Bayern - Thurn und Taxis

  • Hallo bk,


    so langsam dämmerts, aber noch nitt ganz. :D


    Mit wieviel Kr hätte diese 9. Gewichtsstufe damals als Francobrief bis Grenze TT taxiert werden müssen ?


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    bis 30.6.1850 waren Franko und Porto gleich hoch - im Frankofall hätte man mit 18x die bayer. Strecke bezahlt. Hat man aber nicht ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    jetzt ist der Groschen gefallen :thumbsup:


    Der Brief ist dann ganz klar der absolute Ober-Brummer, hei do nei !


    Vielen Dank für die Klarstellung + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ich versuche mal eine Darstellung von 1) korrekter und 2) hier geschehener Behandlung:


    1) Portofrei als R.S. bis zur Grenze......................... 2) 18x Porto angesetzt


    1) 4x Chargégebühr zahlte der Absender...................2) richtig!


    1) Ab der Grenze 14x für den Empfänger...................2) richtig!


    1) Mit Bestellgeld von 2x belasten............................2) richtig!


    1) Von Chargégebühr frei zu lassen.........................2) mit 4x Chargégebühr den Empfänger belastet.


    1) Empfänger hätte 14 + 2 = 16x bezahlt...................2) Empfänger hat 18 + 14 + 2 + 4 = 38x bezahlt.


    Alles nicht so einfach, obwohl nur ein Nachbarschaftsbrief. :D


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk !


    Eine wirklich ganz vorzügliche Gegenüberstellung, allererste Sahne !


    So wird sonnenklar was hier reihenweise daneben gegangen ist.


    Dem Bürgermeister von Niederflörshem wird es - wie mir auch - die Sprache verschlagen haben.


    Vielen, vielen Dank für Zeigen und Erläutern !


    + Gruß :thumbup:


    vom Pälzer

  • Liebe Freunde,


    einen hübschen Dienstbrief hätte ich da von Schweinfurt an das herzoglich Coburg - Gothaische Justizamt in Königsberg, portofrei in beiden Postgebieten. Der Brief sollte in den 1830er Jahren geschrieben worden sein, ist aber leider nicht datierbar.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Barfrankierter Brief (Siegelseite 6 Kr. für Bayern und 2 Kr. für Thurn und Taxis)
    aus Markt Einersheim, in Possenheim am 9. Februar 1851 aufgegeben, nach
    Fürstenau im Odenwald (Großherzogtum Hessen) über Miltenberg, Erbach nach
    Michelstadt. Von dort mit dem Landpostboten zugestellt. Für diesen mußte der
    Empfänger 2 Kreuzer Botenlohn bezahlen. Das Großherzogtum Hessen trat erst
    am 1. Oktober 1851 dem DÖPV bei. Daher war eine Frankatur mit Marken noch
    nicht möglich.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter, eingeschriebener Brief von München nach Winkel
    (Herzogtum Nassau) vom 28. Dezember 1838, über Frankfurt (Freie
    Stadt Frankfurt) und Rüdesheim (Herzogtum Nassau). Zu den Taxie-
    rungen kann ich wenig sagen. Gesamt fielen 26 Kreuzer Porto an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Der Brief lief nicht über "Rüsselsheim" sondern über "Rüdesheim" im Rheingau (Herzogtum Nassau).

    Wein- und Sektstadt Hochheim am Main

  • Lieber VorphilaBayern,


    leider machen mir die Taxen schwer zu schaffen - die bayer. scheint 14x oder 16x zu sein, das hing vom Laufweg ab, aber 2 / 3 von Taxis kann ich leider gar nicht interpretieren, zumal das keine Summe von 26x macht, die TT angeschrieben hat. Sehr sonderbar ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo guy69,


    herzlichen Dank. Habe ich gleich geändert.



    Lieber bayern klassisch,


    herzlichen Dank. Könnte es evtl. sein, daß der Brief
    auf der preußischen Strecke "Koblenz - Aschaffenburg"
    gelaufen ist und dies preußische Taxierungen sind ?


    Liebe Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    nein, das glaube ich nicht - die Taxen sind von Frankfurter Hand, die ich in dieser Zeit nachweisen kann (Duktus, Tinte, Größe usw.). Aber warum 2 / 3? Selbst 5 Sgr. machen keinen Sinn und 5 Batzen ab Aschaffenburg wären ja 20x gewesen, aber warum ein Bruch? TT war ja ein einheitliches Postgebiet ohne Absatzporto und Aschaffenburg - liest man 16x für Bayern und 2 + 3x für TT käme man auf 21x, zu denen ein Bestellgeldkreuzer bzw. 2x für die Landbestellung gekommen wären - passt leider alles nicht. Taxis eben. ^^


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo liebe Kundigen


    Ich selber habe nur sehr wenig Ahnung davon. Umsomehr würde es mich freuen wenn das Rätsel gelöst wird.
    Klar ist der Brief lief von München nach Frankfurt und dann nach Rüdesheim. Winkel besass 1838 noch keine Poststation. Deshalb wohl 2 x Landbestellgeld. Könnten die 3x nicht die Strecke Frankfurt Rüdesheim abdecken? Also 3/2. Was hätte der Brief auf bayerischer Seite gekostet inklusive Chargegebühr als Portobrief bis Frankfurt? Der 28.12.1838 war ein Freitag und Ankunftstempel Montag 31.12.1838. Hut ab


    Viele Grüsse
    Harald

    Wein- und Sektstadt Hochheim am Main

  • Hallo guy69,


    wenn man die bayer. Taxe mit 16x von München bis Aschaffenburg annimmt, dann fehlen bis zum Zielort 6x. Da Aschaffenburg an das taxische Postgebiet grenzte und der Zielort auch taxisch war (bis Frankfurt kostete es von Aschaffenburg 4x), machen für mich 3 und 2 keinen Sinn.


    Die Chargégebühr von 4x musste der Absender zahlen - sie hatte auf das Porto keinen Einfluß.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Ein interessanter und schwer zu beschreiben. Und meine Ideen hierzu ist nicht viel anders als Ideen.


    Der Brief kostete von München nach Aschaffenburg 12 Kreuzer für ein einfacher Brief bis 36 Meilen. Es ist auch notiert aber obendrauf ist es zu 16 korrigiert geworden weil der Taxischen Anteil bis Frankfurt dazu gelegt ist. Warum nicht eine Taxierung nach Rüdesheim/Winkel? Eine gute Frage (finde ich :) ). Die 16 Kreuzer Rh sind gestrichen. War ein Portofreiheit bis Frankfurt möglich??
    Dann sind die 3 + 2 Kreuzer für die Strecke Frankfurt-Rüdesheim + den Botenlohn.


    Ich kann es nicht belegen, aber vielleicht kann ein Taxisexperte hierzu etwas äussern?


    Viele Grüsse
    Nils der Taxis immer interessanter finde :)

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo nochmal


    ich vermute auch dass der Brief in Bayern portofrei war und dies in Aschaffenburg/Frankfurt erkannt wurde. Für die Taxisseite aber nicht. Da machen die 3/2 Sinn. 3x für die Strecke Frankfurt Rüdesheim und 2x für das Landbestellgeld. Der Empfänger war Aloysius Otto Philipp Johann Freiherr Greiffenclau von Volrads * Würzburg 28.04.1777+ Winkel 14.03.1860. Auch zeitweise Mitglied im Nassauischen Parlament. Auch gibt es einen bedeutenden Zweig der Greiffenclau von Volrads in Franken.
    Meine Frage nun: Kann man Portofreiheiten 1838 in Bayern nachweisen?

    Wein- und Sektstadt Hochheim am Main

  • Hallo guy69,


    München - Aschaffenburg waren genau 36 Meilen. Einfache Briefe über 30 bis 36 Meilen kosteten nach dem Taxregulativ vom 1.12.1810 12x. Bei höherem Gewicht je halbes Loth 6x mehr. Ich lese jedoch eher eine 14 oder 16 von der Münchner Hand, als eine 12 oder 18.


    Aschaffenburg hatte nicht Münchner Taxen für Auslandsbriefe abzustreichen, das war unmöglich. Eine Portofreiheit in Bayern hatte die Aufgabepost zu gewähren, keine Transitpost, die gar nicht wissen konnte, ob eine persönliche Postportofreiheit weit entfernt gewährt worden war, weil man das Siegel gar nicht deuten konnte. Wenn München also den Brief taxierte, auch wenn die Höhe falsch war, dann konnte man daran nicht mehr rütteln.


    Es gab 1827 eine Zusammenstellung der Portofreiheiten in Bayern von Friedrich Wachter, die mir vorliegt - persönliche Portofreiheiten kamen und gingen und ich glaube nicht, dass die bayerische Post immer und überall wusste, wer eine solche genoss und wer nicht. Dazu wurden auch in diesem Bereich viel zu viele Fehler gemacht, die wir heute nachweisen können und es müssen damals nochmals viel mehr gewesen sein, weil uns ja nur 1-2% des Briefmaterials von damals zur Verfügung steht.


    Porti abzustreichen war die Aufgabe der fremden Postanstalt, die ihren Teil notieren oder gleich mit dem fremden Porto zusammenziehen sollte/konnte.


    Die Strecke Aschaffenburg - Frankfurt kostete ausweislich meiner Briefe 4x. Da der Brief nach Winkel liest, muss also ein höherer Betrag an Postporto angefallen sein, als eben diese 4x. Da in Frankfurt die Notationen 3 / 2 angebracht wurden, und nur die Abgabepost das Landbestellgeld notieren durfte (weil andere Posten gar nicht wussten, ob ein solches anfiel, denn man konnte ja die Briefe auch auf der Expedition abholen und das kostete nichts, macht für mich die Angabe 3 / 2 keinen Sinn.


    Wenn der Empfänger, wie du glaubst, bei TT portofrei gewesen wäre, hätte man nicht 22x oben links in Rötel, der Farbe der Abgabepost, vermerkt. Adlige in Deutschland gab es Zehntausende - nur ein Bruchteil davon war portofrei, weil sie in spezieller Funktion für den Staat waren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Nachdem ich ins Bett gegangen bin habe ich eine andere Lösungsvorschlag gefunden, der genau so unsicher ist wie mein Vorherigen.


    Kann es sein dass die Strecke kostete 12 Kreuzer für Bayern und 8 Kreuzer für Taxis, hier als 3 / 2 Batzen geschrieben. Ob die Strecke Aschaffenburg-Rüdesheim 8 Kreuzer kosten würde, konnte es passen. Die Frage ist ob man dann in Frankfurt es in Batzen schreiben würde.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    so weit ich es weiß, schrieb man Ende der 1830er Jahre nicht mehr in Batzen, sondern in rheinischen Kreuzern. Schade!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • o weit ich es weiß, schrieb man Ende der 1830er Jahre nicht mehr in Batzen, sondern in rheinischen Kreuzern. Schade!

    Hallo bayern klassisch


    Ja, so habe ich es eigentlich auch gedacht, aber ich wollte trotzdem die Hypothese nach vorne bringen. Mal sehen was man später von Frankfurt sehen dürfen. Kann sein gibt es eventuell andere Ausnahmen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.