 31.8.1810 zum Königreich Bayern. Ab 1.9.1810 zu den Jllyrischen Provinzen - Provinz Kärnten Dep. Alpes Norigues. Warum bereits im Mai ein französisches Dienstsiegel das Landgericht Sillian benutzte kann ich nicht sagen. Von Sillian ist bisher aus bayrischer Zeit kein Poststempel belegt.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    zu Sillian kann man folgendes im Internet finden:
    Josef Achammer, geb.1762


    Der Färbermeister Josef Achammer war an der Organisation der Erhebung der Tiroler gegen die französische Fremdherrschaft 1809 maßgeblich mitbeteiligt. Er war Hauptmann der 2. Sillianer Schützenkompanie, der hauptsächlich Landstürmer aus Sexten angehörten. Anfang Jänner 1810 verhafteten die Franzosen den Schützenhauptmann von Sillian. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Achammer wurde noch am 4. Jänner 1810 im Hof des Landgerichts Sillian erschossen.


    Josef Achammer
    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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    Josef Achammer (* 31. August 1762 in Sillian; † 4. Januar 1810 ebenda) war Tiroler Freiheitskämpfer und Schützenhauptmann von Sillian.
    Inhaltsverzeichnis
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    • 1 Leben und Wirken
    • 2 Nachkommen
    • 3 Literatur
    • 4 Weblinks


    Leben und Wirken [Bearbeiten]
    Der Färbermeister Josef Achammer war an der Organisation des Widerstandes der Tiroler gegen die französische Fremdherrschaft (Napoleon) 1809 maßgeblich beteiligt. Er war Hauptmann der 2. Sillianer Schützenkompanie. Dieser gehörten hauptsächlich Landstürmer aus Sexten an. Das österreichische Militär hatte die Tiroler verlassen und somit waren sie bald auf sich alleine gestellt. Anfang August drangen französischen Truppen unter General Rusca von Kärnten her in Tirol ein und versuchten, ins Zentrum des Landes zu gelangen. Am 8. August 1809 wurde die Lienzer Klause von den Schützenkommandanten Anton Steger, Georg Hauger und Adam Weber, sowie Josef Achammer und Markus Hibler, die mit den Sextner Landstürmern gerade noch rechtzeitig vor der schwer bedrohten Klause erschienen,
    gegen eine zwanzigfache Übermacht von Franzosen und Italienern verteidigt. General Rusca blieb somit der Zutritt ins Pustertal verwehrt und war dadurch zum Rückzug gezwungen. Andreas Hofer musste nun keinen Angriff mehr fürchten und konnte sich auf die dritte Bergiselschlacht (13. August) vorbereiten. Am 2. oder 3. Januar 1810 wurde Josef Achammer von den Franzosen verhaftet, vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Das Quartier des französischen Oberkommandierenden General Broussier befand sich vermutlich in Schloss Welsberg. Frau Achammer eilte zu ihm, um für ihren Gatten um Gnade zu bitten. Broussier soll ihr die Begnadigung zugesagt haben. Dies war allerdings eine Lüge. Noch während sich die Frau des Verurteilten am Ort des Kriegsgerichts befand, sandte der General einen Kurier nach Sillian. Dieser überbrachte den Befehl, Achammer sofort zu erschießen. Das Urteil wurde am 4. Januar im Hof des Landgerichts Sillian vollstreckt. Achammers Leiche wurde außerhalb des Marktes Sillian für 48 Stunden aufgehängt. Achammer war bereits tot, als seine Frau aus Welsberg zurückkehrte.
    Zur Erinnerung an die Ereignisse und die Persönlichkeit wurden neben der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in der Marktgemeinde Sillian die Achammer Gedenktafel und das Achammer Kreuz errichtet, an dem traditionell die Palmweihe stattfindet.

  • Hallo VorphilaBayern,


    klasse Brief nach Tittmoning. Den hätte ich auch gerne gehabt, war aber anscheinend beim Bieten zu geizig. Das Franko dürften aber keine Kreuzer sein, sondern Decimes (Bekanntmachung des Generalgouverneurs der illyrischen Provinzen vom 12.12.1811, gültig ab 1.1.1812).
    Ich habe einen Brief vom 12.6.1811 nach Würzburg angehängt. Hier bezahlte der Absender 5 Decimes bis zur bayerischen Grenze. Bayern setzte für seinen Transit bis zum bayerischen Grenzpostamt in Possenheim 12 Kr. an. Mit dem taxisschen Porto für Würzburg ergab sich eine Gesamtportobelastung von 15 Kr.


    Grüsse von liball

  • Hallo die Runde


    Ja hier war es vieles zu sehen :)


    Man kann nur die Herren gratulieren :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo VorphilaBayern,


    die Illyrischen Provinzen waren Frankreich sozusagen einverleibt, daher auch dieselbe Gebühr in Decimes - wie Liball schon bemerkte.
    Zu Sillian: Ich kann bei den Scans kein französisches Amtssiegel erkennen??? Der Stempel ist eindeutig KK (also noch immer österreichisch trotz bayrischer Besetzung) und soweit man am Siegel erkennen kann, ist noch der Doppeladler drauf. Allerdings ist das sehr schwer auszumachen...


    Jedenfalls sind beide schöne Stücke!
    Liebe Grüße
    Ö-Transit

  • Hallo Ö-Transit, Bayern-Nils und liball,


    herzlichen Dank.
    mittlerweile bin ich auch der Ansicht, daß es ein altes österreichisches Dienstsiegel ist.
    Die Wut der Bevölkerung von Sillian galt ja den Franzosen. Sie haben ja im Januar in Sillian ihren Volkshelden Josef Achammer (* 31. August 1762 in Sillian; † 4. Januar 1810), war Tiroler Freiheitskämpfer und Schützenhauptmann von Sillian, erschossen. Eigentlich hätte ihr Zorn gegen Österreich genauso sein müssen, denn sie haben die Tiroler in ihren Freiheitskampf alleine gelassen.
    Es stimmt, es waren Decimes. Ab 1.1.1812 war in Jllyrien "Decimes" für die Postgebühren zu zahlen. Zuvor "Kreuzer in guten Gelde". Siehe Auszug aus dem Buch von Werner Münzberg "Das Königreich Italien und die Jllyrischen Provinzen unter Napoleon 1".


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Kollegen,


    Ich behaupte dass diesen wirklich schönen Brief ging nicht nach Frankreich, sondern nach Cilly (heutige Celje in Slowenien, damals auch Illyrien).


    Liewbe Grüsse aus


    Ungarn

  • Lieber VorphilaBayern,


    meine Vorschreiben haben Recht und ich hatte das auch so interpretiert - damals hat man es oft Cilly geschrieben und es sind viele Briefe an Empfänger dort aus Österreich bekannt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    herzlichen Dank für die vielen Hinweise.
    Zu Cilli, Slowenien finde ich keinen Hinweis, daß dieser Ort zu den illyrischen Provinzen gehörte. Dann müßte Cilli (slowenisch Celje) zum Kaisertum Österreich gehört haben. Evtl. sind es dann trotzdem 48 Kr.C.M. Porto, die auf der Adreßseite vermerkt wurden. Laut Österr. Regulativ vom 1.7.1810 kosteten in Österreich Auslandsbriefe pro halbes Loth 48 Kr.C.M. Dies würde hier passen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Der Cillj Brief lässt sich hoffentlich lösen.


    Der Brief war an ein Baron de Marenzio gerichtet. Es war wohl ein italienischer Adelsfamilie.


    Unter Cillj ist es etwas geschrieben was ich nicht deuten kann. Kannst die Wörter entziffern?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.